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Jüdische Wochenschau · 1966-08-19 · 2181 (19.8.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2181 (19.8.1966)
Date
1966-08-19
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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flerae«, 19 de Agosto de 19W SEMANA ISRAELITA Año XXVII. N? 2181 — 5 Ein Deutscher vor dem JWK Das Kindermuseum von Jerusalem hyfusik-Festiva! in Jerusalem Brüssel. — Einen dramatischen Höhepunkt erreichte die 5. Plenarversammlung des Jüdischen Weltkongresses, als in einer gespannten Atmosphäre in der bittere Anklagen von verschiedenen führenden Persönlichkeiten gegen Deutschland erhoben wurden, ein deutscher Repräsentant zu den Delegierten sprach. Der Redner war Dr. Eugen Gerstenmeier, Präsident des Deutschen Bundestages. Seinem Auftreten waren heftige Debatten vorausgegangen, bis schliesslich zwei Drittel der Delegierten die Einladung gebilligt hatten, indem sie jedoch denen die ihn nicht zu hören wünschten, ihr Verhalten freistellten. Viele Debattenredner hatten die Ansicht geltend gemacht, dass es von geschichtlicher Sicht aus noch zu früh sei, dass ein Deutscher zu den Juden spreche. Dr. Gerstenmeier gab zu, dass noch heute in Westdeutschland „schwere Besorgnis“ über einige der Stimmen herrsche, „die sich wieder erheben und zu Reaktion und Antisemitismus aufreizen.“ „Noch beobachten wir eine erhebliche Verwirrung“, so führte er aus, „doch hierzu muss gesagt werden, dass die Ueberbleibsel antisenvtischer und nazistischer Ideen in Deutschland nur eine kleine Rolle im Leben des Landes spielen. Diejenigen, die Hakenkreuze an die Wände schmieren "und Friedhöfe, schänden, sind Raufbolde, die nicht'einmal wnssen, was Antisemitismus bedeutet.. Aber sie wissen, dass das, was sie tun, eine nervöse Stimmung im Lande verursacht und hier liegt der Grund ihres Handelsn “ „Es ist verschiedentlich richtig bemerkt worden“ fuhr Dr. Gerstenmeier fort, „dass der Antisemitismus in Deutschland nicht einfach dadurch ausgemerzt werden kann, dass man dazu auffordert, die Juden zu lieben. Es ist eine Frage der Normalisierung. und der Rückkehr zu Anstand und Sitte.“ Zu den erregten Protesten gegen seine Anwesenheit auf einer Tribüne des Jüdischen Weltkongresses äusserte Gerstenmeier: „ich lege mir Rechen. Schaft ab, dass wir Deutsche auf eine lange Zeit den Juden gegenüber nicht die Empfindung haben können, dass unsere Beziehungen wieder normal sind. Aber gestatten Sie mir Ihnen dafür zu danken, dass ich sprechen durfte. Und ich danke nicht nur in meinem eigenen Namen, sondern gebe dem Dank des deutschen Parlaments an den Jüdischen Weltkongress Ausdruck.“ JUDEN HINTER DEM EISERNEN VORHANG Zum ersten Mal war die rumänische Judenheit auf einer Plenaversammlung des Jüdischen Weltkongresses vertreten. Ihr Repräsentant Rabbiner Dr. Moses Rosen, forderte die Rückkehr zu den religiösen Werten des Judentums, da das geistige Ueberleben des jüdischen Volkes ein zu ernstes Problem sei, um es in den Händen der Politiker zu belassen. In der Sitzung, bei der die Lage der russichen Juden zur Sprache gelangte, machten sich zwei Tendenzen bemerkbar. Einerseits wurde eine energischere Aktion verlangt, während andere Delegierte der Ansicht waren dass Verhandlungen und diplomatische Kontakte bessere Resultate erzielen würden. Ein Bericht über die Situation der ungarischen Juden wurde von den Führern dei dortigen Judenheit gekannt gegeben. BESUCH IN OSTEUROPA Eine Gruppe von 23 Dele gierten, die zur Tagung des JWK nach Brüssel gekommen waren, wird nach Abschluss der Konferenz die jüdischen Gemeinden in sechs osteuropäischen Ländern besuchen. Einladungen zu dieser Reise ergingen von den Gemeinden aus der Tschechoslowakei, Polen, Rumänien Ungarn Bulgarien und Jugoslawien, und wurden anscheinend mit Zustimmung der betreffenden Regierungen ausgesprochen. die neue exekutive Brüssel. — Der Jüdische Weltkongress muss jüngere Führer zur Leitung seiner Akitivitäten einsetzen so erklärte Dr, Nachum Goldmann auf der Schluss-Sitzung der 5. Vollversammlung des JWK. Goldmann wurde J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 C A TECA S. A. Directorio 555L Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR 6l calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Das neue Nationalmuseum von Jerusalem hat eines seiner vielen Gebäude für die Kunststudien von Kindern zwischen 10 und 17 Jahren eingerichtet. Da sind vier grosse Ateliers mit einer lithographischen Presse. Zeichentischen und Stativen speziellen Schränken und Schemeln. Die Verwaltung liefert das nötige Arbeitsmaterial: Zeichenpapier. Stifte und Farben. Gips und Ton. Diese Akademie, wie man das Unternehmen nennen kann, hat 32 Arbeitskreise mit je 30 bis 40 Kindern. Zwölf akademisch gebildete Lehrer unterrichten sie. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Jugendli- LANDUNG IN ISRAEL Wie die Tagespresse bereits mitgeteilt hat, ist laut Meldungen aus Tei Aviv ein irakischer Pilot mit seinem Mig 21-Flugzeug in einem israelischen Flughafen gelandet. Die israelische Luftwaffe gab bekannt, dass nacti Aussagen des Deserteurs der von ihm gelenkte Apparat sowjetischer Fabri kation der einzige dieses Typs ist, den der Irak besitzt. chen kunsthistorische und kunstgewerbliche Studien treiben, und zwar an Hand der nun erheblich angewachsenen Schätze des Museums selbst. So bleiben sie nicht eine starre, akademische Ansammlung toten Materials, sondern werden aktiviert als Aufbau- und Wissensmaterial. Mit ihrer Schönheit und ihrem künstlerischen Wert beeinflussen sie die geistige Entwicklung des künftigen Bürgers. In den sonnennellen Vormittagsstunden wandern die Scharen der Kunstbeflissenen und Touristen durch die Räume des Museums, aber am Nachmittag gehört das Museum der jungen Generation. Hier studieren sie die Kunstsymbole alter Zeiten, zeichnen die Linien von den kostbaren Gefässen und Geräten nach oder hören Vorträge und Diskussionen über moderne Kunst an. Ein andermal unternimmt einer der Arbeitskreise das Stud’Um der japanischen Blumenkunst, der Ikebana. Oder sie bauen aus Holz oder Gips oder Ton einen antiken ägyptischen Tempel, eine gotische Kirche, oder sie sticken eine Szene der Gobelins von Bayeux nach. So lernen sie die Jerusalem. — Am 27. Juli begann in. der israelischen Hauptstadt das grosse „Festival für Musik und dramatische Kunst“ mit der Aufführung des „Requiem“ von Berlioz, das von d m Israelischen Philharmonischen Orchester unter Mitwirkung des Chors von Tel Aviv zu Gehör gebracht wurde. Auf dem Programm steht auch die Erstaufführung einer Symphonie des israelisch: n Komponisten Menachem Avidom. In den nächsten Wochen werden die „Solisten von Zagreb“,, das „Trio Beaux-Arts“. die Pianisten Hephziba Menuhim und Maurice Gendron, die . Tanzgruppe Paul Taylor ■ aus den USA u.a. auftreten. Das Griechische Kunsttheater wird „Die Vögel“ von Aristophanes darstellen. Das folkloristische Programm stellt im Vergleich mit Darbietungen früherer Jahre eine Neuerung dar. Es ist ein Konzert der orientalischen Gemeinschaften angekündigt, in dem ein Ensemble des arabischen Dorfes Karit und ein Ensemble aus der chassidisehen Siedlung Kfar Habad ihre Kunst zeigen werden. verschiedenen Stilarten kennen; die Begriffe werden nicht nur geistig erfasst, son dern sehen in ihre Hände ein und leben in ihnen fort. Es bestehen im ganzen 15 Arbeitskreise wie: Geschichte der Kunst, Bildhauerei Tonart,eit. Archäologie. Gra phik, Lithographie. Holzschnitt usw.. die frei gewählt werden können. Man kann auch nach eigenem Ermessen j von einem in den anderen 'Arbeitskreis herüberwechseln. | Das Kindermuseum hat natürlich eine geräumige Gaj lerie, .n der von Zeit zu Zeit Ausstellungen veranstaltet , werden. So sah man nier ja-! panische Kinderarbeiten die I durch die UNESCO bereit ge- : stellt worden waren. Ei’ e an- I dere Schau war die von Bij belszenen. rein und iiberra-; sehend wirkungsvoll in mrer jugendlichen Auffassung Die nächste Ausstellung wird von didaktischer Art sein. H. P. Neue Hotels in Israel Jerusalem. — Der jerusalemer Hotelier Chaim Schiff ¡ will zusammen mit der Rass- 1 co in Jerusalem ein B-Klasse-Hotel an der Stelle des veralteten Orgil-Hotels bauen. Das „Judae Gardens Hotel“, unweit der transjordanischen Grenze, wurde kürz lieh in der Rekordzeit von siebeneinhalb Monaten errichtet. Anglikanische Kirche protestiert Winnipeg. — Zwei Synago ■ gen in Winnipeg, Kanada, die von Unbekannten mit Hakenkreuzen beschmiert worden waren, erhielten von der örtlichen Anglikanischen Kirche einen Scheck. Mit diesem Geld wollte diese Kirche ihren Protest gegen die Täter Ausdruck verleihen. ■ | wieder zum Präsidenten gewählt, ebenso wie Samue! Bronfman aus Kanada und i Lord Sief aus England zu Vi- ¡ zepräsidenten. „Wir die wir! gewählt wurden“, führte Dr. i Goldmann aus, „sind alle | schon so alt_ dass wir uns fragen müssen, wer nach uns i unser Amt weiterführen soll, j Wir müssen die Jugend herj anziehen, auch wenn uns die Jungen kritisieren und keine; Geduld mit uns haben so wie; es junge Menschen eben! tun.“! Traditionsgemäß hält die I Schlussrede der älteste Dele- I gierte And diese Aufgabe fiel diesmal dem 80jährigen Jaakow Serubabel zu. Zu den angenommenen Resolutionen gehört der Beschluss, dass das Hebräische die offizielle Sprache des JWK sein soll. Bisher waren es Jiddisch, Englisch und Französisch. Dr. Israel Goldstein und die Marquise von Reading wurden zu Ehren-Vizepräsidenten gewählt. Samuel Bronfman ist Präsdient der nordamerikanischen Exekutive des JWK, Dr. Moisés Goldmann der lateinamerikanischen Exekutive, Lord Sief der europäischen und Prof. Arie Tartakower Präsident der israelischen Exekutive. Dr. Gerhard Riegner wurde wieder zum Generalsekretär gewählt und Kopräsidenten der verschiedenen Sektionen wurden für Europa Dr. Astorre Mayer und für Lateinamerika der Präsident der DAIA und der Präsident der Föderation der jüdischen Gemeinden Brasiliens. Die Die Wahl zum Präsidenten des Leitenden Ausschusses fiel auf Rabbiner Dr. Joachim Prinz. (ITA) Der grosse Tempel von Aleppo Legenden und Sagen ran ken sich um die prächtige Synagoge von Aleppo. Archäologen stellten fest, dass der Bau, in Form einer Basilika, im fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung entstanden ist, aber der Volksmund verlegt ihre Er richtung in die Zeit des Zweiten Tempels, ja, sie soll an der Stelle stehen, wo einst Joab, der Feldherr des Köj nigs David, auf seinen syrischen Eroberungen eine Kaserne für seine Truppen bauj te. Joab ben Seruias Gestalt I einst eine wichtige Person- I lichkeit am jerusalemer Königshof, lebt noch heute im Geiste der syrischen Judengemeinde weiter. Viele Taten und Aussprüche werden ihm zugeschrieben und vererben sich von Generation zu Generation. j Die jüdische Gemeinde von Aleppo, deren grösster Tei! während der antijüdischen j Unruhen von 1947 floh, bej zeichnete sich als Nachkomj men jener Besatzungsmann, j Schaft, die im Zuge von Joabs Feldzügen nach Syrien gej langte. Später, nach der Aus! treibung der Juden aus Spa- 1 nien, untermischten sie sich! stark mit sefardischen Volksteilen. Der Bau spielte eine grosse Rolle im Mittelalter, als nier Kabbalisten und weise Rabbiner sich niederliessen, studierten und gelehrte Schriften verfassten. Der Tempel rühmt sich im Besitz von berühmten Manuskripten aus jenen Zeiten, die wertvoll zum Studium der hebräischen Grammatik und des von HANNAH PETOR hebräischen Stils waren. Besonders ist die Rede von fünf Dokumenten, von denen zwei beim Brand von 1947, als der Tempel zusammen mit anderen jüdischen Instituten in Flammen aufging, vernichtet wurde. Ueber das Schicksal zweier weiterer Schriften sind wir noch im unklaren; über das fünfte Manuskript, die Keter Hatora aus dem 10. Jahrhundert, berichtete im Jahre 1960 der damalige is raelische Staatspräsident Jizchak Ben Zwi, dass sie mit Sicherheit vor der Vernichtung newahrt wurde. Ebenfalls ein Opfer der Flammen wurde der berühmte silberne Thoraschrein Er bestand aus acht Silberplaketten, die auf Holz genagelt waren. Die prismatisch angeordneten Plaketten tru >en Abbilder des Gartens. Hofes Brunnens sowie anderer Teile der Synagoge; weiterhin ein Gedicht zum Preis des Tempels, eine Liste der Stifter und den Namen des Künstlers Josef Laham, des Schöpfers dieser prachtvollen Arbeit. Von der Synagoge, wie sie vor 1947 aussah, existieren in Privathand sechzig interessante Fotografien, welche der Veröffentlichung hanen Eis handelt sich hier sichtlich um ein imposantes Gebäude, errichtet aus mächtigen Quar dern in einheimischem Sand, stein, das mit korinthischen Säul«n dekoriert war. Jedes der vielen Fenster trägt eingemeisselte kabbalistische Inschriften, auch fehlen nicht die Namen berühmter Kabbalisten,' die hier einst lehrten. Die Bilder geben uns einen lebhaften Eindruck von der einst reichen inneren Ausstattung. So symbolisierten die 72 Lampen des Raumes die Weisen des Sanhedrins zur Zeit des zweiten jüdischen Reiches. In Privathand existiert ebenfalls ein Fragment einer Sefer Thora der Synagoge, wie es aus dem Brande von 1947 gerettet werden konnte Es besteht aus weichem Gazallenleder, das mit klaren, iji Tinte geschriebenen Sehrifiizeienen bedeckt ist. Diese Thora ist in Indien entstan. den. Ferner besteht eine kleine Sammlung der vielen Ge. schichten. Aussprüche und Sagen, die über diesen Ort noch heute im Volksmund zu Hause sind. MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANCO ENCALADA 164t It.illllllllllllllllll’j; DE CK -iiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiihjMiimni

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