Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2184 (9.9.1966)
- Date
- 1966-09-09
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE ÜIOCUEIISW PUEVRRtDON 2190 — 1’ izq. JfcjfewtfiH&yslaeliUi 83 - 2613 T. E. Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 9 BE SEPTIEMBRE DE 1966 N* 2184 Das Parlament wurde eingeweiht Das Gebäude der neuen Knesset wurde in Jerusalem feierlich eingeweiht. Einige Daten sollen dieser nüchternen Mitteilung, die durch die gesamte Weltpresse ging, mitgegeben werden. Das Gebäude nimmt 15 Prozent einer Flächen von acht Hektar ein. Es umfasst drei Stockwerke. Der in einem Halbkreis gebaute Sitzungssaal für 120 Abgeordnete bietet einen feierlichen Eindruck mit seinen Galerien für die Presse, für offizielle Gäste und das Publikum. Die Ostwand des Gebäudes besteht aus massiven Blöcken mit in Stein gemeisselten Verzierungen. Sie tragen Bibelsprüche und ein grosses Flachrelief Theoder Herzls. Sieben modern eingerichtete Säle stehen einheimischen wie ausländischen Journalisten zur Verfügung. Das untere Stockwerk ist für die Regierung bestimmt Dort befindet sich ein Sitzungssaal für das Kabinett, falls eilige Entscheidungen zu treffen sind. Ein Büro ist für den Ministerpräsidenten reserviert. In einem anderen Stockwerk stehen die Säle für die Kommisionen der Knesset zur Verfügung. Ausserdem befindet sich dort ein grosser Konferenzsaal für 150 Personen, der auch für Vorträge und Filmvorführungen bestimmt ist. Ein für Empfänge eingerichteter Saal wurde von Marc Chagall ausgestattet. In seinem Testament hatte der 1957 in London verstorbene James de Rochschild eine Summe von zwei Millionen Dollar für die neue Knesset bestimmt. ,,damit das neue Knessetge'bäude vor den Augen der Welt von der Permanenz des Staates Israel zeugt.“ Mit diesem Rothschildschen Vermächtnis wurde an den Neubau geschritten. Heute hat die Knesset, die bisher nur in einem umgebauten Gebäude nunmehr seit etwa 18 Jahren „provisorlsch1 untergebracht war, äusserlieh einen Rahmen empfangen, der angemessen und würdig ist. Wenn wir bei dem Worte Rothschilds bleiben, das neue Knessetgebäude soll vor den Augen der Welt von der Permanenz des Staates Israel zeugen, so dürfte dieses schöne und gutgemeinte Wort in einem tieferen Sinne noch zu grösserer Bedeutung gelangen. Die Knesset selbst kann in ihrer kurzen, aber doch an weittragenden Ereignissen reichen Geschichte von sich behaupten, sie habe vor den Augen der Welt Zeugnis für die Permanenz Israels und echter staatsmännischer Gesinnung abgelegt. In einer aufgeregten Welt, die vom Lärm der Waffen widerhallt, die von ständi gen Erschütterungen geschwächt wird die sich in einer vehementen Entwicklung befindet und die deswegen keine Stabilität der inneren wie äusseren Verhältnisse kennt, hat sich die Knesset, das Parlament Is. raels. als eine zwar junge, aber doch in sich gefestigte Institution des staatlichen und des demokratischen Lebens bewährt. Gesagt und geschrieben, ist dies sehr einfach. Verharren wir einen flüchtigen Augenblick bei diesem Satz und überlegen, was er bedeutet, insbesondere für ein staatswesen, das aus dem Nichts mit den geringsten Mitteln und unter den schwierigsten äusseren Bedingungen gevon B. B. SAMUEL schaffen worden ist. Die Geburt Israels vollzog sich unter den schwersten Wehen, unter Bedrohung durch sie. ben arabische Länder, die nur das eine Ziel kannten, Israel wieder zu zerstören. Aufbau und Verteidigung vollzogen sich unter den Augen einer Welt, die gleichgültig war und abwartete, wie sich die Verhältnisse entwickeln würden. Völlig auf sich allein gestellt, fand Israel, dessen einziger Verbündeter das jüdische Volk in der Welt gewesen ist, die geistige, moralische und die physische Kraft, nicht nur über die Uebermacht seiner Feinde zu triumphieren, nein!, es hatte auch die Kraft, ein in sich gefestigtes demokratisches Staatswesen aufzubauen. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich dieser Aufbau ohne die hierfür notwendige geschichtliche Erfahrung vollzog, wird man erst recht die Grösse dieses Geschehens begreifen. Ein Volk und ein Mensch ist immer von seiner Umgebung abhängig. Verständnisvoll erläutert man die negativen Erscheinungen eines Geschehens, wenn man die Umgebung betrachtet in der es verläuft. Israel ist von Nachbarn umgeben, deren Regierungen nur selten aus freien Wahlen hervorgegangen sind, deren Präs-denten von den Chefs der Generalstäbe eingesetzt wurden (und nicht umgekehrt, wie dies in einer Demokratie allgemein der Fall ist), und deren Regierungen nicht nach dem Willen des Parlaments ernannt und abberufen werden. Dass Israel, die stärkste Militärmacht im Nahen Osten, dennoch ein parlamentarisch-regiertes, demokratisches Land geworden und geblieben ist, darin liegt seine Grösse, darin ruht der Glanz der von der alten Knesset und ihrem neuen Gebäude ausgeht. WIE ICH ES SEHE- Eine gefaehrliche These von JEHUDA GOTTHEIMER Eine Flut von Aufsätzen, Berichten. Broschüren, Zeitungsartikeln und Büchern wurden durch den Eichmann. Prozess in Jerusalem ausgelöst. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man die schrecklichen Taten, die abgründige Persönlichkeit und die trau ige Rolle berücksichtigt, die Eichmann bei der Vernichtungsaktion des Dritten Reiches gegen die Juden gespielt hat. Auch die lange Jagd auf diesen SS-Führei. der einer der Hauptschuldigen im traurigen Untergang von Milli'inen jüdischer Männer, Frauen und Kindern gewesen ist. seine Thkalisierung und Gefangennahme, die grösstes Aufsehen hervorgerufen hatten haben dazu beivetragen, das Thema Eichmaim zu einer we’tumspannenden Diskussion zu stellen. dass er sich selbst den deutschen Behörden zur Verfügung stellt, aber dazu hat weder er noch haben andere verantwortliche Nazis den Mut besessen, die heute noch frei herumlaufen und mitunter auch von den zuständigen Behörden ihrer ZufluohIsländer geschont werden. Wir brauchen nur an den Fall des ehemaligen SS- Führers Raff in Chile zu denken, der nach langen Verhandlungen und Verfahren doch nicht ausgeliefert worden ist, obwohl es sich doch in diesem wie in allen gleichgelagerten Fällen nicht um politische Delikte und politisohes Asyl — um das niemals gebeten wurde —, handelt, sondern um kriminelle Straft taten wie Mord. Beihilfe zum Mord oder Anstiftung zum j Mord, Verbrechen, die nach den Strafgesetzbüchern aller Wir können die Reaktion! und Sesühnt der kompetenten Behörden verstehen, die sogar vor den UN ausgetragen wurde. Man musste damit rechnen, dass das Vorgehen israelischer Stellen zu Protesten und politisch.diplomatischen Konsequenzen führen würde, obwohl das Verständnis dafür vorhernschte, dass es ein groses Unrecht sei, wenn ein solcher Mann unbehelligt lej ben und nicht zur Verantwor- | tung gezogen wird. Vielleicht i hätte man erwarten dürfen, BLUTIGER SPOTT Bonn. — In dem in Münster anhängigen Prozess gegen die Naziverbre. eher von Stanislaw berientete ein Zeuge aus Israel, der 47jährige Mathematik-Professor David Lecyn. dass der Hauptangeklagte der ehemalige Gestapo-Chef von Stanislaw, Hans Krüger, von den Juden der Stadt die Bezahlung der bei der Exekution von 12.000 Juden gebrauchten Kugeln forderte. Krüger, der heute 56 Jahre alt ist, Hess nach der Massenerschiessuns dem Judenrat von Stanislaw eine Rechnung für die von der Gestapo verschossenen Kugeln präsentieren. Prof. Lecyn wurde von Schluchzen geschüttelt, während er seine Aussage machte. (ITA) werden müssen. Wir können noch einen Schritt weitergehen und Verständnis dafür aufbringen, dass die Familie und die Kinder Eichmanns sich zur Wehr setzen und den Versuch ma chen, dessen geringere als Im Prozess festgestellte Beteili. gung an dem Geschehen .nachzuweisen*, wenn sie dies auch mit schlechten Mitteln und Behauptungen Vorbringen, die in neuen Verleumdungen und Beleidigungen bestehen. Was unverständlich ist , dürfte die Reaktion einiger jüdischer Schriftsteller sein, die eine jüdische Mitschuld j an der Vernichtung der sechs Millionen unserer Brüder und j Schwestern behaupten und | konstruieren, wobei sie sich; solcher Argumente bedienen, ¡ die — abgesehen davon, dass; sie falsch sind, — nur aus ei- ¡ nem krankhaften Selbsthas6 definiert werden können. Wir wollen nicht noch einmal auf die Diskussion zurückgreifen, die vor dem Prozess zwischen den Befürwortern und Gegnern eines Verfahrens in Jerusalem stattgefunden hat. weil sich alle darin einig waren, dass Eichmann vor ein Gericht gestellt werden müsse. Nur meinte eine grössere Reihe von Teilnehmern an dieser Debatte, dass nicht ein israelisches sondern ein deutsches oder ein interna, tionales Gericht für einen solchen Prozess zuständig wäre. Unter den Befürwortern dieser Auffassung be- [ fanden sich zahlreiche Juden. I Das Thema ist nicht mehr aktuell, sollte man meinen, nachdem Eichmann in einem langen, vor der Oeffentlich* keit mit allen rechtsstaatlichen Garantien durchgeführten Verfahren abgeurteilt worden ist. Dennoch wird die Debatte auf papierenem Wege fortgesetzt. Namhafte Zeitschriften beschäftigen ' sich mit den zahlreichen Publikationen. die in den letz- 1 ten Monaten erschienen sind! sodass auch die jüdische Oeffentlichkeit ein Recht darauf , haben dürfte, hierüber in-; formiert zu werden. j In der Märzausgabe der 1 ,,Frankfurter Hefte“, einer j auf hohem Niveau stehenden, j katholisch inspirierten demo- ' kratischen Zeitschrift, wird vier verschiedenen Publikationen zu diesem Thema ei- I ne über 14 Spalten sich erstreckende. ausserordentlich eingehende Besprechung gewidmet, in welcher nicht nur diese vier Veröffentlichungen herangezogen werden, sondern beinahe die gesamte „Eichmann-Literatur“ erfasst wird. Der letzte Absatz dieser Stellungnahme und Rezen. sion ist so gewichtig, dass er hier zitiert werden muss, weil jeder Leser sofort verstehen wird, von welcher Tragweite diese Ausführungen auch jetzt noch sind. Der Autor, Jürgen Baumann, schliesst seine Betrachtungen mit den folgenden Worten; „Eis bleibt die aufwühlende Frage nach dem Ausweg aus dieser Eichmann-Welt. Wenn wir erst einmal erkenmand zu behaupten wagen, nen, dass die Psychologie des ' Ohne uns mit Jürgen Bau- Rechtlich denkende Menschen Br. W.: — Im Sandez-Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht wurden vier der vierzehn Angeklagten zur Höchststrafe, d h zu lebenslänglichem Zuchthaus, verur« teilt. Au 'h die anderen Angeklagten erhielten beacntlphe, j sonst nicht üblich harte Strafen, soweit man überhaupt! bestrafen kann, was diese Verbrecher getan haben Jeden-! falls ging das Gericht über die Anträge der Staatsanwalt-! schaft in einiger Füllen hinaus. Den Hintergrund des Prozesses bildete der Tod von „rund“ — welch’ schreckliches Wort in den Zeitungsberichten, wenn es um den Tod von Menschen geht —, bildete also der Tod von rund 17 00« Menschen. Wer n man rund 17.000 zugbit,, können es auch 20.000 gewesen sein, weniger waren es sicherlich nicht, die dort den Tod gefunden haben, nur weil sie Juden gewesen sind. Diese Juden lebten damals im Gebiet von Neu Sandez (Nowy Suez). Sie wurden bei der „Aussiedlung“ ins "Vernichtungslager Belzec, bei Massenerschiessungen oder bei der „Liquidierung“ einzelner Gruppen oder in Einzslfällen umgebracht. 17.000 Menschen zu ermorden, das setzt einen gen origen Apparat von Mördern voraus. Dazu fanden sich damals jedenfalls die für solches Handwerk erforderlichen Leute, denen man heute noch genau ihre Mordtaten und Beteiligung nachweisen muss denn sonst können sie nicht verurteilt werden. ES genügt nicht zu beweisen, dass der betreffende Mörder dabei war. Dass er selbst gemordet hat, muss ihm naohgewiesen werden. Hierin liegt auch die Schwierigkeit in vielen Fällen, die Schuldigen festzustefc* len. Deswegen kommen auch manche Mörder so glimpflich dabei weg, denn sie haben gründliche Arbeit getan und die Zeugen ihrer Schandtaten beseitigt. Hauptverbrecher in Neu Sandez war der Hilfsarbeiter und frühere Kriminalkommissar Heinrich Hamann (nomen est omen'. Ein anderer war Oberaufseher und Gefängnisleiter, ein anderer bei der Gendarmerie. Alle anderen gehörten zur Dienststelle des Hamann. Da Angeklagte wie Verteidiger versucht haben, dem Prozess den Aspekt einer politischen Aktion zu geben, stellte der Gerichtsvorsitzende demgegenüber fest; „Der Prozess war ein Prozess wie jeder andere.“ War er da» wirklich? Hierzu äusserte sich dann der Vorsitzende in seinen weiteren Ausführungen. Die Geschehnisse in Neu Sandez seien so grausam und unmenschlich gewesen, dass sie das Vorstellungsvermögen rechtlich denkender Menschen fast übersteigen. Das deutsche Volk solle und müsse wissen, welche Greuel damals verübt wurden. Der Prozess solle dem Volk als Lehre dienen und überdies dazu beitragen dass sich solches Unrecht nie wiederhole. Diese Wort* eines deutschen Gerichtsvorsitzenden über die Schrecken der Nazizeit sind heute doppelt beachtlich, wo man alles schnellstens zu vergessen sucht. Die Wort® dieses deutschen Richters sollten aber zunäeht einmal allen anderen deutschen Richtern und den Beamten der Entschädigung°behörden zugänglich gemacht werden, denti diese haben es heute mit den Forderungen auf Wiedergutmachung, insbesondere bei Körperschäden, für diejenigen zu tun, die jene Schreckenszeiten und Grausamkeiten wie durch ein Wunder überleben konnten. Diese Worte eines deutschen Richters sollten zum Gewissen der deutschen Regierung sprechen, die durch eine willkürliche und einseitige Bestimmung’ in einem Haushaltsicherungsgesetri die volle Auszahlung der Wiedergutmachungsbeträge selbst für diejenigen verweigert, die durch die Verfolgungen krank geworden sind, und deren Berechtigung erst heute _ mehr aLs zwanzig Jahre nach diesem Geschehen — anerkannt werden. Was nutzen Worte, wenn die Taten heute schon wiener ganz anders aussehen?, und zwar nicht die Taten der Jugendlichen, die Hakenkreuze schmieren, oder der Kinder, die Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen umwerfen. sondern die Taten der Regierung, die durch einschränkende Finanzgesetze die festgestellten Verpflichtungen nicht einlöst. j bürokratisch organisierten,! staatlich anbefohlenen Mordes und seines Täters die Psychologie des normalen Durchschnitts - Bürgers ist,; dass Hinz und Kunz Eich- ’ männer sein oder werden können, erst dann werden wir vielleicht zu dem Schluss gelangen, dass die psycholo- : gische Situation des Durch-; schnittsbürgers der für uns . allein taugliche Ansatzpunkt; sein muss. Eiehmann bleibt j so lange unter uns, und ist so | lange möglich, als es uns nicht gelingt, das banale Böi se in uns und um uns zu beherrschen.“ — Wenn diese These richtig wäre, dann würden sich für die Welt in Zukunft furchtbare Prognosen eröffnen. Denn dass eine reale Hoffnung bestehen würde, das ,,Banale in uns und um uns“ zu beherrschen, dürfte nie- Aufrichtiges Bedauern Vereinte Nationen. — Israel gab seinem „aufrichti gen Bedauern über den Entschluss des UN-Generalsekretärs U Tbant“ Ausdruck, der angekündigt hat. nieIV wieder als Kandidat für eine zweite Amtsperiode als höchster Beamter der Vereinten Nationen auftreten zu wollen. Das Mandat U Thants läuft am 3 No'-ember ab. In einem Schreiben an alle Delegationsct r fs vor den UN machte U Thant von diesem seit langem er warteten Entschluss Mitteilung und erklärte i*m Sicherheitsrat;tehe es somit frei dei Generalversammlung seine Empfehlungen für die Wahl eines Nachfolgers zu unterbreiten. Israel gehörte zu den Staaten, die die Wiederwahl U Thants unterstützten, der die Nachfolge Dau Hammarskjolds antrat, nachdem dieser im .Jahre 96t bei einem Flugz—ugunfal* in Rhodesien tödlich verunglückt den UN^ITA)3^ U °hant der Butschafter Burmas vor mann auseinandersetzen zu wollen, ob selbst für das deutsche Volk eine solche, verallgemeinernde Behauptung zu treffen kann würde dies die’Negierung Jahretausendelanger Entwicklungen bedeuten. Wird nicht hier die betrübliche Einmaligkeit eines Geschehens übersehen, zu der es trotz aller bekannten früheren Massaker keine Parallele gibt? Der Begriff der „Banalität des Bösen“ wurde von Frau Hannah Arendt geprägt die unter diesem Titel mit dem Zusatz „Bichmann in Jerusalem“ ein 345 Seiten umfassendes Buch im Jahre 1964 veröffentlichte, das einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte. Frau Arenen sah sich dann veranlasst eine weitere Publikation .Die Kontroverse Eichmann und die Juden“ zu schreiben, das immerhin 239 Seiter stark ist. in welchem sie zur allgemeinen Diskussion uwd den gegen sie gerichteten Angriffen Stellung nimmt. Mit einer erstaunlichen Kälte stellte Frau Arendt Eichma ins Werdegang, Leben und Taten dar al< wenn sie von diesem Geschehen völlig unberührt geblieben wäre. Während sie anderen, vor allem den Judenräten, vorwirft, der grausamen Verfolgung und Ausrottung der Juden nicht den gehörigen Widerstand geleistet ja mitunter sogar Vorschuß geleistet zu haben, vergisst sie vollkommen, dass sie selbst in die Vernichtungstnaschirie des Dritten Reiches geraten wäre falls ihr nicht di* reehtzetbre Flucht gelungen sein würde. Mit Recht hat (Schluss auf Seite 2>