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Jüdische Wochenschau · 1966-07-29 · 2178 (29.7.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2178 (29.7.1966)
Date
1966-07-29
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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9 — Vier»«*, 29 de Julio de 1966 8 1 JH A N A I8IAILITA Afio XXVil. — N* 917« Einzelgaenger und Partei i <Schluss von Seite 1) schalten eindeutig zum Ausdruck. Genau so wenig wie es »ich bei den „soldatischen Traditionsverbänden“ nur um die Wahrung und Pflege der soldatischen Tradition handelt, genau so wenig ist die Tätigkeit dieser Landsmannschaften nur in der Erhaltung und Pflege ihrer Tradition zu suchen. Diese Landsmannschaften pflegen nicht das Erbe ihrer deutschen Kultur, wie sie dies im Ausland tun können und »i tun pflegen, was niemand beanstanden kann und Wird. Diese, für den Begriff einer Landsmannschaft typische Aufgabe entfällt, denn sie sind doch eine deutsche Landsmannschaft In Deutschland und keineswegs ausserhalb des Bundesgebietes. Sie bestehen aus dem Grunde, um ,,-hre Heimat" wieder zu gewinnen, eine politische Heimat. Dieses für sie eigen, artige Ziel ist ein ausschliesslich politisches. Hier greifen alte, vom Dritten Reich propagierte Programme mit einem Augenbütkßziel ineinander, «he verlorenen Gebiete, die van den Siegern nationalisiert ■wurden, für sich, für das Deutschtum odtr ein Viertes Reich zurückgewinnen. Ohne in die Debatte einzutreten, ob diese Forderungen berechtigt sind oder nicht. — eine Stellungnahme hierzu können wir nicht als unsere Aufgabe betrachten, — stellen wir lediglich fest, dass hier ein radikaler Nationalismus gepaart mit einigen anderen ,,-ismen“ am Werke ist. Man kann es durchaus nicht als Zufall ansehen. dass z. B. auch in diesen Kreisen die Ideen weiterleben, die von der NSDAP vertreten worden sind. Denn ohne den Gedanken an ein Gross - Deutschland werden diese Landsmannschaften nur noch unverständlicher. Ebenso wenig kann man ei- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* J*q. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. 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Solche Landsmannschaften verschiedener Nationalitäten können wir auch ausserhalb der Bundesrepublik beobachten, wozu vor all«» in vielen südamerikanisenen Ländern Gelegenheit ist Hier handelt es sich sozusagen um „echte“ Landsmannschaften, d. h. um Gruppen bestimmter Nationalität die ausserhalb ihres eigenen Heimat- oder früheren Wohnendes zur Pflege ihrer Sprache, Geschichte, Vergangenheit und ... ihrer politischen Vorstellungen bestehen. Diese Verbände setzen sich aus solchen Personen zusammen, die entweder freiwillig ihre Heimat vor langen Jahren verlassen haben oder aus politischen Gründen nach dem Zweiten Weltkrieg hierhergekommen sind Diejenigen, die schon seit längerer Zeit in einem Ausland leben, haben sich mehr oder weniger akklimatisiert. Sie kamen seinerzeit, weil sie in ihrer Heimat keine Enlialtungs oder Existenzmöglichkeit hatten, weil sie von Abentturerlust gepackt waren, weil sie ein freieres Leben in den Weiten Südamerikas zu führen beabsichtigten oder aus sonstigen individuellen Gründen. Im Gegensatz hierzu bildet die Gruppe innerhalb der verschiedenen Landsmannschäften, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Südamerika (oder in andere Erdtei- Oberhemden REPARATUREN UND NACH MASS ECHEVERRIA 3366, B. 76-3183 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scüabbosdecken TaUiebeutei Käppchen Mar zot-Tasche» Handone MaschtoenstJckerel von Bett- und ITschwäsche Dr. P. L RIVERA 258i (fr Bebedero) T. E Í31155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-02M 73-1049 le) emigrierte, ein einseitig politisch orientiertes Element. In ihrer überwiegenden Mehrheit handelt ee sich um Parteigänger des NS-Systems oder deren Mitläufer die Mitglieder von faschistischen Organisationen waren die auf eigene Rechnung oder mit den Nazis gemeinsam ihre rechtsradika len Ziele verfolgten Hier kann schon nicht mehr von einer individuellen Aaswan. derung, sondern nur vor einer kollektiven Flucht gesprochen werden. Alle diese Landsmannschaften sind — beinahe ausnahmslos — Sammelbecken faschistischer rechtsradikaler, antisemitischer 'und/oder neonazistischer Programme. — Für die deutschen Landsmannschaften (in Deutschland-) dürfte eine weitere Feststellung wesentlich sein. Sie propagieren zwar die „Rückkehr in die Heimat" haben aber wohl in der Mehrzahl nicht die ernsthafte Absicht, jemals dorthin zurückzukehren Denn in der Bundesrepublik sind sie zu einem Wohlstand gelangt, der zu hrer völligen Satu ierung führte. Das steht in dem hier zitierten Bericht selbstverständlich nicht. Aber in Gesprächen mit höheren deutschen Beamten wurde versienert, dass man über diese Tatsache nicht hinweg, sehen kann, die übrigens in manchen Bundesländern zu gewissen Schwierigkeiten geführt hat. Denn die „Zuvezogenen‘‘ haben sich zu einem nicht unerheblichen Teil ein Plätzchen an der wärmenden Wirtschaftssonne erkämpft, was ihnen häufig von den „Alteingesessenen“ verübelt wird. Auf der anderen Seite darf man nicht verkennen, dass diese Sicherstellung der wirtschaftlichen Position der „Ostvertriebenen“ ein wesentlicher Grund gegen eine weitere Radikalisierung ist Dass eine Umerziehung der früheren Nazis und ihre* Mitläufer zu demokratischer Gesinnung erfolgt ist, wird man nicht ernsthaft annehmen wollen, können und dürfen. Wie sollte aus einem eingefleischten Nazi nur deswegen ein Demokrat geworden sein, weil das Dritte Reich zusammengebrochen ist. Eine Kehrtwendung um 180 oder noch mehr Grade macht vielleicht ein Einzelgänger, aber nicht die Mehrheit. Man könnte nur dann eine solche totale Wandlung unterstellen, wenn man gewiilt ist, ein Volk in seiner überwiegenden Mehrheit als eine Gruppe von Opportunisten zu bezeichnen. Nach dem Zusammenbruch war es die Not die Schweigen und Ueberleben ertorderte Dann kam das Wirt schaftswunder, das Wunden heilen half, so gut ging’s doch noch nie! — In einer solchen Atmosphäre treten JACOB LAPIDUS Jipi. Mohel NEUE ADRESSE VI AMONTE 2637 4» B 46-1716 and 48-2124 DAJANS REISE MACH VIETNAM Washington. — General Mosche Dajan reist von hier aus nach Beendigung seiner Unterhaltungen mit hohen Funktionären und Militärs Uber den Krieg in Vietnam nach Saigon. Er wurde von Verteidigungsminister' Robert McNamara empfangen. In einem Interview erklärte Dajan; „In Tel Aviv hatten vor meinem Haus Posten Aufstellung genommen, die auf Spruchbändern verlangten, ich solle nicht nach Vietnam reisen. Die Kommunisten versuchten, in der Knesset eine Resolution durchzusetzen, die meine Reise verurteilte, und das Aussenministerium erklärte, dass die Regierung nichts mit meinem Unternehmen zu un habe. Die mich kritisierten, glaubten eine Reise nach -Saigon könne dahin ausgelegt werden, dass Israel sich mii der Anwesenheit der USA dort identifiziere .. In Wirklichkeit bewegen mich zwei Gründe zu meiner Reise. Der eine ist ein militärisches Interesse, der andere d« Wunsch, die Beziehungen des Militärs m Südvietnam mit dem Volk zu studieren. Wenn man in einem Guerillakrieg dem Volk das Gefühl der Sicherheit geben will muss dieses Volk Vertrauen in seine Soldaten haben. Nur so kann etwas «reicht werden" (ITA) Radikalismen zurück. Also doch Opportunismus, wird man fragen. Nein, das sind nüchterne Erwägungen, die nach den gemachten Erfahrungen stärker als nationalistische Empfindungen gewesen sind. Immer wirken äussere Fak toren auf den Menschen ein, bestimmen seinen geistigen Standort und beeinflussen seine Handiunsweise. Eis wäre oberflächlich und gefährlich, den Einfluss der äusseren Lebensbedingungen auf das Verhalten und auf das Denken der Massen zu verkennen. Das hat mit religiösen, wirtschaftlichen, philosophischen, soziologischen oder anderen Theorien und Gedankengebäuden nichts zu tun. Das sind Lebenserfahrungen und Beobachtungen, die jeder Mensc-h täglich anstellen kann. De Radikalisierung Deutschlands durch den Nationalsozialismus war doch nur möglich, weil Arbeitslosigkeit, Hunger, Not und Verzweiflung durch eine ausweglos erscheinende Entwicklung den Boden für den Sturz in das Extrem vorbereitet hatten. Hunger und Not wirken aufwühlend, Satt-Sein und Zufriedenheit beruhigt. Dieser Prozess hat sich an den Bundesdeutschen vollzogen Solange alles gut geht, werden die „staatstragenden“ Parteien gewählt. Herrscht an irgendeiner Stelle Unzufriedenheit, dann tritt der Ausfuhr von Brillanten Tel Aviv. — Im vergangenen Jahr betrug der Export geschliffener Brillanten aus Israel 30 Prozent der Gesamtausfuhr und 44 Prozent der Ausfuhr industrieller Produkte. Laut jetzt veröl fentlichten Ziffern erreichte der Brillantenexport, der im Jahre 1949 dem Land 5.191.000 Dollar einbraente 1965 die Höhe von 154.200 000 Dollar, d. h. 3.000 Prozent mehr. Brillanten und Zitrusfrüchte sind die einzigen Exportartikel, die keine staatliche Subvention verlanger» und erhebliche Mengen von Devisen einbringen. (ITA) im Augenblick verborgene aber vorhandene Radikalismus auf, der von Tradition» ■ verbänden aller Art genährt, aber zur Zeit noch zurückgehalten wird. Man soll sich nicht täuschen: aus diesen Gründen treten nur „Einzelgänger“ in Erscheinung, jedenfalls bisher. Wie lange diese Tendenz anhält, lässt sich nicht vor aussagen. Gefahren für den demokratischen Bestand des Staates sind vorhanden, auch wenn sie heute nur an Symptomen bei Outsidern oder durch Splittergruppen erkennbar werden. MDHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON; 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director; Amoldo W. B. Swarsenaky Pueyrredón 2190, 1» iasq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000.— jährl Schmiarereteii Johannesburg. — In Johannesburg wurde eine Synagoge durch Nazi-Symbole verunziert. Man. glaubt, dass diese Untat von organisierten deutschen Nazis stammt, die in grosser Zahl nach Südafrika gelangten. Der Erlass eines Einreiseverbotes für solche Subjekte wurde verlangt. Kabel zwischen Frankreich und Israel Paris. — Der Bau eines Kabels zwischen Frankreich und Israel wurde angeordnet, das programmgemäß« in zwei Jahren betriebsfähig sein soll. Es wird das einzige Kabel sein, das Israel auf eine so grosse Entfernung hin mit einem anderen Land verbindet. (ITA) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. DERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROE NT G EN STRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 BERNARDO STERN Ausführung saemtlieher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-44)52 Dr. L KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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