Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2143 (19.11.1965)
- Date
- 1965-11-19
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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CQ o ° c - ï f £ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 ÇFMANA KRAPI IT A EL EJEMPLAR Ift en toda la República ||| ■ ° s,! <° TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 umTIHIiH IOUHlLI i h Año XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE NOVIEMBRE DE 1965 Ne *143 PUEYRREDON 2190 1* izg. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Die UN und die Menschenrechte Anm. d. Red.: Die hier folgenden Ausführungen sind einer Ansprache des hervorragenden Diplomaten und Juristen entnommen, welche dieser kürzlich im Waldorf- Astoria-Hotel in New York hielt, als er den jährlich vom Amerikanischen Jüdischen Kongress verliehenen Stephen-Wise-Preis in Empfang nahm, der ihm in Anerkennung seiner Arbeit für die Menschenrechte zugespro ohen wurde. von ARTHUR GOLDBERG, USA-Botschafter vor den UN anderen Menschen zu glau. | Schweigen verharren wenn ben. i Menschen über ihre Näch- Es ist unerlässlich, die Unij sten herfallen. Oft kann versale Deklaration der Men-! Schweigen das schlimmste schenrechte in Tatsachen zu j Verbrechen sein. Wir stehen übersetzen. Mein Land ist bereit, allen internationalen Bemühungen für die Sache der immer mehr zunehmenden Achtung vor den Rechten und der Würde des Menschen seine Unterstützung zu Der Mechanismus der Verleihen. Die Sorge zur Sicheeinten Nationen für die Berung dieser Rechte bildet Wahrung des Friedens und traditionsgemäss einen Teil den Fortschritt der Völker, des amerikanischen lebens. welche die Seele ihrer politi- und daher können wir nicht sehen und wirtschaftlichen untätig zusehen, wenn die Arbeit darstellt, hat sich im Menschenrechte in irgendei- Laufe der Zeit ungeheuer; nem Ort der Welt verletzt kompliziert. Dies ist jedoch 1 werden. nicht trotx aller Errungenj Ich glaube, dass der erste schäften auf dem Gebiet der! wichtige Schritt, den wir zui Menschenrechte der Fall gei Sicherung der Menschenwesen. Uns liegt gemeinsam mit den übrigen Mitglied- Staaten der UN die Pflicht ob, jeden Ort zu entdecken, an dem die menschlichen Freiheiten und die Menschenwürde unterdrückt oder verweigert werden. Wir können nicht an Menschenrechte für uns glauben, ohne an die gleichen Rechte für alle rechte und Menschenwürde überall in der Welt tun können, darin besteht, den Vorschlag Costa Ricas zu billigen, dass ein Hochkommis. sariat für Menschenrechte ernannt werden soll. Wir sind an einen Kreuzweg der Geschichte gelangt, an dem wir uns gezwungen sehen zu handeln, nicht in Blick in die Welt von HAROLD SCHWARGZ NORDAMERIKA erklärte sich in einem Abkommen mit Kuba bereit, alle kubanischen Bürger aufzunehmen, die jetzt das Land verlassen dürfen. — INDONESIENS PRAESIDENT Sukarno griff einmal mehr den Kommunismus heftig an, den er für die gegen j pekt unserer Zivilisation dar- =■-- ——---*-stellt. Das wesentliche Ziel heute vor zwei dramatischen Beispielen der Diskriminierung, mit denen sich die UN in der gegenwärtigen Sitzungsperiode ihrer Generalversammlung befasst. Ich meine die Praxis der „Apartheid" in Südafrika, die allgemein Erregung und Empörung verursacht hat. Wir können dazu nicht schweigen. Ebenso wenig können wir gleichgültig bleiben vor der in Südrhodesien geschaffenen Lage, wo eine schwarze Majorität nicht ihr Recht auf Selbstbestimmung geniesst. Es gibt viele andere Beispiele für Diskriminierung und Verweigerung legitimer Menschenrechte Die Liste ist j leider zu lang, um sie hier; aufzuzählen. Keiner dieser j Fälle darf im Schweigen ver- I sinken. Wenn wir nicht allen Gefahren begegnen, von j denen die Menschenrechte! der Völker auf der Erde bej droht werden, wenn wir sie! nicht bekämpfen, so werden i wir eine Bedrohung gefördert i haben, deren Gefahren für ■ die ganze Menschheit nur j immer weiter anwachsen können. Ich möchte bei dieser Gelegenheit meine persönliche Erfahrung aussprechen, dass die universale Verwirklichung der Menschenrechte an sich den wichtigsten Asihn gerichteten Rebellionen verantwortlich macht. — BEI DEN WAHLEN auf den Philippinen kam es zu heftigen Zusammenstössen politischer Gegner, bei denen es viele Tote gab. — KOENIGIN ELISABETH II. hielt bei der Parlamentseröffnung traditionsgemäss die Thronrede. — IAN SMITH, der Ministerpräsident Rhodesiens proklamierte gegen den Wunsch Grossbritanniens und den Willen der UN die Unabhängigkeit seines Landes, in dem 200.000 Weisse iiöer 4 Millionen Schwarze herrschen — DUNKELHEIT HERRSCHTE in New York Stadt wie Staat, als aus unbekannter Ursache die Stromzufuhr versagte. — AUCH BEI WAHLEN in Nigeria waren bei Zusammenstössen zahlreiche Tote zu verzeichnen, — DIE OPPOSITION in der britischen Arbeiterpartei beschuldigt Premier und Parteiführer Wilson, das Parteiprogramm bei seiner Regierung zu verraten. — ROTCHINAS Regierung klagte die Russen an, sich in der Vietnam-Frage offen auf die amerikanische Seite zu stellen... — BUNDESKANZLER ERHARD versicherte dass seine Regierung auch weiterhin auf der Seite der USA stehen werde. — EIN WEISSBUCH über das Schicksal Ben Bellas wurde von der algerischen Regierung veröffentlicht. — JUSCELINO KUBITSCHEK. Brasiliens Expräsident Und eigentlicher Sieger bei den letzten Wahlen, nat sich weiteren Verfolgungen durch seine Flucht (?) nach New York entzogen. — FRANKREICH verlangte im offenen Gegensatz unserer Aktivitäten in den UN, das primäre Ziel, das jede organisierte Gesellschaft auf innerer und internationaler Ebene erstrebt, ist der Mensch selbst, das Individuum. Die Wirkung, die wir auf sein Schicksal, sein Glück, sein Wohlergehen ausüben können, wird der schliessliche Messt ab unseres Erfolges und unseres Misserfolges sein. Und wenn wir über den Wettstreit zwischen Staaten sprechen, so gibt es einen einzig gültigen Wettstreit, nämlich welches System, welche Art der Gesellschaft das Schicksal des Menschen und seine Menschenwürde mehr bessert. Der Beweis für das Streben eines Landes nach dem Ideal der Menschenrechte liegt nicht nur in dem, was es vor der Generalversammlung der UN sagt, damit die ganze Welt es höre, sondern was es in seinem eigenen Hause tut, damit alle Welt den Vereinigten Staaten die Zulassung Rotchinas und deses sehe. Es kann kein öffentsen Aufnahme in die UN. — LESTER PEARSON, der kanadische Ministerpräsident errang einen knappen Wahlsieg über seinen alten Gegner John G. Diefenbaker. — GESPRAECHE UEBER die Zukunft des Gemeinsamen Europäischen Marktes wurden in Paris gefiihr;, da de Gaulle die französische Haltung nach wiederholten Erklä- ( Menschenrechte in internationalem Masstab zu stärken liehe» Gesicht geben, das in eine von den UN angezeigt« Riehl ung schaut, und ein privates Gesicht das zu Hause in eine andere Richtung blickt. Unsere Aufgabe, die rungen .überprüfen“ will. — BISCHOF JOSEF BUSCHUMBA erklärte in Leopoldville. es seien mehr als 200 Menscher, in der kongolesischen Provinz Kiwu auf bestialische Weise und aus rassischen Gründen ermordet worden. — steht in engem Zusammenhang mit unseren Bemühungen, mir der Diskrimhiierung _ _ in unserem eigenen Lande RHODESIEN bleibt englisches Dominion, erklärte der , aufzuräumen. Trotz der Fortbritische Aussenminister nach einer Kabinettsitzung. VENUS Nr. 2, ein neuer, von den Russen zum Planeten Venus abgeschossener .Himmelskörper“ soll im Februar sein Ziel erreichen. — ZU EINEM HANDGEMENGE kam es im japanisener. Parlament nach einer Abstimmung über die Aufnahme von Beziehungen zu Südkorea. — schritte, die wir kürzlich durch die Erlassung von Gesetzen erreicht haben, die uns einen wirksamen Mechanismus liefern, um die berechtigten Beschwerden des Volkes zu lösen, haben wir keinen Grund, uns zu freuen und selbstzufrieden zu prahlen. Wir können uns nur zur Arbeit veranlasst sehen, um die einzige Lösung zu erreichen, die dazu angetan ist, unserer restlichen Probleme in der Materie der Menschenrechte Herr zu werden, was nur durch die völlige Beseitigung dieser Probleme geschehen kann. Mehr noch, die Bürgerrechte ohne volle wirtschaftliche Reohte, intellektuelle Rechte und politische Rechte sind ein Recht auf nichts. Als Amerikaner mit unserem kühnen Erbe und mit der Stetigkeit unseres Glaubens an die Freiheit des Individuums, halten wir in unseren Händen zugleich mit der Abschaffung jeglicher Diskriminierung in unserem eigenen Land das Mittel, einen dauernden Beitrag zu leisten, um nicht nur für uns selbst sondern überall, für die ganze Welt, unsere Grosse Gesellschaft aufzubauen. Was die Vereinten Nationen angeht, so zählt die Organisation mit einer höchst mächtigen Waffe, das heisst mit der Fähigkeit, den Bildwerfer der öffentlichen Weltmeinung auf die Schattenseiten der Gerechtigkeit zu richten. Dies ist der Grund, warum die Vereinigten Staaten beantragt haben, in das Projekt der Konvention über Rassendiskriminierung, über die gegenwärtig beraten wird, die spezifische Verdammung des Antisemitismus aufzunehmen. Ich glaube, man sollte die Tatsache nicht misszuverstehen, dass die UN-Kommission unseren Vorschlag abgelehnt hat, weil sie glaubte, dass zugleich mit der Erwähnung des Antisemitismus auch andere rassische Diskriminierungen hervorgehoben werden müssten. Wir sind nicht der gleichen Meinung, aber es stellt uns zufrieden, dass die Konventen zugleich mit allen Formen der rassischen und ethnischen Diskriminierung den Antisemitismus verurteilt hat, obwohl, wie ioh schon sagte, unsere Zufriedenheit grösser wäre, wenn sie ihn spezifischer erwähnt haben würde. Trotzdem glauben wir, dass bei zukünftigen, die Menschenrechte betreffenden Ini. tiativen sich neue Gelegenheiten bieten werden, die Frage des Antisemitismus mit seinem eigenen Nameif zu erheben. Dies werden wir im geeigneten Augenblick tun, obwohl wir auch alle anderen Formen der Diskriminierung anprangern werden. Anleihe aus USA Jerusalem. — Zwischen der nordamerikanischen und israelischen Regierung wurde ein Vertrag unterzeichnet, wonach seitens der Vereinigten Staaten den Timna- Kupferwerken eine Anleihe in Höhe von 4,4 Millionen Dollar gewährt wurde, die in zwanzig Jahren zurückzahlbar ist. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N° 868.787 Abkommen Washington. — Ein Abkommen, das den Auftakt zu einem ausgedehnten Programm technischer Hilfe Israels fiir die landwirtschaftliehe Entwicklung in Lateinamerika bildet, wurde in der vergangenen Woche von Dr. José A. Mora, Generalsekretär der OEA, und Israel-Botschafter Abraham Harman im hiesigen Sitz der Pan. amerikanischen Organisation unterschrieben. Die israelischen Experten werden den lateinamerikanischen Ländern helfen, ihre Landwirtschaft auf kooperativer Basis auszubauen, sei es in Pra. gen der Vermarktung oder unter anderen Gesichtspunkten aufgrund der vorhandenen Bedingungen in dem betreffenden Land. Das Programm stellt eine Erweiterung der bestehenden israelischen technischen Hilfe in Lateinamerika dar. die gegenwärtig 200 Stipendien zum Studium in Israel und die Arbeit israelischer Fachleute in Lateinamerika vorsieht. Di« Panamerikanische Union stellte 200.000 Dollar zur Verfügung, um die erste Phase des Programms zu decken, dessen Kosten auf eine Million Dollar berechnet sind. Die erste Phase umfasst ein Jahr Arbeit in Chile, Perú, Argentinien und Ecuador. Seine Durchführung wird sofort in Angriff genommen und wird bis zum 31. Dezember 1966 befristet Zehn israelisohe Experten werden auf drei Büros verteilt. Eines hiervo« wird seimit der OEA nen sitz in Chile haben und auch für Argentinien zeustäu,. dig sein. Ein anderes Büro wird in Peru eröffnet und gleichzeitig 'tW'ßcuador arbeiten, während das dritte Arbeit für den ganzen Kontinent leisten wird. Auf der kommenden Sit« zung des interamerikanischen Sozial- und Wirtschaftsrates wird darüber be» raten werden, ob es angezeigt ist, noch ein oder zwei weitere Büros einzurichten. Die Israelis werden eng mit ihren lateinamerikanischen Kollegen Zusammenarbeiten und besondere Pläne für landwirtschaftliche Kolonien entwickeln. Zu gegebener Zeit sollen die lokalen Stellen erweitert und vermehrt werden. Die israelischen Experten sind schon ausgewählt und auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. Sie werden in Kürze in La~ teinamerika eintreffen. Das der Aktion zugrundliegende Programm ist von Jizchak Abt, dem Koordinator des israelischen Aussenminisfce« riums für den lateinamerikanischen Kontinent zu leistende technische Hilfe mit Sita in Caracas aufgestellt worden. Die Verhandlungen mit Dr. Mora und anderen leitenden Persönlichkeiten führte Mordechai Lador, Botschaftsrat der Israel-Botschaft. In der abschliessenden Phase wurde er von David Golan und Arie Eshel, Direktor der lateinamerikanischen Abteilung des israelischen Aussenministeriums, beraten. (ITA) Tagung der Jewish Agency Jerusalem. — Prinzipielle Einigkeit herrschte in der Plenarsitzung der Exekutive der Jewish Agency über die Organisation dieser Institution in New York, die die Aufnahme von Vertretern der Wohlfahrtsfonds anderer nichtzionistischer Organisationen zu vollziehen plant. Am zweiten Tag der Plenarsitzung fand eine Diskus, sion über die Tagesordnung für die einwöohige Plenarsitzung des Aktions-Comites statt, die für den 11. Januar 1966 in Jerusalem anberaumt ist, um die neue Exekutive der Jewish Agency zu wählen. Bei dieser Sitzung wird Ministerpräsident Levi Eshkol über Israel berichten, Nahum Goldmann über den Stand der zionistischen Bewegung Bericht erstatten und Arie Pincus die Teilnehmer über das Budget für das Geschäftsjahr 1966—67 informieren. Wie man weiss, erwarten die Mitglieder der Exekutive, dass die kommende Sitzung des Aktions-Comites hauptsächlich dem Gegenangriff auf die Attacken gegen den Zionismus durch die Araber, Russen und selbst einiger jüdischer Organisationen gewidmet sein wird. Die Exekutive approbierte die Errichtung dreier Internate, die den Sekundarschulen für Studenten aus dem Ausland angegliedert werden sollen. Der Plan wird in Uebereinkunft mit den ausländischen Erziehungsministerien ausgearbeitet werden, damit die in Israel gemachten Studien anerkannt werden. Ferner wurde über das Programm „Dienst am Volk" beraten, nach dem schon 160 Studenten sich in Israel befinden, um dort ein Jahr lang zu studieren. -.v In der Mittagspause gaben Nachum Goldmann und seine Frau ein Bankett für die Mitglieder der Exekutive, bei dem Staatspräsident Shazar, Ministerpräsident Eshkol und die Kabinettsminister anwesend waren. Am zweiten Tage der Sit» zungen fand als erstes eine Diskussion über die beste Verwendung der jährlich aus dem „Memorial Fund“* fiir jüdische Kultur eingehenden Stumme von einer Million Dollar statt. Die einstimmige Ansicht der Exekutive ist. dass dieses Geld für „riesige“ zentrale Zwecke anstatt für eine Unzahl kleinerer Projekte bestimmt sein soll. Dr. Nachum Goldmarin berichtete in seiner Eigenschaft als Präsident der Tagung über die Aktivitäten der Konferenz jüdischer Organisationen (COJO) die zwei Tagungen angekündigt hat, eine in New York im Dezem. ber und eine in Israel im Juni 1966. In einer anderen Sitzung wurde über die Gründung einer Zeitschrift in Nordamerika diskutiert, die ein Sprachrohr der zionistischer? Bewegung sein soll. Es wurde beschlossen, dass die Zeitschrift „Midstream“, die heute dreimonatlich in den USA erscheint, in eine Monatszeitung umgewandelt werden soll.