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Jüdische Wochenschau · 1966-02-11 · 2155 (11.2.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2155 (11.2.1966)
Date
1966-02-11
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O ÛÛ FRANQUEO PAGADO of. Concesión 908 i- <U £ o ÖI r O b » TARIFA REDUCIDA < o Concesión 1629 Año XXVII. BUBNOS AIRES, VIERNES 11 DE FEBRERO DE 1966 Nv 2155 ISRAELITA el ejemplarIC en toda la República | PUEYRREDON 2190 1» izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Atomwaffen für Aegypten von B. B. Der russische Arzt Dr. Leon Pinsker sprach in seiner kleinen. aber klassischen Broschüre über die ..Judenemanzipation“ von der Judophobie, die er als eine Psychose diagnostizierte. Die Angst vor den Juden, die Phob;e vor den Juden, sei eine Krankheit, von der viele Völker befallen seien. Das war eine der ersten Feststellungen, die Pinsker, der Arzt, der Psychologe, der Kenner der politischen Verhältnisse und der trostlosen Lage des jüdischen Volkes im europäischen Osten getroffen hat. An diese ,, Judophobie“ musste ich denken, als ich die Nachricht las. Nasser habe die Russen um Schutz angesichts der Tatsache gebeten, dass Israel demnächst seine eigene Atomwaffe produzieren werde. Die Sowjetunion habe, so heisst es weiter, das feierliche Versprechen abgelegt, ihre eigenen Atomkräfte zum Einsatz zu bringen, ,,um die Vereinigte Arabische Republik zu retten, wenn Israel eine Atomwaffe produziert“... Die Nachricht klingt vielleicht unglaubwürdig, ist aber in allen Teilen wörtlich zu nehmen, jedenfalls insoweit die Aegypter befürchten, dass Israel durch die Herstellung eigener Atomwaffen Aegypten ebenso von der Landkarte zu streichen beabsichtigen würde, wie dies die Aegypter und ihre sonstigen arabischen Brüder zu tun bereit sind, wenn sie nur die Macht hierzu hätten... Bei Nasser dürfte es sich um ein vorgeschrittenes Stadium der Judophobie handeln: man dürfte bereits berechtigt sein, von einer Manie zu sprechen, als ob Israel nichts anderes vorhabe, als die Aegypter durch die Atombombe auszurotten. Dabei müsste doch ..eigentlich“ feststehen, dass Nasser die wahren israelischen Absichten und den Wunsch dieses Landes nach einem dauerhaften Frieden mit seinen Nachbarn kennt. Im übrigen dürfte der Einsatz von Atom¬ oder nuklearen Waffen in diesem Gebiet schon deswegen sinnlos sein, weil jede Atomwaffe, wo sie auch immer platzt, das gesamte Ge- Mordverdacht Bamberg. — Der 60jährige Rentner Josef Lindert ist wegen Verdachts der Ermordung von Juden verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft in Bochum wirft ihm mehrere Morde im Konzentrationslager Sandez (Polen) vor. IAWZ) EBAN BEI U THANT UN. — Der israelische Aussenminister Abba Eban besuchte den Generalsekretär der Vereinten Nationen. U Thant, der 'hn in Gegenwart von Dr. Ralph Bunche, dem Unterstaatssekretär der UN für politische Angelegen, heiten, empfing. In der Besprechung wurden die Beziehungen Israels zu den UN und den westlichen Milchten behandelt (ITA) biet verseuchen wird, und Israel auch dann gefährdet ist, wenn es zu einer Explosion auf ägyptischem Boden käme. Diese, wie so viele andere ägyptische „Propaganda- Bomben“ sind nur dazu bestimmt, die Aufmerksamkeit der Welt erneut auf den grossen Nasser zu lenken, dessen Stern in den letzten Monaten stark verblichen ist Die letzte Reise des sauditischen Königs nach Transjordanien war ein weiterer Beweis dafür, dass die einst von Nasser abhängigen arabischen Länder heute die Kraft haben, eine von ihm völlig unabhängige und sogar gegen ihn gerichtete Politik zu betreiben. Die Freundschaftsbeteuerungen der beiden arabischen Monarchen sollten vor allem Nasser zeigen, dass er bei seinen künftigen Abenteuern vorsichtiger sein solle. Nasser hat nicht Wort gehalten, denn seine Truppen SAMUEL sollen immer noch im Yemen stehen. Dies ist für König Faisal von Saudi Arabien ein hinreichender Grund, die yemenitischen Monarchisten zu unterstützen, da die republikanischen Truppen im Yemen immer noch mit Nassers Hilfe rechnen können. Die bisherigen Massnahmen wurden auf beiden Seiten mit grosser Vorsicht getroffen, zumal für Aegypten viel auf dem Spiel steht, und die Aktionen im Yemen mit einem enormen Kostenaufwand verbunden sind, der die ägyptische Staatskasse '.ber Gebühr in Anspruch nimmt. An die ,gesamtarabischen‘ Interessen kann auch von anderen Ländern, die sich sonst immer im Kampf gegen den „zionistischen Imperialismus“ hervorzutun pflegen, im Augenblick nicht gedacht werden. Der Irak ist mit den Kurden vollauf beschäftigt, die in den wilden Berggebieten nicht unbeträchtliche Erfolge über die Regierungstruppen erzielen konnten. Bagdad war schnell bereit, den persischen Nachbarn zu beschuldigen, der den Kurden angeblich die erforderlichen Waffen geliefert haben soll. Der irakische Aussenminister Pasehaschi soll vor einiger Zeit sogar nicht davon zurückgeschreckt sein, die Grossmächte von diesem Sachverhalt zu unterrichten; jedenfalls habe er, wie die Zeitungen meldeten, den Botschaftern der USA, Grossbritanniens und der Sowjetunion nähere Einzelheiten hierüber mitgeteilt. In Teheran, der persischen (iranischen) Hauptstadt, erklärte Aussenminister Hoveida, der Iran sei zu Verhandlungen mit dem Irak bereit, wenn Angriffe des Irak auf iranisches Gebiet in Zukunft unterbleiben würden. Nach Versionen, die nicht unglaubwürdig erscheinen, ist es die Sowjetunion, die den aufständischen Kurden ihre Hilfe leiht und vor allem die Autonomie-Forderungen der Kurden unterstützt. Keinesfalls ist die kurdische Frage der einzige Streitpunkt zwischen Iran und Irak. Angeblich soll der sauditische König Faisal daran denken, im Anschluss an daS islamische Pilgerfest in Mekka für den April des Jahres eine Zusammenkunft zwischen dem persischen Schah, dem irakischen Staatsoberhaupt Aref, dem Scheich Sabah Salem al Sabah von Kuweit und ihm selbst vorzubereiten, um all die aufgetretenen Streitfragen im persischen Golf zu regeln. Offensichtlich strebt Faisal eine Allianz zwischen diesen Ländern an, um ein Gegengewicht gegen alle Bestrebun. gen Nassers zu schaffen und dessen Hegemoniepläne in der arabischen Welt endgültig zu zerstören. — Wenn von Hassel „spart“! Der Rüstungsetat steigt um 500 Millionen In ihrem Bericht über die „Sparmassnahmen der Regierung“ berichtet die ,,Bild“-Zeitung am 4. November: „Vor allem aber die Mittel für die Bundeswehr. die unsere Freiheit schützen soll, werden um weitere 500 Million DM gekürzt.“ Die im selben Springer-Verlag erscheinende „Welt“ klagte am Tage darauf ebenfalls: „Die grössten Abstriche musste sich wieder Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel gefallen lassen. Seine Forderungen wurden um 900 Millionen DM gekürzt“. Aber dann folgt in der „Welt“ ein Satz, der den vier Millionen Biidzeitungsiesern unterschlagen wurde. Und dieser Satz lautet: „Hassel soll im nächsten Jahr nur eine halbe Milliarde DM mehr erhalten als 1965“. Tatsächlich soll der offizielle Rüstungsetat für 1966 mit 17,5 Milliarden gegenüber dem Vorjahr 500 Millionen mehr betra- -gen. Das Bundes verteidigungsmim.-terium hatte noch höhere Anforderungen gestellt. So konnte von Hassel leicht „Kürzungen“ hinnehmen die keine waren und die der Bildzeitung die billige Schlagzeile liefern. Selbst der SPD- Pressedienst kennzeichnete ein derartiges Verhalten als „intellektuelle Unsauberkeit“. Echte Kürzungen dagegen sind für das Wohnungsbauministerium vorgesehen. Hier sollen 1. die Mittel für den sozialen Wohnungsbau im Jahre 1966 nur 70 statt 2r0 Millionen DM betragen. 2. soll das Ministerium von den etwa 180 Millionen DM, die jährlich aus den Wohnungsdarlehen zurückfliessen 80 Millionen DM abgeben. 3. sollen 30 Millionen DM für den Flüchtlingswohnungsbau gestrichen werden. Bundeswohnungsbauminister Bücher befürchtet, dass diese Regierungsmassnanme einen starken Rückgang des sozialen Wohnungsbaues nach sich ziehen wird. Allein die gestrichenen 80 Millionen DM aus den zurückfliessenden Mitteln wären eine Initialzündung für das Bauprogramm im Werte von mindestens 1,5 Milliarden DM gewesen. Vergessen wurde, dass durch Verfassungs- und Wortbruch die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung um ihre Rechte gebracht werden, die ihnen nur zwei Monate zuvor durch Gesetz zugestanden worden sind. Auf Kosten der Verfolgten rüstet die Bundesrepublik auf und macht Geschenke an „weniger entwickelte Länder“... (Aus einer deutschen Zeitung) Zur Wahrung des Friedens Independencie (Missouri). — In einer Rede, die Präsident Lyndon Johnson in Independence hielt, mahnte er zu einer „neuen, höchsten Anstrengung“, um die internationale Zusammenarbeit besonders auf den Gebieten der Erziehung, Volksgesundheit und der Bekämpfung des Hungers zu verstärken. Johnson sprach auf einer Veranstaltung, in deren Verlauf die Gründung des „Harrv-Truman-Zentrums für den Fortschritt des Fredens“ angekündigt wurde, das in der Hebrätschen Universität in Jerusalem seinen Sitz haben soll. Expräsident Truman befand sich unter den Anwesenden. Johnson bekundete sein Vorhaben, vom Parlament in Kürze die Annahme wichtiger kultureller Massnahmen von internationaler Reichweite zu fordern, zu denen die Entsendung nordamerikanischer Erzieher ins Ausland und eine Neugestaltung des „Freiwilligenkorps für den Frieden“ gehören wird. Auf Kosten anderer Dr. W.: — Die Aufregung und Empörung, die das sogenannte Hauslialtssicherungsgesetz (abgekürzt; HSG). hervorgerufen hat, konnten auch nicht durch einige Beruhigungspillen besänftigt werden. Zunächst einmal wird schon zugestanden, dass Ansprüche von Verfolgten, die &m 1. Januar 1966 das 65. Lebensjahr erreicht haben, voit ausgezahlt werden sollen, ebenso Renten und Gewährung ton Heilverfahren. Aus welchem Grunde über 65 Jahre alte Menschen Jüngeren gegenüber bevorzugt werden müssen, die auch krank und schwach sind, die im übrigen noch etwas mit dem Geld anfangen könnten, bleibt unerfind. lieh und kann auch nicht als eine unter sozialen Gesichtspunkten zu rechtfertigende Massnahme betrachtet werden. Denn hier geht es nicht um soziale, sondern um rechtliche Erwägungen. Dass die Kosten von Heilverfahren nicht betroffen werden, ist selbstverständlich, aber unerheblich, da manche Entschädigungsämter ohnehin die Zahlung dieser Kosten auf Jahre hinausziehen und immer neue Anforderungen und Beweismittel verlangen. Die Verschleppung der Zahlung dieser Kosten entspricht einer sozusagen schon alten Tradition der Aemter, ohne dass die Berechtigten hiergegen etwas unternehmen können. Im übrigen sagt selbst das HSG, dass Pensionen (Renten) und Heilverfahrenskosten von den Sparmassnahmen nicht ergriffen werden sollen. — Auch die Ansprüche auf Gewährung von Darlehen und auf Gewährung von Soforthilfe an Rückwanderer sollen wie bisher sofort gezahlt werden. Beide Ansprüche stehen einem nur sehr kleinen Kreis von Berechtigten zu, da Darlehen nur in Ausnahmefällen solchen Antragstellern bewilligt werden, die im Ausland leben. Rückwandererhilfe ist keine Entschädigungsleistung, da Rückwanderung eine Angelegenheit des schlechten Geschmacks ist und wohl kein Jude nach Deutschland zurückgegangen ist, von Einzelfällen abgesehen, der Charakter und Rückgrat besitzt. Dass diese Leute auch noch prämiiert und gegenüber den echten Opfern bevorzugt werden, kann nur als eine weitere bedauerliche Fehlleistung angesehen werden. Selbst die Ausbildungsschäden wollte man nur in Quoten auszahlen, obwohl dies klar gegen das Gesetz ver. f.tösst. Die Frage konnte aber schnell durch energisches Eingreifen geklärt werden. — Gnädig wird zugestanden, dass die post 53-Fälle sofort ausgezahlt werden sollen. Das ist ein Erfolg. Denn hier handelt es sich um Opfer des NS-Regimes, für die die Leidenszeit noch nicht mit dem Ende des Krieges, sondern erst mit der Möglichkeit aufgehört hat, ein Land hin. ter dem Eisernen Vorhang zu verlassen. Dass man diese Verfolgten schlechter als die anderen gestellt und ihnen bis heute die ihnen zustehende Entschädigung versagte, ist nicht nur betrüblich, sondern eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit, für die es keine Entschuldigung, Erklärung oder Rechtfertigung geben kann. Jetzt, 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des N£5- Unrechtsstaates, gesteht man diesen Verfolgten Rechte zu, einige Wochen später sollten diese Rechte durch Auszahlungsmodalitäten illusorisch gemacht werden, jetzt werden diese Ansprüche doch — wenn auch in einem sehr begrenzten Rahmen — befriedigt werden. Damit ist aber di« Frage des unglückseligen HSG keineswegs erledigt. — Islamische Kommentare Die Kommentare zur Judenerklärung des Oekumeni. sehen Konzils, die aus islamisch - religiösen Quellen stammen, waren zum Unterschied von denen der arabischen politischen Gegner Israels im allgemeinen durchaus positiv. Der Chefredakteur von „Al Moussa Wak“, Kairo, Ahmed Baha’a Eddine, stellte u. a. fest; „Wir müssen vor der Weltöffentlichkeit eindeutig klarstellen, dass wir nicht an einer religiösen Polemik teilhaben wollen. Die muselmanische Religion sieht die Juden nicht als verantwortlich am Tode Christi an. Wir stehen allen Formen von religiösem Fanatismus und Rassismus fremd, ja sogar feindlich gegenüber“. In der Beiruter Zeitung „L’Oi'ient“ sagt Hassan Saab: „Ohne den westlichen Antisemitismus hätten wir vielleicht weder den Zionismus noch Israel erlebt: hätte dieses Erwachen des christlichen Gewissens vor einem Jahrhundert stattgefunden, dann hätten die heutigen Beziehungen des Nahen Ostens zur westlichen Welt ein anderes Gesicht. Die Kirch« verdient, in ihrer neuen Hai* tung vielmehr nachgeahmt als kritisiert zu werden. Sie kommt damit der Auffassung des Korans von der Einheit der Gottesfamilie sehr nahe, wie auch der Vorstellung des Korans von der Einheit des Volkes der Heiligen Schrift, dieses Volkes, das sich aus Juden, Christen und Muselmanen, die Gott verehren, zusammensetzt Das Christentum und der Islam können mit dieser Erklärung nur einverstanden sein und einander zu ihrem Geist beglückwünschen.“ In der gleichen Beiruter Zeitung schrieb der Autor Mohammed Naccache: „Wir haben die Juden niemals angeklagt, Christus gekreuzigt zu haben. Wir haben sie niemals unter dem Vorwand eines von ihnen verübten Verbrechens verfolgt oder schlecht behandelt.“ Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N<? 868.707

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