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Jüdische Wochenschau · 1966-01-21 · 2152 (21.1.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2152 (21.1.1966)
Date
1966-01-21
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O » : FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 K>E EäNBRO OE 1966 Nv 2152 ISRAELITA el ejemplarIC _ en toda la República | PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Die Stabilisierung der Lage Nach langen Beratungen und Verhandlungen mit den Parteien ist es dem bisher gen Ministerpräsidenten Israels, Levi Eshkol, gelungen, eine. Regierung zu bilden, die mit einer grossen Mehrheit im Parlament rechnen kann. Die Erklärungen, die Eshkol in der Knesset und einigen grossen Zeitungen abgab. geben nur geringe Anhaltspunkte für die Kommentare, die von übereifrigen Kritikern gemacht worden sind. Marche meinen, dass Eshkol , eigentlich nichts Neues'1 gesagt habe. Ob hierin ein Lob oder Tadel gefunden wird, bleibt dahingestellt. Es ist nur ein Beweis fiir die stabile und sichere Führung der israelischen Regierungsgeschäfte, wenn die alte Linie, die zum Aufbau und zur Sicherung des Erreichten führte, beibehalten wird. Eli ist interessant, dass der Wechsel im Aussenministerium Veranlassung zu Aeusserungen gegeben hat, die ebenfalls einen rein spekulativen Charakter tragen. Ar, die Stelle der langjährigen Aussenministerin Golria Meir ist Abfba Eban getreten, der viele Jahre hindurch Israel mit besonders grossem Erfolg vor den UN vertreten hat. von B. B. SAMUEL seit einiger Zeit jedoch als zweiter Aussenminister betrachtet werden konnte. Mit dem Konflikt zwischen Esh kol und Ben Gurion dürfte dieser Ministerwechsel nichts zu tun haben. Denn Frau Meir blieb trotz der Differenzen bis jetzt im Kabinett Im übrigen betrafen diese Aus. einandersetzungen kein Problem aussenpolitischen Charakters. Gerade durch die Persönlichkeit Golda Meirs kam die Kontinuität der israelischen Aussenpolitik seit der Gründung des Staates zum Ausdruck, seit dessen Anfängen Abba Eban, der heutige Aussenminister, einen der wichtigsten Posten im auswärtigen Dienst innehatte. Hierin liegt die Stärke des jungen Staates, dass er eine klare aussenpolitische Linie verfolgt. Leider ist ihm der Rahmen seiner Handlungen durch die unerbittliche arabische Feindschaft in einem gewissen Sinne vorgeschrieben. Das Land kämpft entschlossen um seinen Frieden. Alle Kabinette, standen sie nun unter Führung Ben Gurions, Sharetts oder Eshkols. haben sich um diesen Frie¬ Mit doppelten Masstaeben I von ARIE ASHKENAS j Die letzten Meldungen über die Pläne und Aktionen j des Klu Klux Klan können nur noch als erschreckend anj gesehen werden. Das Land, von dessen Haltung das Schick, sal der freien und damit auch die Zukunft der ganzen I Welt abhängt, fällt immer mehr in Widersprüche und ver- | hängnisvolle Verstrickungen, die den Weg zu einem bes- I seren Leben der Völker erschweren. Geheimorganisationen sind nicht selten: sie allein bieten noch keinen Grund zur Aufregung. Die Tatsache jedcch, dass d;ese Geheimroganisation ganz offen ihre Aktionen ausführen, ihre Pläne schmieden und ihre Drohungen ausstossen kann, ist beunruhigend. Ebenso bedenklich ist es, dass sogar Mordtaten ungesühnt bleiben, obwohl die Tatbestände geklärt worden sind. Das geht alles schon so weit, dass die Untersuchungsbeauftragten des Amerikanischen Kongresses offiziell mitteilten, dass Klu Klux Klan die Beseitigung der Gattin des Präsidenten Johnson bis in alle Einzelheiten vorbereitet hatte. Aber die ,Geheim-Organisation‘ besteht immer noch, weil ihr Einfluss ganz deutlich weiter reicht, als die meisten Aussenstehenden dies vermuten. — Eine weitere Schwäche zeigt sich im Widerspruch zwisehen der proklamierten Gleichberechtigung und der Behandlung der Schwarzen. Dieses Problem kann hier nieh* in seiner ganzen Tragik behandelt werden. Dass auch der Klu Klux Klan dabei eine unglückselige Rolle spielt, ist bekannt, offenbart aber nur noch deutlicher die Diskrepanz zwischen verkündeten Idealen und ihrer Nicht-Realisierung. Damit wird das Vertrauen in den Wert eines amerikanischen Gesetzes oder des Wortes amerikanischer Staatsmänner nicht gesteigert. Die traurige Rolle, die von den USA im Vietnam-Konflikt gespielt wird, hat verschiedene Beurteilungen und Kritiken gefunden. Das amerikanische Volk ist mit diesem Krieg durchaus nicht einverstanden obwohl es die Motive der amerikanischen Intervention verstehen mag. Gibt es nicht andere Möglichkeiten, um das Vordringen der Kommunisten in Asien zu verhindern?, fragen die Amerikaner. Auch die Waffenlieferungen Washingtons an die Aegypter haben nicht nur in Israel, sondern in den USA M;ssbehagen hervorgerufen Das sind die richtigen Methoden um den Frieden in einem Gebiet zu sichern das nichts dringender als die Herstellung normaler Lebensbedingungen fiir seine verschiedenen Bevölkerungen benötigt? — Aus welchen Gründen liefern die Amerikaner Waffen ge rade an Aegypten, dessen Diktator nicht müde wird, mp Kriegsaktionen zu drohen, mit Ueberfällen auf andere ara bische Staaten, z. B. auf den Yemen, und vor allem auf Israel? — Wer kann Vertrauen zu einem Lande haben, das Frieden predigt, aber unbestritten denen HMfe leistet, die Kriege führen oder führen wollen? — den bemüht. Alle waren weitgehend von den Machtverhältnissen abhängig, die gerade der allgemeinen internationalen Politik ihr Gepräge gegeben haben. Die israelische Aussenpolitik stand und steht im Zeichen zweier Problemkreise ■ die arabische Feindschaft und der Kampf um die Vorherrschaft zwischen der freien Welt und den Kommunisten. In einer Sternstunde der Menschheit kooperierten diese beiden Machtkolosse. In diesem Intervall der Kämpfe um die Hegemonie wurde Israel geboren. Truman und Stalin beeilten sich, den jüdischen Staat, dessen Namen man noch nicht kannte, anzuerkennen. Aus dem Stadium prophetischer Schöpfung trat der Staat in die Etappe der Realisierung. Ben Gurion gab seinen Posten an den langjährigen Aussenminister Sharett ab, einen Mann, dessen Genialität bereits Weiz-! mann hervorgehoben hatte, obwohl Israels erster Präsident mit dem Lob für andere sehr zurückhaltend war Dann kam der Visionär Ben Gurion zurück. Er wich dem Praktiker Eshkol, dem nüchternen Rechner, dem kühlen Denker, dem das Volk sein Vertrauen aussprach, nachdem Israel aus der Etappe genialer Intuitionen zur lang. Samen Verwirklichung übergegangen war. Ben Gurion konnte noch über Eisenhower triumphieren, als er sich dem Diktatdes Foster Dulles nicht beugte. Eshkol muss bereits versuchen, einen gangbaren Weg und ein tragbare Lösung für die aktuellen Schwierigkeiten zu suchen. Er wird ihn fin. den. Abba Eban ist hierfür der rechte Mann am rechten Platz. Denn die wesentliche Auseinandersetzung der israelischen Aussenpolitik muss heute mit den USA erfolgen die immer wieder dem Irrtum verfallen, den Aegypter Nasser mit Konzessionen gewinnen zu wollen. Die alte Dulles-Linie dient auch Dean Rusk als Richtschnur, sicherlich ebenso erfolglos wie bisher. Diktatoren haben noch niemals Verträge oder Versprechungen eingehalten, weil sie selbst dem Gesetz des Augenblicks gehorchen müssen wenn sie an der Macht bleiben wollen. Die ständigen Prozesse, die Kairo gegen ,,Hochverräter zu führen gezwungen ist, beweisen die Unsicherheit des Systems, das jeden Tag stürzen kann, wenn einmal eine solche Rebellion oder ein Attentat gelingen sollte. Noch nicht einmal die Russen, die Geschäft« mit Nasser bevorzugen, haben den Hebel in der Hand, um ihn zu beseitigen. Vielmehr könnten die Amerikaner den entscheidenden Schritt zum Sturz Nassers unternehmen, aber sie helfen ihm, an der Macht zu bleiben. Aus jeder ernsten Krise wurde Nasser bisher von den amerikanischen Machthabern gerettet, die zu beschimpfen er keine Gelegenheit ausliess. Nach der versöhnlichen Rede Eshkols hätten die Amerikaner die Möglichkeit gehabt, einen Ausgleich im Mittleren Osten zu finden. Aber das Weisse Haus zögert. Das wäre ein Anlass für Israel, den ernsten Versuch zu unternehmen, die Beziehungen zur Sowjetunion und den Ostblock-Ländern zu verbessern. Die Gelegenheit ist gegeben. Die einseitige Orientierung der israelischen Po litik einer Anlehnung an den Westen hat nicht die gewünschten Ergebnisse herbeigefiihrt. Gewiss verfügt Israel nicht über die Möglichkeiten Aegyptens. Aber die israelische Wirklichkeit ist stärker als die irgendeines arabischen Landes. Warum zögert Israel? Ost wie West haben zur Kenntnis genommen, dass Israel ein demokratisch regiertes Land ist, dessen Lage sich ständig stabilisiert. Diese Ttasache zu übersehen, können sich heute weder Washington noch Moskau leisten ... Dr. ILLIA AN SHAZAR Jerusalem. — Eine persön liehe Botschaft des argentinischen Präsidenten Dr Arturo Illia, wurde dem Präsidenten Israels Salman Shazat durch den Deputierten Isidro Fernández Nuñez überreicht, der sich als Mitglied einer Delegation argentinischer Parlamentarier zu einem achttägigen Besuch in Israel aufhält. Fernández Nuñez sprach den Dank seiner Regierung aus, dass Israels Präsident die Einladung angenommen hat. an den Feiern zum 150 Jahrestag der argentinischen Unabhängigkeit im kommenden Juli teilzunehmen. Die Mitglieder der Delegation, fiint Senatoren und fünf Deputierte, besuchten Aussenminister Abba Eban und nahmen danach an einem Bankett teil, welches Knesset - Präsident KaxLsch T n? ffir sie veranstaltete. Am Nachmittag de* gleichen Ta ges stellte Senator Juan Aguirre Lanari, der die Delegation anführt, in einer Pressekonferenz die übrigen Delegationsmitglieder vor die sieh zu dem Beitrag beglückwünschten, den argentinische Auswanderer zum Aufbau Israels leisten. Statistik der Wirtschaft Jerusalem. — Die Steigerung des israelischen Privatkonsums pro Kopt ist im Jahre 1965 um 1 Prozent im Vergleich mit einer Erhöhung von 6 Prozent im Jahre zuvor angegeben. Das nationale Bruttoprodukt wuchs um 9 Prozent während des letzten Jahres im Vergleich zu 10 Prozent im Jahre 1964. Die israelischen Exporte während des Jahres 1965 betrugen insgesamt 432 Mio Dollar gegenüber 372 Mio ARGENTINISCHE PARLAMENTARIER Jerusalem. — Die parlamentarische Delegation aus Argentinien, die einer Sitzung in der Knesset beiwohnte, wurde vom Präsidenten der Knesset, Kadisch Luz, wärmsten» begrfisst. Die Delegation, die am Vortag in Israel angekommen war, besteht aus fünf argentinischen Senatoren und fünf Deputierten und stattet Israel einen achttägigen Besuch ab, um die Bande der Freundschaft 'Zwischen beiden Ländern noch enger zu gestalten. Kadisch Luz hob in seiner Rede hervor, dass Argentinien vor 80 Jahren seine Tore den jüdischen Immigranten öffnete, die vor den Verfolgungen in Europa flohen und von denen sich 500.000 in Argentinien niederliessen. — Am gleichen Tage wurden die Delegierten vom Bürgermeister Jerusalems empfangen. Sie besuchten Museen und schliesslich den Zionsberg mit dem Dominikanerkloster, da» die Stätte des Letzten Abendmahls birgt. Der Chef der Lateinamerikanischen Abteilung des Aussenministeriums, Botschafter Arie Eshel, veranstaltete einen Empfang für die argentinischen Parlamentarier, und das israelisch-iberoamerikanische Kulturinstitut lud sie zu einem Bankett ein. Neue Einwanderung in USA Nachdem das nach McCarran-Walter bekannte Quotehgesetz im Jahre 1924 angenommen worden war, sank die jüdische Einwanderung beträchtlich. So sind in den Jahren 1924 bis 1933 nur 128.494 Juden in USA eingewandert, nachdem seit 1914' jedes Jahr Hunderttausend« gekommen waren. Im Jahre 1933 waren es nur 2.372 Juden, die ein Visum erhielten. Mit der Hitlerperiode trat ein Umschwung ein. Von 1933 bis 1945 konnten 174.300 Juden die Vereinigten Staaten erreichen. Von 1946 bis 1964 waren es 168.200, die meist von den jüdischen Organisationen Hilfe zur Einordnung erhielten. Nach einer Umfrage in 57 Städten ergab sich, dass diese Einwanderer durchschnittlich 4,5 Monate benötigen, um sich selbst erhalten zu können. Die meisten Einwanderer sprachen nach einem Jahr fliessend Englisch. Etwa 98 Prozent erhielten das amerikanische Bürgerrecht, sobald die Voraussetzungen dafür Vorlagen. Ein äusserst grosser Teil der Kinder der Einwanderer besuchte Mittelschulen, und ein erheblicher Teil ging dann an die Hochschulen. Das alte Quotengesetz für die Einwanderung war 41 Jahre in Kraft. Präsident Johnson meinte bei der Unterzeichnung des neuen Gesetzes, dieses mache ein Un. recht wieder gut. Das bisherige Gesetz bedeutete eine starke Ungerechtigkeit und sei ein Verstoss gegen die Prinzipien der Demokratie, erklärte er. Die Unterzeichnung erfolgte bei der Freiheitsstatue im Hafen von New York, dem Symbol der amerikanischen Freiheit. Viele Millionen von Einwanderern haben sie bei der Einfahrt nach New York erblickt, und nicht weit von ihr befindet sich die ,,Träneninsel“, wo man die Zoll- und Passkontrolle passieren musste, bevor man endgültig den Fuss auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten stellen konnte. Wäre das Quotengesetz nie erlassen oder schon früher Dollar im Vorjahr, d. i. laut Ziffern des Statistischen Zentralamts um 16 Prozent mehr. Die industriellen Exporte stiegen um 13 Prozent und die Zitrusausfu.hr um 34 Prozent. (ITA) aufgehoben worden, so hätten Hunderttausend« von Juden aus Polen, Litauen und anderen Staaten Osteuropa« gerettet werden können; sie wären wohl noch heute unter den Lebenden. Die traurige Wirklichkeit für die Juden ist es, dass das Gesetz 30 Jahre zu spä t revidiert wurde. Sicher wird es noch einer Anzahl von Juden helfen, die Tore Amerikas zu erreichen', aber die grosse Menge, für die es hätte Bedeutung haben können, lebt nicht mehr. Als man sie noch retten konnte, verschloss das alte Quotengesetz die Tore. Im Vergleich zu den Huriderttausenden, die hätten kommen können, ist die Zahl der neuen jüdischen Einwanderer gering. Alle Anstrengungen in den Vorkriegsjaiiren, eine Revision der Quoten zu erreichen, waren umsonst gewesen. Viele Juden aus Polen, Rumänien, Oesterreich und der Tschechoslowakei hatten Verwandte in Amerika, die tatenlos Zusehen mussten, wie der Untergang in Europa kam. Es war aber noch schlimmer, als bereits in Amerika angekommene Schiffe zurück in die Hölle fahren mussten. Nur für eine kleine Anzahl waren persönliche Anstrengungen in Washington von Erfolg begleitet. In Europa gibt es noch ein Land mit fast drei Millionen Juden, von denen nicht wenige nach Amerika fahren möchten, aber sie haben keine Pässe, und nur etwa 50 können jährlich auswandern. Das neue Einwanderungsgesetz bedeutet einen grossen Fortschritt: für viele Tausende aus verschiedenen Ländern und Kontinenten bedeutet es ein neues Leben, aber für Hunderttausende von Juden kam es zu spät... Die Hias trifft bereits Vorsorge für diejenigen Juden, die in diesem Jahr und dann, wenn die Uebergangsperiode im Juni 1968 beendet ist, in noch grösserer Zahl in Amerika eintreffen werden. Zunächst geht es um die Aufnahme von Juden aus Kuba, die nach der Vereinbarung mit Castro auswandern können. In Kuba gib es noch 2.500 Juden, zumeist in der Hauptstadt Havanna; es ist aber jetzt noch nicht bekannt, wie viele von der Möglichkeit der Auswanderung Gebrauch machen werden. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 868.707

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