Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2143 (19.11.1965)
- Date
- 1965-11-19
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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fieme«, 19 de Noviembre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. N? 2143 — S FrAiirníccp ilpr Wnrlii»! Literatur über da$ Judentum Mjl CI5IIW0C UVI ff VVIIV| Die vatikanische BrMJ- V« BORIS SMOLAR?£ÄÄ i fiinrr líhtf>r flîé* J 11ûen. CllC | _ .. , 1 Als die Tempel brannten Die Nueva Comunidad Israelita hatte ihre Mitglieder zu einer Gedenkstunde an die Ereignisse zusammengeruieii, die sich im November 1936 in Deutschland abgespielt haben. In der Nacht vom 9. zum 10. November waren in Deutschland beinahe alle Synagogen und Gemeindehäuser in Brand gesteckt und entweiht waren tausende jüdische Männer verhaftet und verschleppt, waren alle Schaufenster jüdischer Unternehmungen zertrümmert und Geschäfte wie Wohnungen geplündert und zerstört worden. Das alles war in einer einzigen Nacht und am darauf folgenden Morgen geschehen. Mit diesem furchtbaren Schlag, den die Deutsche Regierung gegen die jüdische Bevölkerung geführt hat, hörte das deutsche Juden, tum als solches auf zu bestehen. Aus diesem Grunde haben wir Jahr für Jahr dieser schicksalhaften Tage gedacht und nehmen an, dass auch die kommenden Generationen nicht vergessen werden, was uns Juden widerfahren ist. In der stark besuchten Synagoge der NCI wurde das Erleben an diese Zeit in einer Gedenkstunde wachgerufen, die einen feierlichen Verlauf nahm. Der Chor unter Leitung des Herrn Leo Kalwarisky verlieh ebenso wie der warm empfundene Gesang der Gebete durch Herrn Oberkantor Walter Bluhm der Feier Weihe und Würde. Herr Rabbiner Hanns Harf verlas anstelle einer Ansprache vier Gedichte, die den Gefühlen und Gedanken der Anwesenden entsprachen und einen tiefen Eindruck hinterliessen. Die Gedenkrede hielt Hardi Swarsensky, der selbst Zeuge des Geschehens w'ar und die Berliner Synagogen brennen sah, deren Rauchsäulen wie stumme und doch so beredte Ankläger in den düsteren Novemberhimmel hinaufstiegen. Der Redner fragte nach dem Grund dieses Geschehens. Oder haben wir keine Deutungen, machen wir uns keine Gedanken über unser Schicksal? Ist denn alles nur dem blinden Spiel der Kräfte oder dem launischen Zufall überlassen? Vielleicht ist es wirklich noch zu früh für uns, die wir selbst Opfer und Träger dieses Geschehens waren, die Gründe und Zusammenhänge zu erkennen. Sicher mag sein, dass das deutsche Judentum untergegangen ist. Aber ein Teil der deutschen oder ehemals deutschen Juden hat sich retten können, ist nicht zusammengebrochen. sondern seelisch gestärkt, in seinem jüdischen Willen gestählt, aus dieser Katastrophe herausgegangen, eine Erscheinung, die wir nach der noch viel schwereren Katastrophe des gesamten europäischen Judentums in den späteren Jahren nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches ebenfalls beobachten konnten. Nach der grössten Tragödie des jüdischen Volkes gingen unsere Traumvorstellungen und die Hoffnungen ungezählter jüdischer Generationen in Erfüllung. Der Staat Israel wurde ins Leben gerufen. Im kleinen Umfang wurde auch anderwärts Aehnliches geschaffen. Dieses Gotteshaus der NCI ist doch selbst der äussere Beweis dafür, dass wir aus unserer eigenen Niederlage, au6 unseren eigenen Enttäuschungen, aus unserer eigenen Verfolgung die i schöpferischen Kräfte gefunj den haben, um an die Stelle ARGENTINIEN - 1810 BIS ZUR GEGENWART - OEBURT UNO WERDEN EINES STAATES COSMOPOLITA VERLAG . BUENOS AIRES Neuerscheinungen 1965 PETER BUSSEMEYER: ARGENTINIEN Diese historische Uebersicht ist in Argentinien geschrieben, gedruckt und verlegt. Ein willkommenes Geschenk eine bleibende Erinnerung für Ihre Angehörigen und Freunde in aller Welt. 200 Seiten mit 10 Portr äts. Kartoniert $ 380.—, gebunden $ 550—. 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Seine Position als des von allen Parteien und Kreisen geschätzten Präsidenten der Zionistischen Organisation zeugt von der allgemeinen Anerkennung durch den Jischuw und auch der Wirksamkeit der Arbeit, die Gutkin immer mit wohltuender Bescheidenheit geleistet hat. Aktion Modein An dieser Stelle wurde bereits über die Aktion des KKL berichtet, deren Ziel die Befestigung der Grenze bei Modein und deren Besiedlung ist. im Rahmen dieser Aktion fand vor wenigen Tagen ein Zusammentreffen zwischen Freunden in einer angenehmen gesellschaftlichen Atmosphäre statt, bei j dem nach einer sehr sympathischen, einleitenden Ansprache des Vorsitzenden des zentraleuropäischen KKL- Comités, des Herrn Gurt Wilk, der Sonderdelegierte aus Israel, Herr Dr. Gurary, über ein breites und wichtiges Kolonisationsprogramm des KKL für die nächsten Jahre sprach. Seine Ausführungen fanden das grosse Interesse der Anwesenden, die aus den Worten Gurarys entnehmen konnten, mit welcher Intensität der Jüdische Nationalfonds (KKL) auch heute noch Aufgaben erfüllt, die von zukunftweisender Bedeutung sind. Das Friede ns werk des KKL, die Wiedereroberung des Hodens, muss nicht nur unsere Bewunderung hervorrufen, sondern auch unsere aktive Mitarbeit und unser finanzielles Opfer auslösen, sagte in seinen abschliessenden Worten der Präsident der Theodor Herzl Gesellschaft, die für die Kolonisationsarbeiten in Modein dem KKL den Betrag von 50.000 Pesos zur Verfügung gesteht hat, ein kleiner Beitrag zu einem grossen Werk, welches dem ganzen jüdischen Volk zum ßegen gereichen wird. _ Feria de la Jaluza Unter dem Motto „Feria de la Jaluzä“ veranstaltete die OSFA, die Zionistische Frauen - Organisation Argentinies, ihre diesjährige Kermesse in den schönen, für diesen Zweck aber nicht ausreichenden Räumen der Hebraica. Bei der Eröffnung drängten sich tausende Menschen; es war unbequem, nicht alle beabsichtigten Stände konnten errichtet werden, aber es war dennoch ein grosser Erfolg, der die Popularität der WIZO, hierzulande OSFA abgekürzt, er. neut unter Beweis stellte. Auch der zentraleuropäische Sektor der WIZO war mit einem Stand vertreten, der sich durch besonderen Geschmack und die Schönheit der ausgestellten und zum Verkauf gelangenden Gegenstände auszeichnete. Durch den begrenzten Raum konnte diese» Comité nur einen Stand auf machen, was Die vatikanische Erklärung über die Juden, die das jüdische Volk von der kollektiven Schuld an der , Kreuzigung Christi fr eispricht, hat schon dazu angeregt, Bücher über die Haltung der einzelnen Pap- : ste zu den Juden zu schreij ben. Einige Päpste sind als erbitterte Verfolger der Juden in die Geschichte eingegangen, während andere Päpste dafür bekannt sind, dass sie die Juden vor mitleidloser Verfolgung ge- > schützthaben. Papst Innoj zenz III. (1198—1216) führte den Vorsitz bei dem 4. j Vatikanischen Konz:L, auf , dem die antijiidische Legislatur ihren Höhepunkt erreichte. Der spätere Papst Gregorius IX. (1227—1241); beschützte die Juden. Sein : Nachfolger Innozenz IV. ' (1243 — 1254) verdammte den Talmud, aber Papst Leo X. (1513—1521) nahm die Juden in Schutz und erlaubte ihnen, den Talmud zu drucken. Papst Klemens VII. (1523—1533), der als „Freund dar Juden“ bekannt ist, schützte die Marranen und war der Gönner von David Reubeni und Schlomo Molcho, während Papst Paul IV. (1555—1559), der den Beinamen „Vater der katholischen Reaktion“ trug, das Ghetto einführte. Papst Sixtus V. (1585—1590) widerrief frühere Edikte gegen die Juden, doch Papst Klemens VIII. (1592—1605) hob die Massnahmen seines Vorgän- | gers wieder auf. Papst Klej mens XIV. (1769—1774) ver- ' urteilte die Blutschmähung j gegen die Juden, während j Papst Pius VI. (1775—1799) j das verleumderische „Editto j Sopra Gli Ebrei“ erliess. Dieses Auf und Ab in der Hai- | tung der Päpste dauerte auch später fort. Die Einstellung der einzelnen Päpste zu den Juden vom Ende des 5. Jahrhunderts bis ins späte 15. Jahrhundert wird in dem jetzt im \ Verlag Mc. Millan erschienenen Buch „Die Päpste und die Juden im Mittelalter“ von Pater Edward A. Synan beschrieben. Das Buch, das offensichtlich vor der Promulgation der vatikanischen Erklärung verfasst wurde, dürfte zu Diskussionen zwischen Juden und Katholiken über die Rolle führen, die die Katholische Kirche bei der Entfacbung des Judenhasses, besonders im Mittel-! alter, gesp'elt hat. , Ein anderes, ebenfalls vom; Mc. Millan verlegtes Buch heisst „Das Leid der Juden: 23 Jahrhunderte Antisemitismus“. Sein Autor ist. Rev. Edward H. Flannery, ein katholischer Priester. Das Interesse des Paters Flannery an katholisch-jüdischen Beziehungen datiert schon aus der Zeit vor der Deklaration des Oekumenischen Konzils und gilt sämtlichen Aspekten bedauerlich ist, da sicherlich weit mehr hätte abgesetzt werden können. Leider stei hen aber keine grösseren ' Räumlichkeiten als diese zur Verfügung, was man natürlich nicht der WIZO zur Last legen kann, der man nur zu dieser hervorragenden Kermesse gratulieren muss. der Judenverfolgung mit allen ihren Schrecken seit der frühen christlichen Aera. im Mittelalter bis in unsere heutige Zeit. Rev. Fianntry glaubt, dass eine Wiederkehr des Antisemitismus vermieden oder seine Virulenz zumindest abgeschwächt werden könnte, wenn man die wahre Geschichte des Antisemitismus zur Kenntnis des Publikums bringt. Gegenwärtig werden mehr jüdische Bücher über die Juden und das Judentum in den Vereinigten Staaten verlegt als irgendwo zu irgendwelcher Zeit. In den letzten Jahren verging kaum eine Woche, in der nicht ein oder zwei Bücher über jüdische Themn oder in der Judaica genannten Literatur erschienen wären. Hierzu gehören auch Uebersetzungen aus alten und neuen jüdischen Werken. Den Höhepunkt dieser Entwicklung bildete unlängst die Herausgabe eines der ältesten jiddischen Bücher .Tzeenah U-Reenah“, das vor 350 Jahren publiziert wurde und Jahrhunderte lang das Lieblingsbuch jüdischer Frauen war. Dieses klassische Werk übte einen ungeheuren Einfluss auf Generationen von jüdischen Müttern aus, die die Bibel auf Hebräisch nicht lesen konnten und ihre biblische Erziehung empfingen, indem sie jeden Sonnabend ein Kapitel des Tzeenah U-Reenah lasen. Dieses Buch ist eine ausschmückende Bearbeitung der Bibel und der Fünf Megillot und mit zahlreichen Parabeln bereichert, die entweder direkt dem Midrasch oder anderen homiletischen Kommentaren entnommen sind. Sein Verfasser ben Isaac Asehkenasy, der in dem polnischen Städtchen Janow 1550 geboren wurde, bediente sich der gesamten jüdischen Literatur, des Talmud, Midrasch, jüdischer Legenden und fast aller bedeutenden jüdischen Kommentare, die er in seinem Buch so geschickt miteinander verwob, dass dieses eine angenehme, höchst fesselnde Lektüre bietet. Weder der Ort noch das Datum der ersten Auflage ist mit Sicherheit festzustellen, doch die Ausgabe von Krakau im Jahre 1620 scheint die zweite zu sein, und zwei Jahre darauf wurde das Buch in Basel neugedruckt. Es erschien später in Amsterdam und in verschiedenen anderen Ländern, wo Juden hbien, und stels waren die Auflagen schnell vergriffen. 1660 wurde es ins Lateinische und hierauf auch ins Frant zösische und Deutsche über- ‘ setzt. Dia heutige amerikanisch» Übersetzung aus dem jiddischen Orig nal. die ausgezeichnet ist und für das Buch Exodus vorliegt, wurde von Rev. Dr. Norman Gore, dem Rektor der Episkopalkirche von Atlanta unter- I nommen. Es ist nicht gerade S:hr rühmlich fiii die Rabbiner in USA, dass keiner von ihnen d'eses Buch übersetzt hat, das durch fast zwei Jahrhunderte ganze jii-! dische Familien geleitet und : in die Religion und Tradij tion ihrer Eltern eingeführt ' hat. Der Ruhm gebührt Rev. Gore, dessen engl'sche Uebersetzung höchstes Lob veri dient und dem jede jüdische Familie in Nordamerika hierfür dankbar sein sollte. i Sportler des Jahres i Zum zweiten Mal innerhalb I von drei Jahren wurde der i 23jährige Basketballspieler! des Makkabi, Tel Aviv, und vielfacher Internationaler, Tanchum Cohen-Minz zum besten Sportler des Jahres in Israel gewählt. Von den 43 Sportjournalisten, Trainern ' und Funktionären, die der Jury angehörten, erhielt er insgesamt 193 Punkte und 1 wurde damit Sieges des Wettbewerbs für das Jahr 5725, allerdings mit'nur drei Punkten Vorsprung vor der 17jährigen Schwimmerin Yvon- I ne Tobisch, vom „Haapel“, : Haifa, die erst kürzlich nach Israel eingewandert ist und bereits eine ganze Reihe von i neuen Landesrekorden aufi gestellt hat. An dritter Steli le placierte sich mit 80 Punk-! ten die 21jährige Michal i Lamdani vom „Hapoel“. Hej dera, die mit 1,67 m den Lani desrekord im Hocnsprung j hält. | Der Titel „Sportler des Jahres“ wurde zum 7. Mal vergeben. Die bisherigen Titelträger waren: im Jahre 5719 — Nachum Stelmaeh; 5720 — Rafi Levy; 5721 — Amazia Lewkowicz;; 5722 — Gershon Shefa* 5723 — Tan- , chum Cohen. Minz; 5724 — : Mirjam Sidranski; 5725 — 1 Tanchum Cohen-Minz. FRANÇOISE GILOT: Leben mit PICASSO Soeben erschienen Verlegt bei JUNDLER Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002. ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dr. HARRY ZOHN (Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonneuent nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — n. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS 4