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Jüdische Wochenschau · 1966-05-06 · 2166 (6.5.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2166 (6.5.1966)
Date
1966-05-06
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viera«*, 0 de Mayo de 1906 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aä« XXVn. — W 21«« Bedenkliche Symptome (Schluss von Seite 1) li täten und Machtkämpfe auf allen Gebieten waren der Grund für diese, das Bild unserer Erde umwälzenden Begebenheiten. Aber die Folgen erstrecken sich noch heute bis in die letzten und verlassenen Winkel unseres Planeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Verlagerung des Schwergewichts erkennbar. Heute aber stehen wiederum die europäischen Probleme im Vordergrund, wobei man diskutieren kann, ob die grossen und mächtigen USA nicht insofern auch al6 ein Teil dieser, in einem weit gefassten Sinne europäischen Völkerfamilie anzusehen sind. III. Vietnam Selbstin Vietnam hat Nordamerika nur eine europäische Erbschaft angetreten, nachdem die Franzosen gezwungen waren, sich aus diesem Gebiet ihres Kolonialreiches zurückzuziehen. Es war eine bittere Erbschaft die zu einer Schicksalsfrage für den ganzen Westen zu werden droht. Niemand wird verkennen, dass hier sehr weit reichende und durchaus nicht nur wirtschaftliche Interessen für die ireiheitliebende Welt auf dem Spiel stehen. Auch in Vietnam werden die Freiheiten der westlichen Zivilisation gegen einen vordrängen den und rücksichtslosen Kommunismus verteidigt. Die Antworten auf die einstürmenden Probleme sind äusserst schwierig, zumal niemand annehmen wird, dass die Amerikaner kriegslüstern seien oder Eroberun. gen zu machen gedenken. Nur bleibt zu bedenken, ob dies der Weg ist, um die Welt vor dem Kommunismus zu schützen. Auch erbitterte Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1° uq. nachm. 16—10 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezia’qeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN V1RREY DEL PINO 2262 T. E. 73-76*7 Feinde des Kommunismus stehen dem „unpopulären Krieg“ in Vietnam mit äusserster Skepsis gegenüber. Die Unruhe im amerikanischen Volk wächst, die Unzufriedenheit wird grösser. Die Gerüchte über den Einsatz von braunen Landsknechten, die sich ins normale bürgerliche Leben aus welchen Gründen auch immer nicht eingliedern konnten, tragen zur wachsenden Welle der Ablehnung dieses Krieges bei. Dde asiatischen und afrikanischen Völker betrachten — ob mit Recht oder Unrecht steht hier nicht zur Diskussion, denn es kommt nur auf die Tatsachen an, — diese amerikanische Expedition als unberechtigte Intervention. Das könnte uns auch widerfahren, denken sie, wobei alte, aber frische Erinnerungen an ihre eigene Kolonialzeit auftauchen, die selbst heute noch nach einem Jahrhundert oder länger in manchen südamerikanischen Völkern wach sind. Die Ansicht gewinnt an Gewicht, dass der Vietnam- Krieg zu einem Konflikt werden kann, dessen Folgen unübersehbar sind. Die Haltung Frankreichs und die eigenwillige Politik de Gaulle« haben diese Problematik unterstrichen und verstärkt. Damit hat sich Europa unmit telbar wieder in diese weltumspannende Krise eingespannt. IV. Gegensaetze Frankreich will sich aus dem Atlantik - Pakt zurückziehen, der bis heute die Grundlage der westlichen Nachkriegspolitik gewesen ist. Ob der von de Gaulle eingeschlagene Weg der richtige ist, muss dahingestellt bleiben. Ohne Zweifel aber liegt hierin zugleich eine Stellungnahme Frankreichs 2vu einer anderen Entwicklung, die in Paris mit äusserster Skepsis verfolgt wird: die Wiedererstarkung Deutschlands. Auch das kann nicht bezweifelt werden, dass diese ,neue‘ Linie der französischen Politik bereits seit einigen Jahren vorbereitet worden ist, nur dass es bisher, insbesondere dem früheren Kanzler Adenauer, gelungen war, die Abkühlung der deutsch - französischen Freundschaft nach aussen hin nicht sichtbar werden zu lassen Die ersten Anzeichen einer JUDITH SCHENKOLEWSK! KTTLTVSSTICKEREIEH Schabbosdecket* - Talitabeutel Käppchen Mu zot-Ta scheu Handihm) Maschinenstickere) voe Bettand Hscnwäsch» Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Ihr Fris«tir ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 französischen Neuorientierung machten sich durch die Aufnahme von freundsehaft- , höheren Beziehungen zu Moskau und einer Reihe anderer kommunistischer Länder wie z. B. Rumänien bemerkbar. Hierdurch erfuhr das deutsch-französische Ver. hältnis eine Belastungsprobe, denn die kommunistischen Staaten halten an der Unabänderlichkeit der Oder- Neisse-Grenze fest, womit die Franzosen offensichtlich einverstanden sind. Dass sich die Pariser Politik gegen eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wendet, ist ein offenes Geheimnis. Das aber ist gerade das Hauptziel der deutschen Bemühungen. Hier musste es also zu einem Gegensatz kommen, der sich mit den verstärkten Anstrengungen der Deutschen verschärfen muss. Dass auch starke Bedenken gegen eine volle Wiederaufrüstung der einstigen Wehrmacht, jetzt Bundeswehr genannt, vorhanden sind, und dass hier die amerikanischen und französischen Interessen gegeneinanderstossen, ist bekannt. Die Amerikaner sind der Auffassung, dass ein starkes deutsches Heer der geeignete Vortrupp gegen einen russischen Vorstoss in Europa bilden wird, während die Franzosen sich aus langer geschichtlicher Erfahrung durch eine starke deutsche Armee bedroht fühlen, wobei es unwichtig ist ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht. — V. Eine Forderung Vor wenigen Wochen fand eine Begegnung zwischen d$m französischen Aussenminister, Maurice Couve de Murville, und seinem deutschen Kollegen, Dr. Gerhard Schröder, in Bonn statt. Es standen schwierige Fragen auf der Tagesordnung. Wenn sich Frankreich aus dem Atlantik - Pakt zurückziehen würde, dann müssten entweder die französischen Truppen auf deutschem Gebiet abziehen oder unter deutsches Kommando gestellt werden, verlangte Dr. Schröder. Denn heute befinden sich noch 75.000 französische Soldaten in der Bundesrepublik, die man dort gern sah, um im Ernstfall sie einsetzen zu können. Es gab eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der die Deutschen erklärten, sie wollen nie wieder eine Armee aufstellen. Sie waren damit zufrieden, dass die Alliierten sie gegen alle Eventualitäten eines russischkommunistischen Ueberfalls schützen. Die Zeiten haben sich jedoch gründlich geän- JAC0B LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 dert. Das wirtschaftlich und militärisch erstarkte Bundesdeutschland braucht die Franzosen nicht mehr. Es kann sich offensichtlich selbst verteidigen. Es ist bereits wieder so weit, seinen Verbündeten Bedingungen zu stellen Dass die bonner Politik in diesem Punkt von den Amerikanern und auch von den Engländern gedeckt wird, ist wesentlich, aber doch nicht entscheidend. Unwillkürlich denkt man an die „Rheinland-Befreiung1', durch die, retrospektiv betrachtet, der militärische Aufstieg Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg eingeleitet wurde. Weniger als drei Jahre später bedurfte e6 nur eines „Führers“, um den nächsten Krieg direkt vorzuberei ten. Wenn auch jeder Vergleich ungenau ist, dürfte die Erinnerung an dieses Geschehen die französische Politik beeinflussen. Aber nicht nur die Franzosen werden von dieser Erinnerung betroffen, andere auch... VI. Die neue Partei Das Ergebnis der Kommunalwahlen in der Bundesrepublik hat sogar bei den .alten1 demokratischen Parteien Unruhe und Unsicherheit hervorgerufen. Schon der Namen der neuen Partei ist alarmierend: NPD. Offen, sichtlich absichtlich hat ipan nur einige Buchstaben «Ändert. Das Programm soll aber viele Gemeinsamkeiten mit der NSDAP auf weisen, die Wählerschaft dagegen jst die gleiche. Immerhin konnte die neue Partei 27 St&dtrat-Sitze erobern. Das mag nicht viel sein, aber irgendwie ist doch ein Anfang gemacht worden. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die Erklärungen, die von einigen Parteifühj rern, insbesondere der FDP j (Freien Demokraten), abgegeben worden sind, die von | reaktionären Elementen sprachen. Mit Deklarationen allein aber lässt sich keine Politik betreiben und durch Erklärungen wird der Lauf der Geschehnisse nicht .ider nur geringfügig beeinflusst. Darüber müssten sich auch die demokratischen Parteien in der Bundesrepublik im Klaren sein. Demokratie ist heute überall in der Welt zu einem Schlagwort geworden. Auch die Nazis behaupteten, die demokratischen Spielregeln eu beachten. ES wäre angezeigt zu prüfen, ob die heutigen demokratischen Parteien eine demokratische Politik . betreiben, ob sie zwar nicht von „reaktionären Elementen1* beherrscht, aber von reaktionären Ideen geleitet sind. Zu solchen Vermutungen und Bedenken geben die konkreten Massnahmen Veranlassung, die von der Regierung ergriffen werden, die Forderungen und Prinzipien, die ihre Politik bestimmen. Hierzu gehört die volle Wiederaufrüstung, die Forderung nach Abzug der französischen Truppen, das Steigen des Budgets der Bundeswehr, di* Durchsetzung der Behörden mit „Ehemaligen“, die lasche Justiz gegen die Kriegsverbrecher und Nazischinder, die Handhabung der Wiedergutmachung an den Opfern der Verfolgten, die durch Verwaltungsmassnahmen und „Rechtsprechung“ teilweise illusorisch und durch mangelnde Gesetze verhindert wird. Ob hierin ein Entgegenkommen der demokratischen Parteien an die undemokratische Wählerschaft gesehen werden muss, kann noch nicht definitiv behauptet werden. Der Verdacht liegt nahe. VII. Widersprüche Viele westlichen Probleme sind durch die tiefen Widersprüche zwischen den proklamierten Idealen und den realen politischen Massnahmen und Zielen hervorgerufen. In weitem Umfang han. delt es sich weniger um eine politische oder Wirtschaft liehe Krise als um mangeln- I des Vertrauen der Völker zu | den entscheidenden Mächten. Man kann nicht von Gleichheit sprechen und Minderheiten unterdrücken. Man! kann nicht von Freiheit em- 1 phatisch reden, aber diese! Freiheit anderen vorenthalten. Man kann nicht Frieden predigen und Krieg führen. Man kann nicht Recht ver- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarseuak; Pueyrredón 2190, 1? iaq. T.E. 83-2613 Abono-Preis® Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährL langen und gleichzeitig Uri* recht tun. Diese geistige Krise ist eine grössere Gefahr als die politisch - wirtschaftliche. Durch solches Verhalten und Vorgehen leistet der Westen sehr gegen seinen Willen und zu unserer aller Unglück dem Osten Vorschub. Die Wiederaufrüstungen und der allgemeine Wettlauf der Waffen werden nicht vorgenommen, um durch die Vorbereitungen des Krieges den Frieden zu sichern, wie das lateinische Sprichwort es sagt, sondern um die Welt — vielleicht wider Willen — in einen Dritten Weltkrieg zu stürzen. Wer diese Gefahr leugnet, verschliesst seine Augen in einer unverantwortlichen Weise vor der bitteren Wirklichkeit. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Pirectar) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de ia Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS 41 2331 — 2240 47-5875 J. E. URIBURU 28f Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2(41 — T. 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