Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2161 (25.3.1966)
- Date
- 1966-03-25
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Auch heute oh, allen ent- Bestrebungen auf dem weiten imilienrechts in aliesslich nach n Religionsgeien. lalb von praktiung, dass jetzt atische Sammacheidungen des tothenburg. soft vier Drucken, andschriften teile, Die Sammrdnung erfolgten Einteilung des truch mit Erklär Quellenangabe i jiKhek See« aw Kook-Verlag n worden. Wiir- Dr ■. NeufeW ER) SEMANA ISRAELITA Ate XXVII. — Ne 21« Tf Schalom-Flug - Kein Abenteuer j x.i—+ — ..—-.«“i *xirfr qlc sixin 'Rtf.sii- . íxiixíxr nächtlichen Fahrt \ Abi Nathan, der sich selbst i sich mit den Worten vorstell die „israelische Friedenstaube“ nennt, berichtete nach ■einer Rückkehr von seinem ersten Flug, den er in seinem weissen Zweidecker nach Aegypten unternahm, um Abdel Nasser in Kairo aufzusuchen und ihn zu Friedensgespräohen mit Israel zu bewegen, über sein abenteuerliches Unternehmen. Er hatte im Hilton Hotel in Tel Aviv em Appartment bezogen, das ihm die Hotellei. tung kostenlos zur Verfügung stellte. Dort empfing er die Pressevertreter, die ihn mit Fragen bestürmten. Sein Ausflug nach Aegypten hatte: „Ich bin Abi Nathan. Wie Sie sicher schon aus Zeitungsnachrichten erfahren haben, bin ich da, um mit dem Präsidenten Nasser über den Frieden zu sprechen.“ Der Aegypter wollte zuerst gar nicht glauben, dass er wirklich aus Israel gekommen war, aber Nathan zeigte ihm ein in arabischer Sprache gedrucktes Flugblatt wie es vw den Knesset-Wahlen in den arabischen Dörfern Israels zirku. liert hatte. Hierauf wurde er in den Kontrollturm geführt, und die Beamten bewirteten ihn mit einer Tasse heissen war gekränkt, als sein Besu eher dankend ablehnte. Er! belehrte ihn, dass er niemals ' eine Tasse Katfee zuriiekweij sen dürfe. Als Abi ihm erklärte, dass er seinen Flug auf eigene Faust unternomj men habe und kein Abge. j sandter der israelischen Rei gierung sei, sagte der Gou- | verneur, dass er ihm glaube und auch schon seine Leute angewiesen habe, den Tank t schien nochmals, um ihm ei einer nächtlichen durch Port Said ein. Sie zeigten ihm den Suez-Kanal, wobei sich noch drei Soldaten zu ihnen gesellten. Aber auch diese trugen keine Waffen, und niemand hatte anscheinend Angst, dass er weglaufen könnte. Als er später ins Bett ging, brachten sie ihm ein Pyjama. Sogar der Gouverneur erseines Flugzeugs zu füllen, damit Abi gleich wieder den Heimweg antreten könne Alle behandelten Abi sehr höflich und zuvorkommend. Er wollte aber seinen Abflug verzögern, und so very Jf- ■i: Abi Nathan in seinem F lugzeug, das die Aufschrift „Schalom" in hebräischer, englischer und arabischer Sprache trägt. te 33 Stunden gedauert, und obwohl noch unrasiert ur.d recht erschöpft von der physischen Anstrengung, schilderte er lebhaft seine Erleb, nisse. Nachdem er vom Flugfeld In Herzlia aufgestiegen war, flog er in einer Höhe von nur zehn Metern über die Wellen des Meeres bis zu einer Stelle, die etwa 40 km südlich von El Arisch liegt. Von dort nahm er Kurs auf Port Said. Hier kam er auch glücklich an, doch er sah mit Schrecken, dass er soviel Brennstoff verbraucht hatte das er nicht bis Kairo kommen würde. Er befürchtete auch, von Jagdflugzeugen verfolgt zu werden. Daher landete er auf dem ersten Flugfeld, das er sah. Als er den Boden berührte, sah er auch schon einen Beamten auf sich zukommen, dem er Tees und brachten sogar ei- | nen elektrischen Ofen, als sie i sahen, dass er von dem lanj gen Flug in seinem altmodischen offenen Flugzeug vollständig durchfroren war. IN PORT SAID Später wurde er dem Gouverneur von Port Said vorgeführt. Dieser erklärte ihm, er sei befugt, im Namen der ägyptischen Regierung mit ihm zu sprechen. Er versicherte ihm sofort dass Aegypten keinen Krieg wolle, doch Abi solle lieber wieder nachhause gehen und dort sein gutes Werk vollbringen nämlich seiner Regierung klar machen, dass die Friedensinitiative von Israel ausgehen müsse. Einen anderen hohen ägyptischen Beamten bekam Abi nicht zu Gesicht Der Gouverneur bot ihm eine Tasse Kaffee an und brachte er mit dem Abendbrot, das sie ihm servierten, nämlich Raviolis und Fische anderthalb Stunden. Später stellte man ihm ein Bett im Kontröllraum auf, aber da er noch nicht schlafen gehen wollte, spielten ein Offizier und ein Soldat, die ihn bewachen sollten, mit ihm Poker und luden ihn dann noch zu ne gute Nacht zu wünschen- und ihn zu fragen, ob er es bequem habe oder lieber ein anderes Bett haben möchte START MIT HINDERNISSEN Beim Start am nächsten Morgen stellte Abi fest, dass einer der Flügel seines Apparates ein Doch hatte. In den Werkstätten des Flughafens gab es kein Material, um den Schaden zu reparieren, und da die Aegypter ihn möglichst schnell nachhause expedieren wollten, flogen zwei ihrer Piloten nach Kairo, um Segeltuch und Leim zu beschaffen. Bevor Abi schliesslich aufstieg, gab er einem ägyptischen Offizier seine Bibel als Geschenk für den Gouverneur. Jeder der 200 Menschen, die sich zu seinem Abflug eingefunden hatten, wollten ihm die Hand schütteln. Sogar ein richtiger Coronel war darunter. „Da standen sie und winkten mir nach“, erzählte Abi, „als ob ich ein Präsident oder irgendein anderes hohes Tier wäre.“ Aber Abi musste nochmals zurückkommen, weil er sofort bemerkte, dass das Stück Segeltuch, mit dem das Loch in einem seiner Flügel überklebt worden war sich schon wieder ablöste, und er nicht wagen wollte, mit dem schadhaften Flügel den Flug über das Meer zu unternehmen. Endlich startete er zum zwei. 113*1in tnn D<nQ Wie Abi Nathan nach Aegypten flog. (Karte aus der „Jerusalem Post“) Nukleare Wasser-Entsalzung Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dr. HARRY ZOHN (Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert, von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WTEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD- GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen. Mähren und Schlesien. — II. Baud Slowakei und Kajpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS Washington. — Die nordamerikanische Regierung besitzt bisher noch keine Richtlinien, nach denen sie mit Israel über die ökonomische Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei der nuklearen Wasserentsalzung in israelischen Anlagen verhandlen könnte. Daher sei es verfrüht, über die Bedingungen zu sprechen, unter denen Nordamerika für dieses Projekt Hilfe gewähren würde wie Robert McCloskey, der Sprecher des State Department, erklärte. Diese Verlautbarung geschah, nachdem behauptet worden war. dass die Vereinigten Staaten nur dann Anleihen zur Durchführung dieses Vorhabens bereit stellen würden, wenn Israel die Verpflichtung übernähme, von der Entwicklung nuklearer Waffen Abstand zu nehmen. Beamte des State Department versicherten inzwischen, die nordamerikanisehen Verhandlungen mit Israel würden, wenn sie einmal beginnen im Sinne der unlängst von Präsident Johnson abgegebenen Erklärung geführt werden Johnson hatte angekündigtdass für die Anwendung von Kernenergie internationale Sicherheiten zu ihrem Gebrauch für friedliche Zwekke gestellt werden müssen so dass bei der Ueberlassung von nuklearen Materialien oder Anlagen, die für friedliche Zwecke an Länder geliei fert werden, welche keine Atomwaffen besitzen, der internationalen Körperschaft ein Abkommen unterbreitet werden muss. | ISRAELISCHE ZWEIFEL ' Jerusalem. — Israelische! politische Kreise und eir. Teil der israelischen Presse! äusserten Zweifel an der Zweckmässigkeit, die nordi amerikanische Hilfe zur Errichtung einer gemeinsamen Wasserentsalzungs-Anlage zu I akzeptieren in der Elektrizi. : tat produziert ur.d gleich- ' zeitig Meerwa^ser entsalzt werden soll. „Maabat Yadash“, das 1 Blatt der RAFI. gab der Be- , fürchtung Ausdruck, dass : ein zu grosses Vertraue“! in I die USA-Hilfe bei diesem Projekt den nordamerikani. I sehen Forderungen den Weg ebnen würde sämtliche I Atomar.lagen in Israel zu überwachen. Die Zeitung ver- ’ langt, man solle bei der Entsalzung die Hilfe der Eng. länder oder Franzosen und nicht die der Amerikaner in 1 Anspruch nehmen. Andere Kreise sind der Meinung, dass der Beistand der UN dem Angebot Washingtons vorzuziehen sei. Die Moi genzeitung . .Haaretz“ bemängelte die hohen Gestehungskosten des Trinkwassers, das von der geplanten Entsalzungsanlage hergestellt werden soll. (ITA) ten Mal und rief den Aegyp- / tern noch Schalom zu. iRUECKKEHR NACH TEL AVIV i Die Menschen in den Stra-! ssen Tel Avivs hörten das j Dröhnen des Motors von Abis > | weissem Zweidecker als er ' nach Hause zurückkehrte. Er winkte ihnen aus seiner of- . | fenen Kabine zu, und als er! | dann wieder in Herzlia lan- | i dete, wurde er von der ihn!! erwartenden aufgeregten : Menge beinahe überrannt. i Abi strahlte über das ganze; Gesicht und berichtete sei 1 nen Freunden von seinem ersten „Erfolg“. Er habe | noch nach dem Libanon flie- | gen wollen, bemerkte er, \. doch er sagte nicht, warum er es schliesslich doch nicht; getan hatte. Auch König Hussein würde er gern besuchen. setzte er nachdenklich hinzu. j Die israelischen Beamten ‘ des Flughafens führten Abi j in einen Hangar zu einer , kurzen Vernehmung. Er wur.; de formell angeklagt das Land ohne behördliche Er-! laubnis verlassen zu haben, j doch sofort freigelassen, als j1 er alles zugab. Als er später I im Hilton Hotel ankam, wur- | de er von seinen Bewunde- 1! rern fast erdrückt, die ihn j alle umarmen wollten und j von der Polizei zurückgei drängt werden mussten. Im : Innern des Hotels warteten! wieder hunderte Menschen j auf ihn die nur das Personal davon abhalten konnte, den Fahrstuhl zu stürmen. | WAS DIE ARABER ,SAGEN Die ägyptische Zeitung „AI | Ahram“ nannte Abi Nathans Flug eine ..Komödie“ und be- : stritt, dass er diesen ohne die Erlaubnis der israelischen Behörden unternom- , men habe, weil es unglaubwürd’g sei dass sein 39 Jah. re altes Flugzeug nicht von dem ihm angeblich nachge- : sandten Jagdflugzeug abge- | fangen wurde. Israel solle lie- ■ ber „die Palästina betreffen- . den UN-Resolutionen erfül- I len und das geraubte Land j seinen rechtmässigen Besitj zern zurückgeben“, schlug j der Artikelschreiber vor. Das syrische Blatt der Baath-Partei verlangte restlose Aufklärung seitens der Behörden in Kairo, da es JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALABA I64E sich um einen „sehr wichtigen Zwischenfall handelt“. Die transjordanische Presse brachte die Nachricht von Abis Friedensflug mit roten Ueberschriften und bezeichnet* sein Unternehmen als „zionistisches Manöver“ und einen „Propaganda-Versuch für einen bösen Frieden“. In der Weltpresse wurde Abi Nathans Mission grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Sein Bild, auf dem er in seinem Flugzeug zu sehen ist, erschien u. a. in der „New York Tribüne“ und in der „New York Times“. PAUL VI. EMPFING ABI NATHAN Vatikanstadt. — Papst PaU| VI. empfing den israelischen „Friedensflieger“ zusammen mit einigen anderen Perso nen vor der allgemeinen Atte dienz im Vatikan. Der Papist unterhielt sich mit Nathan der ihm eine Bibel zum Geschenk machte. Paul VI. erwiderte diese Geste und gab Nathan eine Medaille, die "anlässlich des Er», scheinens des Papstes vo# den Vereinten Nationen ge* prägt worden ist. '■ IN PARIS * Von Rom flog Abi Nathan nach Paris. Bei seiner Ankunft erklärte er. er wolle mit dem Präsidenten de Gaulle sprechen, der . der einzige Mensch ist. der im Mittelosten das erreichen kann, was Kosygin in Taschkent durchgesetzt hat“, Frankreichs Präsident lehnte es jedoch ab, ihn zu empfai> gen. Nathan suchte Jean Paul Sartre auf. welcher ihm auseinandersetzte. er glaube nicht, dass die Zeit für ein israelisch - arabisches Gespräch reif sei, und dass er noch in diesem Jahr eine Darstellung des Konflikts zwischen Israel und den Ara» bern zu veröffentlichen plane. da er Israel und Aegypten nächstens zu besuchen gedenke. Der französische Nobelpreisträger Francois Mauriac, mit dem Abi Nathan ebenfalls ein Gespräch führte, versicherte seinem Besucher, er wünsche ebenfalls den Frieden im Mittel osten, den er jedoch für unwahrscheinlich halte, solang« Nasser an der Macht ist und das Problem der arabischen Flüchtlinge nicht gelöst wird* DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch*. STAMPS CENTER 94 Alltnby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444