Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2182 (26.8.1966)
- Date
- 1966-08-26
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O DÛ FRANQUEO PAGADO o £ Concesión 908 «¿5 < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XX Vil. BUENOS AIRES. VIERNES 26 DE AGOSTO »E 1966 N? 2182 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1* izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Der Konflikt mit Syrien Jerusalem. — Israels Aussenminister Abba Eban führte Besprechungen mit Diplomaten der im Sicherheitsrat der UN vertretenen Regierungen. um diesen durch Vermittlung Ihrer Repräsentanten zu erklären, warum Israel die von Syrien wegen I der Bergung seines in den Tiberias-See gestürzten Mig , 17-Flugzeugs erhobenen For-; derungen ,,als ernst“ betrachtet. Dieser Apparat sowjeti- , scher Fabrikation wurde bei j dem Gefecht mit Syrien in der vergangenen Woche von der israelischen Luftabwehr , abgeschossen. Syrien verlang.; te im Wege der gemischten syrisch-israelischen Waffenj Stillstands - Kommission der 1 ÜN, dass Israel den Syrern erlauben soll, das Flugzeug! zu heben und die Leiche des Piloten, der mit seiner Maschine im Wasser versunken ' ist, aus der Kabine zu bergen. Der Apparat ruht auf; dem Grunde des Sees, der in seiner Gänze innerhalb israelischen Territoriums liegt.; Eban erörterte diesen Fali mit den Botschaftern Frankreichs Bulgariens und Ar- ' gentiniens Der sowjetische : Geschäftsträger V. Jaku- : schow wandte sich an das Aussenministerium und wur- , de von seinem Generaldirek! , tor Arie Levavi über den l Stand der Angelegenheit mit! Syrien informiert. | Das Aussenminister.um ersuchte alle Repräsentanten der dem Sicherheitsrat ange- , hörenden Länder ihre Regierungen über den Zwi- | schenfall am Tiberias-See zu informieren und auf die von Syrien angekündigte „neue Politik zu Israel“ hinzuweisen. Diese Politik beinhaltet laut Radio Damaskus den Entschluss, in dem Konflikt mit Israel nicht mehr die Vereinten Nationen anzurufen und die El-Fatach-Banden die innerhalb israelischen Territoriums Sabotage üben, offen zu unterstützen Israel hat klargestellt dr f es unter keinen Umständen den Syrern zu gestatten ge willt ist, seine territoriale Souveränität auf dem Tiberias-See zu verletzen und das syrische Flugzeug mit seinem toten Piloten von den Syrern herausholen zu lassen Israel hat nichts dagegen, so wurde betont, sowohl das Flugzeug wie die Leiche zurückzugeben doch es wird den Syrern nicht das Betreten israelischen Gebiets erlauben. Inzwischen hat Israel die Bemühungen zur Bergung des auf dem See nahe der syrischen Grenze untergegangenen Küstenboots einge- Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ ' INDIEN befürchtet einen neuen Angriff, den Pakistan gemeinsam mit dem Roten China an der Grenze mit Tibet vorbereiten soll. — AUS MEXIKO und Brasilien werden neue Spannungen gemeldet, die in Verhaftungen „verdächtiger“ Politi ker zum Ausdruck kamen. — DIE KONFERENZ zwischen den Präsidenten einiger südamerikanischer Länder führte zu Vorschlägen neuer Wirtschaftsplanung. — AUS QUITO werden Unruhen infolge von Tariferhöhungen für die Verkehrsmittel gemeldet. — CASTELLO BRANCO, der Präsident Brasiliens, bemüht sich um die Ueberwindung der Gegensätze, die zwischen der Kirche und einigen Militärs aufgetreten sind. — IN GUATEMALA wurde der anfkommunistische Abgeordnete Manuel Orellana Portillo ermordet. — EINVERNEHMEN herrscht in Uruguay über die Aenäerung der Verfassung und über die Beseitigung des Kollegialsystems. — DIE RUSSEN haben ein Jagdflugzeug konstruiert, das Senkrecht aufsteigen kann. — FRANCISCO AUGUSTO LORA, Vizepräsident der Dominikanischen Republik, bezeichnete Beschuldigungen a.s absurd, er habe an einer Verschwörung teilgenommen. — ERDBEBEN und gewaltige Ueberschwemmungen werden aus versch:edenen Ländern, vor allem aus Japan, der Türkei und Sowjetunion gemeldet. — UNGEWOHNTE Kälte zerstörte einen erheblichen Teil der brasilianis nen Café-Ernte. — JULES DUBOIS, bekannter nordamerikanischer Journalist und Spszialist für lateinamerikanische Fragen, verstarb plötzlich in Bogotá. — LIONEL ALONSO, bisher kubanischer Botschafter im Libanon, bat die USA um politisches Asyl. — LYNDON JOHNSON forderte am 5. Jahrestag der Allianz für den Fortschritt stärkere Zusammenarbeit der 'amerikanischen Staaten. — LIN PIAO, Verteidigungsminister des kommunistischen China, wurde zum neuen Stellvertreter Maos ernannt. — ERNEUT verlangten Muselmanen und Studenten den Rücktritt Sukamos. — IM KONFLIKT zwischen einigen Militärs und Kirchen, behürden in Brasilien haben sich viele Priester den Formierungen des Bischofs von Recife, Msgr. Helder Cámara, .fin geschlossen. der an der Spitze des liberalen Flügels der Kirche steht. — BUDDHISTEN und Katholiken drohen, das Regime des Cao Kay, des Ministerpräsidenten von Südvietnarn. bei den nächsten Wahlen zu boykottieren. — YULT DANIEL einer der im Moskauer Schauprozess verurte lteii sowjetischen Schriftsteller, die zu Zwangsarbeit verurte lt wurden, soll sich in schlechtem Gesundheitszustand befinden. - stellt. Die Unterbrechung dieser Arbeiten wurde verfügt, um die Spannung zu verringern. Die Syrer haben grosse Truppenverstärkungen vorgenommen und Kanonen und Tanks im Ufergebiet des Tiberias-Sees aufgefahren. SYRIENS „NEUE POLITIK“ New York. — Die „New York Times“ schreibt über Syriens ,,neue Politik zu Israel“ folgendes: „Die neue syrische Politik ist laut Meinung verschiedener Beobachter die direkte Folge der syrischen Unzufriedenheit mit den UN, die sich nicht dazu verstanden haben, Israel wegen seiner Strafexpeditionen zu verurteilen, die von den Arabern als Aggression Isra eis wegen angeblicher arabischer Einfälle in israelisches Territorium bezeichnet werden.“ Hinter dieser Politik verbirgt sich allerdings nach Ansicht einiger Sachverständiger ein Versuch der in Syrien herrschenden Baat-Par tei. die Unterstützung des Volkes zu gewinnen, was ihr bisher nicht gelungen ist, und die Führung der arabischen Welt an sich zu reissen, um als revolutionäre Einheitspartei den Kampf gegen „den sich hinter Israel verbergenden Imperialismus“ aufzunehmen. KAMPF UM DIE MACHT London. — „Die Syrer sind für den Krieg gegen Israel vorbereitet“, schreibt „Observer“ in einem Bericht, der von seinem Korrespondenten in Damaskus Patrick Seale, stammt. „Nur durch ein Wunder kann ein neuer Gewaltausbruch an der israelisch-syrischen Grenze vermieden werden. Auf beiden . Seiten der Grenze stehen Truppen und Flugzeuge kampfbereit“. Seale beurteilt die Stimmung in Syrien als „gefährlich explosiv“, und zum ersten Mal seit vielen Jahren glauben die alten Beobachter an die Möglichkeit eines bewaffneten Zusammenstosses von grossem Ausmass. Seale versichert, dass die neue syrische Ankündigung, von der Defensive zur Offensive überzugehen, „kein Bluff ist“. Sie sei auch keine blosse Propaganda, sondern ,,die von den Revolutionären und Extremisten der heute in Syrien nerrschenden Baat- Partei leidenschaftlich vertretene starke Position. Diese jungen Männer, die von Nassers vorsichtiger Palästina - Politik enttäuscht sind, warten ungeduldig darauf, den Krieg um jeden Preis auf israelischem Boden zu führen.“ Und weiter- „Wenn Syrien sich in einen Krieg mit Israel verwickelt sieht dann steht Nasser vor einer zwingenden Alternative. Greift er nicht sotort ein, so wird er als Verräter au der arabischen Sache dastehen, wenn er jedoch eingreift, so riskiert er eine Niederlage.“ .Sowjetrussland kann sich angesichts dieser gefährlieben Wendung der Ereignisse nicht glücklich fühlen“, fährt Seale fort. „Die Sowjets möchten die palästinensische Frage zwischen den Arabern und dem Westen ausbeuten. Aber die Russen sind ebenso ängstlich wie die Westmächte bemüht einen lokalen Konflikt zu vermeiden.“ ESHKOL BERICHTET Jerusalem. — Premierminister Eshkol informierte das Kabinett über den kürzli chen Zwischenfall am Tibe rias-See und unterstrich die Entschlossenheit Israels, sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Abba Eban gab auf dieser Kabinettssitzung eine Uebersicht über den Verlauf der Zusammenstösse und die diplomatischen Schritte. Anschliessend berichtete er über seine kiirzliche Reise nach Skandinavien und Island sowie über die Konferenz mit den Botschaftern aus Osteuropa in Bern. WACHSENDE SPANNUNG Beide Gegner, Syrien und Israel, hatten an der gemeinsamen Grenze längs des Tiberias-Sees bis zu den Zähnen bewaffnet Aufstellung genommen. Syrien blieb bei seiner Forderung, seinen Mig-17-Apparat mit der Leiche des Piloten bergen zu wollen. Dieses Verlangen wurde dem israelischen Aussenministerium durch den Chef der UN-Truppen, Generalmajor Odd Bull übermittelt, der kürzlich von einem Besuch in Damaskus zurückkehrte, wo er mit dem Generalstabschef der syrischen Armee und anderen syrischen Funktionären konferierte. General Bull berichtete, dass die Syrer darauf bestehen, sie hätten „das Recht“, ihr eigenes Flugzeug und ihren Piloten aus dem See zu holen. Da Israel sich weigere, dieses Recht anzuerkennen, so informierte Bull, erklärte Syrien, dass es Israel nicht erlauben wird, sein ungefähr 200 Meter vom Seeufer in der Nähe syrischen Territoriums untergegangenes Küstenboot zu heben. Während Bull seine Verhandlungen fortzusetzen bestrebt ist weigerte sich Israel neuerlich, Syrien irgendein Recht auf die Souveränität über den See zuzuerkennen. Israel macht geltend, dass laut einem zwischen Frankreich und England nach dem ersten Weltkrieg geschlossenen Vertrag der ganze See auf palästinensischem Gebiet unter englischer Jurisdiktion blieb. Um die englische Jurisdiktion zu sichern, waren Frankreich und England übereingekommen, dass ein am äussersten Nordostzipfel des Sees gelegener schmaler Landstreifen an der Grenze Syriens als palästinensiccher Boden abgegrenzt werden sollte. Israel vertritt heute den von ihm seit je behaupteten Standpunkt, dass der Tiberias-See sich gänzlich unter seiner Jurisdiktion befindet, weil es als Erbe den früheren französisch - englischen Vertrag übernahm, dem 1949 der syrisch-israelische Waffenstillstand folgte. Israel befürchtet, wenn es Syrien erlaubt, seine eigenes Flugzeug aus dem See zu bergen, so könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden auf den Syrien sich stützen wür. de, um später andere Rechte auf den See anzumelden. Andererseits versicherte Is- Das ist ihr Kronzeuge von SEM FRAIS KEN STEIN In einer deutschen Zeitung konnte man unlängst lesen (vgl. Freie Presse, Buenos Aires, Nr. 7318) eine Mailänder Wochenschrift habe einen Artikel über die gefangenen amerikanischen Flieger geschrieben, die in Nordvietnam als .Kriegsverbrecher1 abgeurtelit werden sollen. Diese, offensichtlich prokommunistische italienische Zeitschrift, die da plötzlich als Ankläger gegen die westlich» Welt auftritt, macht sich Uber Aeusserungen Johnsons lustig, der das Vergehen der Roten in Vietnam als „beklagenswert und abscheulich“ bezeichnete. Dass die Nordvietnamesen inzwischen ihre Aktionen abgeblasen und die Gefangenen nicht prozessieren werden, ist nicht erwähnt. Die ganze Episode dient auch nur als Vorwand, um gegen die, seinerzeit von den Alliierten in Nürnberg geführten Kriegsverbrecher-Prozesse zu polemisieren. Dass diese Prozesse Anlass zu Diskussionen gaben, weil viele alte und neue Nazis es vorgezogen hätten, ihre Raub- Mord- und Schandtaten ungestraft zu vollbringen, ist bekannt. Aber auch das könnte man noch hinnehmen und möglicherweise darüber diskutieren. Dann aber zitiert — offensichtlich die italienische Zeitschrift, was aber nicht eindeutig klar ist, — gewisse Drohungen, die einer der in Nürnberg hingerichteten Kriegsverbrecher, der ehemalige Gauleiter und rüdeste Antisemit Julius Streicher ausgestossen hat, der gesagt haben soll: ,;,Es wird noch der Tag kommen an dem die Kommunisten Euch auf hängen“ ... So weit und so tief ist man schon wieder gesunken, diesen Hetzer zu zitieren, dessen hemmungsloses Treiben nicht nur die Juden, sondern ganz Deutschland ins Unglück gestürzt hat. Es ist eine Schande für eine Zeitung, es sei denn sie sei ein kommunistisches Tendenzblatt, sich auf diesen Streicher zu berufen. Uebrigens ist in der gleichen Ausgabe der genannten Zeitung eine dpa-Nachricht abgedruckt dass der Ost-Berliner Gesundh^itsminister bei seinem Besuch in Kairo während eines Interviews Israel attackiert habe. Diese Nachricht brii.pt an sich nichts Neues, denn Ostdeutschland ist ein getreuer Satellit Moskaus, der diese Attackeü gegen Israel reitet, um die Bundesrepublik zu desavouieren. Dieser Zwischenfall ist uninteressant. Aber gleichzeitig mit dieser Nachricht wird der vom israelishcen Aerzte- Verband proklamierte Boykott gegen die deutsche Sprache auf internationalen Kongressen abgedruckt. Es heisst dort; „Der Verband wolle mit dieser Haltung deutlich machen, dass man die Judenverfolgungen während des Dritten Reiches nicht vergessen kann.“ Dass man diese Verfolgungen nicht vergessen kann, auch wenn man sie vergessen wollte, beweisen Veröffentlichungen wie diejenige, die in der zitierten italienischen Wochenschrift erschienen sind. Ob der Boykott einer Sprache bei internationalen Konferenzen das rechte Mittel ist, um sich von diesen erneuten deutschen Dekadenz-Escheinungen zu distanzieren und nicht das Gewesene zu vergessen, das allerdings darf wohl bezweifelt werden 47 NS-Verfahren Kiel. — Wegen nationalsozialistischer Gewalttaten sind gegenwärtig 47 Ermittlungs¬ oder Strafverfahren in Schleswig-Holstein anhängig. 19 Staatsanwälte arbeiteten daran. (AWZ) rael dem Generalmajor Bull, es sei bereit, Syrien das Flugzeug mit der Leiche des Piloten zurückzugeben und selbst diese Bergungsarbeiten durchzuführen. Inzwischen liegt das israelische Küstenbot aui einer Sandbank, und Israel hat bisher auf Ersuchen der Vereinten Nationen davon abgesehen, es flottzumachen da man fürchtet, es könne zu neuen Zusammenstössen kommen. Syrien hat in der Nähe des Ufers auf seiner Seite starke Reflektoren aufbestellt, mit denen es den See in der Nacht ableuchtet, um sich zu vergewissern, dass die Israels keinen Versuch zur Bergung ihres Schiffes unternehmen An der syrischen Küste sind Kanonen aufgefahren und syrische Flugzeuge patrouillieren den Himmel auf syrischer Seite. Die gleichen Massnahmen sind im israelischen Sektor getroffen worden. Christian Pauls in Sde Boker Tel Aviv. — Christian Pauls, der 22jährige Sohn des ersten westdeutschen Botschafters in Israel, arbeitet während seiner Sommerferien im Kibbuz Sde Boker, in dem Israels ehemaliger Ministerpräsident David Ben Gurion lebt. Der junge Pauls. Student der Universität Freiburg, hat seiner 2jährigen Militärdienstpflichtet im deutschen Bundesheer genügt und sich hiernach zur freiwilligen Arbeit in einem Kibbuz gemeldet. Sein Aufenthalt in Israel wurde zwischen Botschafter Dr. Rolf Pauls und Ben Gurion geregelt. Christian erklärte. er fühle sich glücklich und niemand begegne ihm feindselig, weil er Deutscher sei. (ITA) Voruntersuchung Dortmund. — Noch über hundert Verfahren gegen Angehörige der SS. des SD unci der nationalsozialistischen Polizeibehörden sind bei der nordrhein-westfiilischen Zen - tralstelle zur Bearbeitung von nationalsozialistischen Massenverbrechen in Dortmund anhängig. Bei 89 Verfahren laufen die Ermittlungen, bei 14 Voruntersuchungen. — (AWZ) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la¡ Propiedad Intelectual 868.707