Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2168 (20.5.1966)
- Date
- 1966-05-20
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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V NlllllllllílUllllllllllMIIIllUIIIIMIMMIIIIIIMIIIIIlIftllllllIflIllllMMI Davidgrab uähero, atet «, m ■bal, and Qami te \a®\s, brochen m te Schütten, so hass, iWfe Toàesenïe\ wst tai,«* Tinte ablenten &*■ anàeten beheiMwœç staib Oot4 am Staife hem läge, an ta 4*1® gegeben rata 's«. •¡>r i_«sente nte AERBER ¡he zu verstehen, indem sie ien Begriff ,.Ben David“ als Gleichbedeutend mit Messias verwendeten. Zur Zeit des Paulus allerdings scheinen Sie Urchristen bereits geglaubt zu haben, dass Jesus 'tatsächlich als Abkomme Davids zu betrachten sei. Die Christen sahen später in David einen Propheten, wie es ||8§§fciäfi8 "Hi?! - . de Gestalt in i der Menschals König und ,ern auch als Menschengessen Glanz und infachsten und populären Satz k kommt: „Dasvaels, lebt und (David Melech wekajam). D*r eistitel war und iavid'‘, Sohn Da- ■ht so weit, dass nit dem Messias wird. Die Katt»- »n David sogar [enschheitsbecriff >m sie das Wort dam, Aleph-Daals Adam Davü fassen. Dass Da- ¡eignet« Mittle' densch und Gott i, geht vor aW seinen Ps®1111611 L Lehren henmr schaulichen. J* der verfolg*«1 Einsamen 1 erbarmt. »'J hiehte wird a- , jürsorgönh* •ung h0 j? ds beschrank auf & * ®ïir,,dt.. W#1 licht iandf 71 «-.«fl* mir. im bekannten Kirchenlied ,,Dies irae‘‘ zum Ausdruck kommt, indem David das Ende der Tage vorhersagt. Nicht weniger Bedeutung hat Davids Gestalt in der mohammedanischen Ueberlieferung und auch die Mohammedaner pflegten zu seinem Grabe zu pilgern. Eine ganze Reihe von Koranstellen bezieht sich auf denProphetenkönig Dawud. So lautet beispielsweise Sure 38 (25): „O Dawud. siehe wir machten dich zu einem Khalifen (Stellvertreter) auf Erden; so richte zwischen den Menschen in Wahrheit und folge nicht dem Gelüst, denn es führt dich abseits von Allahs Weg“... (28) „Ein geseg. netes Buch (die Psalmen) sandten wir auf dich herab, auf dass sie seine Verse betrachten, und dass die Verständigen sich ermahnen lassen1'. Die Psalmen sind eine der vier biblischen Schrif ten, von denen Mohammed wusste, und Mohammed hielt David ebenso wie Salomo für ein Beispiel der Weisheit. Nach der mohammedam. sehen Ueberlieferung war Da vid nicht nur ein grosser König und Prophet, ein weiser und gerechter Richter und mutiger Held, sondern er varstand auch etwas von Waffentechnik, weil er die Bewaffnung „modernisierte“ indem er z.B. die Kettenpanzer erfand, während es bis dahin nur Plattenpanzer gab. Das Eisen schien unter seinen Händen elastisch zu werden. In Sure 34 (10) heisst es; wir gaben Dawud Gnade vor uns... und wir erweichten für ihn das Eisen: mache Panzerhemden und füge gehörig die Maschen ineinander.. Im allgemeinen entsprechen die mohammedanischen Kommentare des Koran zur Gestalt Davids den jüdischen Kommentaren, doch gibt es darin auch zusätzliche Legenden Dr. Historiker und Kommentator Masudi berichtet über den Mihrab Dawud, die Davidsburg mit Turm in Jerusalem, der bis zu Masudis Zeit als das hoch ste Gebäude der Stadt bestanden haben soll, von dem aus man das Tote Meer und den Jorden sehen konnte. Das Grab Davids suchten die Mohammedaner bis zum 14. Jahrhundert auf ebenso wie die frühen Christen in Bethlehem. Im Mittelalter wurde das angebliche Grab Davids auf dem Südwesthiigel von Jerusalem, dem Zionsfcerg, wiederentdeckt. Die Moslems bemühten sich Jahr, hunderte hindurch mit allen Mitteln, in den Besitz dieses Gebäudes (oben der Abendmahlsaal, Coenaculum, darunter eine Nachbildung des Sarkophages Davids und in einem noch tieferen Stockwerk im Kellergeschoss ..Davids Grab“) zu gelangen. Schon 1479 gestatteten sie christlichen und jüdischen Pilgern nicht mehr, das Gebäude zu betreten, weil sie dort die Gräber Davids und Salomos verehrten. 1547 hatten sie den Franzsikanern den ganzen Gebäudekomplex absenommen und Jahrhunderte lang konnten Christen nur in Ausnahmefäilen Zutritt erhalten. Das „Grab Davids“ hatte schon zur Zeit der Kreuzzüge zu den Heiligtümern der „Zionskirche“ gehört, und man nahm an, dass sich darunter weitere alte Gräber be finden Schon Hvrka.n und Herodes hatten die Gräber ihres Schmuckes und ihrer Wertgegenstände beraubt. Nach Nehemia (3, 16) und Ezechiel (43, 7) -wären die Gräber der Könige oberhalb der Quelle Schiloach am Tempelberg zu suchen. Seit dem 15. Jahrhundert blieb das Gebäude in mohammedanischem Besitz. Nicht nur für Kabbalisten, sondern auch für mohammedanische Mystiker hat David besondere Bedeutung. Al- Djullabi z.B. schildert, dass Dawud eine so bezaubernde Stimme hatte, dass, wenn er seine Psalmen sang, die wilden Tiere ihre Höhlen verliessen, um ihn zu hören, das Wasser zu fliessen aufhörte und die Vögel aus den Lüften stürzten. Das Volk zog ihm in die Wüste nach und vergass tagelang Essen und Trinken, und viele Zuhörer hauchten vor Verzückung ihre Seele aus. So sollen einmal 700 Mädchen und 12.000 Männer an einer solchen ,,Verzückung'‘ gestorben sein. Noch jetzt gibt es in Kurdistan eine kleine mohamme dänische Sekte von Dawuditen im Bergland von Kirnid bei Khanikin und im Mandala nördlich von Bagdad, die David für den bedeutendsten aller Propheten hält. In der jüdischen Ueberlieferung heisst es, der alternde David habe sich in seiner Bescheidenheit an Gott gewendet: „Ich habe vernommen, dass Leute fragen: Wann endlich wird dieser Alte sterben, damit sein Sohn Salomo an die Herrschaft gelangt, den Tempel zu errichten, sodass wir dorthin wallfahren und uns an ihm erfreuen können?'1 Darauf habe ihm Gott geantwortet: ,,Mir ist lieber ein Tag, an dem du dich mit der Thora befasst, als tausend Opfer, die dein Sohn Salomo mir auf dem Altar darbringen wird.'4 Wenn wir ihn einen „jüdischen Dichter“ nennen, so kommen wir damit seinem eigenen Wunsche nach. Denn es war bekannt, und Felix Salten bestätigte es in seiner Arbeit vor etwa drei Jahrzehnten; „Richard Beer-Hofmann ist Jude und wünscht, dass dies betont werde.“ Beer-Hofmann ist aus dem bekannten sprachgewandten Dichterkreis „Jung - Wien“ hervorgegangen, der um die Jahrhundertwende weitgehend repräsentativ für die Geistigkeit der Kaiserstadt war und dem u. a. auch Arthur Schnitzler, Peter Altenberg und Stefan Zweig angehörten. Beer-Hofmann zog aber zwischen sich und seinen Zunftgenossen einen dikken Trennungsstrichseinen Judenstolz und seine jüdische Gläubigkeit. Und nur aus dieser Weltanschauung heraus, die Inspiration und Quelle seiner poetischen Schöpfung war, wird erst überhaupt sein ganzes dichterisches Schaffen verständlich, ★ Richard Beer-Hofman wur. de 1866 als Kind westjiidischer Eltern in Wien geboren, 111 Reichtum erzogen, fern von jeder materiellen Sorge und fern von Kreisen die ihn mit dem damals aufspriessenden jüdischen Nationalismus hätten in Beruh rung bringen können Nichts von alledem. Seine Jugend fiel in die goldenen Jahre des Liberalismus und der jüdischen Assimilation im Westen, der die jüdische intellektuelle Jugend mit Leib und Seele verfallen war Es ist ein psychologisches Rätsel, w'ieso in Beer-Hofvon Dr. YüftlTOV ÜJDWIG CATO mann unter diesen zeitlichen und atmosphäiischen Umständen die jüdische Seele erwachen konnte, die ihn im Laufe der Jahre immer mehr in ihren Bann zwang. Diese Entwicklung erinnert an Baron Edmund Rothschild, den Vater der Kolonisierung vor. Erez Jisrael, der in Paris inmitten eines reichen und vornehmen Kreises, weit weg von dem Leben und Ringen der jüdischen Volksmassen, sich zu der Idee der Renaissance seines Volkes in der alten historischen Heimat durchrang. Aehnlich einsam und verlassen stand Theodor Herzl inmitten seiner Generation da und Beer-Hofmann war einer der ersten, die ihn verstanden. Und so schrieb er nach Veröffentlichung der Broschüre „Der Judenstaat“ (1896) an Herzl: „Mehr als alles, was in Ihrem Buch, war mir das sympathisch, was dahinter stand. Endlich wieder ein Mensch, der sein Judentum nicht wie eine Last oder ein Unglück resigniert trägt, sondern stolz ist. der legitime Erbe uralter Kultur zu sein.“ Ein Jahr später erscheint sein „Schlaflied für Mirjam“, das er an der Wiege seiner Erstgeborenen schrieb. Dieses Lied ist „ein Lobgesang der Vaterliebe, voll jüdischer Frömmigkeit und Gottergebenheit“ und galt gleichzeitig als repräsentative Dichtung der jüdischen Renaissance. Es ist der Hochgesang der Verbundenheit der Juden inmitten einer kalten, fremden Umgebung. Literarische Notizen Tod auf der Bühne In Berlin starb im Alter von 70 Jahren der deutschjüdische Schauspieler Martin Berliner. Der Tod ereilte ihn auf der Bühne. Stiftung Die Familie Rothschild hat der Krankenkasse Kupat Cholim ein grosses Stück Bauland in Cäsarea zum Geschenk gemacht. Fünf Erholungsheime sollen darauf errichtet werden. 70. Geburtstag In Amerika wuroe der Schauspieler und Kabarettist Siegfried Arno 70 Jahre alt Seine grössten Erfolge hatte der aus Hamburg stammende Künstler in Berlin auf der Bühne und sehr bald auch als Filmkomiker. In den USA hatte er zunächst einige Schwierigkeiten, sich in der neuen Sprache durchzusetzen. Ueber stumme und kleine Rollen spielte er sich jedoch ein und gewann die Gunst von Publikum und Presse. Wettbewerb für Hebräisch 2.000 Studenten aus 55 Stadtschulen nahmen am Wettbewerb für Hebräisch teil, der vom Hebräischen Kulturrat und der Jüdischen Lehrergesellsehaft in New York abgehalten wurde. Die Preisträger erhielten Stipen. dien für das Israel-Sommer- Seminar 1966 und weitere Preise des New Yorker Erziehungsrates. Requiem In der Mailänder Scala wurde ein „Requiem“ des englischen Komponisten Wil. fred Josephs zur Aufführung gebracht, nachdem Joseph im internationalen Musikwettbewerb von Mailand vor zwei Jahren den ersten Preis erhalten hatte. Der in New Castle-upon Tyne geborene Komponist ist 38 Jahre alt und von Beruf Dentist.. Schon früher hatte er für ein Streichquartett ein Stück „Für die jüdischen Toten — auf dass sie in Frieden ruhen“ geschrieben, das nun in das grössere Werk hineinverarbeitet wurde. „Country Club" in Tel Aviv Im Norden der Stadt jen. seits des Jarkonflusses, wurde ein „Country Club“ eröffnet. Auf 116 Dunam befinden sich ein olympisches Schwimmbassin und Einrichtungen für 30 Sportarten. Ein weiterer Ausbau mit Bungalows, Bibliothek, Vortragssaal und Kino ist vorgesehen. Der Klub steht nur Mitgliedern offen. TEATRO MITRE CORRIENTES 5424 T. E.: 54-9049 Gastspiel der berühmten Operettenkünstler MAX PERLMANN GITA GALINA mit ihrer ganzen Künstlertruppe aus Israel mit 20 Schauspie, lern in der berühmten Schlageroperette „VERLASSEN SIE SICH AUF MICH"' VORSTELLUNGEN: jeden Freitag 21 Uhr' 30, Sonnabend 21 Uhr 45 u. Sonntag, Matinée 18 Uhr u. 21 Uhr 30 Es galt damals als das schönste jüdische Gedicht in aeutscher Sprache. Auch die Nichtjuden erkannten die Eihabenheit dieses Liedes, und Hermann Eahr nannte es das „beste deutsche Gedicht seit Goethes „Ueber allen Wipfeln ist Ruh“ Vor dem Wiegenlied hatte Beer-Hofmann den Novel enband „Die Verlassenen“ (1893) und nachher die Erzählung „Der Tod Georgs“ (1900) veröffentlicht. Abgesehen von diesen beiden Werken, wendet sich sein ganzes dichterisches Schaffen zur Giinze dem jüdischen Ideenkreis zu. Auf diesem Wege errang er einen grossen Erfolg mit seinem ersten Drama: „Der Graf von Charolais“ (1905), das eine poetische Schicksalstragödie darstent deren jüdische Haupt figur der „rote Itzig“ in einer ergreifenden Szene den Protest des verfolgten und getretenen Judentums verkündet. Diese Szene ist übrigens eine interessante Parallele zu Shylock im „Kaufmann von Venedig“ von Shakespeare. Und nun schreitet Beer- Hofmann weiter auf dem steilen Pfad, der ihn auf den Gipfel seiner Sendung emporf(ihren soll. Er fasst den Gedanken, eine monumentale dramatische Trilogie ..Die Historie des Königs David“ mit dem Vorspiel „Jaakobs Traum“ zu schaffen. Das Vorspiel erschien 1920, der erste Teil der Trilogie „Der junge David“ 1933 und das „Vorspiel auf dem Theater zu König David“ 1936. Indem er die Trilogie dich tet. vertieft sich der Dichter, unbeirrt vom Weltgeschehen, von allen Kämpfen und Unbilden der Zeit, in die jugendlichen Geschicke des Volkes Israel, in die Urzeit der Patriarchen und die erste Epoche nach der Landnahme. Es ist die zeit, die den seelischen Habitus der Nation geformt hat. Ein nobes Lied auf die jüdisene Auserwähltheit, die er mit philosophischer Tiefe und dem Gefühl der Verantwortung begründet erfüllt von religiöser Inbrunst, entsteht in seinem Herzen. „Lass Deiner heiligen Wahl — Herr — nie verae-sen, Was fern und spät noch meinem Blut entstammt1 Denn wenn sie es vergesssen — müde sinken Am Weg — lass sie in Kleinmut nicht vergehen, Herr — rufe, rufe — und aus meinem Elute Wird immer wieder ei'’er dann entstehen, Anfach das, was — Herr _ von Dir entzündet!“ Diese Worte des Spiels „Jaakobs Traum“, vor beinahe einem halben Jarrr-undert gedichtet, muten e ' en an. wie wenn sie sich dev Seele eines Dichters der späteren furchtbaren Schicksalsjahre unseres Volkes entrungen hätten. Nur ein Poet, der seinem Volke untrennbar verbunden ist, konnte diese Worte niederschveiben. Damit schliesst sein dichterisches Werk ab. denn bald ergreift der brutale Judenhasser Besitz von Wien und die Beer-Hofmanr.s wer-, den bald aus ihrem punkollen Haus in der Hasenauerstrasse im Cottagevierte’ vertrieben. Im Sommer 1939 fliehen sie zunächst nach Zürich und von dort nach Amerika. In New York lebte der Dichter mit seinen Töchtern — seine Frau Paula starb in Zürich — bis zu seinem Tode am 26. September 1945. Beer-Hofmann schied — ungleich anderen Männern der Feder, die sich fiir Ideale fremder Völker und Götter erglühten — aus dem Dasein, nachdem er seinem Volke — um ein Wort Herds zu gebrauchen — ein ..Diener am Lichte“ gewesen war. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73- II48 BLANCO ENCALADA I64C DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch* STÄMPS CENTER 94 Allenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 LUACH—(KALENDER) Freitag, den 20. Mai 1. Siwar, Rosch Chodesch — 45. Tag im Omer Sonnabend, den 21. Mai 2. Siwan Schabbat BAMIDBOR — Haftara Hosea. Kap. 2 46. Tag im Omer Sonntag, den 22. Mai 3. Siwan 47. Tag im Omer Montag, den 23. Mai 4. Siwan 48. Tag im Omer Dienstag, den 24. Mai 5. Siwan EREW SCHAWUOT — 49. Tag im Omer Mittwoch, den 25. Mai 6. Siwan 1. Tag Schawuot Donnerstag, den 26. Mai 7. Siwan 2. Tag Schawuot (Maskir) Freitag den 27. Mai 8. Siwan Sonnabend, den 28. Mai 9. Siwan Schabbat: NOSSAU — Haftara: Richter, Kap. 13 Sonntag, den 29. Mai 10 Siwan Montag, den 30. Mai 11. Siwan Dienstag, den 31. Mai 12 Siwan Mittwoch, den 1. Juni 13. Siwan Donnerstag, den 2. Juni 14. Siwan Freitag, den 3. Juni 16 Siwan