Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2181 (19.8.1966)
- Date
- 1966-08-19
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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- Gershom Scholem 3× ep/1004643
- Akiva ben Joseph 1× ep/1003279
- Bogotá 1× ep/1044235
- Christian Knorr von Rosenroth 1× ep/1026187
- Jacob Frank 1× ep/1002959
- Jiří Langer 1× ep/1000016
- La Paz 1× ep/1044973
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Moshé de León 1× ep/1002706
- Samson Raphael Hirsch 1× ep/1002782
- Shimon bar Yochai 1× ep/1007147
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viente«, 19 de Agesto de 1966 SEMANA ISRAELITA Aito XXVIL N* 2181 Die Entdeckung der Kabbala Im Jahre 1677 erschien in Salzburg und Frankfurt ein Werk von Christian Knorr von Rosenroth „Kabbala denudata“, aber es sollte fast noch dreihundert Jahre dauern, bis die Kabbala, die jüdische Mystik oder Geheimlehre wirklich entdeckt oder wiederentdeckt wurde. Ein Mann, dem diese Entdekkung zu verdanken ist, heisst Gerschom Scholem und war bis vor kurzem Professor für jüdische Mystik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Jetzt ist er in den Wohlverdienten Ruhestand getreten, der aber für ihn eigentlich eine Intensivierung der eigenen Forschungsarbeit bedeutet, da Scholem, nun vom akademischen Lehramt befreit, sich imeingeschränkt der Ausarbeitung grosser Pläne widmen kann. Martin Buber nat über Scholem einmal gesagt, dass er der einzige judaistische Gelehrte unserer Zeit ist, der eine eigene Schule begründen konnte. Mit Scholem hebt ein ganz neues Kapitel in der jüdischen Geistesgeschichte an; er hat der Wissenschaft des Judentums ein Gebiet erschlossen, das vernachlässigt, ja eigentlich verschwiegen wurde: die Kabbala. Die Klassiker der Wissen, schaft vom Judentum im 19. Jahrhundert sahen in Kabbala und Mystik eine quantité négligeable, die man besser mit Stillschweigen überging oder mit einigen geringschätzigen Bemerkungen über Aberglaube Phantasterei und so weiter abtat. Auch die grossen Historiker des Judentums wie Graetz und Dubnow zeigten kein Verständnis für das Wesen der Mystik im Judentum. von SCUALOM BEN CHORIN MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. E. 35 . 7033 CABILDÖ~26?4 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungeri fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung Die liberalen Theologen der Reform im 19. Jahrhundert waren als Rationalisten und Moralisten der Religion ge radezu Antipoden der jüdischen Mystik, und auch ein Erneuerer der Orthodoxie wie Samson Raphael Hirsch war wie Scholem sagt, von eine: Kabbala-Angst befallen, die ihn dazu bewog, eine eigene Symbolik zu schaffen um die peinliche Rückbeziehung auf die verpönte Kabbala zu ver meiden. In einem Aufsatz über „Wissenschaft vom Ju dentum einst und jetzt*- be merkt Scholem: „Die alten Bücher der Juden von wenigen Generationen verraten sind für dieses 19. Jahrhundert undurchsichtig geworden, sie werden oft nur noch als antiquarisch interessant betrachtet; sie schicken ihre Strahlen nicht mehr nach aussen, sondern strahlen sozusagen nur noch in sich selber, sind unsichtbar ge worden.** Gerhard Scholem, wie er ursprünglich hiess, hat dies3 verschlossenen Bücher wieder geöffnet. Einer seiner Schüler, Dr. Josef Weisz-London, bemerkte vor fast zwanzig Jahren: „Er kam gewiss nicht zur Kabbala - Forschung, nur weil diese in der jüdischen Wissenschaft bis auf seinen Tag Brachfeld war.*- Auf der Suche nach der verborgenen Seele Israels kam Scholem zu seinem eigenartigen Forschungsgebiet, für das ihn seine akademischen Studien keineswegs unmittelbar vorbereiteten. Gerhard Scholem (später: Gerschom Scholem) wurde 1897 in Berlin geboren. Er entstammt einer jüdischen Buchdruckerfamilie. An den Universitäten Berlin, Jena, Bern und München studierte er Mathematik und Philosophie und promovierte 1922 in München. Aber schon drei Jahre später geht er nach Jerusalem, wo soeben die Hebräische Universität eröffnet wurde. Zunächst wird er Assistent an der neu gegründeten National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem und zugleich Dozent an der judaistischen Sektion der gei-! steswissenschaftlichen Fakul- ' “ttit der Hebräischen Universität. 1933 wird er Professor Oberhemden REPARATUREN UND NACH MASS ECHEVERRIA 336«, B. 76-3183 ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidai 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus M. Hochberg Unerreichte Auswahl an hemdgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für iedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza und auf den ersten Lehrstuhl für jüdische Mystik berufen, einer Wissenschaft, die er selbst begründet hat. Die jüdische Mystik war bis zu Scholem einerseits in den Händen der Kabbalisten selbst, vor allem sefardischer Rabbiner, die unkritisch ohne die Masstäbe historischphilosophischer Methoden, ja oft als Magier an die mystischen Ueberlieferungen herangingen; andererseits in den Händen christlicher Forscher, die nicht die Voraussetzungen mitbrachten, um die hebräischen und aramäischen Quellen zu studieren und so Irrtümer und Missverständnisse aus zweiter und dritter Hand Weitergaben. Die Vertreter der Wissenschaft vom Judentum lehnten es, wie gesagt, ab, sich mit der Kabbala ernsthaft zu beschäftigen. Scholem erzählt, dass er hoch erfreut war, als er in München einen Sammler kabbalistischer Drucke und Manuskripte traf, der ihm stolz seine Sammlung zeigte. Als der junge Scholem bewundernd fragte, ob der Sammler alle diese Schätze studiert habe, meinte der aufgeklärte Jude abwehrend: „Diesen Unsinn schau’ ich gar nicht an.“ (Er sah also nur ein foikloristisches Unikum in seiner eigenen Sammlung). Trotzdem muss betont werden, dass es hier und dort einzelne Vorläufer Scholems gab. Ich möchte hier vor allem an Emst Müller erinnern, dem wir ernste Arbeiten über den Sohar verdanken, an Meir Wiener, der die Lyrik der Kabbala übersetzte, und Georg Langer, der sich mit der Erotik in der Kabbala befasste. Die grossen bahnbrechenden Arbeiten aber blieben Scholem Vorbehalten: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen. (Major Trends in Jewish Mysticism), Ursprung und Anfänge der Kabbala, und neuerdings Zohar, the Book of Splendour um nur einige Hauptwerke zu nennen. Was den Sohar, das Grundbuch der Kabala anlangt als dessen Verfasser nach der Tradition Rabbi Schimon bar Jochai galt, ein Zeitgenosse des Rabbi Akiba, gelang es Scholem, den wirklichen Verfasser zu eruieren, den spanischen Kabbalisten Moses de Leon (1250—1305). Von der Kabbala führt ein direkter Weg zu zwei Erscheinungen der neueren jü- CARLTON- Kleidung ist Kleidüngguten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teu rer als gewoehnliche Kleidung. ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine Be. hauptung, die ich taeglich beweisen muss, immer wieder mit jedem Met«: zugeschnittenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carl ton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T.E. 31-7845 dischen Geschichte: zur pseudomessianischen Bewegung des Sabbatai Zwi (1626 bis 1676) und zum Chassidismus im 18. Jahrhundert. Scholem widmete Sabbatai Zwi eine umfangreiche zweibändige hebräische Biographie, die zeigt, wie tief Sabbatai Zwi und seine Anhänger in allen Teilen der jüdischen Welt von der Kabbala geprägt waren. Ohne die Kabbala wäre der Erfolg Sabatai Zwis nicht denkbar gewesen, aber auch nicht das tolle Wesen seines Nachzüglers Jakob Frank und ebenso wenig die geläuterte, verinnerlichte Frömmigkeit des Chassidismus. Die Kabbala trieb, so könnte man sagen, giftige Blüten in sabbataianismus und Frankismus und edle Früchte im Chassidismus. In einer ernsten Kontroverse mit Buber wies Scholem darauf hin, dass Buber den kabbalistischen Wurzelgrund des Chassidismus zu wenig berücksichtigt habe. Scholem steht seinem Forschungsgebiet keineswegs unkritisch gegenüber. Begegnet man diesem Manne, ohne ihn zu kennen, so wird man kaum auf den Gedanken kommen, hier den grössten Kenner jüdischer Mystik vor sich zu haben. Aber hinter der Fassade des Philologen und Historikers verbirgt sich ein Liebender, der unterschwellig mit seinem Forschungsgebiet existentiell tiefer verbunden ist, als man annehmen möchte. Die Erkenntnis, dass die Kabbala „Archetypen“ der Seele zur Darstellung bringt, hat Scholem in den Kreis des Tiefenpsychologen C. G. Jung geführt. Als Gastprofessor in Nordamerika ~ und Europa wurde Scholem immer und immer wieder ein Vermittler gerade des unbekannten Judentums, das in der Welt des Geistes noch viele Beiträge zu leisten berufen ist Scholem ist der erste Dolmetscher dieser „Arkandisziplin-* des Judentums, seiner mystischen Erkenntnisse geworden. Der grosse Kreis seiner Schüler und Leser in Israel und in der Welt blickt voll Spannung auf die neuen Arbeiten Scholems denn mit jedem seiner Bücher erschliesst er eine neue Provinz im weiten Reiche des jüdischen Geistes. LA SEMANA ISRAELITA Bs. Aires SEMANARIO INDEPENDIENTE - PUEYRREDON 2190, 1» Izq. - T.E. 83-2613 19. August 1966 3. Eiul 5726 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ DURCH GESETZ wurde das „Einfrieren“ der Preise und Löhne durch das britische Parlament beschlossen. — NORDKOREA brach seine Beziehungen zum Roten China ab. — LUTHER KING Führer der schwarzen Gleichberechtigungsbewegung, Nobelpreisträger für den Frieden trat gegen Gewaltanwendung durch die Neger ein. — PROTESTE gegen die Erhöhung der Tarife für den elektrischen Strom führten in La Paz zu schweren Unruhen. — FRIEDEN wurde zwischen Malasien und Indonesien geschlossen, nachdem sich die beiden Länder Jahre hindurch bekämpft haben. — LORENZO GUERRERO, der neue Präsident Nikaraguas, erklärte sein Land werde keine einseitigen Aktionen gegen Kuba vornehmen. — MEHR TRUPPEN werden die Nordamerikaner nach Vietnam entsenden, um ihre Verteidigungsstellungen zu verstärken. — GEORGE BROWN, bisher englischer Wirtschaftminister, übernahm das Aussenministerium und wird demnächst in die USA und zur UN reisen. — DAS PARLAMEINT in Santo Domingo beschloss dem Präsidenten Balaguer volle Hilfe zu leisten und wandte sich energisch gegen alle subversiven Bestrebungen — SCHWERE Differenzen bestehen zwischen den hohen brasilianischen Militärs, die noch nicht geklärt werden konnten. — LLERAS RESTREPO, Kolumbiens neuer Präsident, leistete den Amtseid in Gegenwart der Repräsentanten von 45 Ländern. — GUYANA und andere unabhängige karibische Länder, die früher zum British Empire gehörten ersuchten um ihren Eintritt in die Organisation der Amerikanischen Länder (OEIA). — MEHRERE nordamerkan ische Flugzeuge wurden von den Nordvietnamesen abgeschossen. DE GAULLE wird Ende des Monats eine Weltreise antreten und bei einem Atombombenversuch „zugegen“ sein. FRANKREICH lejinte es ab, den Amerikanern Militärflugplätze auf seinem Territorium zur Verfügung zu stellen auch nicht in dringenden Fällen. — ALBERTO HEBER Usher präsidierte zwar wieder den uruguayischen Ministerrat, die Liga im Lande blieb aber unsicher. — DIE REISE ZUM MOND hat ein komplettes amerikanisches Laboratorium angetreten um die entsprechenden Aufnahmen und Messungen vorzunehmen, die für eine künftige Landung auf dem Mond wichtig sind. — VOR FUENF JAHREN wurde die Berliner Mauer durch die Kommunisten errichtet, durch welche zu wiederholten Malen der Frieden gefährdet wurde. — NGUYEN CAO KY Ministerpräsident von Südvietnam, dessen Erklärungen bereits wiederholte Male heftig angegriffen wurden, trat für eine „rasche Aktion“ (lies Vernichtungskrieg) ein. — AUS BOGOTA und anderen Orten Lateinamerikas werden Verhaftungen von Kommunisten gemeldet während in Uruguay die Kommunistische Partei ungehindert ihren Kongress abhalten kann. — I ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL M6MW66MM6MM666M6tMMMMMH66W6HH6M6M696666 Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNG^RAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Vorwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T E - 80 - (930 PUEYRREDON 2190 usq. Av, LAS HERAS