Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2176 (15.7.1966)
- Date
- 1966-07-15
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afi* XXVII. — N» *17« — Viernes, 15 de Julio de 1966 Eine Verzweiflungstat (Schluss von Seite 1) Armeechef vorzu bereiten, wollte ich ihn zunächst als Front - Generalstabsoffizier (Div. Ta) und Truppenführer einsetzen“. Schon damals hat sich Stauffenberg seinem vorge setzten General gegenüber freimütig für eine Beseitigung Hitlers eingesetzt. Der General erklärte später: „Sein (Stauffenberge) Widerstand entwickelte sich sowohl aus der Kenntnis der hoffnungslosen militärischen Lage..., als auch aus seinem prinzipiellen Widerstand gegen den Nationalsozialismus als gläubiger Katholik“. — Bei einem Angriff amerikanischer Jagdflieger verlor Stauffenberg die rechte Hand, die beiden letzten Finger der linken Hand und das linke Auge. Er blieb am Leben und wurde sofort nach seiner Wiederherstellung als Generalstabsoffizier eingesetzt. Nach übereinstimmenden Berichten verstärkte er unverzüglich seine Arbeit als das Haupt des Widerstandes. Vor allem war es Gördeler, der zu einer entscheidenden Tat drängte. Man war sich aber nicht einig, was unternommen werden sollte. Einmal fand sich auch ein jüngerer Offizier bereit, ein Attentat auf Hitler zu verüben, aber er bekam hierfür keine Gelegenheit. Jetzt reifte in Stauffenberg der Plan, das Attentat selbst auszuführen Tatsächlich brachte er eine Bombe, versteckt in einer Aktentasche, bei einer Lagebesprechung ins Führerhauptquartier. Die Bombe explodierte, aber das Attentat scheiterte. Stauffenberg wurde noch am gleichen Tag von einem Standgericht zum Tode verurteilt und erschossen. Die Gestapo verhaftete die Verdächtigen, die vom Volksgericht abgeurteilt und dann hingerichtet worden sind Die überwiegende Anzahl der Op. fer des 20. Juli waren adlige Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1° izq. nachm. 16—19 Uhr Ttlefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Offiziere, aber auch eine Anzahl von Geistlichen, Intellektuellen und Politikern. IV. Obwohl keine Veranlassung besteht, an diesem Widerstand gegen Hitler und auch gegen das NS-System zu zweifeln, gibt es viele unbeantwortete Fragen. Dass das geistige Haupt dieses Widerstandes selbst das Attentat ausgeführt hat, obwohl docu Stauffenberg ein Krüppel geworden war, wirft ein eigenartiges Licht auf diese Verschwörer, zumal doch Stauffenberg keineswegs der ein zige gewesen ist, der gelegentlich zu Lagebesprechun gen gerufen wurde. Das von ihm zitierte Wort: „Ich glaube, dass der Himmel denen gnädig ist, die in der Erfüllung ihrer Aufgabe alles opfern“, zeigt vielleicht eine menschliche Grösse des Mannes, der seine, von ihm selbst erkannte Pflicht erfüllt hat und mit noch nicht 37 Jahren seine Empörung mit seinem Leben bezahlte, kann aber das Zaudern und Zurückstehen aller anderen nicht erklären. Wenn man die militärische Lage, wie sie sich am 20. Juli 1944 zeigte, berücksichtigt so wird man feststellen, wie spät dieses Attentat kam, dessen Fehlschlag die Niederlage ebensowenig wie sein Gelingen ändern konnte Das wusste niemand besser als Stauffenberg, der in diesem Attentat den letzten Versuch einer von ihm angestrebten „Ehrenrettung“ erblickte Heusinger hat den Anschlag als Verzweiflungstat bezeichnet. Aber war diese Ehre noch zu retten? V. In der Zeit, als die Offiziere ihren Widerstand diskutierten, und als Graf Stauffenberg die Beseitigung Hitlers und seines Regimes im Rahmen seiner Möglichkeiten organisierte, wurden Millionen Menschen in den Konzentrations- und sonstigen Schreckenslagem der Nazis „vernichtet“. Die Mordmaschine der „Elndlösung der Judenfrage“ lief auf höchsten Touren. Aber nicht nur Juden wurden ermordet Ir. dem zweibändigen Werk von Hermann Langbein „Der Oberhemden REPARTIEREN UND NACH MASS ECHEVERRIA 3360, B. 76-3183 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckec railiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Hand and Maschiaenstickere) von Bett und Hschwäscfte Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T, E. 76-5842 Confitería NIZA iServicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS Auschwitzprozess. — Eine Dokumentation“ wird über die Beweisaufnahme während dieses Prozesses u. a. folgendes berichtet (Seite 299) - Zeuge (keine Jude): „Als ich Baredzki (einen der Angeklagten) kennenlemte, war er ganz jung... Aber bereits in den E’rüh lingsmonaten des Jahres 1943 im Lagerabschnitt B i b begann es. ich lag damals in Block 4. Beim Appell wurde eine Verordnung der SS verlautbart : Die Kranken durften in der Nacht nicht in den Block gehen, sondern mussten draussen bleiben. Beim Morgen appell lagen diese Häftlinge dann am Boden. Manche lebten noch, manche nicht mehr,.. Baredzki hat sich einem am Boden liegenden Häftling genähert und stellte sich vielleicht eine Minute auf dessen Hals. Dann ging er fort. Als er sah, dass der Häftling noch seinen Kopf bewegen wollte, kam er zurück und stellte sich nochmals auf den Hals. Das spielte sich vor allen Häftlingen des Blocks 4 ab.“ Auf Frage des Vorsitzenden, ob sich der Angeklagte direkt auf den Hals oder auf einen über den Hals gelegten Stock gestellt habe, erwiderte der Zeuge: „Nein, es war kein Stock auf dem Hals, er hat sich di rekt mit den Stiefeln auf den Hals gestellt. Es war sehr unangenehm anzuschauen. Nach iem ersten Mal hat der Häftling noch den Kopf heben können. Er hat ihm aber nicht erlaubt, ruhig zu sterben.“ — Solche und viel schrecklichere Vorkommnisse werden auf 835 Seiten geschildert. Das war nur in Auschwitz. Von den furchtbaren Mordtaten in anderen Lagern, in Treblinka, Maidanek, Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen, Mauthausen, Bergen Belsen usw. usw. wissen wir aus anderen Prozessen. Von dem Wüten in den Ghetti in Polen sind Grauenstaten bekannt die hier nicht wieder - gegeben werden sollen VI. Was bedeutet der Widerstand der Offiziere und ihr heldenhaftes Sterben gegenüber solchem Geschehen? Warum haben sie so lange gewartet? Warum haben sie alle mitgemacht, jedenfalls so lange, wie die braunen Armeen von Sieg zu Sieg eilten? Gab es nicht schon ab 1933 und mitten im Frieden Schreckenslager in Deutschland, wo politische Gegner, Juden und Geistliche erschlagen worden sind? Auf diese Fragen gibt es keine Antwort. VII. Sehr spät haben sich die Männer des 20. Juli 1944 zur Tat entschlossen, für die ¿ich kein anderer als der schwer kriegsbesohädigte Idealist Stauffenberg fand. Ohne ECHEVERRIA 76.0286 3296, esq. CONDE 73-1049 Staerkere Abwehr verlangt London. — in London hat sich ein Comité gebildet, das eine aktivere und stärkere Verteidigung und Abwehr gegen Angriffe auf Juden verlangt. Alle Mitglieder des Board of Deputies erhielten ein Rundschreiben, in dem die Ziele dargelegt weiden. Der Board of Deputies hatte die Tätigkeit und die Gefahr dei faschistischen Organisationen lange Zeit unterschätzt heisst es in diesem Schreiben. Ohne die nachlässige Behandlung der Abwehr wären die Angriffe und Brandstiftungen auf Synagogen vom November 1964 bis Juli 1965 raum eingetreten. Eis dauerte sechs Monate, bis der Board die Synagogen auf die Gefahren aufmerksam machte und sie zu Schritten auf diesem Gebiet veranlasste. Eîrst ais eine aktive Gruppe der jungen Generation eingegriffon habe sei der Board aufgewacht. Im Rundschreiben wird eine neue dynamische Politik der jüdischen Abwehr verlangt. Das Abwehrcomité soll veroreitet werden und die Vertreter aller Organisationen umfassen, die im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus täiig sind. Konkret wird vor allem die Errichtung einer Infoimationsstelle verlangt, die ständig über die Tätigkeit der faschistischen Gruppen Berichte an die Gemeinden schickten solle. Eäne zentrale Abwehrstelle, mit einem bezahlten Stab von E'achleuten, nach dem Vorbild der Anti-Diffamierungs-Liga in USA, soll gebildet werden In den Gemeinden und Jugendorganisationen sollen Ehziehurgskurse durchgeführt werden, um die Mitglieder über die drohenden Gefahren zu informieren und zur Selbstverteidigung und Zusammenarbeit mit den polizeilichen Instanzen unzuieiten. Schliesslich sollen alle Bestrebungen uncerstützt werden, welche das Verbot aller rassistischen Organisât'onen zum Ziel haben. Zweifel war es äusserst schwierig geworden, dieses System von innen her zu beseitigen, dieses System, an dessen Aufbau alle mitge wirkt hatten. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass es eine mutige Tat gewesen ist. dass sieh das Gewissen stärker als die Macht erwiesen hat. Sicherlich waren diese Widerstandskämpfer, von ihrem Standpunkt aus betrachtet, mutige Männer, die mit ihrem Tode gerechnet haben, wenn ihre Bemühung fehl schlagen sollte. Dass ihre Bestrebungen heute diskutiert werden, dass Stimmen laut wurden, die sie zu Verrätern stempeln wollen, ist ein bedenkliches Symptom, das von unserer Gegenwart niebt übersehen werden darf. JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4c B 46-1716 und 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Abwanderung von Ingenieuren Haifa. — Jedes Jahr verlassen etwa 600 spezialisierte Techniker und Ingenieure das Land, und nur 40 Prozent von ihnen kehren wieder nach Israel zurück, so erklärte Alexander Goldberg, der Präsident des Teohnions, in einer Versammlung am Runden Tisch. E)r berichtete, dass 300 Absolventen dieser Hochschule, in ihrer Mehr, zahl Ingenieure für Elektro nik und Elektrizität, heute in Nordamerika arbeiten. Der Hauptgrund für diese Abwanderung ist die Tatsache, dass nur 46 Prozent der Absolventen der Elektrotechni sehen Fakultät des Technion in Israel Anstellungen fin den und hier als einfache Techniker arbeiten, nicht je doch als Ingenieure. Aus offiziellen Statistiken geht nervor. dass gegenwär tig 5.500 israelische Techniker mit Universitätsbildung im Ausland arbeiten, von denen 1500 Ingenieure für Ellektrizität sind, die am Technion studiert haben. — Israelische Polizistin Helsinki. — Auf einer kürzlichen Goodwill-Tour für Israel wurde die 20jährige israelische Polizistin Eüschewa Pirchin an einer der belebtesten Kreuzungen Helsinskis eingesetzt. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Elditado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährL Zum Tode verurteilt Wien. — E5n Gericht in Riga hat nach dreiwöchigem Verfahren fünf Letten — drei in Abwesenheit — wegen Kriegsverbrechen während der deutschen Besatzung zum Tode durch Erschiessen verurteilt. Alle wurden der Teil, nähme an der Ermordung von 15.000 Menschen im Bezirk Rezekne (Ostlettland) beschuldigt. (AWZ) „Aktion SühnezeJchen“ Freiburg. — 30 junge Deutsehe werden ein Jahr lang unter der Obhut der „Aktion Sühnezeichen“ in Jerusalem und Haifa in Blinden, und Kinderheimen arbeiten. Die Gruppe reiste vor kurzem von Freiburg nach Israel ab. — (AWZ) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servido de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciendas Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E„ URIBURU 285 41 2331 — 2240 47.5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEIF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. 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