Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2152 (21.1.1966)
- Date
- 1966-01-21
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viwn«*, 21 *■ E»*™‘ *le 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N 2152 — 7 ‘»ai«*,, ™ , dj h;r*“®lsein ll*a ¿‘“«»«fr "*">*»« »fr«; ^schiit. 1 ^Woi BirUu »•rteo drrt5ht vor s-friran uu,uf^ SeblietJftteIn ®u B. dfe t- * ,n sini »i r •anderer 3.n, f'ir die *te We^ voll. 'n %arprodii|rf ls,rM't. «sich im?KUÍt,0I>-Dies« ffilli»nen Do,,* auf ’s ■» *5a«^ Millionen Do,,/963 «« •hsen war. (rrAf an&- ^•nunende Fachschulen Änt*„^a he' SHeuhischen ^«ttf ym?k" und .S? ia Maria“ ¿/’5 gm die Jewish a Wírden- Den net Agen<* mite,£ U^ht ibnis wi!?^;^ddas 1 beaeichnet. 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Ans diesem Grunde müssten die Verhandlungen über einen Frieden darauf basieren, dass die Araber die bestehenden israelisch-arabischen Grenzen akzeptieren. Er fügte hinzu, Israel sei zwar weiter bereit, den ehemaligen arabischen Bewohnern heutigen israelischen Bodens Entschädigun gen zu zahlen, doch sein Land könne kein bestimmtes Territorium abtreten, weil Israel mit möglichen zukünftigen Einwanderern aus Russland, Osteuropa und den Vereinigten Staaten rechnen muss. Auf die Frage, ob diese bevorstehende Einwanderung nicht dazu beiträgt, die Befürchtung der Araber einer israelischen „Expansion" zu nähren, entgegnete Eshkol. Israel habe dem Status quo über die Grenzen ein für allemal zugestimmt. Er beton, te, dass die Industrialisierung und Fruehtbarmcahung des Negew, dessen Bewässerung durchgeführt werden soll, sobald das nordamerikanischisraelisehe Gemeinschaftspro gramm der Wasserentsalzung durch Atomenergie fertiggestellt ist, Israel in Stand seti zen wird, die erwarteten Ein- ’ Wanderer anzusiedeln. Er be- \ merkte hierzu, dass falls die-; se Pläne den erhofften Er- Rabb. Dr. Louis Blumenthal s. A. (Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages) Nicht immer sind es die sprachgewaltigen Redner und besonders gelehrten Rabbiner. deren Wirken im Gedächtnis der Gemeindemitglieder fortlebt. Oftmals ist es die schlichte, aus vollem Herzen kommende und zu den Herzen sprechende Kanzelrede. die vielfältige Kleinarbeit in der Schule, in der sozialen Betätigung, in der praktischen Seelsorge, die unvergessen sind bei denen, wekhe diese Tätigkeit au«, nächster Nähe beobachten durften. In diese Kategorie des liberalen Rabbiners gehört Dr Louis Blumenthal, dessen 100. Geburtstag auf den 2. Februar fällt, und der von 1900 bis 1935 als Gemeinderabbiner zu Berlin segensreich gew irkt, nachdem er in den neunziger Jahren die Rabbinate von Frankfurt an der Oder und Danzig betreut hatte. Louis Blumenthal stammte aus Samotschin (Prov. Posen) und studierte zu Berlin an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums und an der Universität. Als er, 35jährig, nach Berlin berufen w’urde, bot sich ihm ein weites Betätigungsfeld in der damals stark anwachsenden Gemeinde. Er übernahm die Leitung der II. Religioneschule der Gemeinde in der Lindenst.rasse, in einem Stadtbezirk, in dem vor 1914 noch viele unserer Menschen wohnten. Die Kanzel dieser Synagoge ui>d diejenige in der Oranienburgerstrasse (Neue Synagoge! wurden ab 1918 ausschliesslich die Stätten seiner bedeutenden Prediger tätigkeit. Sein kräftiges Organ, die Einfachheit und Klarheit seines Vortrags und die innere Aufrichtigkeit, die aus jeder seiner Reden hereusklang, verschafften ihm viel Dank und Anerkennune. TSr w'ollfe niemals mitreissen, aber stets überzeugen, und sein tiefes Verständnis für religiöse Tradition bewahrte ihn vor einem Abgleiten ins radikale Fahrwasser. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die sich stets der Ferienkolonien der Gemeinde besonders angenommen hatte, hat Dr. Blumenthal eine umfangreiche soziale, humane, seelsorgerische Tätigkeit ausgeübt und. ist zahlreichen Familien ein Berater und Freund gewesen. Als langjähriger Vorsitzender der „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands“ diente er mit grossem Eifer den Berufsinteressen seines Standes. 69jährig. trat er aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand, um nun eine schwere Zeit mitzuerleben. Nicht mehr willens auszuwandern. musste er das trau, rige Schicksal der Deportation nach Theresienstadt erleiden, wo das Ehepaar 1942 oder 1943 zugrundeging. Sein Sohn, Rechtsanwalt Dr. Julius Blumenthal. Mitarbeiter des Berliner Gemeindeblattes, wurde als einer der acht Geiseln am 8. Dezember 1942 von der Gestapo ermordet als ..Ersatz“ für zur Deportation eingeteilte, aber geflohene Gemeindeangestellte. Dem Schreiber dieser Zeilen, dessen Familienkreis mit Rabbiner Dr. Blumenthal freundschaftlich verbunden war, ist nicht bekannt, ob noch Angehörige seines Hauses am Leben sind. Doch Mitglieder seiner einstigen Gemeinde Berlin werden dieses Rabbiners stets dankbar gedenken. Curt Wilk folg zeitigen würden, das Verfahren auch von arabischen Ländern angewandt werden und auf diese Weise den Schlüssel liefern könnten, das Tor für den Frieden im Mittelosten zu öffnen. Der Ministerpräsident bedauerte, die Tatsache, dass sowohl Israel wie Aegypten so grosse Summen für Rüstungen verausgaben müssen, wo das Geld viel nützlicher für die interne Entwicklung Ver- W'endmj“ finden könnte. Auf die Frage, warum Israel die Vorschläge abgelehnt habe, den Mitte losten zu einer atomfreien Zone zu machen antwortete Levi Eshkol, dass W'eder Israel noch Aegypten Atomwaffen besitzen und der erste wichtige Schritt darin besteht, die konventionellen Waffen zu zerstören. & setzte hinzu, ihm scheine, dass ein Bemühen um eine allgemeine Abrüstung ein bei weitem weiserer Schritt sein würde. BEZIEHUNGEN MIT RUSSLAND Die Zeit arbeitet für Israel, so versicherte Eshkol. Israels militärische, wirtschaftliche und technische Stärke ist im Wachsen betriffen, und seine Beziehungen mit anderen Ländern sind immer zahlreicher und enger. Israel hege auch die Erwartung, seine | Beziehungen mit Sowjetrussj land zu verbessern. Hier unterlass es Eshkol allerdings nicht, auf die grossangelegte Hilfe hinzuweisen, die Russ land den Aegyptern zu ihrer militärischen Bewaffnung leistet. Er hoffe aber, so sagte er, dass Russland „nie. mals etwas tun wird, um die Aggression zu ermuntern“. ISRAEL UND DIE ARABER Zu den neuen Waffenabkommen zwischen England, den Vereinigten Staaten und Saudi Arabien, welche Lieferungen utramoderner Waffen im Wert von 400 Millionen Dollar an die Sauditer vorsehen, äusserte Eshkol, Israel betrachte die Bemühunsen der Araber, mehr Waffen zu erhalten, mit stetiger Besorgnis, doch werde es immer alles in seiner Macht Liegende tun, um das Riistungsgieiohgewicht aufrecht zu erhalten, da dies „die einzige Garantie für Israels S cherheit bietet“. Gleichzeitig sei Israel jedoch bemüht, Sorge zu tragen. dass seine Massnahmen zur Verteidigung nicht seine Hilfe für Brasilien Tel Aviv, — Für die unglücklichen Opfer der Naturkatastrophe in B: asilien spendete der Magen David Adom dreihundert Einheiten von Plasma und Bluttransfusions - Appa. rate, die mit einem Flugzeug der EL AL an ihren Bestimmungsort transportiert wmrden. <LTA> Dr. KURT BALL-KADURI70 JAHRE Wenn Freunde in allen Teilen der Welt in diesen Tagen des 70. Geburtstages von Dr. Kurt Jakob BalK-Kaduri) gedenken, dann tun sie dies besonders gern. Auch unseren Lesern ist der Jubdar wohlbekannt, da die Jüdische Wochenschau wiederholt Beiträge von ihm veröffentlicht hat. Dr. Ball verlebte die Jahre bis zu seiner Auswanderung und Alija in seiner Geburtsstadt Berlin. Nach seinem Meine innigstgeliebte Gattin, meine herzensgute Mutter. Frau THEA RATH geb. PRESSNER ist fiir immer von um gegangen. In tiefer Trauer: ABRAHAM RATH, Gälte MIGUEL RATH. Sohn SIGMAR PRKÄSNER iraul Frau RUTH geb. KOHN JULIO STIEFEL und Frau LIDIA geb. PRESSNER SILVIA STIEFEL RUTH und GERDA PRESSNER (Iwael) Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Santa Rosa 1651, Florida. juristischen Studium spezialisierte er sich auf Steuerrecht, war bis 1927 im Reichsfinanzministerium, bis 1933 asl Privatdozent und Rechtsanwalt (Mitglied des Vorstands der Anwaltskammer Berlin» tätig. Ais Steuerreferent der Reichs Vertretung der Juden in Deutschlan (1936 bis 1938) konnte er erfolg, reich Versuche des Reichsfinanzministeriums, die jüdischen Organisationen durch steuerliche Massnahmen zu vernichten, abwehren. 1938 wurde auch er inhaftiert, konnte aber noch vor Jahresende nach Israel auswandern. In dem alt-neuen Heimatland übte er eine Reihe von Berufen aus und sammelte von 1944 an über 100 Berichte aus dem jüdischen Erleben und der Naziverfolgung. Das Ergebnis, die Sammlung „Was nicht in den Archiven steht“, ist heute unter dem Namen „Sammlung Ball-Kaduri“ Bestandteilt des Ar. chivs des Jad Waschern. Er setzt auch heute noch seine wissenschaftliche Tätigkeit fort, wobei er sich auf die Geschichte des deutschen Judentums von 1933—1946 konzentriert. Einwanderer wechseln Beruf Tel Aviv. — Das Statistische Amt gab interessante Einzelheiten über die Eingliederung von Immigranten bekannt. Nach Ankunft im Lande haben 44 Prozent det Neuankömmlinge den Beruf gewechselt. Von den früheren Kaufleuten, Vertretern oder Handelsangestellten sind 76 Prozent auf anderen Gebieten in Israel tätig. Unter den Akademikern üben etw>a 66 Prozent weiter ihren Beruf aus, während die übrigen sich neue Existenzen in der Landwirtschaft, im Bauwesen oder Handel gegründet haben. (ITA) Oekonomie benachteiligen, denn nur ein militärisch wie wirtschaftlich starkes Israel könne eines Tages bessere Beziehungen mit seinen arabischen Nachbarn aufnehmen. Die Frage, ob die arabischisraelischen Beziehungen sich bessern würden, wenn die arabischen Bürger Israels auf gleicher Stufe mit der jüdischen Mehrheit stehen würden, beantwortete Eshkol mit der Feststellung, dass die isi raelischen Araber Staatsbür- | ger sind, an Industrie und 1 Handel teilhaben umi ihre | Vertreter in das Parlament i entsenden. Seiner Ansicht! nach, fuhr er fort, sei das Problem eher psychologisch als politisch und ein arabisch - israelischer Frieden würde zur Verbesserung der Stimmung beitragen. Er kündigte an. dass seine Regierung erhebliche Aenderungen zugunsten der arabischen Minorität durchführen werde Und bis Ende nächsten Jahdes die Militärverwaltung, unter der heute einige israelische Araber leben, abge- , schafft werden wird. Das Judentum, so schloss Eshkol seine Erklärungen, ist ( sowohl eine Religion als auch . eine Nationalität. Daher j müssten die Araber sich in . Israel ebenso zuhause fühlen 1 wie dies ein Jude in Frank- : reich tut. ilTM Blick in die Welt von HAROLB SCHWARCZ HAROLD ROBERT PERRY. Sohn eines Fabrikarbeiters, ist der erste schwarze Bischof in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. — RIO DE JANEIRO wurde von einem furchtbaren Unwetter heimgesucht, durch das die Elendsquartiere besonders schwer getroffen worden sind. — DAS ROTE CHINA erhob scharfe Anklagen gegen die Sowjetunion, die m;l dem amerikan scher. Präsidenten Johnson in Vietnam gemeinsame Sache machen würde — GEGEN DEN PAKT, der von Pakistan mit Indier in Taschkent unterschrieben worden ist. demonstrierten Studenten in Lahore. — KLU KLUX KLAN soll, wie jetzt nrtgeieilt wurde, em Attentat gegen das Leben der Frau des amerikanischen Fräsidenten geplant haben. — DER SULTAN von Kuweit verzichtete freiwillig auf eine Johreseinnahme von 5.6 Millionen Dollar zugunsten des Staates; es verbleiben ihm noch 22.4 Millionen Dollar jährlich... — SCHRIFTSTELLER in Haft ist keine Seltenheit in der Sowjetunion, w’o Andrei Sinyavsky und Yuli Daniel seit Oktober in Ungnade gefallen sind. —! SCHRECKLICHE Zustände müssen in der Dominikanischen Republik herrschen, w'O es täglich zu schweren Zusammenstössen zwischen den streitenden Parteien kommt. — BLUTIGE KAEMPFE zwischen Kurden und irakischen Truppen werden von der persischen Grenze gemeldet. — ZU NEUEN KONFLIKTEN kommt es laufend in Indonesien, wo das Militär offensichtlich mit dem Präsidenten Sokarno unzufrieden ist. — PAPST PAUL VI. war über die Haltung der polnischen Regierung enttäuscht, die dem Kardinal Wyszvnyki die Reise nach Rom nicht gestattet hat — DER STREIK der Transportarbeiter in New York, der dem Lande schweren Schaden zugefiigt hat, ist in der vorigen Woche beendet worden. — INDONESISCHE Behörden haben amerikanische .Journalisten ausgewiesen. — KUBA KLAGTE die roten Chinesen auf der kommunistischen Konferenz in Habanna an, Wirtschaftssanktionen ergriffen zu haben. — MIT GROSSEN Feierlichkeiten wurde die Verbrennung der Leiche des unter tragischen Umständen verstorbenen indischen Ministerpräsidenten in New Delhi vorgenommen. — NGUYEN XUAN, no -<j vie tna mesi sch er Botschafter in Kairo, verhandelte mit dem ägypt'schen Staatssekretär über das nordamerikan:sche Friedensangebot, während gleichzeitig die Chinesen die Initiative Johnsons als eine Herausforderung bezeichneten. — GULZARILAL NANDA, alter Politiker, Revolutionär, bisheriger Innenminister Indiens, wurde zunächst zum Nachfolger Shastris ernannt. — DIE KOLUMBIANISCHE Armee entdeckte mehrere geheime Waffenlager der Rebellen in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt des Landes. — Fleischkonsum in Israel! SOjaehriges Jubilaeum Tel Aviv. — In den letzten zwei Jahren ist der Fleischkonsum in Israel um 50 Prozent gestiegen, wie das Akkerbauministerium mitteilt. Obwohl das Fleisch sehr teuer ist, steht es an erster Stelle auf dem Speisezettel der Israelis, w'as als Zeichen für die Hebung des Lebensniveaus der Bevölkerung zu werten ist. (ITA) j New York. — Der Verband! jiddischer Schriftsteller in USA feierte im Statler Hilton! Hotel sein 50jähriges Jubiläum. In Vertretung des IsraeN Botschafters wohnte der israelische Generalkonsul Abraham Avidor der Veranstaltung bei. Aehnliche Verbände in Israel. Argentinien und anderen Ländern sandten Glückwünsche. (ITA) In den EHRENLISTEH der EINHEITSKAMPAGNE darf kein Jude fehlen ZAHLT SOFORT COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessed^ Sarmiento 2376, III. — T. £. 47-3820