Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2171 (10.6.1966)
- Date
- 1966-06-10
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, M 4c Juni© de 196€ SEMANA ISRAELITA Afif> XXVII. — No *171 — 5 n /t ft t isi>nt iÍ is nt ns in von JAKOB GLATSTEIN (New York) USA Literarische Notizen Abgelenkt durch den Kampf um die Bürgerrechte und gegen die Vorurteile, die in den Vereinigten Staaten den Negern gegenüber bestehen, neigen wir dazu, dem Antisemitismus, der in diesem Lande der Freiheit manchmal kriminelle Formen an. nimmt, nur geringe Aufmerksamkeit zuzifwenden. Natürlich' können die Vorurteile gegen die Neger nicht mit denen gegen die Juden verglichen werden, doch darf man den Antisemitismus dennoch nicht unterschät een, wobei darauf hingewiesen werden soll, dass es so etwas, wie einen „passiven Antisemitismus“ nicht gibt. Fast immer ist der böswil. lige junge Mensch, der die Synagogen mit Hakenkreuzen beschmiert, der Sohn eines passiven Antisemiten und wurde im Geiste des Judenhasses erzogen. Ein in solchem Milieu Aufgewachsener geht einen Schritt weiter und aktiviert den Antisemitismus, der ihm in seinem Heim eingeimpft wurde. Auch sein Vater wäre insgeheim gern bereit, diese Gesinnung zu aktivieren, wenn sich ihm eine passende Gelegenheit böte, es in kollektiver Form zu tun, ohne sich als einzelner Krimineller demaskieren zu müssen. Fest steht, dass der Antisemitismus in den USA existiert und auch unschwer wahrgenommen werden kann. Der hemmungslose Neger, fresser des Südens ist stets auch Antisemit. Oft genug schon waren judenfeindliche Schlagworte während der gegen die Neger gerichteten Unruhen zu hören. Der Ku- Klux-Klan predigt unverhüllt seine Diskriminierungs-Dok. trin zugunsten der „weissen, protestantischen Christen“. Es seien auch die Hunderte von Gruppen und Verbänden erwähnt, die das Land mit sogenannter antisemitischer Literatur über, schwemmen. Alle Deputierte und Senatoren wissen das, denn ungezählte Pamphlete und Flugzettel flattern alltäglich auf ihre Schreibtische, in denen die Juden für alle Misstände des Landes und auch aller übrigen Länder der Welt verantwortlich gemacht werden. Diese Gruppen wenden für ihre Propaganda Hunderttausende von Dollars auf und ver- 1 breiten ihre „Thesen“ durch die Post, ohne dabei auch nur im geringsten behelligt zu werden. In indirekter Form unterstützt die Regierung der Vereinigten Staaten die Verbreitung dieser „Literatur“ die im Namen der Demokratie und ihrer Meinung«, und Pressefreiheit betrieben wird. Aus welchen Quellen werden die untergründigen Verbreiter von Anstiftung zum Hass subventioniert? Wenn wir diese Frage stel len, müssen wir uns vor Augen halten, dass es in Nordamerika nicht eine einzige Organisation der extremen Rechten gibt, auf deren politischem Programm der aktive Antisemitismus fehlt. Die kleine „Schule“ des Antisemiten Lincoln Rockwell dient allen anderen als Richtlinie, und Rockwell fordert die Vergasung der nordamerikanischen Juden. Es soll auch nicht vergessen werden, dass selbst unter den Negern, für deren Rechte so viele Juden in führender Stellung kämpfen, eine starke antisemitische Tendenz vorherrscht. Erst vor kurzem wurde ein fünfjähriges Studium des Antisemitismus der USA an der kalifornischen Universi. tät durchgeführt. Ein angesehener. christlicher Soziologe, Dr, Charles I. Glock, leitete diese wissenschaftliche Untersuchung und legte einige seiner Schlussfolgerungen in der Zeitschrift „Sentinel“ in Chikago dar. Diese soziale Analyse, die ebenso weitläufig wie tief, schürfend durchgeführt wurde, schliesst auch eine Rundfrage mit ein. die an 5.000 Kirchgä nger gerichtet wurde, also an mehr oder minder gläubige Christen. Wie die Rundfrage zeigt, ist ein Drittel der Befragten der Ansicht, dass die nordameri. kanischen Juden Israel gegenüber loyaler eingestellt seien als zu den Vereinigten Staaten. 43 Prozent verleiht der Meinung Ausdruck, dass die Juden endlich den Nazi- J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bm«. MITRE 430 V. 01. 550 T.E.: 30-1 474 (ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY MINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Massenmord „vergessen“ sollten, dieses Thema, das sie anscheinend nervös macht, zu berühren. — 42 Prozent glaubt, dass die Juden mehr als die Christen dazu neigten, betrügerische Geschäfte zu machen und unanständige,, kommerzielle Methoden anzuwenden. Und 27 Prozent erklärte, dass die Juden .allzusehr die Geschäftswelt beherrschen“. Nach den Schlussfolgerungen des Dr. Glock ist nur ein Drittel der Durchschnittsamerikaner frei vom Judenhass. Ein weiteres Drittel der Bevölkerung ist antisemitisch eingestellt, trachtet es jedoch nach Tunleichkeit zu tarnen. Doch die letzte Gruppe, die ebenfalls ein Drittel der Bevölkerung darstellt ist unverhüllt antisemitisch ein. gestellt und verkündet das auch laut, wenn eine Gelegenheit sich hierzu bietet. Von dieser Gruppe ist jeder Zehnte „aktiver“ Antisemit, der irgendetwas unternehmen will, um den Juden „die Macht zu entreissen“ Dieses Bestreben bedeutet, dass der Betreffende aktives oder fanatisches Mitglied einer antisemitischen Organisation ist. Wie sich aus den Schlussfolgerungen des Dr. Glock erweist, enthüllte sein soziologisches Studium die Tatsache, dass nicht weniger als 17 Millionen Nordamerikaner aufgrund ihrer christlichen Erziehung Antisemiten sind. In den Kreisen der konservativen Protestanten ist dieser Antisemitismus am ausgeprägtesten. Die liberalen Protestanten sind etwas weniger judenfeindlich eingestellt, während die Katholiken sich in der Mitte befin. den. Unter ihnen sind jene die gläubige und fleissige Kirchengänger sind, antisemitischer als die weniger gläubigen. Unter den Negern ist der Antisemitismus, wie die Untersuchung beweist, ein sehr populäres Phänomen, insbesondere unter den jungen Leuten. Weniger Antisemi. ten finden sich unter den aktiven Kämpfern für die Bürgerrechte. Abschliessend gelangt Dr. Glock zu dem Urteil, dass man inbezug auf den Antisemitismus in den Vereinigten Staaten nicht „allzu optimistisch“ sein dürfte. Diese soziologische Studie basierte ausschliesslich auf den Antworten auf eine Rundfrage, ohne sich mit dem aktiven „Strassen-Antisemitismus“ auseinanderzusetzen. Doch auch hierüber gibt es eine Studie, die von einer verantwortungsvollen, jüdischen Organisation durchgeführt wurde. Sie belehrt uns darüber, dass es ein verhängnisvoller Irrtum wäre, die Gewaltakte als „Spiele von Kindern und Jugendlichen“ bagatellisieren zu wollen, weil sie das Resultat eines bewussten Hasses sind, aus dem dann die „direkten Aktionen“ und der Vandalismus hervorgehen werden. Allein in den letzten fünf Monaten des vergangenen Jahres fanden in den USA vierzehn ungetarnt judenfeindliche Aktionen statt, die sehr der sogenannten „Epidemie der Hakenkreuz. Schmierereien“ von 1959 ähnelten. Der Bericht über den stra- Seen-Antisemtiismus besagt, dass vorwiegend Strolche und »Vandalen reiferen Alters am Jugendalija Die Jugendalija hat im letzten Jahr 6.000 neue Zöglinge aus verschiedenen Län. dern aufgenommen; gegenwärtig werden von ihr 12.500 Zöglinge betreut, hiervon 2.000 aus Entwicklungsstädten. Werk waren; doch auch die Attentate der jüngeren Garde beweisen, dass es sich durchaus nicht um „kindliche Spiele“ handelt, sondern um die Ausschreitungen einer Jugend, die durch den Antisemitismus vergiftet ist. Diese Ausschreitungen, die in San Francisco, Chikago New York und anderen Städten der Union stattfanden, drückten sich deutlich genug durch Hakenkreuz-Malereien, Profanierung von Thora- Rollen und Zerstörung verschiedener religiöser Objekte aus, nicht zu reden von den Brandbomben, die gegen Gotteshäuser geschleudert wurden und gegen die Bewer fung der Gläubigen mit Flaschen und Steinen, Schändungen. etc. Was lehren uns diese Berichte? Sie lehren uns, dass wir uns selbst betrügen, wenn wir übersehen wollen, dass es in dem „freien“ Land der USA eine bedeutende, judenfeindliche Bewegung gibt und dass die antisemitischen Banden volle Freiheit bei der Verbreitung ihrer Hasspropaganda geniessen. Diese Preisverleihung Der Blake-Preis für religiöse Kunst ist zum ersten Mal einem jüdischen Künstler, dem in Israel geborenen Ascher Bilu, zugespröchen worden, der ein Gemälde nach einem Vers von Jesaja geschaffen hat. Ein Siebzigjähriger Der Schriftsteller Egon Jameson (früher Jacohsohn), ehemaliger Reporter des Ullstein-Verlages und Verfasser ergötzlicher Bücher, wurde 70 Jahre alt. Einstein in der Sowjetunion Eine vierbändige Ausgabe der Werk Einsteins wird zum ersten Male in Moskau publiziert. Die Akademie der Wissenschaften hat spezielle Gremien unter Nobelpreisträger Igor Tamm mit der Herausgabe beauftragt. Klavierwettbewerb Den kürzlichen brasilianischen Klavierwettbewerb, benannt nach dem Pianisten Wilhelm Backhaus, gewannen die jungen jüdischen . , ... , Pianisten Vera Astrachan Gruppen werden noch nichtig . einmal nähor iihprwa.v,! 1 dem ersten und zweiten einmal näher überwacht, und bis heute weiss man nicht, in welcher Form und aus welchen Fonds sie ihre Akti. vität finanzieren. In dem Gesetz zur Unterbindung der Verbreitung von Hasspropaganda wird dem Wunsch stattgegeben, die demokratischen Freiheiten gegen die untergründigen Mächte zu verteidigen, die offen eingestehen, dass sie die Freiheiten und Rechte aller zerstören wollen. Ebenso scheint es angezeigt, darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der dramatischen Ansprachen c ir geistigen und politischen Führer, den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit eingeschlossen, auch offene Stellungnahme gegen den Antisemitismus vonnöten wäre. so wie dies in der Frage der Rassendiskriminierung der Neger geschieht. und Eduardo Hazani mit Preis. Theodore Hirsch gestorben In New York verschied kürzlich Theodore Hirsch, bis 1941 Vorsteher der Jüdisehen Gemeinde Stuttgart. Seine letzte Station in Deutschland war das KZ; nur mit Mühe gelang es ihm, während des Krieges nach den USA zu entkommen. Er war der Bruder von Otto Hirsch, dem Leiter der Reiic hsvertretung der Juden in Deutschland. Theodor-Wolif-Preis Die Stiftung „Die Welt4 hat auch für das laufende Jahr den „Theodor-Wolff- Preis‘ für hervorragende journalistische Leistungen ausgeschrieben. Er ist mit 42.000 DM dotiert. Institut für Meeresforschung Ein Institut für Ozeanographie wird an der Küste von Schiman bei Haifa erbaut. Im Institut werden alle Forschungseinheiten der Regierung und anderer Institutionen vereint sein. Zunächst sollen durch den Fischerei- Forschungsdienst des Land« Wirtschaftsministeriums mehrere wuchtige Untersuchungen durchgeführt werden, die auf dem Gebiet der Radio, aktivität liegen. Jüdische Wochenzeitung Der „National Jewish Ledger“, eine jüdische Wochen, zeitung, die in den letzten 15 Jahren von Thomas Gerber herausgegeben wrurde und seit 50 Jahren besteht, kommt unter dem neuen Namen „The Jewish Week“ heraus. Verlagsinhaber ist Joseph Hochstein. Die Auflage betrug 4.000—5.000. Buber.Stipendium Die Hebräische Universität erhielt zehntausend Pfund aus dem Nachlass von Martin Buber zur Eröffnung eines „Martin-Buber - Stipen. dienfonds“ für arabische Studenten. HOTEL LAGO Cas. Correo 34 — Río Ceballos — Córdoba PRECIO COMPLETO $ 750— COMUNICADO DE . V. MARCA ° (OLPSTEm q) &YREG1STRA0A .SRAU^ ‘Panificación Goldstein’ de Goldstein y Cía. A NUESTROS CUENTES Y AMIGOS: Se está vendiendo, sorpresivamente, un pan con una etiqueta semejante a la difundida por la marca GOLDSTEIN, con el evidente propósito de confundir a los consumidores mistificando su autenticidad. Por lo tanto: ¡TENGAN CUIDADO! Cuando compren el exquisito pan GOLDSTEIN exijan únicamente el que exhibe la etiqueta auténtica, con la palabra GOLDSTEIN impresa, como marca registrada. Sólo así tendrán la certeza de su genuinidad y de adquirir un pan de excelente calidad. Imitar etiquetas es fácil. LO QUE NADIE PUEDE HACER Es IMITAR EL DELICIOSO SABOR DEL PAN GOLDSTEIN. No permitan tampoco que los confundan así; con el argumento de que corresponde a nuestra marca, les ofrecen un pan sin etiqueta. FIJENSE BIEN. La etiqueta debe decir GOLDSTEIN. SI No DICE GOLDSTEIN ES UNA BURDA IMITACION. Rechácenla! ESTADO DE ISRAEL 4339-41 (Antes Lavalle) — T. E. 86-2754 ^uiniimmiiiiiiiiiminimiiHiiiiiiuimimiiinmHiiimimmiinimunuiiimumuniniHHmiit: "ir LA 9r ^tolAS DE ol ’.¡iiiiimiiHiiimwmiiiiiiimiiimnmmiiiimiiiiiiumiiiiimmmmimmimmmmiimiiimifö; 4 ♦