Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2175 (8.7.1966)
- Date
- 1966-07-08
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615541--4421-9615544- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vienes S de Jatte de 196« SEMANA ISRAELITA AÄe XXXII. — N» SUS — 9 Ein Koenig besucht die USA (Washington-Syracuae.) — Mit Jen einem König geziemenden Ehren wurde Faisal, der Herrscher über Saudi Arabien, vom Präsidenten Lyndon Johnson in Washington empfangen. Die Zeremonien verliefen vorschriftsraässig und dem Protokoll entsprechend. Von vielen Seiten ■wurden — wie üblich — Fragen an den Ehrengast der Vereinigten Staaten gestellt, auf die er auch bereitwillig antwortete. Faisal sagte u. a, die Juden, die den Staat Israel unterstützen, seien Feinde der Araber. Diese Bemerkung braohte an sich nichts Neues. Derartige Erklärungen, die dadurch nicht richtiger werden, dass man sie dauernd wiederholt, stehen auf der arabischen Tagesordnung. Dass diese Bemerkung unrichtig ist, braucht von unserer Seite nicht versichert au werden Kein Jude wäre gegen die Araber, wenn sie sich endlich auf den Boden der politischen Tatsachen stellen wür den. Dass Juden und Araber in jeder Weise Zusammenarbeiten können, ist geschichtlich erwiesen. Von unserer Seite sind Beteuerungen nicht erforderlich. CARLTON- Kleidung ist Kleidang guten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. * Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine Be. hauptung, die ich taeglich beweisen muss, immer wieder mit jedem Meter zugeschnittenen Stoffes. * Feine MASSKLEIDUNG * FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carlton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T£. 31-7845 von ß. B. SAMVEL Was Faisal in Washington sagte, ist keine arabische Weisheit, sondern eine politische Dummheit. Solche primitiven Slogans sind jedoch sehr gefährlich, gestern wie heute. So wird Hass zwischen Völkern und Menschen gesät, während es eigentlich die Aufgabe der gekrönten und ungekrönten Staatsoberhäupter sein sollte, im Zeitalter der Atombombe nach einen Ausgleich zu suchen. Dass diese Aeusserung Faisals, die Juden, die Israel unterstützen, sind Feinde der Araber, weittragende Folgen haben würde, war durchaus nicht zu erwarten. Dennoch hat sich der (republikanisehe) Bürgermeister der Stadt New York, John V. Lindsay. dem sich der Gouverneur des Staates New York, Nelson A. Rockefeiler anschloss, zu einem auch für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlichen Schritt entschlossen. Lindsay lehnte ab, den König zu empfangen. Ein zu Ehren Faisals angesetzes Bankett sagte der Bürgermeister ab. John V. lindsay erklärte- „Nicht nur die Juden, nein, alle Bürger New Yorks sind scharf angegriffen worden. ‘ Der Sprecher der Stadtverwaltung sagte einem Reporter: „Der Bürgermeister will den König nicht begrüssen und ihn auch nicht sehen.“ Faisal soll diese Erklärungen sowie die Haltung des Bürgermeisters und des Gouverneurs nicht tragisch genommen haben, sagten seine Repräsentanten, denn der König sei Ehrengast des Präsidenten der USA. Eine andere Reaktion war bisher nicht festzustellen. Einige Kommentatoren meinten, die republikanischen Politiker hätten einem Druck der jüdischen Grgani sationen oder anderer politischer Gruppen nachgegeben. Rockefeiler hätte auf die kommenden Wahlen Rücksicht genommen, denn New York City allein habe mehr als eine Millionen 800.000 Juden ... Herr Lilienthal vom Anti- Sionist American Counci1 for Judaism dagegen beschuldigte Lindsay einer antiamerikanisohen Haltung, um damit Stimmen zu erhalten... Diese Methode assimilatori- Religioese Freiheit Nach Berichten von jüdischen Auswanderern aus Ru mänien macht die jüdische Bevölkerung von der religiösen Freiheit einen guten Gebrauch. In den Synagogen werden täglich Talmudkurse geführt. In den Synagogen und Gemeindezentren werden Gebetbücher und alle religiösen Utensilien abgegeben. Die jüdischen Friedhöfe wurden fast alle wieder hergerichtet. Auf einem Friedhof wurde ein Monument für die 769 Opfer der „Struma“ enthüllt. Das mit FlüchtUngen besetzte Schiff wurde im Jahre 1942 von einem deut sehen Unterseeboot torpediert. Nun haben die Opfer dieser Katastrophe in Bukarest ein Denkmal erhalten. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wohnten in Rumänien 800.000 Juden. Während des Krieges wurden etwa 400.000 durch die Nazis umgebracht; später wanderten von den Ueberlebenden 300.000 aus. Geblieben sind jetzt noch etwa 100.000. Für den Verband der rumänii sehen Juden in Nordamerika ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpäen Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFÜEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche In allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN. TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL: 52 2993 4 Quader von Statten üxquisa fuhr dessen Präsident, Dr. Krämer, nach Rumänien. Er erzählte, dass 50.000 Juden in der Hauptstadt Bukarest wohnen. Die Mischehen, besonders in den kleineren jüdischen Gemeinden, nehmen zu. Der Verband der jüdischen Gemeinden hat es unternommen, 120 jüdische Friedhöfe instand zu stellen. In wirtschaftlicher Beziehung ist zu bemerken, dass es viele jüdische Arbeiter und Angestellte in den Staatsbe trieben gibt, viele kleine Handwerker verdienen ihren Unterhalt. Eine Anzahl älterer Juden erhält Pensionen von der Regierung. Die Regierung, so wird berichtet, sei nicht antisemitisch eingestellt, dagegen sei im Volke noch viel davon zu bemerken. Die Regierung mache bei der Auswanderung keine Schwierigkeiten, ausgenommen bei Berufen, die für das Land notwendig sind. Beobachter sind der Meinimg, dass noch etwa die Hälfte der Juden auszuwandem wünscht. Die jüdischen Kommunisten treten nicht als Juden auf; sie wollen fiTar nicht, dass ihre rumänischen Kollegen wissen, dass sie aus jüdischen Familien stammen. Dr. Krämer erhielt von der Regierung die Bewilligung, zwei Torarollen mitaunehmen, die mehrere hundert Jahrg alt sind. Eine davon hat die Synagoge rumänischer Juden in Tel Aviv erhalten, die andere ging an die neue Synagoge auf dem Kennedy-Flugplatz in New York. MOEBELHAuTi WATERMANN Das Haas der 3 Geschäfte aalt der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. E. 35 . 7933 CABILDO 2614 PAMPA 49T9 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvtrato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung scher Juden, den anderen sa gen zu wollen, was in ihrem nationalen Interesse läge und was nicht, kennen wir aus Zeiten, die wir länget verschollen glaubten... Wir haben nicht zu untersuchen. welche Motive Lindsay und welche Nelson A Rockefeller bewogen haben, siedr gegen die Erklärungen Faisals in einer klaren und unmissverständlichen Form auszusprechen. Wir können nur feststellen, dass dieser Schritt der beiden nordamerikanischen Politiker eine Absage für alle diejenigen bedeutet, die sich in dieser Weise gegen einen Staat äussem, mit dem Amerika und nicht nur die USA in freundschaftlichen Beziehungen steht, und die ausserdem die Bürger anderer Länder angreifen. weil sie eine politische Haltung einnehmen, die „den Arabern“ missfällt. Jedenfalls hat Lindsey klar zu erkennen gegeben, dass er diese Art von Interventionen für unerträglich und für unstatthaft hält. Leider kann Präsident Johnson nicht mit derselben Klarheit zu diesen Vorgängen Stellung nehmen, denn Faisal ist sein Gast. Immer hin wäre es wünschenswert, wenn auch das Statedepartment bei nächster Gelegenheit diesen arabischen Manövern, die mit der arabischen Wirklichkeit durchaus nicht im Einklang stehen und den arabischen Boykottbestrebungen mit Energie entgegentreten würde. Ermittlungsverfahren in Bayern München. — Bei den Staatsanwaltschaften in Bayern sind gegenwärtig 32 Staatsanwälte mit 160 Ermittlungsverfahren gegen 869 Personen beschäftigt, die der Beteiligung an NS-Verbrechen beschuldigt werden. (AWZ) LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 33-2613 26. Tsnmw 5726 3. JuM 1966 Kennedy-Denkmal in Israel Jerusalem. — Der Präsident des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, Earl Warren, und Ministerpräsident Levi Eshkol haben in Anwesenheit von 2.000 geladenen Gästen in den Bergen von Judäa das Kennedy-Denkmal enthüllt. Hunderte von Besuchern aus den USA, Kabinettsminister und hohe Beamte wohnten der Zeremonie bei, die bei strahlendem Sonnenschein stattfand. Das Denkmal und der dahinter hegende Kennedy- Wald, beide Stiftungen der nordamerikanischen Judenheit, wurden vom Keren Kajemet errichtet. Der Gedanke dafür stammt von dem vor einem Jahr verstorbenen Max Bressler aus Chicago, seinerzeit Präsident des KKI, in USA. Richter Warren führte aus: „Wir weihen das Denkmal am Unabhängigkeitstage der Vereinigten Staaten von Amerika ein, doch auch zu Ehren der Unabhängigkeit Israels und anderer freien Nationen. Wir stehen hier auf geschichtlichem Boden, denn dies ist der Ort der Geburt der drei Weltreligionen, auf die sich unsere Zivilisation gründet, und die uns zum Bewusstsein gebracht haben, dass alle Menschen Kinder Gottes sind und das Recht auf ein Leben in Frieden haben.“ Br sprach von der Ueberaeugung des ermordeten Präsidenten, dass es Israels grösster Wunsch sei, in Frieden zu leben, und versieh er te: „John F. Kennedy wäre zutiefst mit dieser Art der \ Ehrung seines Andenkens einverstanden gewesen.“ Er erinnerte daran, dass Präsident Kennedy bei einer Gelegenheit erklärte, dass der KKL „den höchsten idealisti« sehen Traum mit praktischer Weisheit vereint“. Auch der aufrichtigen Freundschaft des verstorbenen Präsidenten für Israel gedachte er und schloss mit den Worten: „Wie er es getan hätte so schliesse auoh ioh mit dem Grass .Schalonr.” Premierminister Levi Eshkol nannte das Denkmal, das auf einem Hügel liegt, welcher Berge und Täler im Umkreis überblickt, ,ein weiteres dauerhaftes Glteddas diese Hügel mit der ewi« gen Flamme auf dem Friedhof vom Ariington bei Washington verbindet, auf dem di« sterbliche Hülle Kennedys ruht*“ Kennedy, so fügte er hinzu, habe sich des Tributes verdient gemacht, dass die um die heilige Stadt Jerusalem wachsenden Bäume seinen Namen verewigen, denn die Bibel sagt, dass „ein Mensoh ein Baum auf dem Felde Ist.“ Eshkol versprach: ,Das Andenken an Jhn F. Kennedy wird auf immer hier geehrt werden, nicht nur als eines Freundes Israels sondern als Symbol der hehren Ideale seines Landes und der ganzen Menschheit.“ — Nena Betriebe I Haifa. — in der neuen Industriezone in der Nähe der Eisenbahnstation von Beer Schewa werden auf einem Gelände von 700 Dunam 150 neue Betriebe errichtet. Ne» York FranWv Zürich Jamaika Dakar •uayaouti •Mittag» dt Chite Die Lufthansa bietet attf einzige Fluggesellschaft diese Dreiecks - Verbindung: Buenos Aires - Lima - Jamaika - New York - Frankfurt Frankfurt Zürich Buenos Aires Egal, weiche Flugstrecke Sie na<$ Eurem warnen, sei ns über die PazifiKKttete^üor den sadatiantitt, die Flugzeiten und Preise sind fast gleich. Wenn 91b ihren Flug (n New Vorfc unterbrechen, könne» Sie die Fortsetzung ihrer Reise von dort aus mit unseren täglichen Olretci-VerblrKlungen nach Frankfurt Köjft Monoton, Hamburg .und Stuttgart machen. Fragen Sie ihr Lufthansa-Büro Has nächste IATA-fteise-0uro *© Lufthansa