Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2172 (17.6.1966)
- Date
- 1966-06-17
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Z — Vier»«*, n de Junîe ir KSt JÜDISCH WOCHNSCIiV Ade ixm — W »72 Das afrikanische Chaos (Schluss von Seite 1) Israel und Sowjetrussland Jerusalem. — Der sowjetische Botschafter Dimitri Schuwajin wurde auf sein Ersuchen von Ministerpräsident Levi Eshkol zu einem „wichtigen Gespräch" empfangen. Wie verlautete, wollte er Israels Premierminister mitteilen, dass die in grossem Masstab beschlossene Wiederaufnahme der sowjetischen Hilfe für das neue Regime Syriens die Besserung der russisch-israelischen Beziehungen nicht berühren würde. In politischen Kreisen wird auf die Bedeutung der zwischen Eshkoj und Schuwajin geführten Unterredung verwiesen aus der sich entnehmen lässt, dass Sowjetrussland Israels Wunsch, die gegenseitigen Beziehungen zu verbessern, anerkennt. Gleichzeitig fiel es auch auf, dass bei einem zu Ehren des syrischen Ministerpräsidenten Jussef Zain im Kreml veranstalteten Bankett der russische Regierungschef Kosygin die übliche Erwähnung Israels unterliess, als er für den Frieden in der Welt und in der xnittelöstlichen Region emtrat. (ITA) mal sind in einigen Fällen die unter Mitwirkung der ehemaligen Kolonialmächte und der UN gezogenen Grenzen der neuen Länder will kürliche und künstliche Es wurde eine ganze Reihe von Kleinstaten gebildet, deren Lebensfähigkeit vom ersten Augenblick ihrer staatlichen Existenz an zweifelhaft er - scheinen musste. Man be rüekeichtigte manche Stammesrivalitäten, um möglichen kriegerischen Auseinandersetzungen auf diese Weise zu begegnen, übersah aber hierbei, dass dadurch die Kleinstaaten nicht lebensfä hgier werden, dass man sie weiter zerstückelt. Von den insgesamt 117 Mitgliedern der Vereinten Nationen erscheint Israel nach der letzten Statistik der UN für die Bevölkerungen der angeschlossenen Staaten an 87. Stille. Zehn afrikanische Länder haben 'weniger Einwohn«-, unter ihnen z. B. Gabun mit noch nicht einer halben Million, und das bei einem Flächeninhalt, der den Israels um mehr als das Zehnfache übersteigt. Auf die Gefahren, die eine Zerstückelung des afrikanischen Kontinents mit sich bringen musste, ist schon vor Jahren von autorisierter Seite hingewiesen worden Ob diese Zerschlagung in Kleinstaaten einer Absicht der bestimmenden Grossmächte entsprochen hat, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls stellte sich sehr bald heraus, dass viele der neuen Staaten nicht lebensfähig sind. Die Problematik der wirtschaftlichen Kapazität die. ser Länder ist keinesfalls für die neuen Staaten typisch. Auch die alten afrikanischen Länder, unter ihnen vor allem Aegypten, haben bisher nicht den rechten Anschluss Df. FREY AB06AD0 PUEYRREDON 2190 1® ixq. nachm, u—19 Uhr T#l*f«: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spesktigeschaeil CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANGENBERG S. R. I*. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHÄRFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO ‘¿2*2 T. E. 73-78*1 an das 20. Jahrhundert trotz ihrer Hochhäuser in Karrt und der Raketenwaffen gefunden. Wenn ein so grosses und altes Land wie Aegypten nicht imstande ist, ohne ausländische, amerikanische, russische, chinesische, engli sehe oder sonst welche Hilfe seine Wirtschaft auf zu bauen, mit welchem Recht kann man das von Gabun Togo, Kongo oder sonst welchem Land erwarten, das keine tausendjährige, oder auch nur hundertjährige Erfahrung hat und dessen Grenzen nicht nach Wirt «chaftlichen Notwendigkeiten, sondern nach Gesichts punkten politischer Zweckmässigkeit gezogen worden sind. — Bei der Bildung der afrikanischen Staaten wurden durchaus nicht wirtschaftli - che Gesichtspunkte berücksichtigt, obwohl zu jedem Zeitpunkt der Staatengründung diese Frage aufgeworfen war. Welche Zukunft kann ein Land haben, das nicht imstande sein wird, sich wirtschaftlich zu entfalt«!, das nicht über die notwendigsten Mittel und Möglichkeiten zum Aufbau ein« selbständigen Landwirtschaft oder Industrie verfügt? Dass noch ein schwarzes Land mehr seine Stimme in den UN abgeben darf, kann wohl nur schwerlich der Inhalt einer nationalen Existenz sein. Man ist sich auch darüber im Klaren gewesen, dass es sich bei den meisten afrikanischen Ländern nicht um „Nationalstaaten" im eigentlichen Sinne dieses alten Begriffes handelt. Denn in den meisten Fällen fehlen sogar die charakteristischen Eigen, schäften einer Nationalität. Aehnlich wie die Völker Indiens haben auch die Afrikaner keine gemeinsame Sprache und müssen sich zu ihrer gemeinsamen V«ständigung der Sprache ihrer einstigen Kolonialherren bedienen. Bei einem Kongress afrikanischer Intellektueller, der vor einigen Jahren in Italien stattgefunden hat, beklagten die führenden Geister diesen spürbaren Mangel der gemeinsamen Sprache, da doch die Sprache eines der entscheidenden Bindemittel zwischen den Menschen ist, wenn auch nicht das alleinige. Ueberhaupt spielt die frühere Kolonialzeit im Bewusstsein der Afrikaner eine grosse Rolle. Letztlich sind JUDITH SGHENKOLEWSKt RULTUSSTICKERETEN Scfcebbosdeckee Tauigbeute! Käppdbes Mag wrt-Tascben Bandmaé M a seWnenstiekerej ress Bettand Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13*185 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 die Grenzziehungen zwischen den einzelnen afrikanischen Gebieten auch nur ein Erbe des Kolonialismus, der zumindestens in seinen Anfängen die Grenzen seines „Schutzgebietes" willkürlich gezogen hat. Dass sich im Laufe von Jahrzehnten ein eigenes nationales Gefühl der Bevölkerung dieser Gebiete herauskristallisierte kann nicht ohne weiteres unterstellt werden. In welch«» Umfang dev Einfluss der früh«en Kolonialmacht trotz all« kommunistischen Interventionen und Infiltrierungen, die wir als vorhanden unterstellen, auch jetzt noch besteht ergibt sich aus verschieden« Tendenzen und Entwicklungen. Am stärksten tritt dieser Einfluss in den Gebieten und Staaten hervor, die vor mals unter französischer Herrschaft gestanden haben. Die Franzosen haben überall die Tendenz gehabt, die „kolonialen" Völker mit der französischen Sprache und Kultur vertraut, sie zu Franzosen zu machen. Ganz im Gegensatz hierzu haben die England« sich stets damit begnügt, dass die Kolonialvölker treue Untertan« and, denen sie im übrigen überüfcssen, ob sie sieb mit der englischen Kultur- und Vorste llungswelt bekannt machen wollen oder nicht. Ein Anglisierungsprozess wurde bewusst nicht eingeleitet. Heute kann man beobachten, wie die Bestrebungen zunehmen, zu einer Koalition od« Zusammenfassung derjenigen Länder zu gelangen, die ehemals unter französisch« Oberherrschaft gestanden haben. Dass die Franzosen diese Bemühungen fördern, darf man als selbstverständlich unterstellen. Darauf kommt es nicht an, wenn man sich mit den Ursachen gewiss« Entwicklungen beschäftigen und aus - einandersetzen will. Ohne zu einem abschliessenden Urteil gelang« zu können, dürfte eine der bewegenden Kräfte in der gleichen Erziehung und dadurch bedingten glei chen od« ähnlichen Einstellung zu gesellschaftlichen, staatlichen und ökonomischen Problemen zu suchen sein, wobei sprachliche oder kulturelle Bindungen zunächst ause« Betracht bleiebenso bedeutsam« Grund ben können. Ein weiterer, sicherlich , für solche Anstrengungen, eine Staaten-Föderation zustande zu bringen, liegt in den objektiv«! Schwierigkeiten der Eigenstaatlichkeit von Lendern, die entweder geographisch aa klein oder wirtschaftlich zu schwach sind, eine Kigenexistenz zu führen. Ihre«» Wesen nach 1 begegnen wir bi« ein« Ten. denz, die nicht nur bei den JACOB LAPIDUS üfi. M*ta! NEUE ADRESSE VIAMONTIf 9937 4? B 49-171« «M 48 2124 M0HEL M. PLAKSIN Smperi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 afrikanischen Ländern beobachtet werden kann. Die Bildung von mitunter sehr kleinen und deswegen schwer lebensfähigen Kleinstaaten begann nach dem Ersten Weltkrieg in Europa, als die Völk« von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machten, das ihnen der amerikanische Präsident Wilson in seinen 12 Punkten versprochen hatte. Sehr bald sollte es sich jedoch zeigen, dass manche dies« neuen Staatswesen nicht üb« die notwendige Lebenskraft verfügen, nicht etwa allein deshalb, weil die von den benachbarten Grossmächten bedroht, bedrückt, aufgesogen od« Uberrannt wurden. Um diesen objektiven Schwierigkeiten zu begegnen, die bei echten Nattionaistaa ten mit einer gemeinsamen Geschichte, Sprache, Kultur und Interessensphäre ihrer Bevölkerungen aufgetreten waren, ging man bald zu einer Zusammenfassung zu Staatenbünden, zu Allianzen zu Wirtschaftsgemeinschaften und anderen Formen einer Kooperation über, um die auitretenden Probleme gemeinsam und einheitlich lösen zu können. Der „Ostblock“ ist nicht nur ein politisches Gebilde, das vom Kreml zur Durchsetzung des kommunistischen Systems geschaffen worden ist, sondern eine Art „rote europäische Wirtschafts . Gemeinschaft“ schon vor d« Schaffung des westlichen Gemeinsamen Europäischen Marktes... Die wahrscheinliche Lösung der grossen Schwierigkeiten auf dem afrikanischen Kontinent dürfte in der Zusammenfassung der vielen kleinen Landbr zu Staatenbünden liegen, die nach den verschiedenen massgeblichen ethnischen, nationalen, kulturellen und wirtschaftU- .chen Gesichtspunkten gebil det w«den müssten Daa> sich hierbei die Einflüsse und Interessen der Gros» machte od« anderer Land« nicht ausschalten lassen, mag bedauerlich sein, wird aber immer als eine Tatsache hin. genommen werden müssen. Ob hierdurch der westliche Einfluss den östlichen übersteigt, ob sich die englische Politik gegenüber der französischen durchsetzt od« ob Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT B8TOMBA 2983 — M-8216 RAYOS X PARADENTOSE die Chinesen geschickter sein w«den als die Russen, das lässt sich nicht Voraussagen Sie alle werden den afrikanischen Völkern ihre Hilfe mit vielen V«spreehungen anbieten. Das entspricht dem „freien Wettbewerb'1 auf dem Ge tuet der internationalen Politik. Jedenfalls werden noch Jahrzehnte vergehen, bevor die afrikanischen Staaten je. ne Souveränität besitzen werden, die ihnen erst nach ein« langen Entwicklung die freie Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten gestatten wird. — LA SEMANA BIAEUIA Semanario — aparece los Viernea Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director; Amolde W. B. Swareenaky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Prei« Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährL HUSSEIN BRICHT MIT SCHUKAIRY Jerusalem. — König Hussein von Transjordanien forderte in einer Rede üb« Radio Amman die Auflösung der von der UNRWA unterhaltenen Lag« für arabische Flüchtlinge und die Bingfiederung der Lagerinsassen in den Ländern, die ihnen Obdach geboten haben. Br kündigte seinen Bruch mit d« Organisation für die Befrei- : ung Palästinas an, die « als eine „Teroristen - Organisation" bezeichnet^, gegen deren Mitglieder in Trans Jordanien strenge Massnahmen verfügt werden sollen. In israelischen Kreisen wurde die Erklärung Husseins als „realistische Einstellung" begrüsst, f Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE <*c non« 73-1049 BERNARDO STERN AufiilirvBf mmttteber MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 TKLEF. VORANMELDUNG CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. 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