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Jüdische Wochenschau · 1966-01-07 · 2150 (7.1.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2150 (7.1.1966)
Date
1966-01-07
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Das Präsidium der „Cen tra“ trat am vergangenen Donnerstag zu einer wichtigen Besprechung in Montevideo zusammen, an der Delegierte u. a. aus Argentinien und Brasilien teilgenommen Haben. Auf der Tagesordnung stand neben anderen wichtigen Fragen das Problem der Jugenderziehung, die Durchliihrung von Jugendlagern, der Besuch einer weiteren Gruppe Jugendlicher in Israel, sowie Fragen des Rabbinerseminars und der weiteren kulturellen Tätigkeit, die von der Centra entfaltet wird. Dr. Marcos Vodovotz Wie aus Tel Aviv mitgeteilt wird, übernahm der in jüdischen und zionistischen Kreieen Argentiniens bestbekannte Dr. Marcos Vodovotz in Afula seine neuen Pflichten als Direktor des Zentralktankenhauses des Emek. Dr. Vodovotz war Professor an der Universität von Buenos Aires und Direktor des Jüdischen Krankenhauses in der argentinischen Hauptstadt. Dr. Vodovotz erklärte, er glaube nicht, dass seine öf. fentliche Tätigkeit jetzt beendet sei. Er beasichtige vielmehr, neben seinen täglichen beruflichen Pflichten seine zionistische Aktivität fortzuselzen. Ebenso hoffe er, an öffentlichen Problemen in Israel aktiven Anteil zu nehmen. Stipendium In Anerkennung der Verdienste, die sich Meister Jascha Galperin in 40jähriger Tätigkeit auf dem Gebiet der Musik erworben hat. erteilte die AMIA dem Künstler ein Stipendium zum Besuch in Israel. Dort wird Galperin das Musikleben in den verschiedenen Städten studieren und Werke argentinischer Komponisten aufführen. Er plant ferner, zur Verbreitung argentinischer Musik Wien, Paris, Brüssel, Amsterdam und andere Musikzentren in Europa zu besuchen. Aus New York wird der Tod des bekannten Journalisten und Schriftstellers Dr. Manfred Georg« gemeldet. > mm JIPII ^.;jg der im Alter von 72 Jahren dort verstorben ist. Manfred George gehörte bereits in den Areissiger Jahren zu den bedeutendsten deutschen Journalisten. Er arbeitete für die bekannten grossen Verlagshäuser Rudolf Mosse und Ullstein in Berlin. Frühzeitig musste er vor den Nazis aus Deutschland flüchten. Im Jahre 1938 kam er in die Vereinigten Staaten, wo er zu den Mitbegründern des „Aufbau‘‘ gehörte, der sich unter seiner Leitung zu einem international bedeutenden Organ entwickelte und zeitweise eine Auflage von 50.000 Exemplaren hatte. In den Kreisen der deutschsprechenden Emigranten fand der ,,Aufbau“ ein grosses Echo Die Zeitung, die wöchentlich erscheint, brachte in beinahe jeder ihrer Ausgaben einen oder mehrere der Artikel von Manfred George, die in sich kleine Kunstwerke waren. Vor wenigen Jahren machte Manfred George im Aufträge der „Centra“ eine Reise durch verschiedene südamerikanische Länder und besuchte unter anderem Argentinien, Uruguay, Brasilien und Chile. Innen- und Aussenpolitik GOLDA MEIR TRITT ZURUECK Jerusalem. — Golda Meir gab offiziell ihr Vorhaben bekannt, im neuen Kabinett nicht mehr das Amt des Aussenmin'sters zu übernehmen, das sie seit dem Jahre 1958 innehat. Sie erklärte dies vor der Knesset-Kommission für Auswärtige Angelegenheiten und dankte gleichzeitig für die ihr in all d'esen Jahren geleistete Mitarbeit. Wahrscheinlich wird Abba Eban ihr Nachfolger sein. In einer Versammlung in Tel Aviv nahm Golda Meir zu aussenpolit'schen Fragen das Wort und äusserte zu der Israelisch . arabischen Spannung folgendes: „Vor einigen Monaten hat Bourguiba gemahnt. die Lösung des Streites mit Israel nicht durch einen Krieg sondern im Wege J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bma. MITRE 430 V. 01. 550 T.E.: 3 0-1 474 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER W Allanby Rd. — TEL AVI» — P.O.B. 4444 von Verhandlungen zu suchen. Wir schätzen diese Einstellung und hoffen, dass die Mehrzahl der Araber Bourguibas Rat folgen wird. Israel ist bereit, die Gespräche mit den Arabern zu beginnen und stellt keine Bedingungen. Bis es so weit sein wird, ist unser Heer, das stark und gut gerüstet ist, der Garant für den Frieden in der Region.“ In der Knesset stellte Aussenminister Golda Meir die Forderung, dass die Lieferungen überschüssiger Lebensmittel an Aegypten von einer Aenderung der Angriffspolitik Nassers abhängig gemacht werden müssten. Die Nasser in Form von Lebensmitteln geleistete Hilfe, so betonte Frau Meir, setzt Aegypten in Stand, von Sowjetrussland Waffen zu kaufen. KOALITION Jerusalem. — De Verhandlungen zur Bildung einer Koalition hatten eine Unterbrechung erfahren, da die Parteiführer mit ihren respektiven Parteivorständen die Lage besprechen wollten. Ein gemeinsames Communiqué der vier verhandelnden Fraktionen besagt, dass Fortschritte erzielt worden sind, die sich im besonderen auf die religiöse Frage beziehen. Die Beobachter bezweifeln allerdings, dass es noch in dieser Woche zur Bildung einer neuen Regierung kommen wird. Die Aerzte des Ministerpräsidenten teilten mit, dass Levi Eshkol sich langsam von seiner Grippe erholt. Man weiss jedoch noch nicht, wann er die Verhandlungen persönlich wieder leiten kann. (ITA) Als einer der letzten grossen alten Männer ist nun auch Albert Schweitzer dahingegangen. In einer Zeit, da man den schwarzen Erdteil noch nicht „entdeckt“ hatte und nicht an „unterentwickelte Länder und an Entwicklungshilfe“ dachte, leistete er Uebermenschliches in jener ferner Welt. Was daran Wahrheit, was nur Legende oder Illusion ist, werden berufene Forscher untersuchen wird die Geschichte feststellen. Hier sei auf Eines nur hingewiesen, das uns Juden interessiert. Wenige wussten, dass seine Frau eine gebürtige Jüdin ist. Vor einigen Jahren sah ich den deutschen Film über Albert Schweitzer, ich sah darin seine Frau, eine echte Pfarrersfrau, der keine Spur ihrer Herkunft anzumerken war, und dann hörte ich den Namen: ,,geb. Bresslau“. Ich wusste sofort Bescheid. Diese elsässische Pfarrersfrau war also die Tochter des jüdischen Universitätsprofessors Harry Bresslau in Strassburg. Wer ist Harry Bresslau? Wie war seine Stellung zum Judentum? Durch Zufall lernte ich ihn kennen, in einer für mich entscheidenden Stunde; als ich anfangs November 1914 das Doktorexamen bestand. Ich war rechtzeitig und planmässig von meinem Lehrer Prof. Walter Goetz nach Strassburg bestellt worden. Aber nicht ganz planmässig war inzwischen der Krieg ausgebrochen, und Prof. Goetz war sofort als Hauptmann der Reserve einberufen worden. An seiner Stelle musste der damals bereits im Ruhestand lebende Prof. Harry Bresslau die Vorlesungen abhalten und auch die Doktorstsprüfungen abnehmen. Auf mich jungen Menschen wirkte er uralt, obwohl er erst 66 Jahre war. Wichtig ist Bresslaus Lebensweg. Er stammte aus Dannenberg. einem ganz kleinen Ort im Hannoverschen, wo er vermutlich nicht Gelegenheit h :tte. viel Jüdischkeit zu erleben. Eistudierte Geschichte, war zunächst Oberlehrer am Philantropin in Frankfurt, zog es aber vor, in den öffentlichen Dienst zu treten, u.zw. in Berlin, weil er gleichzeitig Vorlesungen an der Universität halten wollte. Er war Lehrer am Andreas- Realgymnasium und seit 1872 Privatdozent an der Berliner Universität. Man übertrug ihm wichtige wissenschaftliche Aufgaben. Er wurde Herausgeber der „Jahrbücher des Deutschen Reichs“ und Mitherausgeber der „Monumenta Germaniae Historica“, aber — er blieb Privatdozent; befördert wurde er nicht. In Benin und vielen anderen preussischen Universitäten blieo es immer noch dabei, dass Juden erst dann reif zur ordentlichen Profes. sur waren, wenn sie sich taufen Hessen. Die Heuchelei nahm man gern in Kauf und belohnte sie sogar. Bresslau tat diesen Schritt nicht, da er dies unter seiner Würde hielt. Deswegen ergriff er die sich ihm bietende Gelegenheit, an der neugegründeten Universität in Strassburg zu wirken, an der er seit 1890 als ausserordentlicher und nachher als ordentlicher Professor der Geschichte tätig war. Seine Forschungen wurden allgemein anerkannt. Up stritten aber ist seine Teilnahme an jüdisch-historischen Forschungen. Auf seine Anregung wurde 1885 beim Deutsch-Israelitischen Gemeindebund eine .Kommission für Geschichte der Juden ir Deutschland“ ge. gründet. 4n ih. wurden bedeutende christliche Historiker wie Otto Stobbe als Vorsitzender und Wattenbach beteiligt, auch starte assimilierte Juden wie Ludwig Geiger. Entschieden wandte sich Bresslau gegen die Beteiligung von Graetz, der unbestritten dei bedeutendste jüdische H.stC'ikfcr war. Der Grund war cffensichtlich; Grae!z war zu jüdisch. Bresslau wurde nach dem Tode von Stobhe (1887» Vorsitzender der Kommission und schrieb selber viele Beiträge zu der „Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland, die von 1887 bis 1892 erschien. Bresslau wurde wie die meisten Deutschen 1919 durch die Franzosen aus dem Eisass ausgewiesen und lebte bis zu seinem Tode (1926) in Heidelberg. Sein Sohn Ernst war bis 1918 Professor der Zoologie an der Strassburger Univer. sVät. Ueber seine religiöse Einstellung ist mir nichts bekannt, ebensowenig weiss ich, ob Bresslaus Tochter wegen ih! er Heirat mit Albert Schweitzer oder schon früher aus dem Judentum ausseuied. Rabbiner Dr. Neufeld Bis 31. Maerz besonders GUENSTiGE PREISE für ISRAEL-PASSAGEN VIA WIND 25 DE MAYO 158, 2. St., Of. 208 — Tel.: 34.8919 Verhütung; von Mischehen Long Braneh. N. J. — Auf seiner jährlichen Tagung verurteilte der Rabbinische Rat von New Jersey die Treffen zwischen Juden und Nichtjuclen und forderte die jüdischen Väter auf, ihren Kindern die Teilnahme an solchen Veranstaltungen zu verbieten. Der Beschluss, den 25 orthodoxe Rabbiner nach einer eingehenden Diskussion beinahe einstimmig fassten, gründet sich auf die Befürchtung, dass die Gesellschaften für chrisüich-jüdische Brüderlichkeit die Schliessung von Mischehen fördern. (ITA) HOTEL LAGO RIO CEBALL0S — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Das einzige koschere Hotel in den Bergen. Auskunft in Buenos Airse von 8— 10 Uhr: 76-2009 . _ - 1E?; Hotel-Restaurant M. FLA M M CHASC0MUS — T. E. 2910 — Cordoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer Reiten — Sc' wimmen — Ausflüge auf den See Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76-2312 u. 70-5805 ¿MiummiiiiHiniHiiiimimiiiniiniHiiiniiiiHmmiiiimimtiimniunmimmmiinniiitytü i i >- Monty Jacobs Alas Israelis Historia de los Pioneros de la Aviación Israelí Editorial Candelabro Buenos Aires 11 LA Di 01 rviiiiiiiiiiiiimiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimiiiiitiiiiiiiiiiiuiimimmr^

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