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Jüdische Wochenschau · 1966-03-11 · 2159 (11.3.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2159 (11.3.1966)
Date
1966-03-11
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 11 de Marzo de l>i«e 8 EM A N % ISRAELITA Año XXVII. N* 2159 — 5 Die verratenen Verraeter Vor etwas über 20 Jahren wurde in Norwegen Vidkun Abraham Quisling wegen Hoch- und Landesverrats liingerichtet, ehemals norwegischer Generalstabsoffizier und Diplomat, zeitweilig Mit. arbeiter des grossen Philanthropen Fritjof Nansen, eine Weile auch Verteidigungsminister und schliesslich norwegischer Regierungschef von Hitlers Gnaden. Vor last 26 Jahren, als die deutsche Wehrmacht in Norwegen einfiel,' hatte er sich zum Mini, sterpräsidenten aufgeworfen und versuchte, die vom König angeordnete Mobilmachung zu widerrufen, zum bassen Erstaunen der deutschen Generäle, die solche Partisanentätigkeit nicht gewöhnt waren. Ein Jahr nach Quislings Ende wurde in Holland der frühere Ingenieur Anton Adrian Mussert wegen des gleichen Deliktes zum Tode verurteilt. Beide, Quisling wie Mussert, waren in ihren Ländern nach Hitlers Vorbild „Führer“ nationalsozialistischer Splittergruppen gewesen. Quisling erbat und erhielt auch finanzielle Unterstützung aus dem Reich. Und beide traten in dem Augen, blick, in dem die deutsche Wehrmacht ihre bis dahin neutralen Länder überrannte, als potentielle Regierungschefs auf. Sie sahen sich als nationale Volksführer, nicht unter Hitlers Herrschaft, son. dern Seite an Seite mit diesem. Und beide waren im Grunde genommen „verratene Verräter“ von Anbeginn an. Quisling erlangte erst kurz vor Hitlers Ende von diesem die vage Zusicherung, Norwegen würde wieder unabhängig werden. Holland jedoch sollte nach dem Wil-_ len des „Führers“ deutscher Reichsgau bleiben. * * * Der Name Quisling ging dafür in da* Repertoire der psychologischen Kampfführung vor allem des demokratischen Westens ein. „Quislinge“ wurden alle diejenigen genannt, die in den besetzten Ländern Europas in dieser oder jener Form, aus diesen oder jenen Beweggründen mit Hitler oder mit den deutschen militärischen oder zivilen Stellen zusammenarbeiteten. Der Begriff wurde zur Spitzmarke für jegliche Form der Kollaboration. Propaganda muss vereinfachen und lebt von zugkräftigen Schlagworten. Und der Krieg ruft nun einmal stets die letzten Leidenschaften wach. Der Appell an die Emotion verebbt nur langsam. „Quisling“ — das Wort behielt einen hässlichen Klang für die Zeitgenossen. Der Mann, von dem der Begriff hergeleitet worden war, hatte sich in einer Stunde tödlioher Gefahr für sein Vaterland einer un. ehrenhaften Handlung schuldig gemacht, obwohl er als leidenschaftlicher Patz iot auftrat. Es mag reizvoll sein ist jedoch sinnlos, die Geschichte auf der Suche nach „Quislingen“ zu durchforschen. Passt der Begriff etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, auf jene Anhänger einer neuen besseren Ordnung, die den französischen Revolutionsheeren zujubelten und sie unterstützten, als diese Ende des 18. Jahrhunderts in den Niederlanden, im Rheinland, in der Schweiz und Italien erschienen? Schwerlich. Er ist unmittelbar verbunden mit persönlichem Ehrgeiz und Skrupellosigkeit in der Wahl der Mittel, um an die Macht zu kommen, und damit verbunden mit dem Wesen beziehungsweise Unwesen Hitlers. Die alliierte Propaganda im Krieg und die Leiden, schäften, die dieser aufgewühlt hatte, haben eine Legion von „Quislingen“ erzeugt. Der Stempel wurde unterschiedslos benutzt, für Marschall Pétain und Pierre Laval in Frankreich, Ante Pavelic und das Ustaschi-Regime in Kroatien, Franz Szalassy in Ungarn, Milan Nedie in Serbien, Tsoiakoglu, LosothetoDOUlos und Rha] Tff GUe eben tan d. Fr jede Form der Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht. Frankreich suchte 1940 nach einer neuen Form staatlichen Lebens unter Wahrung der nationalen Souveränität. In Kroatien gab es eine weit zurückreichende und historisch wohl berechtigte Unabhängigkeitsbewegung. Der ehemalige Kriegsminister Generaloberst Nedic und der General Tsoiakoglu, Oberbefehlshaber gegen die Italiener in Albanien 1940 /41, versuchten in Serbien und Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E, J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dr. HARRY ZOHN (Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8 50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35 — IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN GEMEINDEN der TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Kaxpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS Griechenland als Soldaten eine nationale Landesregierung und Verwaltung fortzuführen. Als die deutschen Armeen in die Sowjetunion einmarsdhierten, erhoben sich tu eie von den Russen unterdrückte Völker — Ukrainer. Tataren, Kaukasier — gegen der Bolschewismus Der Kampf gegen die kommunistische Gefahr führte Freiwillige aus fast allen Ländern Europas, auch aus neutralem Bereich wie der Schweiz in die Reihen der deutschen Verbände, eine Bewegung, die dann | nicht zu ihrem Heil von der | Waffen-SS aufgefangen wur- 1 de.! Vielerlei Strömungen gin. i gen hier durcheinander die I damals in Europa weit verbreitete Idee, die Demokratie durch klerikal-konservativ-autoritäre Ordnungen zu ersetzen, die Hinneigung zu faschistischen Systemen mit sozial - volksbegliickerischem Einschlag, beflügelt noch durch die Erfolge des nationalsozialistischen Hitler, oder ganz einfach die Hoffnung, auch unter deutscher Besetzung die nationale Integrität des eigenen Landes zu erhalten. Kollaborateure müssen nicht eben einfach „Quislin. ge“ sein. Sie können es jedoch werden. Typisch für diese Eventualitäten wirken zwei Beispiele In Kroatien existierte eine breite nationale Partei unter dem Bauernführer Macek, die auf deutsche Hilfe gehofft hatte. An die Spitze des neuen Staates gelangte jedoch ein „Quisling“ Mussolinis, die von Italien ausgehaltene Ustaschi-Bewegung des ehemaligen Rechtsanwaltes Dr. Ante Pavelic, zahlenmässig gesehen eine Splitter, gruppe. Aehnliches geschah Schatten" des 1Susämm?n^,T!^, MILDE STRAFEN von ROBERT M. W. KEMPNER An der Universität Bonn hat sich eine beschämende Auseinandersetzung darüber entwickelt, ob der Luftfanrtmediziner Professor Siegfried Ruff, Leiter des Instituts für Flugmedizin, weiterhin als Mitglied des Lehrkörpers tragbar ist. Eis ist nämlich in der Oeffentlichkeit bekannt geworden dass ituff früher bei medizinischen Experimenten im Konzentrationslager Dachau als Arzt tätig war, zwar mangels ausreichender Beweise fre’gesprochen wurde aber seinerzeit den Standpunkt vertrat, die furchtbaren medizinischen Experimente, die in Dachau an KZ-Insassen verübt worden seien, wären da auf höheren Befehl erfolgt, in Ordnung gewesen. Ruff ist nur einer von den 38 in Nürnberg Freigesprochenen aus einer Gesamtzahl von 199 Angeklagten. Der Prozentsatz derer, die wegen Mangel an Beweisen frei gesprochen wurden, ist tatsächlich in Nürnberg weit höher gewesen, als vor jedem deutschen Gericht. Man kann deshalb wohl kaum davon sprechen, in Nürnberg habe eine .bittere, harte und mitleidlose Justiz' geherrscht. Tatsächlich wird jetzt von deutschen Strafverfolgungsbehörden den früheren Niirn. berger Anklägern und Richtern laufend vorgeworfen sie seien nicht streng genug gewesen. Man braucht nur zu bedenken, dass z. B. Angeklagte, wie der frühere Chef der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, oder Hitlers Zar in Ungarn, Edmund Vessenmayer oder der SS- Führer Gottlob Berger u.a. nur zeitige Freiheitsstrafen nürnberger Gerichte waren zeigt die Tatsache, dass im Falle von Krankheit des Angeklagten das Urteil oft besonders milde ausfiel, ’ was nach deutschem Recht nicht möglich ist. So erhielt z B. der Staatssekretär Wilhelm Stickhart in Fricks Innenministeriiiim trotz seiner Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur drei Jahre und 10 Monate Ge. fängnis. die durch die Haft als verbiisst angesehen wurden. Auch Geheimdienstchef Walter Schellenberg, dessen Gesundheitszustand bei der Beurteilung eine Rolle spielte, — er hatte u. a. ein Mitglied des Geheimdienstes, das nicht mehr von Nutzen war, einfach umbringen las- I sen — erhielt nur 6 Jahre Gefängnis, die teilweise als verbiisst betrachtet wurden. Sogar die Zahl der Hinrichtungen zeigt, dass von einer mitleidlosen Justiz nicht die Rede sein kann, denn von den zahlreichen Massenmördern innerhalb der 199 An« •geklagten, wurden nur insgesamt 22 hingerichtet, zehn im Internationalen Prozess, sieben mörderische SS-Aerzte nur ein KZ-Chet (! > und vier Einsatzgruppen-Mörder Rückblickend kann man1 heute sagen dass die Urteile in Nürnberg weit scharfer ausgefallen wären, wenn die Prozesse nicht schon in den ersten Jahren nach Kriegs, ende stattgefunden hätten. Inzwischen sind nämlich in der ganzen Welt Dokum. nte gefunden worden, die die meisten Angeklagten weit mehr belasten, als dies aufgrund der vor 20 Jahre' in Nürnberg vorhandenen Dokumente der Fall war. ches, als die von der SS- Führung begünstigte kleine Gruppe der „Pfeilkreuzler“ unter dem früheren Major Szalassy sich der Herrschaft bemächtigte. Allen Richtungen, Quislingen, Kollaborateuren, den Freiheitskämpfern auf dem Boden der Sowjetunion vom Baltikum bis zum Kaukasus, war, ungeachtet sehr verschiedener Ziele, eines gemeinsam : die konsequente Ablehnung des Kommunismus. Und noch eine zweite Gemeinsamkeit einte sie. Sie sahen in Hitler ihren Schirm, herrn, oder sie mussten ihn als obersten Gewalthaber hinnehmen, den Mann, der beispielsweise die Freiwilligen im Osten hartnäckig für „Untermenschen“ hielt, der sich selbst über die mögliche Neuordnung Europas niemals klar werden konnte und den Traum von der Volksbeeiükkung mit dem Wahn verband, man müsse die europäischen Nationen von ihren „volksfremden“ Elementen, vor allem dem Judentum, mit Gewalt befreien. Diese Schatten lassen sich nicht verscheuchen. Der Weltanschauungskrieg des 20. Jahrhunderts hat den Partisanenkrieg in neuer weltweiter Verbreitung gebracht und damit die herkömmlichen Bereiche nationaler Grenzen gesprengt Der Kampf der „roten“ Partisanen, die auch mit Ausnahme von Norwegen, Dänemark und Holland, die Schlüsselstellungen in den gleichsam demokratischen, national - restaurativen Widerstands . Bewegungen im Westen eroberten, hat überwohl ihre Tätigkeit nach deutschem Recnt als Mittäterschaft oder Beihilfe zum Mord charakterisiert werden müsste. Gerade die Milde der nürnberger Urteile, so sagen jetzt auch weite Kreise innerhalb der deutschen Studentenschaft, sei ein psychologisches Handicap für die deutschen Justizbehörden bei der Aburteilung der .kleinen* Mörder in unteren Stellungen. Wie wenig mitleidlos die i por que nadie me dijo que EL AL también vueia a Israel?”! all „weise“ Anti-Partisanen auf den Plan gerufen, von Frankreich bis Serbien und Griechenland. Ob es ihnen lieb war oder nicht, sie fochten Seite an Seite mit den Deutschen, auf deren Unter- Stützung sie schon rein materiell angewiesen waren. Der Antikommunismus unter Hitlers Fittichen wurde so vielfach zu einer Tragödie, für die Kosaken und vor allem für die Ukrainer für die französischen so gut wie für die russischen Weissgardisten und die nationalen Formationen etwa in Serbien oder Griechenland. Nun passt das propagandistische Schlag worc vom „Quisling“ beileibe nicht fii alle Kategorien so wenig wi< die andere bequeme Allweis heit gelten kann, dass jegli eher Antikommunist auch ein guter und edler Mensch sei. Aufgabe des Historikers ist freilich heute, sich von einst im Ringer, der Völker und Ideologien beliebten Schlagworten zu lösen und wieder Masstab und Urteil zu gewinnen. (W. Görlitz in der „Welt“) Ts^^supoñeí^u^taTuñea Aérea Israel dedica a su país los mejores servicios. Usted puede partir de Buenos Aires por cualquier vía y al llegar a Nueva York o a Europa, aprovechar las cómodas conexiones de EL AL: vuelos diarios desde N. York a Israel, vuelos diarios desde N. York a Europr vuelos diarios desde Europa a Israel y viceversa. Pero mucho antes de llegar, usted se sentirá como si ya estuviera en Israel será por los personales toques israelie presentes en nuestras aeronaves, por e típico “shalom” con que lo recibiremos a bordo y por mil cosas así. Cómo?... 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