Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2168 (20.5.1966)
- Date
- 1966-05-20
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 el ejemplar en toda la República TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 2« »E MAYO »E 1966 N9 2168 Syrer legen Minen Tel Aviv. — Zwei Israelis wurden in den frühen Morgenstunden an der syrischen Grenze in der Nähe von Almagor getötet, als der Jeep, in dem sie fuhren, auf eine Mine stiess. Der Ort liegt 320 Meter von der syrischen Grenze entfernt, nördlich des Tiberias-Sees. Die beiden Männer gehörten zu einer Vorhut für drei Traktoren, welche von Almagor ausgefahren waren, um in der vergangenen Woche begonnene Arbeiten zu beenden. Als die Chauffeure der Traktoren den Jeep einholten, fander sie den 27jährigen Amikan Shami und den 25 Jahre alten Peter Fabian mit schweren Verletzungen doch noch lebend vor. Beide starben auf dem Weg ins Hospital. Die Mine hatte, wie man glaubt, eine Ladung von 10 Kilo Dynamit. Anscheinend kreuzten die Terroristen den Jordan, der an diesem Ort die Grenze zwischen Serien und Israel bildet. Die Fussspuren konnten bis zum Plussufer verfolgt werden. Bei der Besichtigung der Un. gliicksstelle waren militärische Beobachter der UN- Schilchtungskommission anwesend. Weitere drei Minen wurden nahe der libanesischen Grenze gefunden und von israelischen Heeresexperten unschädlich gemacht. Israel reichte der Gemischten syrisch-israelischen Waffenstillstands - Kommis sion Beschwerde ein. Das Aussenminisierium gab bekannt. dass es dem israelischen Botschafter vor den UN. Michael Comay. Anweisung erteilte, beim Sicherheitsrat Klage zu erheben. Comay wurde ersucht, in dieser Klage auf die jüngste Welle von Sabotageakten der El-Fatach-Terroristen hinzu weisen, die von transjordanischem Gebiet aus in Israel eindringen, aber von der Regierung Syriens unterstützt und ausgerüstet werden. In Tel Aviv wird darauf hingewiesen, dass der Zwischenfall die ernstesten Folgen für die Sicherheit Israels haben kann, wobei daran er innert wurde, dass Israel vor drei Wochen, als El-Fatach- Banden von Transjordanien aus eine Reihe von Ueberfällen unternahmen, eine Strafexpedition durchführte und die Grenze nach diesem Land überschritt, um eine Anzahl von Häusern zu sprengen, die den Saboteuren als Stützpunkte dienten Diese Repressalie Israels sei anscheinend ungenügend ge wesen, wie der Sprecher äusserte. Vereinte Nationen. — Israel hat dem Sicherheitsrat ei nen Protest gegen die syrischen Aggressionen zugeleitet. die „eine Verletzung des Waffenstillstands - Abkommens aus dem Jahre 1949 darstellen‘‘. Israels ständiger Repräsentant vor den UN Mi-hael Comay, betont in seinem Schreiben an den Rats ■ Präsidenten Dr. De Beus dass syrische Terroristen ,,mit der unbeschränkten und öffentlichen Unterstiitzung der Regierung Syriens seit Januar 1965 nicht weniger als 47 Attacken und Sa botageakte durchgeführt haben.“ Tel Aviv. — Die Spannung in Israel ist seit dem letzten Attentat syrischer Eindringlinge bei Almagor bis zu ei nem seit Monaten nicht erreichten Punkt gestiegen. Erfahrene Beobachter ausser ten Befürchtungen, dass ernstere Zw'ischenfälle zu erwarten seien, falls Syrien nicht von neuen Provokationen Abstand nimmt. ,,Jerusalem Post“ macht in einem Kommentar über die kiirzlichen Ereignisse an der syrischen Grenze „eine gewisse iremde Macht*' verantwortlich, die es sich angele gen sein Hesse den Arabern zu schmeicheln, wodurch sie in ihrer Angriffslust gestärkt werden. Andere Zeitunger warnten Syrien vor den Folgen, denen es sich aussetzt ERKLAERUNG ESHKOLS Jerusalem. — In der Knesset-Debatte über die syrischen Angriffe erklä’te Levi Eshkol: . Wenn alle anderen Methoden zwecklos sind, um die Mörder aufzuhalten, dann muss das Land han dein'*. Die Komrmmistei brachten den Antrag ein die Regierung zu einem Verzicht auf eine militärische Repressalie gegen Syrien zu überreden. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Dagegen gab die Knesset dem Ersuchen Esh - kols statt, dass der Pall Syrien der Kommission für Auswärtige Angelegenheite” Und Sicherheit übertragen werden soll. Arie Kubovy s. A. Vor wenigen Tagen verschied in Jerusalem, wo er der Präsident des Institutes Jad Waschern w'ar, der frü here israelische Botschafter in Argentinien, Dr. Arie León Kubovy. Mit ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, wie es wenige gegeben hat. Ein Mann von einem umfassenden Wissen, bester Repräsentant europäischer Kultur, von grosser jüdischer Bildung und der Seite nen Gabe, zum Herzen und zum Verstand seiner Zuhörer in einer literarisch vollende, ten Form zu sprechen, w'ar Kubovy Praktiker und Theoretiker zugleich. Von Beruf Rechtsanwalt wurde er schon in jungen Jahren auf verantwortliche Positionen berufen bis er dann in schwerster Zeit zum Generalsekretär des Jüdischen Weltkongres ses ernannt wurde, ein Amt, das höchste Anforderungen an ihn stellte. Die Form, in welcher er sich diesen Aufgaben unterzog zeugten von einem beeindruckenden sittliche« Ernst, der ihn in die gleiche Reihe mit Stefen Wi se und Nachum Goldmann stellte. Auf der grossen Weltkongress - Tagung in Montreux, die 1948 wenige Jahre nach dem Krieg stattfand war er eine der zentralen Figuren. die den Judenheiten vor allem in Europa. Haltung und Richtung wies. Sehr bald berief die Regie rung des jungen Staates Is¬ Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ DAS ROTE CHINA liess seine dritte Nuklear-Bombe explodieren. — PAUL HENRI SPAAK, alter Europa-Politiker, warnte Frankreich vor den Folgen seiner Haltung gegenüber der NATO und sagte: „Frankreich zwingt uns dazu, alle Fehler, die zwischen den beiden Weltkriegen begangen wurden, zu wiederholen. — DER VIETNAM-Krieg nimmt immer schlimmere For men an. — ONHE STALIN oder Krutschew zu erwähnen, feierten die Russen die grossen Siege der Roten Armee über die Naziheere bei der Wiederkehr des Jahrestages der deutschen Niederlage. — ALEXEI KOSYG1N, russischer Ministerpräsident, weilte zu einem Staatsbesuch in Aegypten. — EINE KONFERENZ der Warschau-Pakt-Staaten trat in Bukarest zu wichtigen Beratungen zusammen. — GROSSE PARADEN fanden auch in Frankreich am Jahrestag des alliierten Sieges über die Nazis statt. — J. J. TREJOS Fernanden übernahm die Präsidentschaft Costa Ricas und empfing die Insignien aus der Hand des scheidenden Präsidenten Francisco J. Orlich. — JAPAN forderte die Hofchinesen zur Unterschrift eines Vertrages gegen Atombombenversuche auf. — ROBERT KENNEDY verlangte grössere Wirtschaftshilfe für Lateinamerika — AUFSEHEN erregte der Besuch des russischen Ministerpräsidenten Alexei Kosygin in Aegypten. — MAO TSE TUNG, der Ohef des kommunistischen China, lebt, war die Ueberraschung eines Fotos des tot gesag ten roten Oberhauptes, das ihn mit einer albanischen Delegation zeigte. — MIT DER STIMME Frankreichs gelangte die EWG zu einem Einvernehmen über landwirtschaftliche Fraaen. — DER SICHERHEITSRAT der UN wird sich mit dem Rhodesien-Problem beschäftigen. — EL AHR AM, Regierungszeitung Kairos, griff heftig die USA an. — LORD CHALFONT. der für die Rüstungseinschränkung zuständige englische Minister, beschuldigte die Fran zosen, sie seien schuld, wenn ein Abkommen über Abrüstung nicht geschlossen werden könnte. — GENERAL SUHARTO erklärte der indonesische Prä sident Sukarno solle nicht abgesetzt, aber auch nicht ari lebenslänglicher Präsident betrachtet werden. — LEONID BREZHNFW, Chef der russischen KP, besuchte überraschend Rumänien, das Tendenzen zu grösserer Unabhängigkeit vom Kreml gezeigt hatte. — rael Herrn Dr. Kubovy in ihren diplomatischen Dienst Seine vornehme Art, mit Menschen zu sprechen und umzugehen, seine weltweite Erziehung und seine Orien. tierung in vielen Kulturen machten ihn zu dieser Aufgabe geeignet. Man übertrug ihm die schwierige Mission, Israel in der Tschechoslowakei und in Polen zu repräsentieren. bis durch die bekannten Umstände damals die diplomatischen Beziehun. gen unterbrochen wurden. Israel entsandte diesen überragenden Mann nach Argentinien, wo er es verstand in allen Kreisen auch der nichtjüdischen Bevölkerung, in erster Linie unter den südamerikanischen Intellektuellen, einen ausserordentlichen Freundeskreis für den jungen Staat zu schaffen Menschen, die noch heute mit der grössten Verehrung und Wertschätzung von Botschafter Kubovy sprechen. Nach seinem Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst trat Dr. Kubovy an die Spitze von Jad Waschern einem Institut, dem er schon immer seine besondere Aufmerksamkeit und sein grosses Können geliehen hatte. Viel zu früh wurde er nach langer Krankheit dahingerafft, tief betrauert von seinen vielen Freunden, die sich in dieser Stunde auch über Meere mit seiner treuen und geschätzten Lebensgefährtin tief verbunden fühlen. (b. s.) Arabischer Boykott London — Das Comité für Arabischen Boykoti fasste auf einer Konferenz in Damaskus den Beschluss, den Boykott gegen Israel unvermindert fortzusetzen, wie hier verlautete. Die Resolution besagt dass der Boykott „ohne Rücksicht auf irgendwel che gesetzlichen Vorschriften, die von ausländischen Mächten unter dem Einfluss des Weltzionismus zu seiner Erschwerung erlassen würden, sei nen Fortgang nehmen wird“, und dass „die Zeit beweisen wird, dass die Interessen der Staaten und Firmen, die sich den zionistischen Machenschaften fügsam zeigen, den Schaden tragen werden“. (ITA) DEUTSCHE WIRTSCHAFTSHILFE Jerusalem. — Ministerpräsident Levi Eshkol unter richtete das Kabinett über das Wirtschaftsabkommen mit Westdeutschland Die Israel gewährte Anleihe be läuft sich auf 40 Millionen Dollar mit einer Fälligkeit von 20 oder 25 Jahien zu einem Zinssatz von unter J Prozent und einer Amortisation, die nach 5 bis 7 Jahren beginnt. Die Minister der Mapam kritisierten dieses Abkommen und bemängelten vor allem die Notwendigkeit, das* jedes Jahr über die Kredite neu verhandelt werden muss. Bei dieser Sitzung wurde mitgeteilt, dass der Ministerpräsident am 27. Mai zu einem Besuch von sechs afrikanischen Ländern abreisen und etwa drei Wochen abwesen sein wird. (ITA) Ein neuer Prozess von ROBERT M. W. KEMPNER Als Anne Frank in ihrem Unterschlupf in Holland aufgestöbert und in den Tod deportiert wurde, war der in Nürnberg hingerichtete Arthur Seyss-Inquart Reichsstatthalter der Niederlande. Er war es auch, als die jüdische Philosophin und spätere Karmeliternonne Edith Stein von der Gestapo in einem holländischen Kloster aufgestöbert und nach Auschwitz zur Vergasung gebracht wurde. Seit einiger Zeit stehen in München die Mitverantwortlichen an der Tragödie der holländischen Juden nach fünfjährigen Ermittlungen unter schwerster Beschuldigung. Der unter dem Verdacht des gemeinschaftlichen Mordes in über 83.000 Fällen soeben verhaftete und bis vor wenigen Jahren im Bayrischen Staatsdienst noch aktiv gewesene 61 Jahre alte Oberregierungsrat Dr. Wilhelm Harster war zur Besatzungszeit Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in den Niederlanden. Br war der höchste Sicherheitschef im Rang eines SS-Brigardefiihrers und Generalmajors der Polizei und soll als rechte Hand von Seyss-Inquart innerhalb seiner Zuständigkeit massgeblich an den Deportationen der Juden in Vernichtungslagern beteiligt gewesen sein. Zusammen mit ihnf ist der 57 Jahre alte sogenannte Judenreferent des Sicherheitschefs, def Jurist Wilhelm Zöpf unter dem Verdacht der Beihilfe verhaftet worden und die Sachbearbeiterin im Judenreferat Gertrud Siottke. Der Prozess soll noch im Laufe dieses Jahres vor dem Schwurgericht des Landgerichts II in München stattfinden. Der leitende Anklagevertreter ist Erster Staatsanwalt Huber, der mit besonderem Geschick den Prozess gegen Himmlers früheren Stabschef, Karl Wolff, im vorigen Jahre geführt hat. Harsters Mitwirkung an der „Endlösung“ soll spätestens im Jahre 1942 begonnen haben. Soweit es sich um das Schicksal von Anne Frank handelt, soll er sich der Nötigungs- und Freiheitsberaubung schuldig gemacht haben; an ihrer Deportierung war er nicht mehr beteiligt, da er vor ihrer Verhaftung im Sommer 1944 schon aus Holland wegversetzt worden war. Während dieser Periode waren aber die Mitbeschuldigten SS-Sturmbannführer Zöpf und die Siottke noch im Judenreferat aktiv. Alle drei Beschuldigten sollen aber entsprechend ihren Rängen die liir die Deportierung von mehr als 83.000 holländischen Juden Verantwortlichen gewesen sein. Unter den Opfern befinden sich auch eine grössere Anzahl von — wie es in den Akten heisst — „jüdische Katholiken . Diese wurden teilweise aus Klöstern herausgeholt und zwar als Rache c-afür, dass die holländischen Bischöfe von der Kanzel herab die Judenmorde verdammt hatten. Zu dieser Gruppe gehörte die Nonne Edith Stein, deren Seligsprechung vom Vatikan vorbereitet wird, deren jüdische Eltern aus dem Rheinland stammen. Israels Atomenergie- Kommission Jerusalem. — Ministerpräsident Levi Eshkol übernahm die Präsidentschaft der Atomenergie - Kommission als Nachfolger von Professor Ernst David Bergmann, welcher von diesem Amt zurücktrat, nachdem er die Kommission in den 14 Jahren seit ihrem Bestehen geleitet hat te. Prof. Bergmann hatte verschiedentlich um die Annahme seines Rücktritts ersucht, den er aus Gründen zu vollziehen wünschte, die in der Handhabung der Politik und des Budgets lagen. Bergmann, der auch Direktor der Wissenschaftlichen Abteilung des Verteidigungs-Ministeriums war, wird seine Lehrtätigkeit an der Hebräischen Universität fortsetzen. Prof. Israel Dosbrovsky übernimmt das Amt im Verteidigungsministerium. Eshkol übernahm die Präsidentschaft der Atomenergiekommission in seiner Eigenschaft als Premierminister, nicht jedoch als Verteidigungs-Minister. (ITA) Jüdische Maertyrer Warschau. — Die polnischen Behörden haben zur Renovierung des Denkmals für die jüdischen Märtyrer von Platsk 700.000 Zloty bewilligt. 100.000 Zloty wurden von der Kultur- und Sozialunion der Juden in Warschau zur Verfügung gestellt. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 •Registro de la Propiedad Intelectual N? 868.707