Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2154 (4.2.1966)
- Date
- 1966-02-04
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o ca o 5 V — <- c C «- i; «- o OI FRANQUEO PAGADO Concesión 908 i TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 MANA ISRAELITA Ano XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 4 DE FEBRERO DE 1966 Nv 2154 EL EJEMPLAR en toda la República 15. PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Mit offizieller Genehmigung Die ¡.ordamenkanische Zei fcung ..Christian Science Monitor'* meldet, die Vereinigte Arabische Republik (Aegypten) habe bereits bei drei Gelegenheiten versucht, den abgesetzten Präsidenten Algiers, Ahmed Ben Bella; zu befreien. Das kann nicht weiter verwundern. zumal Abdel Nasser devaff träumt. au3Er*Th!erb<??*aem Vorbild Hitlers naehzueifern, der seinerzeit seinen Freund Benito Mussolini durch den SS- Piihrer und heutigen Waffenh indler Skopzenv aus der italienischen Gefangenschaft holen liess. Natürlich gibt es hierfür auch politische Motive, [denn Ben Bella in der Rese; .e wüte ein Trumpi in denpeer gewordenen ägyptischen Händen. Ganz einfach ist diese Aktion offensichtlich nicht denn die drei Verbuche sind fehlge.v'h lagen, pass es in Algier auch rph manche Anhänger Beiy Bellas geben mag, jdürtte f; :*her sein sodass ¡p nten Nassers stetsiiiil?Helfe -¿belfern rechn&npöijpeTi. ‘ ber der Chrij>tRra.-jJc9ence Monitor meint, es habe im faschistischen Italien und nazistischen Deutschland mehr Verräter als in Algier gegeben. Einmal soll, sich Ben Bella geweigert haben, sein Land zu verlassen, weil er offensichtlich kein übermässig grosses Vertrauen zu seinen ..Befreiern“ gehabt habe, die beiden anderen Male hätte man ihn garnieht erst gefunden. Sehr wahrscheinlich hat ihn der algerische Geheimdienst in Sicherheit gebracht, der ohnehin den Aufenthalt des gefangenen Expräsidenten ständig wechseln soll. Mit diesen Nachrichten ist Algier wieder einmal in das Blickfeld sensationeller Nachrichten geraten, nachdem es seine jetzigen Machthaber verstanden hatten, durch einen ruhigeren Kurs der Normalisierung zur Stabilisierung des Landes beizutragen. Selbst der Besuch des neuen Präsidenten, Oberst Boumedienne, in Moskau wurde mit relativ geringem Aufwand an Propaganda registriert. Dass es sich bei solchen Versuchen, politische Gegner festzunehmen oder in Not geratene Verbündet aus der Gefahrenzone zu holen, um offizielle Unternehmungen handelt, die seit langem von den Aegyptern praktiziert werden, ist, bekannt Aufsehen erregte vor wenigen Jahren die Jagd von B. B. SAMUEL Flugzeuge über syrischem Gebiet auf die Maschine des transjordanischen Königs, als dieser mit Nasser auf äusserst gespanntem Fuss lebte. Dieses Attentat schlug fehl. Da derartige Interventionen im Mittleren Osten an sie unter besonderen Verhältnissen gehalten wurde und deutlich auf die Tendenzen zur Verlagerung der Machtverhältnisse innerhalb des arabischen Lagers hinweist. Dass die verschiedenen arabischen Länder stets auf Untersuchung wird gefordert Washington. — Das Justizministerium der Vereinigten Staaten kündigte an, dass eine Untersuchung über die angeblich heimlich bei den Arbeiten zur Herstellung militärischer Projekiüe in Aegypten beschäftigten nordamerikanischen Wissenschaftler angeordnet worden ist und diese Personen bestraft werden sollen, falls eine Verletzung der Bundesgesetze vorliegt. Walter Yeagley, Stellvertretender Staatsanwalt und Chef der Abteilung für interne Sicherheit, teilte dem republikanischen Deputierten für New York. Seymour Halpern, in einem Schreiben mit, dass das Justizministerium einzugreifen beschlossen habe, nachdem Halpern diese Stelle aut die Gefahr ..einer möglichen Enthüllung militärischer Geheimnisse“ aufmerksam gemacht hatte. Yeagley schreibt in seiner Antwort an Halpern. ..Wenn unsere Untersuchung irgendeine Verletzung der Bundesgesetze erbringt, so dürfen Sie sicher sein, dass sofortige und wirksame Massnahmen getroffen werden, um die Verantwortlichen zu bestrafen“, und fügt hinzu: „Ihr Eifer, diesen Fall zur Kenntnis des Generalstaatsarnvalts gelangen zu lassen, ist höchst schätzenswert.“ iITA) V tfe; der Tagesordnung sind, vergass man bald wieder diesen Vorfall. Uebrigens machte König Hussein erst jetzt wieder von sich reden. Gemeinsam mit dem sauditisehen König Feisal, der gerade in Trans Jordanien zu einem Staatsbesuch weilt, besuchte er Jerusalem, den alten Teil der Stadt, der sich seit den Befreiungskämpfen Israels in arabischer Hand befindet. Vorher hatten die Könige wie die United Presse meldete. das Versprechen abgegeben, die Einigkeit zwischen den arabischen Nationen zu suchen und der „zionistischen Aggression“ ein Ende zu bereiten. Der Transjordanier Hussein hat, wie es heisst, eine Rede gehalten, dass Feisals Besuch, der sich über sieben Tage erstreckte, ein Beweis der tiefen arabischen Solidarität und ihres Vorhabens sei, den Kampf um die Befreiung Palästinas, wie sie sich ausdrücken. durch die arabischen Gipfelkonferenzen fortzusetzen Israel sei eine Bedrohung für die ganze arabische Welt Sicherlich enthielt diese Rede nichts Neues. Dennoch ägyptischer* 1 ist sie bemerkenswert, weil ihren gemeinsamen Kampf gegen Israel zurückkommen, wenn sie ihre Gemeinsamkeit oder Einigkeit zu unterstreichen für richtig halten, ist bekannt. Bisher war es aber das unzweifelhafte Privileg Nassers, Reden dieses Stils Zu halten, der sich Jahr um Jahr bemühte, die Initiative auf diesem Gebiet keinem anderen zu überlassen. Jetzt sprechen die Könige hiervon, die sich in einem offenen Gegensatz zu Aegypten befinden. Dass die arabische Einigkeit bisher immer eine Fiktion gewesen ist, beweisen die Tatsachen. Im Augenblick befindet sich Aegypten aus vielen Gründen in erheblichen Schwierigkeiten. Nasser hat sogar vor längerer Zeit seinen wütenden Kampf gegen das Negew-Bewässerungs-Projekt Israels auf geben oder vertagen müssen, sodass seine Drohung unausgeführt blieb, Krieg gegen Israel zu beginnen, falls die Wasserleitung in die Wüste des Negew in Betrieb gesetzt werden sollte. Zweifellos ist die Bedrohung Transjordaniens durch Aegypten geringer geworden, sodass Hussein sich weiter vorwagen kann. Aber Saudi Arabien steht in einem offenen Konflikt zu Aegypten, da Nassers Krieg gegen die Monarchisten im Yemen wieder aufgenommen werden soll. Man dürfte deswegen nicht fehlgehen, wenn man die neuerlichen Drohungen die einmal von. Hussein^ausgestossen worden sind, als eine Ablenkung von der, aller Welt sichtbaren, arabischen Uneinigkeit wertet. Dass Israel trotzdem auf der Wacht sein muss, haben seine führenden Männer, vor allem Ministerpräsident Eshkol, in letzter Zeit erneut zum Ausdruck gebracht. Für Koexistenz mit den Arabern Ein neuer Vorschlag Bourguibas New Delhi. — Aus politischen Quellen verlautete dass Präsident Habib Bourguiba von Tunesien sich hier über die Möglichkeiten zur Abhaltung einer arabischisraelischen Konferenz informiert hat, die auf ähnlichen Richtlinien basieren sollte wie sie dem Abkommen von Taschkent über die Feuereinstellung zwischen In. dien und Pakistan zugrunde liegen. De Berichte gründen sich auf eine Unterredung zwischen dem persönlichen Repräsentanten Bourguibas, Mongi Slim, mit der neuen Ministerpräsidentin Indira Gandhi und anderen indischen Funktionären einschliesslich des Aussenministers. Man vermutet, dass Slim den indischen Politikern ausser seinen Glückwünschen zu dem Abkommen von Taschkent einen solchen Vorschlag präsentiert hat. Bourguibas Abgesandter besuchte Pakistan und reiste dann in der gleichen Mission nach Iran. (ITA) Tel Aviv. — ,,Die israelische Beunruhigung über den Rüstungswettlauf im Mittelosten ist kein Zeichen von Schwäche, denn wenn sich die arabischen Länder be- W’affnen, so verschränkt Israel nicht die Arme“, erklärte Israels Aussenminister Abba Eban. Der Minister, der in Tel Aviv vor seiner Abreise auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett der Ausländskorrespondenten gesprochen hatte, betonte, dass sein Land den Wunsch hege, die militärischen Ausgaben für produktive Unternehmen verwenden zu können Er fügte hinzu, dass er auf seinen Besuchen in Paris, London und Washington zu prüfen gedenke, „was die Westmächte für die friedliche Koexistenz im Mittelosten tun könnten“. Eban vertrat die Auffas. sung, dass der Mittelosten sich zu „einer Völkerfamilie entwickeln wird in der Israel seinen Platz hat“ Er widersprach den Informationen, die wissen wollen, dass Nordamerika Israel zu zwingen versucht, von seinen Atomplänen abzulassen. Der Aussenminister versicherte auch, dass die Deutsche Bundesrepublik keine Bedingungen für die Aufnahme der Verhandlungen über eine ökonomische Zusammenarbeit gestellt hat. Ferner gab er der Hoffnung Ausdruck, dass die Wahl Indira Gandhis zum Ministerpräsidenten Indiens die Normalisierung der Beziehungen Israels zu diesem Lande erleichtern werde. Ausdrücklich hob Eban hervor, dass Israel den Rüstungswettlauf im Mittelosten nicht gutheisst, ihn jedoch nicht aufgeben könne, bevor es nicht sicher sei, dass seine Gegner nicht im Vorsprung sind. Seiner Ansicht nach, fügte er hinzu, wäre es angeraten, die Grundlagen des Abkommens von Taschkent auf die zwischen Israel und den arabischen Staaten herrschende Lage anzuwenden. (ITA) interessante Statistik London. — Das soeben erschienene sowjetische Statistische Jahrbuch für 1965 verzeichnet die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiter in Russland für das Jahr 1964 mit 612.000 Russen, 65.000 Ukrainern und 51.000 Juden Somit stehen die Juden hier an dritter Stelle Aus den für die Studenten veröffentlichten Z fferr geht hervor, dass die Juden nach den Russen, Ukainern und Weissrussen mit 82.000 die vierte Stelle einnehmen. (ITA) NS-Parolen in Berlin von SEM FRANKEN STEIN Selbst aus Berlin, der ehemaligen Hauptstadt des Drit» ten Reiches, in der die Nazis eigentlich niemals sich in der Form wie anderwärts haben durchsetzen können, wexcjph! antisemitische Aktionen gemeldet. NS-Parolen uncr“ <4>e Worte „Ihr fangt uns nie" schmieren unbekannte Täter an Hauswände in Berlin Charlottenburg. Nachdem Polizeibeamte die Parolen weggewischt hatten, stellten sie wenige Stunden später fest, dass an denselben Stellen die Schmierereien erneut angebracht worden waren. Auch in einem Haus im Bezirk Wedding malten unbekannte Täter mehrere Hakenkreuze an Flurwände und Wohnungstüren. Im Bezirk Tiergarten schmierten Unbekannte mit blauer Oelkreide zwei grosse Hakenkreuze in einen Hausflur. In Steglitz übergaben Zeugen der Polizei ein 12jähriges Mädchen, das auf dem Heimweg von der Schule zwei Hakenkreuze an die Türen einer Kirche gemalt hatte. De Polizei übergab das Kind seiner Mutter. An die Wohnungstür einer Frau in Wilmersdorf schmierten unbekannte .Täter mit schwarzer Oelfarbe Hakenkreuze und mit roter Farbe das Wort „Jude“. Bereits zwei Tage vorher war die1 Tür der Frau mit Asche beschmutzt worden. Sie hatte ai^serdem einen Zettel gefunden, auf dem stand, „Jude, lau ab nach Israel“. [ Die Geschäftsführung der Jüdischen Gemeinde zmBerlin erhielt eine anonyme telefonische Drohung. Ein Tlnbekannter kündigte an, das Gemeindehaus werde in der Nacht in Brand gesetzt. Die Polizei traf daraufhin I^ewachungsmassnahmen. Es gab keine besonderen Vorki^mmnissp. Die Zwischenfälle wurden vom Berliner Senat vor dem Abgeordnetenhaus verurteilt. Bürgermeister Albertz, der als Innensenator eine Grosse Anfrage beantwortete, kündigte an, dass der Senat alles tun werde, um dite Täter zu ermitteln. Es heisst also abzuwa* ten, bis man die spielenden. Kinder gefunden zu haben meldet. Inzwischen werden iperkwiirdige Vorgänge aus der Münchner Staatsoper bekannt, die auch festgehalten werden sollen. „Im Haus der bayerischen Staatsoper in München, in dem Künstler der verschiedensten Nationalitäten, Rassen und Religionszugehörigkeit tätig sind, hat es bisher nicht die geringsten antisemitischen Aesserungen oder Handlungen gegeben.“ Mit dieser Feststellung ist die Intendanz des Münchener Nationaltheaters Darstellungen entgegengetreten, die von einer antisemitischen Aktion gegen den 57jährigen Ballettdiiekter Heinz Rosen sprachen. Rosen, der nach einem Nervenzusammenbruch erkrankt ist, soll bei anonymen Anrufen als „Saujude“ beschimpft worden sein. Auf seinem Schreibtisch hätten Unbekannte ein Handtuch mit eingestickten Hakenkreuzen ausgebreitet. Die Intendanz der Staatsoper betonte: „Ballettdirekter Rosen erklärte, er habe auf seinem Schreibtisch ein Handtuch mit dem sogenannten NS- Hoheitsadler vorgefunden. Die Intendanz verurteilt diesen Vorfall, falls es sich um eine absichtliche Demonstration handelte, auf das schärfste und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Das Ballett der Staatsoper, als die engere Mitarbeiterschaft von Rosen, hat sich in einer Resolution ebenfalls hiervon distanziert.“ Armer Ballettmeister. Welcher Jude hat es eigentlich nötig, in Deutschland zu leben, dem Land, aus dem er vor wenigen Jahrzehnten verjagt worden ist. Besser das harte Brot der Emigration zu essen als in jenem Land Wohltage zu erleben. Charakter ist allerdings nicht jedermanns Sache. .. Aber das sei nur nebenbei bemerkt. — Frankreich, Freund Israels Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N“? 868.707 Paris. — „Die Leute haben Leon Blum vorgeworfen, dass er das republikanische Spanien nicht gerettet hat. Mir fiel die Aufgabe zu, Israel zu retten, und ich habe es getan“. Dies war die Antwort des ehemaligen französischen Premierministers Guy Mollet, Sekretär der Sozialistischen Partei, die er einer Anzahl von Journalisten in einem Interview erteilte, welches von der französischen Television übertragen wurde. Der bekannte französische Schriftsteller Jean Clau fragte Mollet: „Würden Sie beute wieder dasselbe tun, was Sie als Ministerpräsident in Algerien und in der Suezkrise getan haben?“ Ohne zu zögern entgegnete Mollet: „Ich würde es wieder tun. Ich bedauere keine meiner politischen Massnahmen in diesen Fällen. Ich bedaure nur die Art, in der das algerische Problem nach meinem Austritt aus der Regierung gelöst worden ist.“ Mollet hob hervor, dass drei Gründe die Suezkampagne rechtfertigen, erstens de Verletzung des internationalen Gesetzes durch Nas ser, zweitens Nassers Binm schung in algerische Angel» genheiten und drittens di Frage des Ueberiebens Ii raels. Er fügte hinzu: ,,Ic kann offen sagen, dass me: 1 ne Freunde und ich stets a einem gewisen ,anti-Müt chen-Komplex‘ gelitten h( ben. Wenn dfe Westmäehl 1 im Jahre 1938 fiir die Tseh» j choslowakei das getan häi! ten, was wir 1956 für Tsra. ■ getan haben, so hätte d: ganze Weltgeschichte and« ausgesehen.“ I Die mutigen Erklärung« : Mollets übten nicht nur ai! die Pressevertreter sonder auch auf das TV-Publikui starken Eindruck aus. Al französischen Blätter bract | ten lange Auszüge aus Mo j lets Erklärungen und wäre sich einig, dass seine Ani Worten in diesem Intervie höchst bemerkenswert gewe sen waren. Die Journaliste hatten Mollet mit heikle Fragen bedrängt und ih nicht nur über Algerien un Suez sondern auch über ah tuelle Probleme Frankreich befragt. (ITA)