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Jüdische Wochenschau · 1966-09-02 · 2183 (2.9.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2183 (2.9.1966)
Date
1966-09-02
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O 0Û FRANQUEO PAGADO O .£ £ £ c tg h Concesión 908 X en c O 4. u < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República 15.- Año XXVII. RUENOS AIRES, VIERNES 2 DE SEPTIEMBRE DE 19S6 N9 2183 PUEYRREDON 2190 1* Izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Juden im heutigen Polen Hersch Smolar, Redakteur der ,,Folkssztvme“ in War- . schau und Mitglied der Kultur. und Sozialunion der Juden Polens, befand sich kürz- \ lieh in den Vereinigten Staa- ' ten; er wurde hierbei von jüdischen Journalisten über; die heutige Lage der Juden in Polen befragt. | Nach den Erhebungen der' genannten Union wohnen! heute in Polen 30.000 Juden , darunter etwa 5 000 ,,Marra-; nen“, die nichts mit Juden zu tun haben wollen von denen! aber jedes Jahr einige han- : gert den Weg zurück in die jüdische Gemeinschaft iin- ( den. Es sind nur Juden über , 60 Jahre und solche, die nach dem Krieg geboren wurden 1 vorhanden. Die Juden im mittleren Alter sind ausge- : wandert, zumeist nach Israi el. Die i_,ast der kulturellen Arbeit muss von der älteren Generation getragen werden bei der sich aber schon Müdigkeits - Erscheinungen geltend machen. Die Kultur-Union mit ihren 8.000 Mitgliedern umfasst auch Studentengruppen von 600 Mitgliedern Von den 3.000 Kindern oesuchen 1.000 die jüdischen Schulen. Im Lande befinden sich 20 Klubs von Jugendlichen; das Bestreben geht dahin, sie auch mit Jiddisch in Wort und Schrift und der jüdischen! Geschichte bekannt zu machen. Ausser den Juden gibt es noch zwei nationale Minderheiten in Polen nämlich die Ukrainer mit 180 000 und die Weissrussen mit 165.000 Personen. In Warschau wohnen am meisten Juden, nämlich 8 000 bis 10.000, das zweitgrösste Zentrum ist Wroclaw (Breslau); dann kommen Stettin, Krakau, Bialystock. Es gibt ausser den 20 Städten mit jüdischen Gemeinden noch 10 kleinere Orte mit Juden, aber diese weisen keine zehn Familien auf. In 16 jüdisenen Kooperativen sind 2 000 Arbeiter beschäftigt Dazu gibt es in Stettin eine von Juden unterhaltene landwirstehaftliche Genossenschaft In der Verwaltung arbeiten eine Anzahl Juden; daneben gibt es eine Reihe von Aerzten, Anwälten und Ingenieuren. Die „Folkssztyme“ erscheintin der Woche viermal in Jiddisch; jetzt kommt noch eine polnische Wochenausgabe dazu, die für diejenigen bestimmt ist, die kein Jiddisch lesen können. Ferner er- Blick in die Welt von HAROLD SCHWARGZ i HAROLD WILSON, Englands Premier, bemüht sich '■ unentwegt um eine befriedigende Lösung des Konflikts mit Rhodesien — PRAESIDENT JOHNSON bezeiehnete den Mangel an Freiheit in vielen Ländern Amerikas. Asiens und Afrikas als Ursache ihrer internen Schwierigkeiten. — GENERAL BORKOMOROWSKI, der den Aufstand der Stadt Warschau gegen die Nazi-Okkupation befehligte, verstarb m London 71 Jahre alt. — SCHWERE TUMULTE mit Toten und Verwundeten gab es be^rn de Gaulle-Besuch im ehemaligen Französisch- Somaliland. — AMFRiKANISCHE Flieger bombardierten in Vietnam irrtümlich ihre eigenen Stellungen, wodurch grosse Verluste anger.chtft wuiden. — IM ROTEN CHINA soll der Terror gegen Ausländer, Priester und Akademiker verstärkt worden sein. — KAI UWE VON HASSEL, der deutsche Verteidigungsminister. steht im Mittelpunkt einer Krise, in deren Verlauf zunächst drei hohe Bundeswehrgeneräle zurückgetrewaren. — WIE SIEHT DER MOND von hinten aus?, diese oftmals im Scherz gestellte Frage soll jetzt durch einen fotografierenden Erdsatelliten gekilärt werden... — DEAN RUSK, USA-Aussenminister, meinte der Vietnam-Krieg könne auch ohne ausdrückliche Friedenserkiärung beigelegt werden. — NAHE AM ERFOLG sei die Genfer Abrüstungskon-; ferenz. erklärte der Vertreter der USA, bevor die Konferenz sich für einige Zeit vertagte. — j LLERAS RESTREPO der Präsident Kolumbiens, er-! bat vom Parlament ausserordentliche Vollmachten zur Durchführung seines Regierungsprogramms. — PAPST PAUL VI. wird vom brasilianischen Aussenminister besucht werden, der über den Konflikt zwischen Militärs und Kirche berichten wlil. — U THANT. der Generalsekretär der UN. begab sich auf eine Reise durch verschiedene lateinamerikanische Länder. — ERNEUT FORDERTEN indonesische Studenten den Rücktritt des ,.obersten Führers“ Präsidenten Sukarno. GEI .EHRTE aus aller Welt kamen in Goteborg zusammen, um über die aristotelische Philosophie zu debattieren. — SECHS MITGLIEDER einer religiösen Sekte wurden in Moskau verurteilt weil sie eine Prozession organisiert hatten. — NORDVIETNAM soll es abgelehnt haben, mit den Amerikanern über einen Frieden zu verhandeln. — DIESE FOTOS seien gefälscht behauptet das Nationale China, die den obersten Kommunistenführer in China, Mao Tse Tung, bei bester Gesundheit zeigten. — RAUL LEONI, der Präsident Venezuelas, wandte sich gegen die Einmischung des USA-Staatssekretärs Gordon in innervenezolanische Angelegenheiten. — DIE ABGFORDNETEN-Kammer in Brasilien ernannte eine Kommission die den Antrag auf Etröffnung eines pol'iMsTien Prozesses gegen den Präsidenten Castello Branco untersuchen soll. — scheint das Magazin „Jüdische Schriften“ das von David Sfard redigiert wird. Das Jüdisch-historische Institut in Warschau wurde von dem inzwischen verstorbenen Prof. Ber Mark geleitet; einmal im Jahre erscheint ein Sammelband. Die „Folkssztyme“ erscheint in einer Auflage von 5.000. Die jährlich vom Verlag „Jüdisches Buch“ herausgegebenen zehn bis zwölf Bücher erreichen Auflagen von je 2.500 Exemplaren. Es könnten auch mehr Bücher erscheinen jedoch fehlen die nötigen Setzer. Die „Folkssztyme“ hat 18 Mitarbeiter und Redakteure, die das gleiche Gehalt wie polnische Mitarbeiter an polnischen Tageszeitungen erhalten. Wegen des Mangels an Lehrern ist es im Moment nicht möglich weitere jüdische Schulen zu führen. Jedoch wurden „Drei-Monats- Kurse“ eingerichtet, um Lehrer für die jüdischen Jugendlichen auszubilden. Die Kultur- und Sozialunion hat nichts mit religiösen Aufgaben zu tun. Dafür sind besondere jüdische Gemeindeorganisationen vorhanden Die Religionslehrer erhalten ihr Gehalt von der Regierung. Wandernde scroehtim sorgen für Koscher-Fleisch Die Einnahmen der Kultur- und Sozialunion werden durch Subventionen der Regierung, aus 20 Prozent der Ueberschüsse der jüdischen Genossenschaften und durch die Erträgnisse aus dem Büoherverkauf und anderen Unternehmungen gedeckt Das Jüdische Staatstheater, geleitet von Ida Kaminsk spielte jetzt das zu einem Musical umgearbeitete Stück , Sara Scheindel von Jehupez“ und anlässlich der 50- Jahrzeit von Scholem Alejchem gehen sechs Stücke die schon früher zum Repertoire gehörten, über die Bühne. Das Jüdisch - Historische Institut hat ein Register der in Polen bestandenen Synagogen angelegt und diese alle fotografieren lassen. Das Versprechen der Regierung, die Bauten von historischem Wert in Museen zu verwandeln, ist nicht in allen Teilen gehalten worden, besonders nicht in Krakau. Hunderte von Friedhöfen sind noch verwahrlost. Die Behörden haben bisher 137 von ihnen wieder hergestellt. Die Regierung bereitet ein Gesetz vor, wonach Friedhöfe, die nicht gepflegt werden, von der Stadt übernommen und überbaut werden können. Die polnischen Landsmannsc Haften in allen Ländern sollten daher Comités bilden, um die Friedhöfe mit einem Zaun zu versehen und die Grabsteine wieder aufrichten zu lassen weil sie sonst aufgelöst werden. Voruntersuchung gegen Ex-Richter Berlin. — Auf Ersuchen de»- westberliner Statsanwalt- Schaft ist gegen den ehemaligen Kammergerichtsrat Rehse aus Schleswig die gerichtliche Voruntersuchung wegen 44fachen Mordes eröffnet worden. Vom November 1041 bis Kriegsende soll Rehse an 231 Todesurteilen des Volksgerichtshofes unter seinem Präsidenten Freisler mitgewirkt haben. (AWZ) Knesset eingeweiht Jersalem. — Premierminister Levi Eshkol erklärte in seiner Rede anlässlich der Einweihung der neuen Knesset, dass in den Mauern des neuen Gebäudes „die Einheit eines auf den Boden seiner Vorväter zurückgekehrten Volkes geschmiedet werden wird.“ Flackernde Feuer erleuchteten im Morgengrauen den israelischen Himmel zur Feier des bedeutungsvollen Tages. Die Zeremonie fand in Anwesenheit von 44 Präsidenten ausländischer Parlamente und hunderter Würdenträger statt. 47 Delegationen jüdischer Gemeinden aus Uebersee waren erschienen. Der Präsident der Knesset entzündete eine riesige Fackel vor dem aus rotem Stein erbauten Haus, um den Beginn der festlichen Veranstaltung anzukündigen. Als die Chöre das Lied „Wunder Zions“ anstimmten flammten auf den Hügeln nacheinander riesige Holzstösse auf, Gaeste aus Chile Santiago de Chile; — Auf Einladung der israelischen Regierung reisten der chilenische Senats. Präsident, Tomás Reyes Vicuña, und der Präsident der Deputiertenkammer Chiles. Eugenio Ballesteros, nach Israel. Beide Parlamentarier werden an der feierlichen Eröffnung der neuen Sitzungsperiode der Knesset in Jerusale teilnehmen, wozu sie vom israelischen Staatspräsidenten Salman Shazar während seines kürzlichen offiziellen Besuches in Chile aufgefordert wurden. (ITA) die das nächtliche Jerusalern erleuchteten. Die Feuer brannten von Elat im Süden bis Metula im Norden des Landes als sichtbares Zeichen der Freude des Volkes über die Einweihung des Hauses, Handel mit Japan Tel Aviv. — Auf günstige Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Japan und Israel wies jüngst der japanische Botschafter Nisaji .Hattori hin, der Ehrengast bei einer gemeinsamen Veranstaltung des telaviver Handels- und Industrieklubs und der Fieundschaftsliga Israel- Japan war. Seit Anknüpfung diplcmatischer Beziehungen im Jahre 1952 hat sich der Aussenhandel beider Länder ständig gesteigert, und im letzten Jahr exportierte Japan für 18 Millionen Dollar nach Israel, während die israelischen Lieferungen nach Japan 16,5 Millionen Dollar erreichten. Japan liefert an Israel m erster Linie Schiffe, Autos Radioapparate und Textilien, während bei den israelischen Exporten Pottasche, phospate und andere Rohstoffe im Vordergrund stehen. Der Botschafter wies auf die grosse wirtschaftliche Entwicklung Japans in der Nachkriegszeit hin, die die Liberalisierung der Wirtschaft und Aufhebung aüw Devisen - Beschränkungen möglich machte. Die Leistungen Japans in der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern erreichten lährlic.h 800 Millionen Dollar. Der Botschafter schloss mit dem Ausdruck der Hoffnung auf weitere Festigung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Israel Einleitend hatte der Vizepräsident des Handels- und Industrieklubs Efraim Guusman den Gast begrüsst und ihn gebeten, darauf hinzuwirken dass japanische Firmen nicht weiter vor dem arabischen Boykott kapitulieren. Würden sie eine feste Haltung einnehmen, dann könnte der Handel zwischen beiden Ländern sicher erweitert werden. Neonazistische Bewe. gung wird untersucht Melbourne. — Die Regie - rung des australischen Bundeslandes Victoria hat eine Untersuchung neonazistischer Bewegungen in Meibourne angeordnet.' Ursache dafür war ein Zwischenfall bei einer öffentlichen Kundgebung. bei der fünf uniformierte Jugendliche, die Armbinden mit Hakenkreuzen trugen, verprügelt worden waren. Polizeipräsident Arnold wurde mit der Leitung der Untersuchung beauftragt. Er soll vor allem Material über etwaige Hintermänner der Bewegung beschaffen. (AWZ) das ein Symbol der Unabhängigkeit und Demokratie Israels darstellt. Hiernach durchschnitt die Witwet des Barons Rothschild die den grössten Teil der Kosten des Gebäudes gestiftet hat, ein blauweisses Band, das vor dem Portal angebracht war. Die zwei Oberrabbiner, Isser Unterman und Jizchak Nissim, segneten das Haus und befestigten die Mesusot, eine an jeder Seite des Eingangs. Fahnen der durch Delegierte vertretenen Länder wehten auf dem Dach der neuen Knesset. Kein osteuropäisches Parlament hatte einen Präsidenten entsandt. Als erste trat die Delegation des ältesten Parlaments der Welt, der Althin Islands, von seinem Präsidenten Biguir Finnson geführt, durch das i Tor. I In seiner Rede sprach Levi i Eshkol von den Problemen, j die Israel gemeistert hat, so- | wie von den Drohungen und | Attacken seiner feindlichen; Nachbarn, der Massenein, j Wanderung und der Eingliederung. Er unterstrich abschliessend dass das jüdische Volk in Israel die Freiheit sowie eine gemeinsame „Thora“, Kultur und Tradition gefunden habe. Dr. Nachum Goldmann begrüsste als Präsident der Zionistischen Weltorganisation das Ereignis namens der jüdischen Organisationen in der Web und der Zionistischen Organisation. Er beton ce. dass a.le sich mit dem neuen Gebäude verbunden fühlen und Freude empfinden. Er nannte das Haus „ein Symbol der Solidarität des jüdischen Volkes in der ganzen Welt.“ Dies wurde als Hinweis auf die Judenheiten aus Osteuropa der einzigen nicht vertretenen Gruppe, aufgefasst. Goldmann gab der Hoffnung Ausdruck dass der Tag nicht fern sein möge, an dem diese Judenheiten ihre Beziehungen mit dem jüdischen Volk und mit Israel wieder anknüpfen können. Der Präsident des isländischen Parlaments entbot „einer der jüngsten Demokratien in der Welt“ seinen Gruss und fügte hinzu, er hoffe, dass „dieses Gebäude nicht nur die Demokratie in den Mittleren Orient sondern in die ganze Welt tragen möge.* Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de 1(£ Propiedad Intelectual 868.707

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