Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2183 (2.9.1966)
- Date
- 1966-09-02
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615613--4492-9615615- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Eugen Gerstenmaier 2× ep/1025035
- Golo Mann 2× ep/1025355
- Buenos Aires 1× ep/1047860
- David Ben-Gurion 1× ep/1009256
- Edmond James de Rothschild 1× ep/1027311
- Isser Yehuda Unterman 1× ep/1005142
- Levi Eshkol 1× ep/1027357
- Meyer Weisgal 1× ep/1027597
- Mohel 1× ep/1006163
- Pinchas Rosen 1× ep/1009386
- Thomas Mann 1× ep/1025357
OCR text
Ase XXVII. — Nt *143 * — Vifns*»t i de Septiembre de 1966 SEMANA ISRAELITA Ein ungeloestes Problem (Schluss von Seite 1) um ... einfachen gemeinen Mord. Wenn also die Deutschen Entschädigungen in welcher Form immer zahlen so erhalten die Juden — der Kreis der Empfänger und der Ansprüche ist in einer sehr diskutierbaren Weise begrenzt worden — doch nur ihr eigenes Geld zurück, das zu Unrecht ihnen geraubt wurde, und das auch nur zu einem Bruchteil. Von irgend, einer grosszügigen Leistung durch Deutsche kann doch in Anbetracht des Umfanges des von ihnen angerichteten Schadens bei wohwollendster Beurteilung nicht die Rede sein, IV. Ausgangspunkte Drei Professoren und ein Politiker kamen zu Wort, nachdem Dr. Goldmann geschickt eingeleitet hatte. Die beiden jüdischen Professoren, Dr. Salo Baron Historiker, und Gershom Sholem. Religionsphilosoph, sprachen von der deutsch-jüdischen Begegnung. der eine vom ersten Ghetto (1084), der andere von der Zei t Mendelssohns bis zur Gegenwart. Baron kam zum Ergebnis: ,,In unserer immer mehr aufeinander angewiesene Völkergemeinschaft ist ein gewisser modus vivendi zwischen der deutschen Nation und der Judenheit der Welt, einschliesslich des Staaces Israel, von grosser Bedeutung, nicht nur für diese beiden Völker, sondern für die gesamte Menschheit." Worin dieser „gewisse" modus vivendi aber bestehen sollte, konnte Baron nicht sagen denn er weiss es nicht wie es niemand heute bereits Voraussagen kann. Scholem. ein in Deutschland geborener Jude, bereits vor der Hitlerzeit Professor an der Hebräischen Univer- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN SpeziaJqeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEI PINO 2262 T. E. 73-7887 i sität, sagte, dass „die Liei be zwischen Deutschen und . Juden“, soweit sie einmal be- I standen hat. im Blut erst'ckt. worden ist Beide Reden trugen einen vorwiegend akademischen Charakter und brachten nichts Neues, wenn man von einem eigentlich unmotivierten Angriff Scholems gegen Tucholsky absieht. V. Golo Mann Auch die Rede des dritten Professors, der zu Wort kam, war — wenn auch au-- anderen Gründen — eine Enttäuschung. Golo Mann der gelehrte Sohn des grossen deutschen Schriftstellers Thomas Mann, der mir seiner Familie bereits 1933 nicht mehr in Deutschland lebte und von Hitler und seinen Schergen verfolgt worden ist. machte den Fehler, sich zu rechtfertigen, ein Bemühen, das man so häufig bei einer Begegnung mit Deutschen findet, die „natürlich immer dagegen gewesen“ sind. Im übrigen führte Golo Mann in seiner im vollen Wortlaut niedergeschriebenen Rede aus, dass er auch einen jüdischen Grossvater gehabt habe, ging also unbewusst auf die groteske nazistische Rassen theorie ein, um sich vor einem jüdischen Kongress zu legitimieren. War er doch nicht als Jude oder ,,Judenstämmling‘ um dieses abschliessende Wort zu benutzen, eingeladen, sondem als deutscher Schriftsteller und Historiker Auch der Hinweis, dass die deutschen Juden von seinem berühmten Vater von seiner Familie und von ihm selbst als Deutsche angesehen worden sind, liegt eindeutig neben dem Thema. Gewiss verurteilte Mann, wollte Gerechtigkeit walten lassen und sagte, „dass die Haltung der Vielen aber nicht aller (verdammenswert) war", was von niemandem in Abrede gestellt worden ist. Mann sagte dann zum Schluss wörtlich: „Dass die Katastrophe nicht unvermeidlich war, dass sie jeden geschichtlichen sinnes entbehrte, macht sie in meinen Augen nicht besser; es würde sie, wenn das möglich wäre, noch schlimmer machen, Bs macht die deutsche Nation als Ganzes nicht weniger haftbar; es macht führende Schichten der Nationen, so wie sie damals waren, Industrie, Armee, Universität, Bureaukratie, Justiz, nicht weniger schuldig Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker Taiiiebeutel Käppchen Mac zot-Taschen Handand Maschinenstiekere) von Bettlind Tischwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 und nicht weniger verächt-; lieh Seitdem hat manches in j Deutschland sich gewandelt ich vermesse mich nicht zu sagen, wie tief der Wandel i geht. In dem Umkreis, den 1 ich am besten kennt, den der Universität, haite ich ihn für tief und gut. ,,Aber um zum Schluss zu wiederholen, was ich am Anfang bemerkte: wer die dreissiger und vierziger Jahre als Deutscher durchlebt hat, der kann seiner Nation nie mehr völlig trauen, der kann der Demokratie so wenig völlig j 1 trauen wie einer anderen |! Staatsform, der kann dem Menschen überhaupt nicht mehr völlig trauen und am wenigsten dem, was Optimisten früher den „Sinn der Geschichte" nannten Der wird, wie sehr er sieh auch Mühe geben mag und soll, in tiefster Seele traurig bleiben, bis er stirbt." VI. Der Politiker Es dürfte kein Zufall sein, dass der Politiker Eugen Gerstenmaier. nicht allein wegen des hohen Amtes, das er im heutigen Deutschland bekleidet. sondern durch seine Persönlichkeit seine politische Erfahrung, seine ausserordentliche Wendigkeit und Sehlagfertigkeit im Mittelpunkt dieses Ausspracheabends stand, auf dem es zu verschiedenen Meinungsäusserungen und Stellungnahmen, nicht aber zu einer Aussprache kam. Aber selbst das Auftreten Gestenmaiers darf man nicht überschätzen, wie dies in manchen deutschen Zeitungen geschehen ist, die diesen Abend als den Höhepunkt der Weltkonferenz bezeichneten Dies hat die Jüdische Allgemeine Wochenzeitung (Düsseldorf) zum Widerspruch herausgefordert die mit Recht erklärte andere in Brüssel behandelte Themen seien weit wichtiger gewesen. Gerstenmaier umriss scharf das Problem: „Den Ruf des Jüdischen Weltkongresses, hier zu sprechen, empfinde ich als eine ungewöhnliche Auszeichnung, aber ich habe die schwersten Zweifel, ob es einem Deutschen, der nicht für sich, sondern für sein Land sprechen soll, möglich ist, mit seiner Stimme über den Abgrund zu dringen der Juden und Deutsche trennt.“ Er verstehe, so führte Gerstenmaier weiter aus auch jene, die eine deutsche Stimme hier nicht hören wollten — „was sie auch immer sagt.“ Der Bundestagspräsident begnügte sich aber nicht damit über allgemeine Probleme zwischen Juden und Deutschen zu sprechen, sondern ging auf eine Reihe aktueller Fragen ein, zunächst auf die sogen. Kriegsverbrecher-Prozesse. Die Berichte JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-1716 and 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Verleihung der Rothschild-Preise Jerusalem. — Die jährlichen Rothschild-Preise für hervorragende Verdienste auf dem Gebiet der sozialen und Ingenieur-Wissenschafter und der Mathematik wurden in diesem Jahr den Professoren Gad Tedeschi von der Heoräisehen Universität Cr.aim Pekeris vom Wissenschaftlichen Weizmann-Institu* und Abraham Kogän vom Haifaer Technion zuc-rkannt. Die Preise von je 10.000 IL sind zur Erinnerung an den verstorbenen Philanthropen Baron Edmond de Rothschild gestiftet worden. Die Preisverteilung fand im King David Hotel statt. Die Fes* rede h eit Ministerpräsident Levi Eshkol, der herhorhob dass die Preise keine blossen Geldprämien sondern einen Dankesbeweis an die Empfänger darstellen, die das Land weit über den ihnen ausgehändigten Betrag hinaus bereichert haben“. Bei der Zeremonie waren der frühere Premierminister David Ben Gurion, Oberrabbiner Isser Unterman. James de Rothschild aus Frankreich, Meyer Weisgal, Präsident aes Exekutiv-Comites des Weizmann-Instituts, Kabinettsmitglieder und Pinchas Rosen zugegen, der als Präsident der Jury fungiert hatte. (ITA) U SEMANA ISIAELITA Semanario — aparece los Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swanenaky Pueyrredón 2190, 1* izq. T.E. 83-2613 Abono-Preis» Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.00«.— Jfihri. hierüber seien nach seiner | Widerstand, als das Dritte Meinung nicht populär. Man j Reich noch auf der Höhe seidürfe aber aus dieser Tatsaj ner Macht gewesen sei „Vom che nicht zu falschen Rück-! Fahneneid zum Attentat auf schlössen gelangen und anj den obersten Kriegsherrn — nehmen, dass diese Erscheij das ist für Deutsche ein weinung auf nennenswerte „Restbestände“ des Nationalsozialiesmus in Deutschland zurückzuführen sei. Auch di« bedauerlichen Friedhofschändungen und Hakenkreuz - Schmierereien könnten nicht in dieser Weise erklärt werden. Das seien nach Gerstenmaier „bevorzugte Mittel von Lausejungen, die nicht einmal wissen, was Antisemitismus ist. Sie wissen aber ganz genau, dass man den Bürger und die öffentliche Meinung in Deutschland mit nichts anderem so leicht hochnervös machen kann wie mit antisemitisch gefärbten Provokationen.“ Diese Formulierung kann gewiss nicht akzeptiert werden. Dann müsste man wohl zunächst erfahren, aus welchen Gründen spielende Kinder und Lausejungen so gut über die hochnervöse Reaktion antisemitisch gefärbter Provokationen unterrichtet sind. Hier kann es aber nicht darauf ankommen, die Gesichtspunkte des deutschen Redners in Einzelheiten zu kritisieren sondern die Problematik zu verstehen, wie sie von den beiden Seiten des Abgrundes zwischen den Gesprächspartnern aufgefasst wird. VII- Nicht bewaeltigt Man könnte in der Abneigung gegen die Berichte über die Kriegsverbrecher-Prozesse, so meinte Gerstenmaier, einen Ausdruck „jenes Empfindens für die grösste Schande erblicken, die Deutschland von Deutschen je angetan wurde. Und es lebt darin der dumpfe Protest gegen die Last einer verruchten Vergangenheit die kein Mensch bewältigen kann." Manche Wahrheiten sagte der Bundestagspräsident über die Vorgeschichte des Nationalsozialismus und seiner Machtergreifung. „Unser Unglück begann damit, dass die meisten Deutschen, die deutschen Juden miteingeschlossen. Hitler und seine Leute falsch beurteilten/" Er berief sich dann auf den deutschen Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 ter Weg. Der deutsche Widerstand ging ihn bewusst...“ Gerstenmaier meint, dass „etwas von diesem Erbe (des Widerstandes) in den grossen deutschen Parteien lebendig ist.“ — Manche meinen, diese Stellungnahmen von deutscher und jüdischer Seite seien nützlich gewesen. Interessant waren sie sicherlich, wenn sie auch kaum Wesentliches oder Neues brachten. Eine Lösung des deutsch-jüdischen Spannungsverhältnisses gibt es jedenfalls nicht, wenigstens noch nicht heute. Diese Auf« fassung wird nicht allein hier vertreten, sondern sondern von der überwiegenden Anzahl der Juden und von jenen Deutschen geteilt, mit denen man sich unterhalten kann. Von der weiteren Entwicklung und Einstellung des deutschen Volkes wird es in der nächsten und der späteren Zukunft abhängen, ob jener Abgrund überbrückt werden kann, von dem Eugen Gerstenmaier in anerkennenswerter Freimütigkeit und mit dem klaren Blick eines Staatsmannes gesprochen hat. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES 41 2331 — 2240 47-5875 J. E, URIBURU 285 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73*8782 u. 73*6817 Consultas: wochentags von 15—13 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87*1362 Dr. BENJAMIN LtPNIZKT ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN* und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542