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Jüdische Wochenschau · 1966-06-03 · 2170 (3.6.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2170 (3.6.1966)
Date
1966-06-03
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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i o 00 1 ° c ] 0) - _! tc | c £ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 SEMANA ISRAELITA EL EjEMPLArIC en toda la República | m | O +j O c <u < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 uLIVlnlin 1 m\ Año XXVII BUENOS AIRES, VIERNES 3 DE JUNIO DE 1966 N* 217« PUEYRREDON 2190 1* ¡zq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Sowjets behaupten Komplott Der Krieg ist unvermeidlich? von ARIE ASHKENAS Der rotchinesische Aussenminister Chen Yi hat eine Hede gehalten, in welcher er einen Krieg mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika für unvermeidlich er klarte. Eine solche Mitteilung muss die internationalen Spannungen noch stärker belasten. Der einfache Mann auch auf den Strassen Pekings ist der gutherzigen Ueberl zeugung, dass seine Regierung alles tun werde, um einen kriegerischen Konflikt zu vermeiden. Der einfache Mann, auch auf den Strassen Pekings, erinnert sich nämlich selbst noch ganz genau, was ein Krieg bedeutet, von dem sein Land zerrissen worden war, bevor die Kommunisten ihr Regime festigten. Vielleicht wünscht der. einfache Mann auf den Strassen Pekings, dass die ganze Welt kommunistisch regiert werde; vielleicht wünscht er es, sehr vielleicht. Aber was er . sicher nicht will, ist Krieg, ein neuer Krieg, der auch sein Land verwüsten muss’ und wird... Dass China gleichzeitig mit den USA über verschiedene Fragen und Lieferungen verhandelt, braucht Aussenminister Chen Yi nicht zu erwähnen, denn dies ist bekannt Es gibt viele Verbindungen zwischen Amerikanern und Rotchinesen, auch wenn die diplomatischen Beziehungen noch nicht hergestellt sind. Es gibt auch viele Kanäle für alle möglichen Waren- und Waffenlieferungen. Die Welt ist voller Mittler und Vermittler des Bösen... Aussenminister Chen Yi unterhielt sich jüngst mit dem schwedischen Reporter Brandeil von ..Dagens Nyheter“, dem er auch mitteilte dass die Sowjetunion wahrscheinlich auf Seiten der Amerikaner stehen werde. „Niemand kann den Russen trauen-', soll der chinesische Minister gesagt haben, immerhin ein starkes Wort, das ein grelles Licht auf die russisch-rotehinesisc'nen Spannungen wirft Oder will Chen Yi die Weltöffentlichkeit irreführen, will er sie im Gefühl stärken, dass Rotchina allein stehe? Wir wissen es nicht, aber diese Vermutung liegt nahe. Es dürfte überhaupt aufgefallen sein, dass die grossen kommunistischen Politiker in letzter Zeit so häufig vom Krieg sprechen, während sie in früheren Epochen auch dann von Frieden redeten, wenn sie Krieg geführt haben. Sind diese Herren wirklich der Meinung, nunmehr keinen, anderen Ausweg aus ihrem internationalen Dilemma zu finden, als zu den Waffen zu greifen? Wie leicht ist es, mit dem Säbel zu rasseln, wie schwer einen Weg des Friedens zu beschreiten. Die kommunistische Welt, die allen Völkern Frieden versprach, kennt auch keine andere „Weisheit“ als den Krieg, wenn sie sich nicht durchsetzen kann. Jerusalem. — Israelische Kreise bestritten die von der Nachrichtenagentur „Tass“ aufgestellten Behauptungen, dass ein „imperialistisches Komplott“ zwischen Israel. England und den USA gegen Syrien bestehe. Sie erinnerten daran, dass Israel das einzige Opfer der kürzlichen Unruhen an der syrischen Grenze gewesen ist und nichts als Ruhe und Frieden verlangt. Gleichzeitig intepretierten die Beobachter di« vcn „Tass“ erhobenen Beschuldigungen als offene Warnung, dass Syrien unter sowjetischem Schutz steht. Syrien hat sich in den letzten Wochen immer mehr zu einem sowjetischen Protektorat entwickelt, und ständig treffen neue russische Experten und Techniker dort ein. „Tass“ griff Noroimerika an und bezeichnet« d’e Saudi Arabien von den Amerika nern gewährte Hilfe als Teil eines Planes zur Unterstützung der reaktionären Elemente im Mittleren Osten. Die Zeitung der Sowjet-Armee, „Der rote Stern-' kritisierte den Verkauf vor USA-Waffen an Israel, die nur zur „Verschärfung der Spannungen in diesem Raum beitragen“ würden, und den „Versuch Washingtons dar stellen, die Zwietracht zwischen den arabischen St^a ten zu schüren* . Ein unde res Blatt, „Sowjetska^o Rusia“ schrieb, dass „das neue israelischamerikan ,s;he Abkommen über Waffen’ieferungen an Israel eine direkte Brücke zwischen Jerusalem und Washington baut“. Die israelischen Führer, so heisst es dort, „beaosichtigen, den Imperiaisren a's Lanzenspitze zu dienen, die auf das Herz der arabischen nationalen Be f r e i u > v.-k r ä fte gerichtet ist.-* ABBA EBAN NIMMT STELLUNG Jerusalem. — Da« Israeli sehe Kabinett wies energisch die von Sowjetrussland erhobenen Beschuldigungen zurück, dass Israel den Sturz der syrischen Regierung in Gemeinschaft mit, tlo.a USA und England plane. Wie schon früher aus ofliz eilen Quellen verlautete, bat, die sowjetische Regierung dem israelischen Botschatte, in Moskau, Katriel Ka'z, eine Note übergeben, n der die israelische Regierung gewarnt wird, „sich in die syrischen Angelegenheiten einzumischen“. Diese Noi«. so heisst es, hat den g,eichen Inhalt wie die von der Tass- Agentur, anderen Presseorganen und dem sowjetischen Rundfunk verbreiteten Meldungen, welche von einem Komplott sprechen, . das Israel, England, Nordamerika und gewisse imperialistische Kreise in Trans jordanien schmieden, um die syrische Linksregierung zu stüizen“ Die russischen Anschuldi gungen waren Gegenstand von Unterhaltungen zwischen Botschafter Katz und der so wjetischen Regierung und zwischen dem israelischen Aussenministerium und Sowjet - Botschafter Dimitri Schuwajin in Jerusalem. Aussenminister Abba Ebar berührte das Thema in der letzten Kabinettssitzung. Er stellte fest, dass es die Syrer waren, die ihre rruppe“ an der israelischen Grenze zusammenzogen und aggres sive Erklärungen abgaben, und nicht die Israelis. Und es waren Syrer, die in israelisches Hoheitsgebiet ein drangen und erst vor drei Wochen zwei Israelis erschlugen. Er fügte hinzu, dass derartige Erklärungen, wie sie von „Tass“ verbreitet wurden, nur die Spannung im Mittelosten erhöhen. Das Kabinett stimmte der Position Ebans zu. Gleichlautend hatte sich auch Mi nisterpräsident Levi Eshkol in Paris geäussert, bevor er von dort aus seine Reise nach Afrika antrat. DIE ERKLAERUNG ESHKOLS Paris. — Auf Ersuchen der Jüdischen Telegraphen-Agentur, sich zu der von „Tass‘ gemachten Behauptung, Israel konzentriere Truppen an der syrischen Grenze zu äussern, erklärte Premierminister Levi Eshkol: „Es besteht überhaupt kein Grund für die von „Tass“ vertretene Auffassung, dass Israel als Agent für irgendein anderes Land im Mitteosten tätig sein soll. Die von dieser Agentur publizierte Meldung über die Konzentration israelischer Streitkräfte an dezsyrischen Grenze sind völlig aus der Luft gegriffen. Israel hat wiederholt den aufrichtigen Wunsch ausgesprochen, als souveräner Staat mit seinen Nachbarn m Frieden zu leben. Dagegen trachtet Syrien ständig, an der Grenze zu provozieren. Aus Svrien kommen die Infiltranten, um unsere friedlichen Siedler auf israelischem Territorium zu töten, wife dies bei dem letzten Zwischenfall bei Almagor der Fall war. Syrien ist das Land, das von Zeit zu Zeit seine Absicht kundtut, Israel anzugreifen. Es dürfte der Sowjetunion nicht gar so schwer fallen, die aggressive Aufstellung syrischer Trup. pen an der israelische o Grenze festzustellen, das Ausmass und die Gattungen der syrischen Waffen in Gegenden, die nach den Be Stimmungen des Waffenstillstandes entmilitarisiert sein sollen. „Die Vermutungen sind nicht von der Hand zu wei Technische Hilfe für Peru Lima. — Bei seinem Besuch in Lima wurde der is raelische Ackerbauminister Chaim Gvati vom Präsiden ten Perus empfangen, mit dem er sich über technische Hilfe unterhielt, die israelische Experten in verschiedenen Teilen des Landes leisten. Im Laufe einer Unterhaltung mit dem peruanischen Ackerbauminister gab dieser dem Wunsch Ausdruck. dass Israel noch eine grössere Anzahl von Fachleuten nach Peru entsender möge, die der Regierung bei der Lösung von Fragen dei Bewässerung und der Bildung landwirtschaftlicher Kooperativen helfen sollen, sen, dass die syrischen Anklagen mit dem Vorsatz erhoben werden, bösartige Absichten zu verdecken. Der brennende Wunsch Israels nach Frieden und Ruhe zwingt uns aus humanitären Gründen zu äusserster Duld samkeit. Dies sollte Syrien und seinen Freunden klar sein und ebenso der Weltmeinung, und darum sollten sich die Syrer jeglioher Provoka tion, der Sabotage und Mord taten enthalten.-' Eshkol fuhr fort: „Vor zehn Tagen habe ich der Knesset unsere Politik klar Umrissen. loh sagte, dass wir nichts gegen eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Staaten des Mittelostens und deh Grossmächten haben, aber ich sagte auch, dass dies geschehen müsste, ohne die Angriffslust unserer Nachbarn anzufachen. Ich bemerkte auch, dass der Verzicht Moskaus auf beleidigende Erklärungen zur Stärkung des Friedens in unserer Region beitragen würde. Ich bedaure feststellen zu müssen, dass die letzte Erklärung der „Tass“ und die gleichlauten, den Artikel in der sowjetischen Presse in den letzten Tagen keinen positiven Beitrug in diesem Sinne bilden.“ ISRAELISCHE BE. SCHWERDE VOR DEN UN UN. — Israel klagte die syrische Regierung der ..direkten und offenen Aufreizung zum Krieg im Widerspruch zur UN-Charter und dem 1949 getroffenen syrisch-israelischen Waffenstillstands- Abkommen sowie in Verletzung der Grundsätze des internationalen Rechtes“ an. Diese Beschwerde erhob Israels ständiger Repräsentant vor den UN, Michael Comay, in einem Schreiben an den Mai-Präsidenten des Sicherheitsrates, den Holländer Dr. J. G. de Beus. Comays Schreiben ist die Antwort auf eine Note, welche in der vergangenen Woche Dr. Beus von dem syrischen Botschafter George J. Tomeh zugeleitet wurde. Tomeh lehnte die Verantwortung seiner Regierung an den Ueberfällen der El Fatach- Banden auf israelisches Gebiet ab und klagte Israel ag. gressiver Absichten an. Er behauptete u. a., in den Monaten März und April der gemischten syrisch-israelischer Waffenstillstands . Kommission 220 Klagen unterbreitet zu haben. „Es ist nicht klar“ heisst es in Comays Schrei ben, „wen diese Statistik beeindrucken oder irreführen soll. Es handelt sich um Routine - Beschwerden, und im Archiv dieser Kommission liegen rund 60.000 ähnliche Anzeigen. Ich könnte hinzufügen, dass Israel nur im April 358 Beschwerden vorgelegt hat, von denen einige ernsten Charakter tragen.“ Andererseits, so hob Comay hervor, hat der Präsi dent Syriens, Dr. Nureddin Al Atassi, vor nur zehn Tagen zu einem offenen Krieg gegen Israel aufgefordert während Isareis Premierminister Levi Eshkol erst in der vorigen Woche Israels „aufrichtigen Wunsch nach Frieden“ erneut ausgesprochen hat. (ITA), Feuer in einer Synagoge Dublin. — Die Terenure- Synagoge wurde bei einem Brand erheblich beschädigt. Die Brandwache fand auf einer Bank hinter der Synagoge einen Mann, der unzusammenhängend redete. ET ist der Polizei bekannt und wurde vorerst in ein Spital gebracht. Das Vorlesepult war bereits zerstört, der Silberschmuck der Toraroller. wurde verstreut am Boden aufgefunden. Die Synagoge wurde 1953 in modernem Stil erbaut. Vor einigen Jahren bereits fand ein Einbruch statt. An den Mauern wurden Hakenkreuze angeschmiert. Blutrickier weiter im Amt Wien. — Die Zeitschrift „Forum“ hatte eine Dokumentation über die Beteiligung hoher Beamter der heutigen Justizverwaltung an politischen Todesurteilen wäii. rend der Nazizeit veröffentlicht. Das Material wurde von der österreichischen Widerstandsbewegung zusammengestellt und Schon vor ei - niger Zeit dem Justizministerium überwiesen. Die Antwort lautete, dass die Haltung der Beamten im Jahre 1945 überprüft worden sei. Es besteht keine Möglichkeit mehr, darauf zuriiekzukommen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ KANZLER ERHARD teilte mit, dass er mit seinem britischen Kollegen zu einer Verständigung in aller, wichtigen Fragen, auch wegen der NATO, gelangt sei. — DER AUFSTAND der Buddhisten in Siidvietnam hat die Lage weiter verschärft. — MEXIKO protestierte gegen französische Atombombenversuche im Pazifischen Ozean. _ TASCHKENT, die Hauptstadt Ushbekistans, wurde von einem neuen schweren Erdbeben heimgesucht. — DIE IRAKISCHE Regierung richtete ein Ultimatum an die kurdischen Rebellen. — GENERAL SUHARTO, der neue starke Mann Indonesiens, versprach die Durchführung freier Wahlen. — DIE CHILENISCHE Provinz Aysen, im südlichen Teil des Landes gelegen, wurde durch Unwetter schwer verwüstet. — DER KOENIG von Buganda (Afrika) ist verhaftet und abgesetzt worden. — ZWISCHEN THAILAND und Kambodscha kam es zu neuen schweren Grenzzwischenfällen. — INDIRA GHANDI. Premierministerin Indiens, setzte sich mit ihren Kritikern auseinander und erklärte, die Politik Nehrus in allen Punkten fortzusetzen. — ERSTMALIG in der Geschichte Finnlands sitzen Kommunisten in der Regierung. — M. COUVE DE MURVILLE, Frankreichs Aussenminister, erklärte nach seiner Rückkehr aus Polen, dass Ost und W'est sich stärker nähern wiiraen. — DIE KONGO-Regierung versucht mit Hilfe eines „internationalen Haftbefehls-- des früheren Ministerpräsidenten Moisés Tsehombé 1 abhaft zu werden. — POLEN wies drei LSA-Diplomaten aus, wofür sich die USA mit der Ausweisung einiger polnischer Diplomaten revanchierten. — BELGIEN und Kongo gelangten zu einem Uebereinkommen in allen wichtigen Frage, die seit der Unabhängigkeitserklärung Kongos (1960) strittig waren. — AGUIYI IRONSI, General, der starke Mann Nigerias, löste kurzentschlossen alle Parteien des Landes auf. — DIE AUSSENMINISTER der Ostländer traten zu ei ner Konferenz in Moskau zusammen, offensichtlich auch deswegen, um zu den rumänischen Sonderwünschen im französischen Stil Stellung zu nehmen, — Krieg ist keine Loesung Tel Aviv. — Der uruguayische Politiker Dr. Alberto Abdala, erklärte in einer Pressekonferenz, er glaube dass der israelisch -arabische Konflikt durch Lösung des Problems der arabischen Flüchtlinge, die entschädigt anstatt repatriiert werden sollten, aus der Welt zu schaffen wäre. Abdala, Mitglied der Regierung Uruguays, ist arabischer Abstammung und gilt als aussichtsreicher Kandidat bei den bevorstehenden Präsi dentenwahlen in seinem Land. „Diese Entschädigungen“, so sagte er, „müssen gerecht sein und nicht von der Frage, wer die Schuld oder die Verantwortung eigentlich trägt, abhängig gemacht werden, damit diese Leistungen auch wirklich dem Frieden dienen.“ Dr. Abdala berichtete von seinem Besuch in Naza ret, „wo die Araber in Freiheit und völliger Gleichheit mit der übrigen Bevölkerung leben.-' Er erinnerte auch an die im vergangenen Jahr von Habib Bourguiba abgegebene Erklärung, dass der Krieg keine Lösung der zwischen Arabern und Israelis bestehenden Spannun gen sei. Abschliessend betonte er, dass die Beziehungen seines Landes mit Israel ausgezeichnet sind und die dortige jüdische Gemeinde „der beste Botschafter Israels in Uruguay ist“. (ITA) Impreso en ia Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 631 Registro de la Fropiedad Inteleofcual N? 868.707

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