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Jüdische Wochenschau · 1966-05-13 · 2167 (13.5.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2167 (13.5.1966)
Date
1966-05-13
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o c £0 4> és? FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE MAYO DE 196« N« 2167 EL EJEMPLAR en toda la República 15.- PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Immer neue Verleumdungen J^ro^íunSen gus Syrien 'Porte _ PoomfA Hpr no/l- A i 1 rtlr . ni,» imnnx¡n1ioi-i New York. — Die sowjetische Presse fährt fort. Israel als einen aggressiven, koloniaistischen Staat” anzugreifen. Die Israelis werden im allgemeinen oeschrieben, und von der arabischen Bevölkerung in Israel wird behauptet, dass diese in Armut, Arbeitslosigkeit und Unwissenheit lebe, während die arabischen Nachbarstaaten ,,tapfere Kämpfer gegen die zionistischen und reaktionären Intrigen” genannt werden. Dies ist aus einer Reihe sowjetischer Blätter ersichtlich. welche kürzlich nach Amerika gelangten, darunter die „Prawda” und verschiedene ideologische Zeitschriften, sämtlich in russische! Sprache. ..Prawda” druckt eine Rede ab, die der transjordanische Delegierte Puad Nasser. Generalsekretär der transjordanischen Kommunistischen Partei, auf dem kiirzlichen Kommunisten-Kongrass hielt. „Mein Volk“, heisst es darin, „ist heute wie alle arabischer Nationen den schlimmsten zionistischen und reaktionären Ränken ausgesetzt. Die israelischen Staatsmänner haben im Verein mit den Imperialisten, insbesondere mit den USA und Westdeutschland Israel in ein Waffenarsenal und eine Base für Erpressung und Aggression gegen die arabischen Völker verwandelt.” Natürlich erwähnt Puad Nasser weder die verstärkte Militärhilfe der Nordamerikaner für Transjordanien und andere Araberstaaten noch die Ueberfälle der El-Fatach-Banden aul Israel, die von transjordanischem Territorium ausgehen. (ITA) Niemals vergessen Jerusalem. — Der ehema lige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer gab Premierminister Levi Eshkol zu verstehen, dass „nichts Gutes heravskommen würde, wenn das jüdische Volk auf. hören werde, den guten Willen der deutschen Nachkriegsgeneration anzuerkennen” Diese Erklärung machte er bei einem Bankett, das Ministerpräsident Eshkol zu Beinen Ehren veranstaltete, und in Entgegnung auf eine i Rede, die Eshkol bei dieser i Gelegenheit hielt. Eshkol sag. te dem Gast, dass ,.die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nach der Ausrottung der europäischen Judenheit durch die Nazis nicht normal sein können ‘ und fuhr fort: „Wir haben nicht vergessen, und niemals werden wir die Mordtaten vergessen, denen sechs Mil. lionen unserer Brüder zum Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ FRANKREICH will alliierte Flugzeuge ab 1. Juni nicht mehr gemäss den Vereinbarungen der NATO 'anden lassen. — KONRAD ADENAUER, während dessen Besuches in Israel Zwischenfälle zu verzeichnen waren, legte einen Kranz in Jad Waschern nieder. — MALASIEN und Indonesien erklärten sich zu eine’- friedlichen Beilegung ihrer Konflikte bereit. _ NICHT DER VATIKAN, der Kreml habe seine Haltung geändert, erklärte eine katholische Zeitung nach dem Besuch, den Gromyko dem Papst abgestattet hatte EIN LEITER der Opposition in Indien erklärte dass Väter ihre Kinder verkaufen oder im Urwald aussetzen würden, da sie ihnen keine Lebensmittel geben könnten und die Kinder ohnehin vor Hunger sterben würden ..— STUDENTENKRAWALLE wurden gleichzeitig aus Rom und Madrid gemeldet. — NUR EIN Präsidentschaftskandidat wurde bisher für die Wahlen in Bolivien aufgestellt nämlich General Renée Barrientos. — STEFAN WYSZENSKY, Kardinalprimas von Polen segnete das Land im Namen des Papstes, während der Erzbischof von Wroclaw früher Breslau. Glaubensfreiheit von den kommunistischen Behörden verlangte. — U THANT, Generalsekretär der UN, sprach vor dem Europarat und sagte, dass sich die Vereinten Nationen nicht in den Vietnam-Konflikt einmischen sollten. — AUS DEM INDISCHEN Hungergebiet wird offiziell zugegeben, dass 3 Millionen Menschen im Staat Orissa (Ostindien) Hunger leiden würden — ABBA NATHAN der israelische ,.Pilot des Frie dens”, wurde von den russischen Behörden zum Verlassen der Sowjetunic.i aufgefordert. — CARLOS LLERAS Restrepo wurde zum Präsidenten Kolumbiens gewählt. — DEMONSTRATIONEN in Saigon zeigen eine steigende antiamerikanische Stimmung in Südvietnam. — ENGLAND erklärte sich bereit mit Rhodesien in neue Verhandlungen einzutreten. — FRIEDEN, FREIHEIT, Fortschritt ist die Parole des Internationalen Sozialistenkongresses, der jetzt in Stockholm stattfand. — AKTIONEN der Extremisten wurden neuerdings in Perú, Guatemala, Ecuador und Kolumbien verzeichnet SUKARNOS Machtkampf mit seinem Generalstabschef Suharto ist in eine neue Phase getreten. — Paris. — Beamte der neuen syrischen Regierung sind überzeugt, dass Israel einen Angrift gegen Syrien plant wie „Le Monde” berichtet. Die Zeitung schreibt, Syrien sei von dieser Furcht gepackt und Damaskus habe eine Konzentration israelischer Truppen im Gebiet des Hule-Sees gemeldet. Der syrische Aussenminister. Dr Ibrahim Majos. soll den Botschaftern der USA, Englands. Russlands, Frankreichs und Rotchines erklärt habendass er sie auf die „ernsten Fol gen“ eines derartigen Angriffs aufmerksam machen muss. New York. — „Times“ berichtet aus Beirut, dass Syrien anscheinend die Oelleitungen. die durch syrisches Gebiet laufen, zu gefährden plant, falb die Israelis ihre Streitkräfte gegen Syrien be wegen oder die neue Linksregierung von der „imperialistischen Reaktion” bedroht sein sollte Der Aussenminister bat die Diplomaten der USA. Englands. Frankreichs, der Sowjetunion und Rotchinas in sein Büro. Be4 diesen Unterredungen brachte er ungefähr folgendes zum Opfer fielen. Das jüdische Volk erwartet von der deutschen Nation, dass sie diese Schuld anerkennt, welche seine Vergangenheit belastet wenn sie wieder in die Familie der Völker aufgenommen werden will.“ Hierzu bemerkte er noch, dass das von Deutschland akzeptierte Abkommen über Zahlungen von Entschädigungen „rein sym. bolisch war und keineswegs die Vergangenheit auslö-; sehen kann“. ' Dr. Adenauer, sichtlich peinlich berührt, erwiderte dass „die Nationalsozialisten ebenso viele Deutsche wie Juden ermordet haben und er wisse, wie schwer es für die Juden ist. die Vergangenheit zu vergessen' Dorh so fügte er hinzu. „Wenn Ihr Juden aufhört, unserer guten Willen anzuerkennen. so kann nichts Gutes dabei herauskommen.” Kurz vor dem Bankett hatte Levi Eshkol de--. Text seiner Rede dem deutschen Botschafter Rolf Pauls gezeigt. der ihn gebeten hatte, zwei besonders scharfe Sätze zu streichen. Dies hatte der Ministerpräsident getan, und doch “rregte das was er sagte. den Unwillen des greisen Gastes Nach Austausch der offiziellen Reden setzten die beiden Staatsmänner ihre D'sMission fort. Vor dem Essen batte Dr Adenauer Premierminister Fshkol aufgesucht, und im Laufe dieses Gesprächs versprach er die Bereitschaft Westdeutschlands, das jüdische Volk und Israel zu unterstützen Die Unterredung im Büro des Ministerpräsidenten wurde als herzlich bezeichnet Beide Männer unterhielten sich ohne Formalitäten und ohne Programm Dr. Adenauer erwähnte besonders dass Deutschland Israels Bemühungen um enge re Beziehungen mit dem Gemeinsamen Europamarkt zu unterstützen gewillt sei. WEITERE BESUCHE Inzwischen besuchte Dr. Adenauer den Gottesdienst in. der Kirche von Kfar Na- Ausdruck: „Die imperialistischen Interessen in der ganzen Region werden im Falle einer .israelischen Provokation1 oder irgendeines Angriffs gegen Syrien vollkommen vernichtet werden“. Die Nachrichten in den beiruter Zeitungen besagen, dass Majos den Diplomaten erklärt habe, dass Syrien im Falle einer Bedrohungen seiner Regierung oder syrischen Gebietes alle Oelleitungen sprengen werde, die durch Syrien laufen und Petroleum aus Saudi Arabien nach dem libanesischen Hafen und aus Irak nach dem syrischen Hafen Bantas führen. „Times“ erinnert, dass Syrien im Jahre 1956 während der Suez-Operation die Oelleitungen aus Irak gesprengt hat. Die damaskoer Zeitungen berichteten über „verdächtige Konzentrationen” israelischer Truppen an der syrischen Grenze mit der Bemerkung. Syrien werde den Sicherheitsrat der UN für die Folgen verantwortlich halten. „Al Baath”, das Organ der Baath-Partei, schrieb. Syrien beobachtet „die imperialistschen und israelischen Machenschaften” mit Aufmerksamkeit. Das Blatt bezieht sich auf Erklärungen von Politikern im „besetzten Palästina“, womit es offen sichtlich die Erklärung Levi Eshkols meint, dass Israel Svrien für die Einfälle der El Fatach-Saboteure auf israelischem Boden verantwortlich macht. Zwei grosse damaskoer Zeitungen veröffentlichten an erster Stelle das „Communiqué Nr. 48‘ der „El Asifa”, einer arabischen Kommandoeinheit, in dem zwei kiirzliche Angriffe gegen Israel angekündigt wurden. In den letzten zehn Tagen brachte die syrische Presse „die imperialistischen Absichten gegen Svrien” mit der kiirzlichen Konferenz in Ankara, an der Dean Rnsk teilnahm, der letzten Konferenz in Beirut, der nordamerikanische Diplomaten in Nahost mit dem Beigeordne, ten Staatssekretär Raymond Hare beiwohnten, und einem Besuch der VI. USA-Flotte in Beirut in Zusammenhang — (ITA) um und die heiligen Stätten der Christen in Nazaret, wo man ihn in tiefer Meditation und inbrünstiges Gebet versunken beobachten konnte. Er äusserte zu den Journalisten, seine Reise sei trotzdem „keine religiöse Pilgerfahrt sondern gehorche politischen Motiven, um zu einer Besse rung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland beizutragen”. Er hatte das Abzeichen, das ihm in der vorigen Woche im Jad Waschern zum Andenken an die ermordeten Juden ange steckt worden war, noch nicht abgelegt. Später besichtigte Dr. Adenauer den Kibbuz Afikim und bekundete reges Interesse an dessen Einrichtungen und dem Leben der Siedler Das Wochenende verbrachte er in Tiberias, Er sprach von seinem bevorstehenden Besuch bei seinem alten Freund, Ben Gurion in Sde Boker und bemerkte „vielleicht werden wir einen gemeinsamen Spaziergang machen”, womit er sich auf Ben Verfahren gegen Gestapo-Zentrale von ROBERT M. W. KEMPNER Dort, wo zur Nazi-Zeit die Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrechtstrasse nicht weit vom Potsdamer Bahnhof stand, ist heute leeres Feld. Die letzten Trümmer des Gebäudes und der unterirdischen Gefängniskeller in denen auch ich einst sass, sind weggeräumt. Auf aufgeschütteten Erdhügeln haben Arbeiter der Berliner Stadtgärtnerei Kürbisse angepflanzt Auf der anderen Seite der früheren Prinz-Albrechtstrasse ist im Ostsektor das Gebäude der Ministerien; die Wachen stehen oben in ihren Schiessscharten, beobachten, was drüben vorgeht. Diejenigen, die im Gestapo-Hauptquartier amtierten, SS-Sturmbannführer, SS-Sturmfiihrer usw., Nazi-Funktionäre, die über Leben und Tod herrschten, sind jetiss Gegenstand eines Mordverfahrens, das Generalstaatsanwalt Günther vom Kammergericht mit seinem Oberstaats, anwalt Severin und zehn Staatsanwälten gegen die ehemaligen Gestapo-Gewaltigen führt. In diesem Verfahren soll die Mitwirkung der als Mordtäter oder Gehilfen verdächtigen überprüft werden. Es ist der erste Prozess gegen die Mordzentrale. Weit über tausend SS-Fiihrer dieses Reichssicherheitshauptamtes, wie diese Behörde erst unter Reinhard Heydrich und später unter Ernst Kaltenbrunner offiziell hiess, sind bereits namentlich festgestellt. Aber bei vielen Hunderten weiss man den Aufenthalt nicht. Viele der Mordverdächtigen sind namentlich tot. Es war nach dem Kriege verhältnismässig leicht, sich auf grund von eidesstattlichen Versicherungen von Verwandten und Freunden für tot oder verschollen erklären zu lassen. Von dieser Möglichkeit haben weit mehr ehemalige SS-Leute Gebrauch gemacht, als von den Giftkapseln, die von ihren Vorgesetzten bei dem Zusammenbruch ausgegeben worden waren, damit man sich der irdischen Gerechtigkeit entziehen könne. Manche der „Toten” leben im Inland unter neuen Namen; immer wieder werden sie in ihrer Anonymität aufgestöbert. Andere leben im Ausland. Dort fühlen sie sich in bestimmten Staaten sicher. Hs ist zum Beispiel ein reiner Zufall, dass erst durch den Umstürz in Ghana der dort tätig gewesene Auschwitz-Arzt Dr. Schumann endlich verhaftet wurde. Oberstaatsanwalt Severin hat durch sein Team 4.009 Akten im Staatsarchiv Nürnberg und 73-000 Akten bei einer Aussenstelle der Gestapo durchkämmen lassen. Mehrere Beamten haben auch aus dem Osten wichtiges Material beschaffen können. Diese Aktenherbeischaffung von den Aussenstellen ist notwendig, weil in der Zentrale selbst die wichtigsten Mordbefehle beseitigt wurden. Tatsächlich ging von der Prinz-Albrechtstrasse der gesamte Vernichtungsfeldzug aus: gegen mehrere Millionen Juden, Sozialisten, gegen russische Kriegsgefangene, gegen Zigeuner, gegen Slovenen, gegen katholische Priester etc. Jeder Referent sass am Schalthebel der für seine Zuständigkeit geschaffenen Vernichtungsmaschine und leitete die Mordbefehle in die Ghettis, an die Aussenstellen im ganzen besetzten Europa, in die Konzentrationslager usw. _ Wann der Prozess stattfinden wird, lässt sich noch nicht übersehen. Ein Teil der Mordtaten ist „biologisch verjährt”, wie Generalstaatsanwalt Günther einmal betonte, da unter den Tätern auch eine Anzahl inzwischen an Alter und Krankheit selbst gestorben ist. Gurions Gewohnheit täglich fünf Kilometer zu marschieren, bezog. Bei seinem Besuch in Nahalal am Wochenende wurde Adenauer erneut ausgepfiffen, obwohl die Bewohner des Ortes ihn begriissten. Doch es waren aus der Umgebung Leute gekommen, die ein Pfeifkonzert veranstalteten. Die Polizei verhaftete fünf Personen. DIE ABREISE Tel Aviv. — Der frühere westdeutsche Bundeskanzler, Dr. Konrad Adenauer, erklärte bei seiner Abreise nach einem sechstägigen Besuch in Israel, dass sein Land dem jüdischen Volk „politisch und auch auf allen anderen Gebieten” helfen müsse. Die israelische Polizei untersuchte das Flugzeug, bevor Adenauer es bestieg, da telefonisch Anzeige erstattet worden war, dass in dem Apparat eine Bombe liege. Man fand jedoch nichts Verdächtiges. Adenauer erwähnte in seiner Erklärung auch sein erstes Zusammentreffen mit Israels ehemaligem Premierminister David Ben Gurion in New York im Jahre 1960 und betonte, dass Ben Gtirions Aeusserungen über ihr damaliges Gespräch „Wort für Wort korrekt“ gewesen seien. Ben Gurion hatte seinerzeit berichtet, dass „ein völliges Einverständnis über die deutsche Hilfe für Israel zwischen ihnen beiden geherrscht habe und der eine verstand, was der andere sagen wollte.“ Zur Verabschiedung Dr. Adenauers erschien Ministerpräsident Levi Eshkol im Flughafen von Lud in Vertretung von Aussenminister Abba Eban, der nach Warschau abgereist war. Die beiden Staatsmänner unterhielten sich ungezwungen, und wie es heisst, wurde in dieser letzten Aussprache das „Missverständnis“ aufgeklärt, das bei dem Bankett, welches Eshkol für den Gast aus Deutschland veranstaltet hatte, vorgefallen war. Inzwischen traf Konrad Adenauer wieder in Bonn ein, wo er bei seiner Ankunft das Ergebnis seiner Reise nach Israel als „positiv“ bezeichnete. Impreso en la Imprenta PÖLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual W 868.707

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