Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2163 (15.4.1966)
- Date
- 1966-04-15
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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à — Viernes, 15 de Abril cie 1966 JÜDISCHE WOC H ENSCH AD Año XXVII. — N* 2163 Ereignisse Weltkongress-Exekutive tagte Vor wenigen Wochen tra. ten die Mitglieder der südamerikanischen Executive des Jüdischen Wetkongreeees, soweit sie in Argentinien und Uruguay leben zu einer gemeinsamen Beratung unter dem Vorsitz ihres Presidenten. Dr. Moses Goldman, zusammen um über eine Reihe wichtiger Fragen ku beraten. Nach einleiten den Worten Dr. Goldman? berichtete der Generalsekre tär der Executive und ständige Delegierte des JWK. Mark Turkow. über seine letzte Reise, die ihn nach Israel, in verschiedene europäische Länder und in die USA geführt hat. Bei Bespre. chungen mit den leitender. Körperschaften und deren Repräsentanten wurde u. a. das wachsende Interesse ei niger nordamerikanischer Organisationen an ihrer Ex pansion in Lateinamerika besprochen. Zwischen der Jewish Agency und dem Jüdischen Weltkongress (JWK) ■wurde auf verschiedenen Ge bieten eine engere Zusam menarbeit vereinbart. In seinem Bericht zeigte Turkow auch die nächsten Wichtigen Arbeiten auf die vom JWK eingeleitet worden Bind oder eingeleitet werden müssen und die in direkten' Zusammenhang mit den grossen politischen Ereignissen vor allem mit dem II Vatikanischen Konzil stehen Einige neue wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen. u a. eine spanisch-jüdische Bibliographie sowie ein Buch von Nachum Goldmann seien in Vorbereitung. In der sich anschliessenden Aussprache wurden eini. ge neue Gesichtspunkte hervorgehoben. die für die kiinf tige Arbeit förderlich sein können. Von Besonderer Wichtigkeit waren die Ausführungen Turkows über die dreikontinentale Konferenz in Havanna die sich bekanntlich auch mit einer ,,Resolution über Palästina“ beschäftigt hat die einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hatte. Herr José Wainstein (Montevideo), der seit vielen Jahren an den Arbeiten des JWK teilnimmt, berichtete über die energische Haltung Uruguays, das mit aller Entschiedenheit — wie bekann* — die sogenannte .Palästina- Resolutionder kommunistischen Länder auf Kuba abgelehnt hat. Auf eine Reihe hier er. i schienene Veröffentlichun-! gen wurde hingewiesen. Weltkonferenz in Brüssel Im Verlauf der weiteren Beratungen wurde auf der, bevorstehenden Besuch des Nobelpreisträgers Professor Dr. Konrad Bloch hingewie sen worüber hier bereits kurz berichtet worden ist. i Die Ankündigung des Besu | ches von Dr. Bloch hat in al- | len südamerikanischen Län. ' dern, die er bereisen will, grösstes Interesse ausgelöst. Der Präsident der argentinischen Republik Dr Arturo Ulia. wurde von Dr Moses ' Goldman über die Reise Dr ■ Blochs informiert, der ver-! sprach dass Prof. Bloch j zum Ehrengast Argentiniens I ernannt werde. Prof Bloch I wird ferner Uruguay Brasi- I lien, Chile und Venezuela be I suchen, überall von den Re- ' gierungen empfangen und ' den Universitäten gefeiert j werden, auf denen er Vorlesungen zu halten versprochen hat. In allen Fällen wird das Argentinische Comité für das Weizmann-institut mitarbeiten. i Turkow berichtete ferner von der Absicht, ein Svmpo- | sion lateinamerikanischer j Intellektueller zu veranstal j ten. Eines der Themen die | behandelt werden sollen.! wird Die jiddische Sprache im jüdischen Leben” sein. Schliesslich wurde auch von der 5. Weltkonferenz des JWK gesprochen die Anfang August in Brüssel abgehalten wird. Ueber die dort zu behandelnden Themen ent - j spann sich eine interessante Debatte, die von Dr Hardt Swarsenskv eingeleitet wor- 1 den ist, der gegen einen der vorgesehenen Programmpunkte ..Deutschland-Frage" opponierte, zumal dieser Punkt bereits wiederholte Male erörtert worden ist zuletzt bei der Executiv Sitzung in Strassburg und neue Aspekte sich nicht ergeben hätten. Diesem Standpunkt schloss sich mit Entschiedenheit der Präsident der DAIA Dr. Jizchak Goldenberg an — Wie inzwischen bekannt geworden ist. haben sich auch die Exekutivmitglieder in Frankreich auf den gleichen Standpunkt gestellt Atisser vielen anderen Punkten, die auf der Sitzung behandelt wurden, und ei nem interessanten Refera“ von Dt Paul Warszawski dem Delegierten der FUSSA ('Zionistischer Studentenverband) wurde die Abhaltung der 12. Plenarsitzung de-’ Südamerikanischen Executi. ve des JWK für Anfang Juni in Montevideo beschlossen Kampagne eroeffnet Die Vereinigte Kampagne in Argentinien wurde in ei ner Veranstaltung eröffnet, auf der Herr J Levin, der Präsident der C.U. einleitend sprach und auf die Notwendigkeit dieser wesentli chen Arbeit hingewiesen ha“ Besonderen Beifall erhielt der Vizebürgermeister von Tel Aviv, Herr Moshe Gold. 6tein, der für einige Monate nach Südamerika gekommen ist und der C U. zur Verfügung steht Mit grossem Ernst und Enthusiasmus wurden die Worte des israelischen Bot schafters in Argentinien. Don Moshe Alón, aufgenom men. — In einer späteren Pressekonferenz setzte dann Moshe Goldstein die Aufgaben der Vereinigten Kampagne im Rahmen des Aufbauwerkes auseinander. Besuch bei der J. W. Herr Moshe Goldstein, Vi zebiirgermeister von Tel Aviv, der von der Stadt eine sechsmonatliche Lizenz für seine Arbeit in der Galut erhalten hat, stattete der Jüdischen Wochenschau seinen Besuch ab. So war eine gute Gelegenheit gegeben worden, die Jom Haazmaut-Feier Gemeinschaftlicher Festakt zum 18. Jahrestag der Unabhaengigkeit Israels AM SONNTAG, DEN 24. APRIL, UM 21 UHR IN DEN GESAMT- RAEUMEN VON BET ISRAEL, CRAMER 2070. DIE FESTREDE HAELT DER NATIONALDEPUTIERTE Dr. VORGESTELLT VOM VIZEPRAESIDENTEN DER DAIA, HERRN Inf. GRE60RI0 FAIGON MITWIRKUNG DER JUGEND — KUENSTLERISCHE UMRAHMUNG — KAPELLE SPIELMANN Einladungen sind in den Sekretariaten der Gemeinden und Organisationen erhaeltlich. — Wegen des zu erwartenden starken Besuches wird um baldige Abholung der Karten gebeten. — ACIBA — BAR KOCHBA — BET ISRAEL — CULTO ISRAELITA DE BELGRANO — KKL — LAMROT HAKOL — NUEVA COMUNIDAD ISRAELITA — NCI VILLA BALLESTER — THG und WIZO. Pläne und Absichten Goldsteins kennen zu lernen, de; einer jener dynamischen und energischen Menschen ist, die sofort überzeugend wirken. Sein besonderes Interesse galt bei diesem Besuch der zentraleuropäischen Ge meinschaft und deren Betei ligung an den Aufgaben des Keren Hajessod. Herr Goldstein wird sehr bald Gelegenheit nehmen um im Kreise des zentraleuropäischen Gesamtcomités zu den aktuellen Aufgaben Stellung zu nehmen — Würdige Veranstaltung Im schönen und geschmackvoll dekorierten Saal der ACIBA, führte das Zen. traleuropäische Comité der Vereinigten Kampagne seine Eröffnungs - Veranstaltung für die Aktion CHAJ durch Alle angeschlossenen Gemeinden und Organisationen hatten ihre Delegierten ge schickt. Wenn die Veranstaltung auch nicht schlecht besucht war, hätten sowohl die ausgezeichneten Vorbereitungen der Verantwortlichen wie das hohe Niveau einen weit stärkeren Besuch im Interesse des Publikums ratsam erscheinen lassen. Im Mittelpunkt stand eine von hohen Gedanken getragene Rede des israelischen Botschaftsrates Dr Aba Gefen, der auf die von Israel im Laufe von 18 Jahren erfüllten Aufgaben verwies Gefen ging auf die Rolle der Galut ein, die sowohl bei der Gründung wie der Entwick lung des Staates eine entscheidende Rolle zu spielen berufen ist keinesfalls nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern in erster Linie in menschlicher. Denn Israel ist vor allem von Menschen de: Galut gebaut worden die zu ihrer und des Landes Erlö sung und Errettung gekommen waren um ein neues Leben zu beginnen Dieser Prozess sei durchaus nicht be endet. Nichts aber könne Israels Entwicklung besser und sinnbildlicher kennzeichnen als die Tatsache, dass israelische Fachleute heute in mehr als 50 Ländern als Experten auf den verschieden. sten Gebieten am Fortschritt dieser Länder und damit der Menschheit aktiven Anteinehmen. — Einleitend hatte der Generalsekretär des Comités. Herr Erich Neuberger ir. schönen Worten die Bedeutung der Vereinigten Kampagne, des jungen Staates Israel für das jüdische Volk und unsere eigene Arbeit dar. gelegt. Der ihm gespendete Beifall war herzlich und be-! rechtigt. Zum Abschluss ergriff de) j Präsident des Comités das Wort und setzte die Bedeu tung des Jahres Chaj auseinander, unterstrich die geisti. ge und moralische Kraft der Kampagne für das jüdische und vor allem das organisationelle Leben und forderte die Anwesenden auf nicht nur beizusteuern, sondern mitzuarbeiten, um auf diesem Wege am grandiosen Werk jüdischer Erneuerung aktiven Anteil zu nehmen Dem Chor der Nueva Comunidad Israelita unter der sachkundigen Leitung seines Dirigenten Leo Kalwariski gebührt für seine Mitwirkung Anerkennung und Dank Starker Beifall belohnte den Chor für seinen hervorragen, den Vortrag — Auch der Jugendliche soll erwähnt wer den der den Aufruf des Comités an die Oeffentlichkeit verlas. — Eine weitere besondere Note erhielt die Veranstaltung durch die Anwesenheit einiger junger Offiziere der israelischen Handelsflotte von zwei im bonaerenser Hafen liegenden Fruchtschiffen, von denen einige die deutsche, andere die spanische Sprache beherrschten. Alle waren Zabres, d. h. in Israel geboren, und symbolisierten einfach durch ihre Gegen- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) A her Friedhofgeschaendel von S. SCHWARZ (München) Am Donnerstag, den 24. Februar 1966, wurde von der Friedhofswärterin des alten geschlossenen Friedhofs in der Thalkirchnerstrasse zu München die schamlose Verwüstung entdeckt: 40 Grabsteine waren gewaltsam aus der Erde gerissen, umgestürzt und zerschlagen. Angeblich drei junge Män. ner zwischen 18 und 20 Jahren — für deren Ergreifung das Polizeipräsidium München eine Belohnung von 3.000— DM ausgesetzt hat, sind über die drei Meter hohe Einfriedungsmauer geklettert und haben sich keine leichte Arbeit auferlegt, um die Ruhe derjenigen die hier die letzte Ruhestätte fanden, zu stören und die uralten Grabdenkmäler, einzige -tumme Zeugen ihres Daseins, mit Vandalismus zu schänden. 150 Jahre sind es in diesem Monat, dass dieser Fried hof angelegt wurde. Nach einer Meldung der Polizeidirektion vom 25. März 1816 an das Königliche Generalkommissariat, wurde damals die erste Bestattung vorgenommen. Ein alter ehrwürdiger Friedhof welcher wie so viele seit hundert Jahren auf Anhängen- und in Wäldern erhaltene jüdische Gottesäcker stumm die Geschichte der Juden in Bayern kundgibt. In der Zeit der Nacht und Verfolgung wurde an diesen Stätten — genau wie unter den Juden und an allem was ihnen gehörte — grausam gewütet und zerstört. Im Jahre 1954 war auf dem Friedhof in der Thalkirchnerstrasse ein Grabschänder zum letztenmal tätig. In den frühen Morgenstunden am 24. Februar 1966 hatten die Herren Oberbürgermeister Dr. Hans Jochen Vogel mit dem Polizeipräsidenten Dr. Manfred Schreiber den geschändeten Friedhof als erste aufgesucht und dann der Israelitischen Kultusgemeinde in München persönlich das Bedauern der Stadtverwaltung München zum Ausdruck gebracht, wie auch dem anweseden Generalse kretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Herrn Dr. van Dam: ..Wir empfinden die Gräberschändung in diesem Fall ganz besonders schmerzlich _ weil die Stadt München bemüht ist, den zerrissenen Kontakt mit den jüdischen Mitbürgern wieder heizustellen“, sagte der Oberbürgermeister der Landes, hauptstadt Dr. Vogel. Auf der durch den Oberbürgermeister gleich einberufenen Pressekonferenz im Rathaus sagte der Polizeipräsident; „Wir haben keinerlei Hinweise auf eine politische Demonstration. Es sind hier keine Schmierereien oder na. zistische Parolen oder Hakenkreuze festgestellt worden." Ferner erklärte Herr Oberbürgermeister Dr Vogel, dass er auch im Namen des gesamten Stadtrates und der Bürgerschaft spreche, wenn er versichert, dass alles seitens der Stadt unternommen wird, um den Schaden wieder gutzumachen. Herr Dr. van Dam, Gene, ralsekretär des Zentralrates des Juden in Deutschland, bemerkte darauf, dass der moralische Schaden für die Stadt grösser ist als der materielle, und dass antisemitische Motive durch Beeinflussung mancher rechtsradikaler Zeitschriften nicht ausgeschlossen werden können. Der Vorstand des Kreisjugendrings München gab in einem an die Israelitische Kultusgemeinde in München gerichteten Telegramm seine Empörung über die Schändung Ausdruck u. a.: „Gleichgültig aus welchen Kreisen die bisher unbekannten Täter stammen und welche Motive der Tat zugrunde liegen, sieht es der Kreisjugendring als seine Aufgabe an, der Kultusgemeinde seine Mithilfe bei der Wiederinstandsetzung der Grabstätten anzubieten." Nach den letzten Pressemeldungen soll es der mit zehn Beamten besetzten Son derkommission der Kriminalpolizei gelungen sein einen 26jährigen obdachlosen Bauhilfsarbeiter als einen der Grabschänder zu evmitteln. Die Juden in Bayern hoffen, dass die Täter bald gestellt werden und die Friedhofsschändung geklärt wird, denn niemand wäre interessierter als wir selbst, wenn hier mit Sicherheit festgestellt werden könnte, dass keine antisemitischen oder neonazistischen Umtrie- | be zu Grunde liegen Aber I auch dann bleibt die Frage j offen: „Warum finden die I Halbstarken oder Sehulkin. | der immer den jüdischen Friedhof?" BEATRIZ C. HIRSCH RENÉ BAUMANN VERLOBTE Buenos Aires Ayctcucho 454 Montevideo Luis P. Ponce 1453 LUACH — (KALENDER) Freitag, den 15. April 25. Nissan 10. Tag im Omer Sonnabend, den 16. April 26. Nissan Schabbat SCHEMINI — Haftara: 2. B. Samuel, Kap. 6 11 Tag im Omer Sonntag, den 17. Aprli 27. Nissan 12 Tag im Omer Montag, den 18. April 28. Nissan 13 Tag im Omer Dienstag, den 19. April 29 Nissan 14. Tag im Omer Mittwoch, den 20. April 30. Nissan Roseh Chodesch — 15. Tag im Omer Donnerstag, den 21. April 1. Ijar Rosch Chodesch — 16. Tag im Omer Freitag, den 22. April 2. Ijar 17. Tag im Omer Sonnabend, den 23. April 3. Ijar ‘ Schabbat TASRIA — Schabbat M’ZORA Haftara 2, B. Könige, Kap. 7 — 18. Tag im Omer Sonntag, den 24. April 4. Ijar Gedenken an die Gefallenen 10. Tag im Omer Montag, den 25. April 5. Ijar 18. Jom Haazmauth — Unabhängigkeitetag Israel 20. Tag im Omer D1.D