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Jüdische Wochenschau · 1966-01-28 · 2153 (28.1.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2153 (28.1.1966)
Date
1966-01-28
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o c _ '■= C <o FRANQUEO PAGADO Concesión 90S TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 38 BE ENERO BE 1966 N? 3153 EL EjEMPLArIC en toda la República | y, PUEYRREDON 2190 1* i*q. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Sowjetrussland und Israel Das israelische Philharmonische Orchester wird in einigen Monaten in der Sowjetunion gastieren. Kürzlich wurde mitgeteilt dass die Orchesterleitung einen Brief aus Moskau erhielt in dem ihr mitgeteilt wurde, dass die Veranstalter der Konzerte sich mit der Aenderung einiger Daten im Programm einverstanden erklären, so dass es für die israelischen Musiker möglich sein wird, nicht ai) Freitagabenden aufzutreten. Die israelische Kommunistische Partei hat sich unlängst in zwei getrennte Fraktionen gespalten, da es zu Unstimmigkeiten über die Haltung der Partei zum arabischen Nationalismus und zu Nassers antiisraelischer Politik gekommen war. Die jüdische Fraktion hat sich für die Unterstützung der Belange Israels entschieden, während die arabische Majorität weiter ihrer Nasser freundlichen Linie folgt. Für diejenigen, die zwischen den Zeilen der sowjetischen Presse zu lesen verstehen, bestand kaum ein Zweifel, dass die sowjetischen Blätter sich in für die jüdische Fraktion günstigen Berichten äusserten. Samuel Rigler, ein rumänischer Jude, wurde im Januar 1945 von den sowjetischen Truppen aus einem deutschen KZ-Lager befreit. Er trat als Freiwilliger in die Rote Armee ein, wurde verwundet und wanderte nach Kriegsende aus Rumänien in Israel ein. Im vergangenen Dezember hat der Sowjetbotschafter in Tel Aviv ihm in einer Zeremonie, zu der Pressevertreter eingeladen wurden, einen hohen militäri- VOI1 ELIAHU SALPETER Schweizer Freunde Jerusalem. — Das Zentrum für Grundwasserforschung an der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde vor kurzem eingeweiht. Der Bau wurde von den Freunden der Hebräischen Universität in der Schweiz gestiftet. Der Feier wohnte eine Delegation aus der Schweiz bei, ebenso der Vertreter der Botschaft der Schweiz in Israel. sehen Orden für seine Tapferkeit als russischer Solda» überreicht. Diese drei Ereignisse, die auf den ersten Blisk keinen Zusammenhang miteinander zu haben scheinen, dürften jedoch nach Ansicht politischer Beobachter einen interessanten Wendepunkt in den sowjetisch - israelischen Beziehungen ankündigen. Die Geschichte über die israelischen Philharmoniker und die wachesende Zahl sowjetischer Künstler, die in letzter Zeit in Israel auftreten, sind bezeichnend für die besseren kulturellen Beziehungen und teils dem allgemeinen Tauwetter im Kulturleben Sowjetrusslands zuzuschreiben. Die politischen Aspekte der Stellungnahme zu der Spaltung in der israelischen Kommunistischen Partei und der Ordensverleihung sind noch aufschlussreicher. Aus Berichten über den kiirzlichen Besuch von zwei getrennten Delegationen der beiden israelischen kommunistischen Fraktionen, weiss man, dass die Russen es ablehnten, die Spaltung der Partei anzuerkennen und immer nur von der ,.jüdischen Gruppe“ und der „a-abischen Gruppe“ sprachen, um Moskaus Auffassung zu unterstreichen, dass der Spaltung Fragen des Nationalismus und keine Divergenz über die marxistische Ideologie zugrunde liegen. Den Berichten zufolge betonten die Sowjetführer wiederholt, dass Moskau zwischen Israel und seinem Volk einerseits und der isrelischen Regierung und ihrer Politik andererseits unterscheidet. Daher sollte es Aufgabe der Kommunisten in Israel sein, die Unterstützung der breiten Massen für einen Wechsel der heutigen israelischen Politik zu gewinnen statt um die Sympathie der Araber jenseits der Landesgrenzen zu buhlen. Wie es heisst zeigten sich die sowjetischen Politiker nicht geneigt, die von der arabischen Fraktion der israelischen Kommunisten nachgepiapperte arabische Propaganda zu akzeptieren, AMERIKA WEICHT DEN ARABERN Washington. — Die Indizien mehren sich, dass das State Department die Entscheidung über das israelische Kiediter.-uchen zur Inangriffnahme des Projekts für die Wasserentsalzung durch atomare Verfahren, das 200 Mio Dollar erfordert, und andere Hilfsleistungen der USA hinauszögert, um sich ein Druckmittel zu bewahren und Israel zu veranlassen, von der Entwicklung von Atomwaffen Abstand zu nehmen. Es wird hervorgehoben, dass das State Department wahrscheinlich das Vorhandensein eines derartigen Druckes nicht zugeben und den Vorwand gebrauchen wird, dass die Ausgaben wegen der Lage in Vietnam verringert werden müssen. Man nimmt an dass Israels neuer Aussenminister Abba Eban die Angelegenheit zur Sprache bringen dürfte, wenn er im Februar mit nohen Beamten des State Department Zusammentreffen wird. inzwischen hat Staatssekretär Dean Ftusk von den ,,gemeinsamen Interessengesprochen, die die USA und Aegypten miteinander verbinden, als er kürzlich die Wiederaufnahme der Kairo geleisteten Hilfe zu rechtfertigen versuchte. Er erklärte bei dieser Gelegenheit, er °jaube nicht, dass diese Hilfe das Regime Nasser« irgendwie instand gesetzt habe, sowjetische Waffen zu kaufen. OTA) dass Israel ein kolonialistischer Staat sei, so dass die Araber ausserhalb Israels für ihre extremistischen Ziele Hilfe von Sowjetrussland erwarten könnnen. Israel, so lautete angeblich das Argument der moskauer Politiker, ist ein souveränei Staat unter einem kapitalistischen Regime und mit dem amerikanischen Imperialismus verbtindet, so dass die Kommunisten wohl auf eine Aenderung des Regimes, nicht aber auf ISRAEL UND NEPAL New Delhi. - Nepal plant die Schaffung einer Einheit von Fallschirmspringern mit der Hilfe Israels, wie die in englischer Sprache erscheinende Zeitung ,,Rising Nepal" berichtet. Laut diese] Information sollen Soldaten aus Nepal zur Ausbildung nach Israel geschickt werden, und das erste Kontingent wird in Kürze abreisen. Nepal hat sich zu dieser Massnahme entschlossen, um seine Armee zu modernisieren. (ITA) die Vernichtung der Souveränität hinarbeiten müssten. Man kann Vermutungen über die Gründe für diese Haltung Moskaus anstellen, besonders wenn man nicht dazu neigt, das sowjetische Vorgehen dem Wunsch gleich, zusetzen, die marxistische Theorie getreu auf die Alltagspolitik zu lübertragen. Hierin dürfte vielmehr die Absicht zu sehen sein, den Arabern, und im besonderen den Aegyptern vor Augen zu führen, dass sie die Russen „nicht in der Tasche haben- und daher auf der Hut sein sollten, um Moskaus Unterstützung nicht zu verlieren. Allerdings behaupten viele Beobachter, dass der Ordensverleihung in der Sowjetbotschaft eine noch grössere Bedeutung beizumessen ist. Die Besorgnis über Deutsch, lands wiedererstehende Macht in Mitteleuropa bereitet offensichtlich immer noch den sowjetischen Machthabern gehörige Kopfschmerzen, die durch die Atomrüstungen Bonns erheblich verstärkt werden. Moskau legt sich vielleicht mehr als die Israelis selbst davon Rechenschaft ab, dass die Haltung des jüdischen Volkes im allgemeinen und Israels im besonderen auch heute noch ein wichtiger Masstab für die deutsche Rehabilitierung und das deutsche Ansehen unter den Völkern ist und die jüdische Stimme gegen eine neuerliche Aushändigung von Vernichtungswaffen an die Deutschen besonderes Gewicht besitzt. Was nun die Sowjet-Propaganda mit der Ueberreichung einer Auszeichnung an Rigler mehr als 20 Jahre nach dem Kriege bezweckte, ist folgendes: Die Sowjetunion rettete die Ueberreste des jüdischen Volkes vor ihrer Ausrottung durch die Nazis, und Russen und Juden kämpften zu jener Zeit Schulter an Schulter gegen den deutschen Militarismus sodass das Wiederauftauchen einer ähnlichen Gefahr heute von allen Juden in der Welt damit beantwortet werden müsste, dass sie jetzt wieder Moskaus Bemühen unterstützen und sich gegen die Rüstung Deutschlands mit Atomwaffen zur Wehr setzen. Erklaerungen Mosche Dajans New York. — Den israelischen Politikern wurde angeraten, nicht auf eine Inter, vention der Grossmächte zu vertrauen, um die arabisenen Führer von einem Angriff auf Israel abzuhalten. Diese Erklärung machte Mosche Dajan, Mitglied der Rafi- Partei, ehemaliger Generalstabschef der Israel-Armee und Exministei für Ackerbau, der zu einem Besuch nach Nordamerika gekommen war. Er sprach auf einem Bankett dei nordamerikanisch - israelischen Handelskammer und betonte dass es weder wahrscheinlich noch wünschenswert sei, dass irgendeine Weltmacht den Versuch unternimmt, einen Druck auf die Araber auszu- .iben, damit sie Israel anerkennen sollen. Dajan schickte voraus, dass er nicht mehr Mitglied der Regierung Israels sei und sich daher frei fühle seine Ansichten über die Sicherheitsprobleme seines Landes au=zusDrechen Er fügte hinzu: „Wir müssen unseren Streit mit den Arabern nur mit eigenen Mitteln beilegen und ich würde nicht wünschen, dass irgendein fremdes Land dies täte “ Hier äusserte er Besorgnis über den irurznchen Beschluss Nordamerikas und anderer westlicher Regierungen, erhebli che Waffensendungen an die arabischen Länder auf den Weg zu bringen, und erklärte, nur die feste Ueberzeugung aer Mehrzahl der arabischen Führer, dass sie Israels Armee in einem bewaffneten Konflikt nicht besiegen können, sei der Grund, aus dem sie Israel nicht angegriffen hätten. Wenn diese arabischen Führer fühlen werden, dass sie stark genug sind, um mit ihren neuen Waffen über Israel herauf allen, so führte er aus, dann werden sie dies zu tun nicht zögern, selbst wenn sie ihr eigene Macht irrtümlich einschätzen sollten. Für Israel, so unterstrich Dajan bedeute jeder künfti. ge Konflikt mit den Arabern einen Rückschlag, denn der Sieg werde den Frieden nicht näher bringen, während selbst ein zeitweiliger Sieg der Araber Israel zerstören könnte. Dajan äusserte sich jedoch opt;mistisch über die Aussichten eines Friedens im Mittelosten, da seiner Ansicht nach jedes weitere Jahr, das ohne Feindselgikeiten verläuft, die arabischen Länder dem Punkt näher bringt, an dem sie Israels Recht auf Existenz anerkennen werden. Abschliessend ersuchte Da- Waffenhaendler an der Arbeit nn JOEL LIEBMAK FRANTZ Der internationale Waffenhandel arbeitet auf Hochtouren. Die Folgen sind überall spürbar. Im November kauften zwei indonesische Generäle, darunter der Botschafter Djakartas in Den Haag, eine grössere Anzahl vou Flugzeugen. Einige Wochen später erklärte Sokarno, der Präsident Indonesiens, dass 87.000 Menschen ihr Leben bei der letzten Erhebung gegen die Regierung verloren haben.» Das Geschäft der indonesischen Generäle wurde in Bangkok durch den deutschen Waffenhändler Hansjoachim Seidenschnur abgeschlossen, wie die Frankfurter Zeitung aus Hongkong meldete. Der Wert der verkauften Waffen wurde mit 3,9 Millionen Dollar angegeben. Wenige Tage später war Seidenschnur in Peking zu treffen. Dort ist er kein Unbekannter, denn bereits vorher hat er seine Kontakte mit den Roten Chinesen aufgenommen. China ist ei« grosses Land. Die Geschäfte mit den chinesischen Super. Kommunisten sind verlockend. Die Chinesen sollen am Ankauf von 18 deutschen Schnellbooten, 160 Tonpen, mit' zwei Gasturbinen, Geschwindigkeit bis zu 98 km, besonders interessiert sein. Natürlich werden die Boote ohne Waffen geliefert, heisst es, aber bescheiden wird hinzugefügt, dass sie jederzeit militärisch verwendbar seien. Alle deutschen Schnellbootwerften sollen an dem Geschäft beteiligt werden. Gleichzeitig wird miigeteilt, auf welchen einfachen Umwegen bestehende Vorschriften durch Zwischenlieferung über ein anderes Land umgangen werden können. Die europäischen Verbündeten werden keinen Einspruch gegen dieses Geschäft erheben, zumal die Lieferung über die Schweiz erfolgt. Amerikanische Bedenken hofft man mit dem Hinweis darauf entkräften zu können, dass erst kürzlich amerikanische Flugzeuge offiziell an west, europäische Mittelsmänner verkauft worden seien, um den Chinesen übergeben zu werden... Ganz neue Flugzeuge sind es, die von den Amerikanern abgegeben werden. 150 Maschinen, immerhin eine kleine Luftflotte, vom Typ B-26 und T-28, neuwertige Modelle der alten, am Ende des Zweiten Weltkrieges verwendeten Bomber und Trainingsflugzeuge, Dass diese Flugzeuge vielleicht schon jetzt nach Nordvietnam weitergegeben wurden, um die ahnungslosen amerikanischen Jungs zu vernichten, die in Südvietnam kämpfen müssen, W’urde allerdings nicht gesagt. Die weiterhin bekannt gegebenen Einzelheiten über Waffengeschäfte, die mit Indonesien, dem Roten China und auch mit Pakistan abgeschlossen werden, deuten nur den Umfang des Waffenhandels an. der wie kein anderes Geschäft blüht. Alle sind daran beteiligt: der Osten wie der Westen. Während in Washington und Bonn ebenso wie in Moskau und Peking heftige Reden gegeneinander gehalten und vernichtende Drohungen ausgestossen werden, liefern sie sich gegenseitig das Material, das heute wie morgen dafür eingesetzt wird, um zu zerstören, was Männer und Frauen durch Flerss und mit Schweiss aufgebaut haben. Politik ist für West und Ost eine lebenswichtige Angelegenheit, für welche viel Pathos aufgewandt; wird. Die Kehrseite der Medaille war und ist das Geschäft, ein schmutziges Geschäft. Beschlüsse des Aktions - Comités Jerusalem. — Das zionistische Aktions-Comite billigte ein Budget für die Zionistische Weltorganisation in Höhe von 120.159.000 Dollar für 1966—67. Zu gleicher Zeit approbierte die Tagung einige das Budget betreffende Einzelheiten, die dem endgültigen Beschluss der Finanzkommission überlassen bleiben. Die zehntägige Sitzung des Aktions-Comites schloss minder Annahme des Budgets. Andere Resolutionen, die gefasst wurden, betreffen ein Ersuchen an die Grossmächte, die Waffenlieferungen an die Länder des Mittelostens einzustellen und bis zu ihrem Aufhören Israel mit Waffen zu seiner Verteidigung zu beliefern, „um die Aggression in Nahost zu jan um die Fortsetzung der Hilfe für die ökonomische Entwicklung Israels, die mehr auf die Industrie als auf die Landwirtschaft gerichtet sein wird, da die Mehrzahl der anfänglichen Zie’e des Aufbaus verwirklicht worden sind. (ITA) dämpfen und den Frieden in der Region zu wahren". Eine andere Resolution bezieht sich auf die Lage der Juden in der Sowjetunion. Dort, so heisst es, sei „die antisemitische Propaganda geringer geworden“, doch wird Sowjetrussland aufgefordert, „der russischen Judenheit volle ethnische und religiöse Rechte zu gewähren“. Ferner wird darin „mit Bitterkeit“ der kürzliche Versuch der sowjetischen Delegation vor den UN erwähnt, den Zionismus mit dem Faschismus und der Rassenideol-ocie auf eine Stufe zu stellen. In einer anderen Resolution bringt das A.C. sein „Erstaunen“ über die leichten Strafen zum Ausdruck, zu denen die nazistischen Kriegsverbrecher in den Prozessen in Westdeutschland verurteilt worden sind. Eine weitere Resolution wendet sich an alle zionistischen Föderationen mit der Aufforderung, besondere Kommissionen zu schaffen, deren Aufgabe es sein soll, das öffentliche Interesse an Israel und am Zionismus anzuregen. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N« 868.707

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