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Jüdische Wochenschau · 1965-12-24 · 2148 (24.12.1965) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2148 (24.12.1965)
Date
1965-12-24
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 24 de Diciembre 'de 1965 SEMANA ISRAELITA Aim XXVI. — K* 2148 — 7 Zum Tode Jacob Rosenheims Am 3 November d. J. starb <n Jerusalem Jacob Rosenbrim, der „grosse alte Mann ** orthodoxen Jud!^u™S' ©T wurde am folgenden Taunter Beteiligung von SU zehntausend Menschen m Grabe getragen Er war *ede* Rabbiner noch Akademiker, weder Berufspoliüker «och besass er materielle jfceiohtümer, die ihm zu Ansehen und Einfluss verholfen hätten — und dennoch war Ä beschieden, lediglich dank seines lauteren Charakters seiner Frömmigkeit und «*ii»r Weisheit zum anerkannten Führer und Organisator der toTatreuen Juden ku werden. Jacob Rosenheim wurde 1873 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in der Austritts-Gemeinde ‘ Samson Raphael Hirschs heran ras ist unzweifelhaft, dass das Vorbild dieses Geistes-Heros Hosenheims Werdegang beeinflusst hat. in Rosenheims hingebungsvoller Arbeit zur Stärkung des traditionellen Judentums erkennen wir den ■Widerschein der religiösen Glut, die seinen verehrten JVfeister Rabbiner S. R. Hirsch beseelte. Schon früh begann er, am ■jüdischen öffentlichen Beben teilzunehmen, sowohl in der Isaehtisciien Religionsgeüdtechaft-, dem Muster aller westeuropäischen orthodoxen Gemeinden, als auch in der „Freie« Vereinigung für die Interessen des ortho. doxen Judentums“ und dem Bund gesetzestreuer Gemeinden Deutschlands . jtosenheim war nicht nur ein begnadeter Volksredner, sondern auch ein sehr fruchtbarer Journalist, der in zahllosen Artikeln in dem von Dt. •Lehmann begründeten, seit 1906 von ihm selbst herausgegebenen „Israelita“ wahtond vier Jahrzehnten nicht nur zu den Tagesfragen der jüdischen Politik Stellung nahm, sondern auch die gei- Btesgeschichtliche Entwicklung des Judentums — Hermann Cohen, Martin Buber, Jakob Klatzkin, Franz Rosenzweig u. a. — vom orthodoxen Standpunkt aus beleuchtete. Seine 1930 in zwei ¡Bänden erschienenen „Ausgewählten Aufsätze und Ansprachen“ bilden eine unerschöpfliche, z. T. noch heute aktuelle Fundgrube für jeden an der neuesten jüdischen Geschichte und der Denkweise des orthodoxen Judentums Interessierten. Der Höhepunkt von Rosenheiins Wirken und sein bleibendes historisches JVer dienst war die Gründung der „Agudas Jisroel“, der Weltorganisation des der Tora bedingungslos ergebenen Judentums. Wohl waren schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts grosse internationale jüdische Organisationen entstanden, die Alliance Israélite Universelle, später die Zionistische Weltorganisation, iedoch standen grosse Teile der religiösen Judenheit, insbesondere Osteuropas, diesen Verbänden reserviert oder gar ablehnend gegenüber. Was sie fernhielt, war nicht so sehr die Zielsetzung jener Organisationen als vielmehr der Umstand, dass an deren Spitze oftmals Menschen standen, deren Lebensführung nicht der jüdischen Tradition entsprach, sowie auch die Tatsache, dass jene Organisationen die Religion als Privatsache betrachteten oder als quantité négligeable, die im Kulturprogramm eine bescheidene Rolle spielen durfte. Mit einer solchen Geisieshaltung konnten sich die streng religiösen Juden nicht identifizieren. Es war die grosse Leistung Rosenheims, diese negative Einstellung zu überwinden und für die über viele Länder zerstreuten frommen Juden ein organisatorisches Gefüge zu schaffen, das als Ausdruck ihrer Willensbildung dienen konnte. Nur wer aus Erfahrung weiss, wie schwierig es ist, fromme Juden verschiedener Mentalität und von verschiedenen Minhagim zur Zusammenarbeit zu bewegen, kann ermessen, was die Schaffung einer Organisation bedeutej te, in der Aschkenasim und Sefardim, Chassidim und I Mitnagdim, Ost Juden und Westjuden vereinigt sind. Die , zu bildende Organisation! sollte demokratisch sein — und doch der Autorität der ‘ grossen Rabbmen unterstehen; sie sollte zentralisiert . und doch zugleich dezentralisiert sein, um den spezifisehen Traditionen und Gefühlen der ungarischen, der polnischen, der litauischen, der deutschen Juden gerecht t zu werden. Erst nach jahrelangen mühsamen Vorbereitungen gelangten Rosenheims geduldige Bemühungen zum Ziele. Die überwiegende Mehrheit der religiösen Juden lebte damals in Russland, doch durfte dort unter dem zaristischen Regime keine jüdische Weltorganisation gegründet werden. So kam es denn 1912 an der Grenze von Ost und West, im schlesischen Kattowkz, zur Gründungskonferenz der „Agudas Jisroel“, der sich alsbald die Mehrheit der bedeutendsten Rabbiner anschloss Nach dem ersten Weltkrieg begannen die Aguda-Gruppen in zahlreichen Gemeinden Einfluss auszuüben, insbesondere auf dem Gebiet der Erziehung. In den Parlamenten einiger osteuropäischer Staaten (Polen, Litauen, Lettland) hatte die Aguj da ihre eigenen Deputaten. 1 Auch vor internationalen | Körperschaften, dem Völker- | bund und später der UN, trat 1 sie für die jüdisch-religiösen I Rechte ein, u. a. zur Abwehr j der Kalenderreform, die den Schabbat in Gefahr gebracht hätte. In Israel schufen die „Poalei Agudat Israel“ eine Reihe landwirtschaftlicher Siedlungen, und seit der Staatsgründung vertreten die «gudisfischen Knesset-Abgeordneten, zeitweise auch die agudistischen Minister, die Belange des religiösen Judentums. Trotzdem Rosenheim in Deiner Bescheidenheit, soweit es nur anging, sich stets in den Hintergrund stellte konnte er es nicht vermeiden, dass ihm verdiente Ehrungen zuteil wurden. Eine wohl einmalig dastehende Anerkennung erhielt er während der zweiten „Knessia Gedola“, als ihm vom .,Chof«z Ohajim“, den Rabbis von ■Ger und Czortkow, Rabbi Zireisohn von Kischinew, Rabbi Sehapiro von Lublin und anderen rabbinischen Grössen der Titel ,.Morenu ha-! Ravr“ verliehen wurde. An- : lässlich seines 60. Geburtsta- : g*s erschien eine umfang- : reiche Festschrift zu seinen I Baren, mit Beiträgen von Dr. Nathan Birnbaum, den Rabbinern Dr. Josef Carlebach, Dr. Joseph Wohlgemuth Dr. Esra Munk, Dr. Leo Jung, j Dr. Jakob Weinberg und an- 1 deren bekannten Rabbinern und Wissenschaftlern. Auch hier in Buenos Aires hat Rosenheims Idee Früchte gezeitigt, indem die in der j Agudas Jisroel und der Poaj lei Agudat Israel vereinigten orthodoxen Juden durch Gründung von Schulen, Je-! sohiwot, Seminaren wie auch durch Verbesserung des ’ Kaachrutwesens in erhebli-; cham Mass zur Entwicklung das religiösen Lebens in Arj geotinien beitrugen. j JOSEF OPPENHEIMER I “mp lS’-ranfn US ARMOIRIES DE LA VILLE DE TEL AV1V-YAFO Neue Israelmark* mit dem Wappen von Tel Aviv. Feuer in einer Synagoge New York. — Kurz nach Ende des Gottesdienstes am Schabbosabend brach im West-Side-Tempel, einer der grössten orthodoxen Synagogen der Stadt, ein Feuer aus. Noch bevor die sofort herbeigerufene Feuerwehr an die Löschung des Brandes ging, halfen die Feuerwehrleute Mitgliedern dieser Gemeinde 24 Thorarollen aus den Flammen zu retten. (ITA) Orthodoxe New YOak. — Jeder sechste Jude in Nordamerika bezeichnet sich als „orthodox“, wie aus dem kürzlich erschienenen Jahrbuch der Jescliiwa-Universität ersichtlich ist. Dies widerspricht früheren Annahmen, dass die Orthodoxie im Verfall begriffen sei, und bestätigt andererseits die merkliche Zunahme des religiösen Gefühls bei anderen religiösen '■ Gruppen in den USA. (ITA) Blick in die Welt | von HAROLD SCHWARCZ I AUP’SEHEN ERREGTE die Begegnung zweier nordamerikan scher Raumschiffe im Kosmos. —! SCHEICH NACHIB Alammudin, libanesischer Infori mationsminister, demissionierte gemeinsam mit dem Ar-; beitsm nister. — LUCIO GARCIA DBL SOLAR. Argentiniens Botschafter bei den UN, hielt eine viel beachtete Rede über die Malvinas. — i Eine NATURKATASTROPHE grossen Ausmasses brach j über Pakistan herein, der mehr als 15 000 Menschen zum Opfer fielen. — j FRIEDEN SBEMI’EHUNGEN zur Beilegung des vietnamesischen Konflikts werden von verschiedenen Regierungen unternommen. — KOENIGIN SALOTE von Tonga verstarb 65 Jahre alt, nachdem sie seic 1918 über 150 kleine pazifische Inseln geherrscht ha.te; sie war ihrem Vater auf dem Thron gefolgt und wog bei einer Grösse von 1.90 m 114 Klio. — IAN SMITH, Rhodesiens Ministerpräsident, forderte seine Landsleute angesichts der ergriffenen Repressalien auf, für das Land zu beten — BLUTGERICHTE wurden in Indonesien eingerichtet, um die Verantwortlichen für die letzten Rebellionen abzuurteilen — DIE VAR (Vereinigte Arabische Republik, lies Aegypten) brach ebenfalls die Beziehungen zu Englafid wegen des Rhodesien-Konfliktes ab. — GROSSBRITANNien erklärte energisch, es werde keine militärischen Akt onen gegen Rhodesien trotz der unfreundlichen Haltung der afrikanischen Länder ergreifen. W. SOMERSET MAUGHAM, einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller, verstarb 91 Jahre alt. — CHABIB BOURGUIBA teilte mit, Tun s werde die Beziehungen zu Peking abbrechen, wenn die Chinesen nicht ihre Angriffe gegen ihn unterlassen weiden. — MOHAMMED AYUB KHAN, der Präsident von Pakistan, hatte eine lange Aussprache mit Johnson in Washington. — URUGUAY erwog den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion, nachdem aufgefallen war, dass diese mehr als 300 Beamte beschäftigen würde. — CHINESISCHE TRUPPEN sollen die indische Grenze an mehreren Stellen überschritten haben. — HOURARI BOUMEDIENNE, der neue Mann Algeriens, stattete dem Kreml einen Besuch ab. — NEUE DIFFERENZEN entstanden zwischen Rotchina und Russland bei der Behandlung der Frage „Hilfe für Neravietnam“. — Schule für Beduinenkinder Das Zentrale Comité für Miltelsdiul-Slipendien in Israel (IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER ISRAEL¬ BOTSCHAFT IN ARGENTINIEN) teilt mit, dass Schüler mit guten Fortschritten in ihrem Studiumim Alter von 13 bis 16 Jahren, die ihr Studium in Israel fortsetzen wollen, die Moeglichkeit haben, ein Stipendium in Hoehe von 50 Prozent der Lebens- und Studienkosten zu erhalten. Naehere Auskunft und Anmeldung beim Sekretariat, Lavalle 1718, Zimmer 32, Telefon 48-3336 oder 46-2347. Es empfiehlt sich, eine Lebensbeschreibung, das letzte Schulzeugnis (mit Noten der einzelnen Faecher) und 6 Lichtbilder (4 mal 4 cm., Vorderansicht) mitzubringen. Tod oines jüdischen §•1 ehrten Venedig. — Dante Laites. ein hervorragender jüdischer Gelehrter, Geschichtsschreiber, Journalist und Erzieher, soarb im Alter von 89 Jahren. Sr i*t der Verfasser mehrerer Werke über die Geschichte des Zionismus. Er wurde in Pittigliani geboren studierte am Rabbinischen Seminar in Livorno, wurde Zionist und weihte sein Leben dieser Idee. & war Doaent am Rabbinerseminar in Wem, Sekretär der Zionistischen Föderation und später ihr Ehrenpräsident. Lettes gründete eine jüdisch* Zeitung in Triest, die später in der Wochenschrift „Israel“ aufging. Er gründete und leitete auch die Zeitschrift „Rasegna d’Israele“, die auf einem hohen Niveau steht. Während des Zweiten Weltkrieges lebte er in Palästina und kehrte 1946 nach Italien zurück. Unter seinen zahlreichen Werken sind vor allem „Die Idee Israels“, das in mehrere Sprachen übersetzt worden ist, und die „Geschichte des Zionismus“ erwähnenswert. Er ist der Verfasser von mehreren Bibelkommentaren und literarischen, philosophischen und historischen Büchern. (ITA) Nathan Philip-Platz Toronto: — Der Stadtrat von Toronto hat einen Platz “Nathan Philip Square’’ Genannt, nach Nathan Philip Q. C., der während acht Jahren Bürgermeister der Stadt war. In Kassifa, in der Nähe von Arad, mitten in der dür. ren Neger-Wüste gibt es eine Regierungsschule für die Kinder der Beduinen der ganzen Umgebung. Die meisten Schüler reiten täglich zum Unterricht auf ihren Mauleseln, deren Grösse und Ausstattung auf die soziale Stellung ihrer Eltern hinweisen, aber auch auf die Bedeutung der Reiter selber: von den erstgeborenen Sehnen reicher Scheichs zu den Töchtern gewöhnlicher Stammesmitglieder. Kassem Abdul Kader, 58 Jahre alt und in Galiläa gebürtig, ist der Direktor der Schule. Wenn er pünktl ch um 7.30 Uhr morgens die Klasse betritt, stehen alle Schüler diszipliniert auf. Dasselbe geschieht, wenn e* den Klassenraum verbisst oder wenn ein Besucher kommt. Während des Unterrichts herrscht eine solche Ruhe im vollbesetzten Klassenraum, dass ein jüdischer Schulinspektor kürzlich Abdul Kader fragte, wie er es fertigbringe, e;ne derartige Disziplin zu wahren. „Sie vollen eben nichts anderes als lernen“, antwortete er: „dann aber bringt die patriarchalische Erziehung der Beduinenkinder es mit sich, dass es für sie eine Selbstverständlichkeit ist, der älteren Generation Respekt und Achtung entgegenzufcringen.“ Fortschritt ist auch im Reich der Beduinen nicht mehr aufzuhalten. Noch bis vor nicht allzu langer Zeit würde es keinen Beduinen- EHtem eingefallen sein, ihre unverheiratete Tochter ohne Begleitung der Mutter aus dem Hause zu lassen. Aber heute sitzen die sieben jährige Nuara und die achtjährige Midella neben ihren „männlicher“ Schulkolleeen auf der Schulbank. Dank der Schule in Kassifa weht ein Wind des Fort. Schritts in den Nomadenzelten der Beduinenstämme südlich von Beer Schewa. In den EHRENLISTEN der EINHEITSKAMPAGNE darf kein Jude fehlen ZAHLT SOFORT » COMITE CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod Sarmiento 2376, (SI. — T. £. 47-3820

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