Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2150 (7.1.1966)
- Date
- 1966-01-07
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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» OEÜ*0«%, -*• Ï. Viernes, 7 «le Enero de 1966 SEMANA ISRAELITA Atm* XXVII. — N" a’SH _ *$Uj "5^ ^tiähoe SUch» der *"• für ÄSrt?^« ■s^íse ^shres hi davon 2Bhlt^5. I*®8* v°n Beem’i!”1 an *r IK0l>a, unä w^chewa nach I—«ÏÏS£ eled" ön«,t ••3eíer -■s'waîen. sxss* »n* Heñí S' Dann. &a ¿J"1«««) li Swai»LStreit' ». a »«> *"* ¡i“" **>■«.?rammdienst; itmmsch. sowie Twu. ramme und Baum«. Jeder Gelegenheit, r, unter folgenden i-Nummern aufzuge- '6 Sra. Weinsteil n £?■ ¿“Äscher *9 W. Wirtheimer 3 Sekretariat. •5 Sekretariat STKACÍIO- A D.AJLA. ración de ZADOS [ue revistai en la ion que la ciencia ■ D.A.I.A., entidad judía, ha creado cíales, el que tenitigación decuesdfica, sobre todo manos, lucha con- , relacionas interteresadoe en esta ■eeer su colaboragida a la Secreta-? piso — Capital. 3ER éerveisung >n n «Us® jg. n » 359rm/B Die erste Jugend-Alija fk Nach einer alten Legende harret der Erlöser des Volkes Israel vor den Toren Roms, der Ewigen Stadt. Man geht nicht weit, wenn man den Zusammenhang dieser Legende mit der Schmach des zerstörten Tempels, dessen Geräte im Titusbogen versteinert sind, findet. Das ständige Harren auf die Erlösung ist — nach den Worten der Weisen — in einer der drei Fragen zum Ausdruck gelangt, die dem Menschen vor «iem ewigen Richter gestellt werden. In gewissen Brennpunkten der jüdischen Geschichte verschaffte sich diese Erlösungssehnsucht machtvollen Ausdruck. Ein besonderer Anlass, der diese Zionssehnsucht auslöste, war um die Mitte des 18. Jahrhunderts ■die Erneuerung der Kolonicntion des seit 170 Jahren brachliegenden Tiberias, die jn der jüdischen Welt ein ungeheures Echo fand, denn nach dem Talmud (R. Hasch. 21,2) sollte von dort die Erlösung ausgehen. Wiederbeleber der Trümmer Tiberias war der greise R. Chaim Abulafia, der. in Hebron geboren, im Drange der Zeiten nach Izmir a bewandert war und im Alter mit seiner Schiileisehar nach Tiberias heraufzog. wo er ei ne Jeschiwa gründete. Ermutigt wurde die Kolonisat on und Ausbreitung der Alija •durch die Kolonisation und Ausbreitung der Alija durch den Beduinenscheich T’har el-Amar, der über den grössten Teil des unteren und oberen Galil herrschte und auf Veranlassung von R. Abulafia die Stadtmauer von Tiberias wiederherstellte. Eine weitere Auswirkung der Kun. de von der kommenden Erlösung war die landwirtschafiliche Ansiedlung von Kfar ' Jassir in der Nähe von Akl ko. Auf die Nachrichten der Siedler strömten neue Emigranten von Polen. Italien, j von der Türkei und von j Nordafrika herbei, unter diesen auch der bekannte Schriftsteller R. Moses Chaim Luzatte (Ramchal). Die in der Luft lagernden elektrischen Spannungen, die in den Herzen der Juden Europas und Nordafrikas neue Hoffnungen erweckten, entzündeten auch in dem 1696 in Sali in Marokko als Spross einer spanischen Exulantenfamilie geborenen R. Chaim ben Mosche Etter die messianische Idee. Der durch sein Buch ,.Or Hachaiinv bekannte Gelehrte war nach mannigfachen Pilgerfahrten durch Nordafrika nach Livorno — bekannt als der Erscheinungsort der Schriften , nordafrikanischer Gelehrter i — gelangt. Die Kunde von j der Pioniertätigkeit des R. Abulafia liess in Ibn Etter I den Gedanken reifen, in Je-! rusalem eine talmudische! Hochschule — Midrasch : Knesset Jisrael — als Sammelpunkt der Jugend der Blick in die Welt \ von HABOLD SCHWARGZ j PERSIEN (Iran) will an den Sicherheitsrat der UN wegen einiger irakischer Grenzverletzungen appellieren. — PRAWDA klagte die westdeutsche Regierung an. sie würde den Nationalismus verschiedener afrikanischer Länder schüren, — FERNANDO MARCOS, der neu gewählte Präsident der Philiippjnen, trat sein Amt an und bestimmte sein Kabinett. — RUSSLAND intervenierte in der Rhodesien-Krise und versprach Zambia volle Hilfe. — JOHNSON sprach den Wunsch zu einer Rücksprache mit dem Präsidenten Charles de Gaulle aus. — NEUE SCHWERE Zwischenfälle waren in der Dominikanischen Republik zu verzeichnen. — INDISCHE Truppen kämpften mit pakistanischen an der 1.600 km langen Grenze trotz der vereinbarten Waffenpauae. — GENERAL CHRISTOPHE SOGLO, der neue Präsident der schwarzen Republik Dahomey, versprach völlige Neutralität seines Landes in den internationalen Streitfragen. — JUGOSLAWIEN und Russland Unterzeichneten neue Handelsverträge mit den Aegvptern. — GENERAL STROESSNER, der Präsident Paraguays, wurde zu einem offiziellen Besuch Argentiniens eingeladen. — AUS SAN SALVADOR wird gemeldet, dass auch kommunistische Ellemente beim letzten Staatsstreich-Versuch mitgewirkt haben sollen. — MEDIZINISCHE Bedenken gegen einen Mondflug bestehen nicht, wie amerikanische Aerzte erklärten. — HO CHI MINH, der Präsident Nordvietnams, unterstützte das russische Verlangen an die Amerikaner, ihre Truppen aus Südvietnam zurückzuziehen. ARTHUR GOLDBERG, USA-Boischafter vor den UN konferierte mit Papst Paul VI. mehr als eine Stunde über die Vietnam-Frage. — AMINTORE FANFANI, Aussenminister Italiens, erklärte seinen Rücktritt, da er sich zu Unrecht kritisiert fühlte. — IN INDONESIEN kam es erneut zu schweren Zusammenstöesen mit Kommunisten. — Die UNGARISCHE REGIERUNG hat eine grosse Aktion gegen die Zigeuner eingeleitet, um diese an die übrige Bevölkerung zu assimilieren. — VINCENT AURIOL Expräsident Frankreichs, angesehener sozialistischer Politiker, starb im Alter von 81 Jahren in Paris. — Erhoene ia- 35-T0rbe* Die GRABSTEINSETZUNG unseres geliebten, unvergesslichen Mannes. Vaters, Schwiegervaters, Gccss. vaters und Schwagers. Herrn ALEJANDRO HÄNDLER findet am Sonntag, den 9. Januar, um lo Uhr 15 in f Tabfeda statt. — Manz. 15, Tabl. 1039 B, Sep. 42 — P Treffpunkt; beim Haupteingang um 10 Uhr C ISABEL ENGLÄNDER de HÄNDLER i Dr. JORGE HERSKOYITS und * Frau SILVIA geb. HÄNDLER J SERGIO HERSKOVITS 1 JOSE ENGLÄNDER E Diaspora erstehen zu lassen, zu deren regelmässiger Subventionierung die jüdischen I Gemeinden Italiens die Ver- I pflichtung zu übernehmen | hätten. Das Projekt gelangte zur Ausführung. Am 1. Aw 5502 schiffte Ibn Etter sich an der Spitze einer 30köpfigen Schiilerzahl von Livorno aus ein. Dieses Unternehmen kann als die erste Jugend-Alija in der Geschichte des Heiliger, Landes betrachtet werden. Die wechselvollen Erlebnisse dieser Palästinafahrt sind von einem der Schüler — Chaim Sangwitini aus Modena — in einem Brief an seinen Vater in lebhaften Farben geschildert. Nach zehn Tagen Fahrt landete die Gruppe auf der Insel Sizilien, in Messina Dort hatten christliche Ge:stliche die Quarantäne zu überwachen. Als diese erfuhren. dass die Ankömmlinge Juden seien, freuten sie sich sehr. Seit dem Jahre 1492 w-aren die Juden Siziliens, das damals unter der Herrschaft des Königreiches Aragon stand, von der Insel vertrieben worden Die Geschicklichkeit und Erfahrung insbesondere der italienischen Juden, int überseeischen Handel waren allenthalben bekannt. Man versprach sich : daher einen wirtschaftlichen 1 Aufschwung der Insel, indem man den Juden das Angebot! für eine Massenbesiedlung! Siziliens, gleichzeitig im Na- ■ men des Herrschers der Insel, unterbreitete N chts aber liess die Zions.; pilgei in ihrem Ziele beirren! Auf ihrer Weiterfahrt lande- . ten sie in Alexandrien in Aegypten, wo sie die Nachricht ' von der in Jerusalem herrschenden Pest erreichte. S)e gedachten daher, zunächst nach Jaffa zu segeln, aber : der Kapitän führte sie gegen ' ihren Willen nach Akko. (Später stellte sich heraus, dass auch in Jaffa die Seuche herrschte). Ende des Monats El ul be- , traten die Emigranten den ■ heiligen Boden, wo sie gemeinsam mit der etwa 100; Seelen betragenden jüdischen Ans edlung das erste Neujahrsfest im Heiligen Lande! begingen. Nach einem Abste- * eher zu der landwirtschaftlichen jüdischen Siedlung in ' Kfar Jassir und zu der Höh- 1 le des Propheten auf dem . Berge Karmel, in der man sich mit (ien wenigen Juden j des Dorfes Ha fa zur Feier . des Versöhnungsfestes ver- ' einte, trafen sie zum Laubi hüttenfest wieder in Akko i ein. Da die Seuche in Jerusa- | lern nicht abgeklungen war. | mietete Ibn Etter in Akko ein Gehöft, in dem er provi- | sorisch die Jeseh .wa Midrasch Knesset Jisrael eröffnete. Nach fünf Monaten imensi-; ven Studiums begab er sich - . mit seinen Schülern ins Ga- ' lil, um aus eigener Anschau - : i ung — ein modernes Prinzip ' , vorwegnehmend — d e histo. rischen Stätten kennenzuleri neu. Am Purim wurde die , Megilla im Lehrhaus des R. Josef Karo, Verfasser des ■ ..Schulchan Ariwh“. in Sa- . fed verlesen. In Meron be- | suchte man das Grab von R. Schimon bar-Jochai. des mutmasslichen Verfassers des ,,Sohar“, und in Tiberias traf Ibn Etter mit R. Abulafia, dem Erneuerer der Palästina - Ansiedlung, zusammen. Vergeblich suchte ihn dieser zu einer Niederlassung in Tiberias zu bewegen. Sobald die Nachricht von der Beendigung der Seuche in Jerusalem eintraf, übersiedelte Ibn Etter mit seiner Schule zum 15. Elul 5503 dorthin. Alle Feiertage wurden in Gemeinschaft mit den jüdischen Fellachin von Pekiin und Kfar Jassir begangen. Kurze Zeit nur genoss Ibn Fiter die Krönung seines Werkes. Kaum ein Jahr später erlag er der gleichen Seu- 4« VS**-'. » * VIERTAGEMARSCH DURCH ISRAEL: IN DEN BERGEN JERUSALEMS che, der er zu entrinnen versuchte. Sein Werk aber dauerte fort. Der Ruf Ibn Etters und seiner Schriften drang bis zu dem Schöpfer des Chn dismus, R. Israel Baal Sehern Tow. der Ihn den ..Funker, des Messias" nannte. Nach seinem Ableben hatte die Jesehiwa einen Zustrom von ehassidischen Verehrern. Andererseits erhielt aber auch der aschkenasische Teil der Bevölkerung durch die Alija der Schüler des Wilnaer Gaons im Jahre 1816 einen neuen Kräftezuwachs. Die Vernichtung des jüdischen Teils der Jerusalemer Altstadt im Jahre 1948 bereitete auch dem Werke R. Ibn Etters ein Ende. S. Gn. Abraham Shapiro gestorben Fetaeh Tikwa. — Der ruhmreiche Held Abraham Snapiro, der die jüdischen Kolonisten in Palästina vor der Jahrhundertwende schützte, ist im Alter von 95 Jahren verschieden. Er war einst Chef des Selbs.schutzes von Pet-ach Tikwa und einer der ersten Pioniere, die sieh ganz der Aufgabe widmeten, seine jüdischen Kameraden gegen die Angriffe der Araber zu verteidigen. Sbapiro, der in Russland geboren war, wande-te im Jahre 1880 nach Palästina aus. wo er auf dem Lande arbeitete und Wächter der Siedlung Petaoh Tikwa wurde. Er war auch der Leib-» Wächter von Baron Eömond de Rothschild während sei-, nes Besuches in Palästina und von Viscount Herbert Samuel, dem ersten Hoch, kommissär Palästinas unter dem britischen Mandat. Sein Mut war Sprichwort-, lieh im ganzen Mittelosten und sein Ruf erfüllte die Araber auf viele Meilen im Umkreis mit Schrecken. Shapiro schlichtete auch des öf-> teren Streitigkeiten, die sich zwischen Juden und Arabern in der Gegend ergaben. Er war Ehrenpräsident der israelischen W'a ihtorganisati. In den EHRENLISTEN der EINHEITSKAMPAGNE darf kein Jude fehlen ZAHLT SOFORT COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajess*' Sarmiento 2376, III. — T. E. 47-3820