Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2153 (28.1.1966)
- Date
- 1966-01-28
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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April 1898. ben sie bemüht war zu erinnen, deren Wohl Testament, mit dem n Frs. verfügte, verir eine Anzahl von , Paris Wien, G?liilasses ging an Auge- Adoptivsöhne Rayn Frs., an die Adoptückstelulng von wnach Erlangung der für eine Anzahl der imt. als Finanzmann und hört zu den hervorles 19. Jahrhunderts, m jüdischen Empfinmschiehtung und Proimmense Grosszügigsich weit über seine tete er, dass diese seiaehr verdienen er und schichte unseres Volichriebenen Geschieh- Ereignisse der Woche EIN COMUNICADO In der vergangenen Woche gaben die Gemeinden Bet Israel und Nueva Comunidad Israelita durch ein „Comunicado“ ihre Absicht und ihren Willen bekannt, auf verschiedenen Gebieten des gemeindlichen Lebens Zusammenarbeiten zu wollen, um auf diesem Wege zu einer Vereinheitlichung des organisatorischen Lebens in unserem, dem deutschsprechenden bzw. dem zentraleuropäischen Sektor zu gelangen. Die Jüdische Wochenschau dürfte wohl mehr als jede andere Institution das Recht besitzen, zu diesem Vorhaben Stellung zu nehmen, denn seit vielen Jahren ist sie niemals müde geworden, für die Vereinheitlichung der Arbeit einzutreten und eine Koordination des gemeindlichen wie organisatorischen Lebens zu verlangen. Das erste Wort muss ein Wort der Begriissung sein, denn allein die von den beiden Gemeinden ergriffene Initiative ist ein erheblicher Schritt vorwärts. Jetzt kommt es also darauf an, die Einzelheiten in der eingesetzten Kommission zu besprechen und den Plan zur Zusammenarbeit zu realisieren. Man darf erwarten, dass die Bemühungen, zu einer Zusammenfassung der Kräfte zu gelangen, nicht nur auf diese beiden Gemeinden begrenzt bleiben wird, obwohl auch dies bereits ein Erfolg sein würde, um schliesslich doch einmal zu jener Einheitsgemeinde zu kommen, die einst der Stolz des deutsehen oder hierbei besser gesagt, des mitteleuropäischen Judentums gewesen ist Wir haben uns daran gewöhnt, immer wieder das Wort vom »Erbe des deut- Zu einem aktuellen Thema: Soeben erschienen im Editorial Candelabro DAGOBERT RUNES: EL JUDIO y LA CRUZ Erhältlich in allen gu. ten Buchhandlungen sehen Judentums“ zu benutzen das beinahe schon zu einer abgegriffenen Phrase geworden ist. Die meisten wissen nicht oder nicht genau, was man sich eigentlich hierunter denken solle. In der Tat ist die Frage nach dem Inhalt des Wortes vom Erbe des deutschen Judentums durchaus berechtigt. Aber eines dürfte unzweifelhaft sein: jener Willen zur Vereinheitlichung und Zusammenfassung der Kräfte, um durch Zentralisierung zu stärkerem Einsatz und zu grösseren Erfolgen zw gelangen, das ist eine der Erbschaften, die wir deutschen oder zentraleuropäischen Juden mit auf den Weg bekommen haben. Hierfür sind die beiden Grossgumeinden Berlin und Wien hervorragende Beispiele, wo trotz Differenzierungen der Weg zur gemeinsamen Planung, Verwaltung und Durchführung gesucht und gefunden wurde. Nur aus der Konzentrierung der vorhandenen Kräfte und Mittel ist die schöpferische Leistung dieser wie anderer unserer früheren Gemeinden auf so vielen Gebieten des jüdischen Lebens zu erklären. In der letzten Zeit konnte man schon bei verschiedenen Gelegenheiten beobachten, wie sich der Willen zur Ueberwindung eines Separatismus zeigte, der doch letzten Endes nur als eine gesellschaftliche Kinderkrankheit betrachtet werden kann. Wie der Mensch selbst, so hat sich auch eine Gemeinschaft allmählich aus ersten Antängen zur Höhe und zur Reife zu entwickeln. Zu diesem Entwicklungsprozess gehört nun einmal die Erkenntnis, dass nicht in der Zersplitterung, sondern im Zusammenwirken der Kräfte die Lösung für die Vorbereitung einer in jeder Weise gesicherten Zukunft liegt. Vermaechtnis und Zukunft Man kann, darf und soll nicht nur in der Vergangenheit leben. So lange der Mensch den Mut und die Kraft hat, fest in der Ver- ' gangenheit zu wurzeln, den-! noch aber seinen Blick in und auf die Zukunft zu riehj ten imstande ist, so lange ist die Hoffnung auf Leben ' und Fortschritt vorhanden. Unsere jüdische Gemein-; Schaft war Generation um | Generation darum besorgt ' und dafür bemüht, dass die : Zukunft gesichert und die Kette der Generationen nicht unterbrochen werde. Diese Sorge um die Zukunft i ist geradezu ein typisches JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 Merkmal der einzelnen Juden wie ihrer organisatorischen Gruppierungen. Beispielhaft für viele Völker ist jene jüdische Fürsorge für die Kinder, die auf einem hohen sittlichen Prinzip und einem stark entwickelten Fa. miliensinn beruht. Dieses echte Bedürfnis, für die Jugend zu sorgen, ist auch in unseren Gemeinden und Organisationen lebendig Es ist deswegen ein natürlicher Prozess und ein kluges, vernünftiges Vorgehen, w*-nr man beim Versuch der Vereinheitlichung der Arbeit zunächst eine Zusammenlegung der Jugendarbeit, vor allem auf dem Gebiete des jüdischen Unterrichts, anstrebt. Betrachten wir dieses Probiem nur kurz, aber mit dem erforderlichen Ernst. Alle wissen, dass es sich hierbei um eine der schwier'gsten Aufgaben handelt. Einsichtige Eltern werden im. mer wieder zu der Ueberz-ugung gelangen, dass selbst bei einer erfolgreichen Erziehung, kaum eine andere Lebensaufgabe so schwer ist wie Kindererziehung. Dies gilt auch für den Unterricht und erst recht für den jüdischen Unterricht, der mitunter von den Eltern nicht richtig eingeschätzt wird. Erziehung ist mindestens ein gleich schwieriges Problem der Erzieher wie der Erzogenen. Lehren und Lernen sir.d Fragen die in gleicher Weise hohe und höchste Anforderungen an die ‘ Lehrrer wie an die Schüler stellen. Das soll man niemals vergessen. Objekt der Erziehung ist immer die Jugend Aber Jugend — das bedeutet Zukunft. Also ist Erziehung in hohem Masse auch ein Versuch, erzieherische Einflüsse auf künftige Entwicklungen auszuüben. Das aber kann nur derjenige, der mit der Zeit mitgeht. Für junge Menschen werden junge Lehrkräfte benötigt, heute mehr denn .je. Das mag für einen einzelnen oder für uns alle die wir nicht mehr so hing sind und nicht der sogen. ,,zwe;ten Generation“ angehören, nicht angenehm sein. Aber als verantwortliche Menschen müssen wir den Mut haben, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Eines der vielen Opfer, die von den Eltern ihren Kindern gebracht werden müssen, ist jenes Entsagen, der neuen Generation, ihren neuen Möglichkeiten und neuen Hoffnungen durch manchen Verzicht auf das, was uns wesentlich war, entgepenzukommen. GalutprobJeme Wenn es den Bestrebungen dieser Gemeinden gelin. gen wird, zunächst einmal eine lebendige, nach modernen Gesichtspunkten geleitete Schule unter Fortsetzung der bisher geleisteten wert- Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ ] Rebecca Sieff gestorben I Tel Aviv. — Lady Rebecca Sieff, die Gattin des kürzj lieh von der englischen Königin ausgezeichneten Lord Israel Sieff, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren in einem telaviver Krankenhaus gestorben. — OTA) Israels Budget Jerusalem. — Das israelische Budget für das Jahr 1966—67 wird sich laut gutinformierten Quellen auf 4.500 JAN SMITH, Premierminister Rhodesiens, erklärte, -r werde der Gewalt ebenso wenig wie dem Boykott weienen. COUVE DE MURVILLE, Frankreichs Aussenminister, meinte auf der Luxemburger Konferenz des Gemeinsamen Europäischen Marktes, die Verhandlungen würden sich schwierig gestalten. — LEONID BREZHNEV, Chef der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, schloss unter Assistenz seines Stellvertreters Alexander Shelepin Freundschaftsverträge mit einigen asiatischen Ländern. — „KAMPF GEGEN DIE ARMUT“ ist der neue Plan Millionen „ belaufen (iTAv Johnsons, mit dessen Ausführung Sargent Shriver betraut Millionen IL belaufen. (IT > wurde. — ... GENERALMAJOR AGUIYI IRONSI leitet provisorisch sen. Das erste Grundthema die Geschicke Nigeriens nach der Militärerhebung. — : ist dieses unbedingte Jude- EXPRAESIDENT JUAN BOSCH bezeichnete die Situasein Und Judentum. — t-ion in der Dominikanischen Republik als chaotisch i Welche Vorteile eine Ver- FIDEL CASTRO drohte damit, dass der internationale eil)heit]k.hung der jüdischen Kommunismus in der Dominikanischen Republik mterve- Arbeit mi(. gich bringen nieren werde. — könnte, wollen wir nicht im INDONESIENS Präsident Sokarno gab zu, dass etwa einze,nen darstellen Wir P7.000 Menschen während der letzten Rebellion ums Leben : wünschen der Kommission kamen (1). — und den Vorständen Erfolg. DEAN RUSK und W. Averell Harnman verlangten überzeugt davon, als die Sonderbotschafter Johnsons die Entsendung von Truppen der Philippinen während einer Konferenz mit dem Präsidenten Fernando E. Marcos. — ALEXANDER SOLDATOW, bisher sowjetischer Botdass die jüdische Ceflentlichkeit diesen Bestrebungen mit Sympathien und gro- , . „ . ssen Erwartungen gegenschafter in England, ist der neue russische Vize-Aussen- . r,terstebt; die von uns über die weitere Entwicklung dieser Bemühungen unterrichtet werden wird. — OSE Argentina Wie uns die Leitung der minister. — INDIRA GANDHI ist der neue Ministerpräsident Indiens und damit die Nachfolgerin Shastris. — SIR ROBERT MENZIES trat nach löjähriger Amtszeit als Ministerpräsident Australiens zurück; er wurde von Harold Holt abgelöst — ZU EINEM ERNSTEN Konflikt ist es zwischen Frank- : reich und Marokko wegen der Beseitigung des marokkaniargentinischen OSE mitteilt, sehen Oppositionellen Ben Barka gekommen. — , hat die Einschreibung für Das italienische KABINETT ALDO MORO beschloss, j Schüler beiderlei Geschlechts zurückzutreten: Präsident Saragat ersuchte den bis'neri-! in der OSE-Schule für Krangen Ministerpräsidenten mit der Bildung einer neuen Rekenpflege bereits begonnen, gierung. Die Schule ist vom Gesund- UN-SEKRETAER U THANT forderte Rotchina und heitsministerium der Nation Nordvietnam auf, an jedem Versuch zur Beilegung des anerkannt. Nähere Informa- Vietnam-Konfliktes teilzunehmen. — , tionen werden im Büro der ___(_OSE, Pringles 774 oder telefonisch unter 86-9098 gegeben. vollen Arbeit zu schaffen, dann wäre dies allein jede Anstrengung wert. Da man auch die Kultuarbeit nicht nur sporadisch sondern geplant Zusammenlegen will und wohl auch daran denkt, die Repräsentation vor den Instanzen des grossen jüdisch-argentinischen Jischuw zu vereinheitlichen, dürfte die Frage der Richtung und der Orientierung auch dann auftreten, wenn man den Gemeinden in allen Fragen des religiösen Lebens und Ritus völhge Autonomie einräumt. Wir sind davon überzeugt, dass es für bewusste Juden heute keine Schwierigkeit gibt, sich über eine gemeinsame Grundlinie eines religiös - nationalen Volljudentums zu verständigen. Unter .Volljudentum“ wird hier ein unbedingtes, von allen Bin. destrichen befreites Judentum verstanden. Jude — und nichts anderes — sein zu wollen, das ist unser Lebensinhalt. Deswegen sehen wir unsere Aufgabe ausschliesslich darin, unsere Kinder zu bewussten und vollwertigen Juden und danvt zu brauchbaren Menschen für jede, auch für eine Galutgesellschaff zu erziehen. Das immer aufdringlicher werdende Problem der Mischehe ist weitgehend eine Frziehungsfrage, wenn auch nicht aus- DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 HOTEL LAGO _I 11 RIO CEBALL0S — SIERRAS 0E CORDOBA CASILLA CORREO 34 Das einzige koschere Hotel in der Bergen. Auskunft in Buenos Airse von 8— 10 Uhr: 76.2009 --- — — Hotel-Restaurant M. FLAMM CHASCOMUS — T. E. 2910 — Cordoba 38 unter Auisicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer Reiten — Schwimmen — Ausflüge aui den See Telel. Auskünfte in Bs. Aires: 76 2312 u. 70-5805 schliesslich, da wir niemals die Einflüsse einer Umgebung verkennen werden. Wenn wir von jüdischer Zukunft sprechen, dann sind wir doch alle davon iiber- Tag der Pilger Das Staatliche Israelische Touristenbüro hatte den 5. zeugt, dass es sich lohnt ei- Jamlar zum „Tag des Pilne jüdische Zukunft vorzu- , t?ers *ns Heiligt Land“ erbereiten und zu bauen. Des-! Dieses Datum wurde w'egen haben wir das Bestregewählt, weil es der erste ben, dass unsere Kinder und 1 Jahrestag des Besuches von Kindeskinder Juden sind, faP®4 Paul VIin Jerusalem Deswegen lehnen wir die isk- M schehe ab, übrigens nicht ■■ Um persönlich den Erzbinur wir. sondern auch ande- * schof von Argentinien Dr. re Religions-Gemeinschaften. ' Antonio Caggiano, von die- In dem Augenblick, in : sem Beschluss zu unterrichwelchem Gemeinden sich ten, besuchte ihn der Direk. entschliessen, zusammenzutor des Büros, Herr Baruch wrirken und damit neue Wej Tennenbaum. Bei dieser Gege zu beschreiten, sollen sie : legenheit überreichte Herr sich darüber im Klaren sein, j Tennenbaum dem Erzbischof dass man von ihnen ehideuein Faksimile der Totentige Stellungnahmen erwar-! Meer.Rollen, deren Originale tet. Es gibt jüdische The- | in der Hebräischen I’niversimen, die nicht zu diskutieren! tat in Jerusalem aufbewahrt sind. Das soll man auch wis- I werden. Neuerscheinungen des Verlages „0LAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dr. HARRY ZOHN iWaltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT EUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8 50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WTEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20 —, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien, — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS