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Jüdische Wochenschau · 1965-11-12 · 2142 (12.11.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2142 (12.11.1965)
Date
1965-11-12
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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! Correo Argentino Centrnl B 1 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 SEMANA ISRAELITA Ano XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 12 DE NOVIEMBRE DE 1965 N* 2142 EL EJEMPLAR 4A en toda la República m TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 PUEYRREDON 2190 1» izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Im Dienste Aegyptens i>eu Informationsdiensten der internationalen Widerstandsbewegung sind neue Einzelheiten über die SS- Leute im Dienste Nassers in die Hände gefallen. Danach ist das Netz der SS-Männer im Dienste des ägyptischen Diktators in letzter Zeit noch engmaschiger geworden als es früher war. Der ehemalige SA-General und Gestapochef Heinrich Seilmann nimmt heute eine von KURT KAISER-BLUETH Der ehemal :ge SS-Standartenf’¡ihrer Leopold Gleim, Gestapochef in Polen und verantwortlich für zahllose Verbrechen, befindet sich, rach seiner überstürzten Flucht nach Argentinien, seit Jahren im Lande Nassers. Gleim hat Juden und Polen in Czernowitz, Bialystock und an anderen Orten massakriert und ist auch an der führende Rolle in den ägyp-! tischen Sicherheitsdiensten i Vernichtung des Warschauer ein. Seilmann war SA-Grupj Ghetto beteiligt gewesen Popenführer (ein Rang, der dem ^en Gleim auf die Kriegseines Divisionsgenerals adä- I verbreche rüste gesetzt und quat war) und Gestapochef I *n Abwesenheit zum To von Ulm. Dort hat er mit besonderer Grausamkeit gewütet und unzählige Opfer hinter sich gelassen. Br verschwand nach dem Zusammenbruch spurlos Er nennt sich heute Hassan Hamid Soleiman. Seipel, ehemaliger Sturmbannführer der SS, war in den Kriegsjahren Gestapooffizier in Paris. In dieser Eigenschaft organisierte ex seinerzeit die tragische Riesenrazzia auf Juden in den Strassen und Häusern von Paris. Mehr als 12.000 Menschen wurden im alten Vel’ d' Hiv’ von Paris zusammengepfercht und dann, via Drancy, nach Auschwitz deportiert. Seipel ist Berater für Sicherheitsfragen (Anti- Israel-Abteilung) im Innenministerium in Kairo. de verurteilt. Gleim ist heute einer der Chefsder Sicherheitsdienste in der Vereinigten Arabischen Republik. Wilhelm Böckler nennt sich zur Zeit Abdel Krim, ist ein ehemaliger SS-Stumiführer und hat sich bei der Aasrottung des Warschauer Ghetto durch besondere Grausamkeit “ausgezeichnet”. Böckler, dessen Sadismus sprichwörtlich ist. hat beim Verzweiflungskampf des Ghetto Frauen und Kinder mit eigener Hand liquidiert. Böckler gelang’ 1945 die Flucht, als Frau verkleidet und mit dem Pass einer polnischen Jüdin, die er selbst umgebracht hatte. Er arbeitet zur Zeit in der antiisraelischen Abteilung des ägyptischen Innenministeriums. Dr. Willermann ist heute Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ RAMON CASTRO JIJON, Präsident der Militärjunta in Ekuador, erklärte den baldigen Rücktritt seiner Regierung, weil nunmehr die Voraussetzungen für ein wahrhaft demokratisches Zusammenleben geschaffen seien. — FIDEL CASTRO hat offensichtlich mit dem Roten China gebrochen. — GEHEIME VERBINDUNGEN sollen zwischen den spanischen und venezolanischen Kommunisten bestehen, wie aus Caracas mitgeteilt wurde. — DEAN RUSK, der nordamerikanische Staatssekretär, meinte, die Bekämpfung des Kommunismus in den lateinamerikanischen ländern sei zufriedenstellend. — SUBANÖRIO, Indonesiens Aussenminister, trat eine lange Reise an, um gegen das Eindringen des Kommunismus in Indonesin zu kämpfen. — DIE UN FORDERTEN die britische Regierung auf, notfalte gegen die Umsturzpläne der Weissen in Rhodesien mit Gewalt vorzugehen (I). — MICHAEL STEWART, Englands Aussenminister, wird dem Kreml einen Besuch abstatten, nachdem er von seinem rassischen Kollegen Gromyko eingeladen wurde. — CHARLES DE GAULLE verkündete, dass er ein weiteres Mal für die Präsidentschaft kandidieren werde — RENE BARRIBNTOS, Chef der bolivianischen Militärjunta, erklärte, dass im Juni 1966 freie Wahlen stattfinden würden. — Die TODESSTRAFE für Jack Ruby, den Mörder des angeblichen Mörders des Präsidenten Kennedy, soll in lebenslängliches Zuohthaus umgewandelt werden. — NEUE UNRUHEN wurden auf der Insel Zypern registriert, wo trotz Anwesenheit von UN-Truppen Griechen und Türken zusammenstiessen. — MYSTERIOESE WELLEN registriert zu haben, deren Herkunft aus dem Weltraum rätselhaft ist, behaupteten russische Astronomen. — TOTE UND VERWUNDETE waren bei politischen Unruhen in Ibadan, Nigeria, zu verzeichnen. — DIE ZWEITE afro-asiatische Gipfelkonferenz wurde wegen der herrschenden Spannungen zwischen den Beteiligten vertagt. — PRAESIDENT SOKARNO sah. sich gezwungen, den Kriegszustand auf Java zu verhängen. — DER DALAI LAMA wandte sich an die UN mit dem Appell, die Rechte Tibets auf Freiheit zu verteidigen und gegen die systematische Ausrottung des tibetanischen Volkes durch die Roten Chinesen Front zu machen. — LAL BAHADUR SHASTRI, der indische Ministerpräsident, wird Washington besuchen. — Redaktionsschluss dieser Ausgabe bereits Mittwoch, den 10. November, um 17 Uhr. der Chefmediziner des Konzentrationslager* von Samara, das 200 Kilometer von Alexandria entfernt liegt. Er arbeitet dort als Oberleutnant Dr. Naim Fahoum, Willermar.n war in den Hitlerjahren ein enger Vertrauter des berüchtigten Kaltenbrunner, der Chef der Hitlerschen Sicherheitsdienste war und in Nürnberg gehängt wurde. Im Konzentrationslager von Dachau hat er verbrecherische Experimente an den Häftlingen, besonders an Frauen vorgenoimnen. Er soll seine Experimente im Lager von Samara fortsetzen. Eugen Eichberger war Bataillonskommandant in der berüchtigten SS-Brigade Dirlewanger, Polen sucht ihn wegen vielfacher Kriegsverbrechen. An der Ausrottung der ukrainischen Juden war Eichberger hervorragend beteiligt. Er ist mit der persönlichen Sicherheit des ägyptischen Diktators beauftragt, der sich mit ihm angefreundet hat. Nasser hat den Verbrecher zum Major in der ägyptischen Armee gemacht. Der Exmajor der SS, Schmalstrich, war vor dem Kriege Attaché an der Pariser deutschen Gesandtschaft in der Rue de Lille. Eherpresste zahlreiche begüterte Juden in Paris, denen er unter Drohungen enorme Summen abnahm. Oscar Dirlewanger, Kommandant der SS-Brigade, die in Polen und in der Ukraine brecher. Er dirigiert in .Kairo die “Gorillas’’, die Leibgardistan Nassers. Joachim Däumling, ehemaliger SS - Sturmbannführer, war zuerst Chef der Gestapo in Düsseldorf. Später war er Chef des Amtes 4 D2 im Reichssicherheitshaupt - Amt mit dem Grad eines Obersturmbannführers. Später haf er in der SIPO in Kroatien gedient und war der Schrekken der Bevölkerung. Seine Grausamkeit war berüchtigt, sein Judenhass fanatisch, seine blinde Hitle-ergebenheit noch fanatischer. Er arbeitet für Nasser im Geheimdienst und beschäftigt sich mit den Konzentrationslagern in der VAR. Däumling benutzt in Kairo, aus Furcht vor Entführung, verschiedene Namen. Er nennt sich Dressei Jochen und Mounir Gamal. Bernard Bender ist ein ehemaliger Obersturmbannführer in der SS, der während des Krieges in den Spezialdiensten der Gestapo in Polen arbeitete. Er sprach perfekt Jiddisch und konnte sich in zahlreiche unterirdische Organisationen des jüdischen Widerstandes einschmuggeln. Mit den Papieren eires der Opfer der Nazilager flüchtete er aus Deutschland und leitete unter angenommenem Namen das Büro der Arabischen Liga in Stockholm. Bender arbeitet in den ägyptischen Geheimdiensten und vor allem in der Israelabteilung des Innenministeriums. Er soll bereits zweimal illegal in Israel gewesen sein. Seine perfekte Kenntnis des Jiddischen und jetzt auch des Hebrä’sehen haben nischen Liste der Kriegsver- } tert Proteste aus aller Welt Paris. — Die Zionistische ' den ist, die Zionisten mit ih- Föderation und die Vereini- \ ren Verfolgern auf eine Stu- Gefühle werden verletzt von HORST W1NCKLER Ein Sturm der Entrüstung entlud sich über aic Leiter eines Kabaretts in Düsseldorf das seinen Spott über die chauvinistische Haltung der sogen. Sudendeutschen gegossen hatte. Für die jüdische Bevölkerung dieses einst zur CSR gehörenden Gebietes hat der Begriff der Sudetendeufcschen seit der Terrorzeit des Nazismus einen mehr als bitteren Gesshmack. Dass diese Herrschaften, die Jahrzehnte lang gegen Juden gehetzt und Juden beschimpft haben, weil sie sich als Majorität wähnten, heute gegenüber den Scherzen ihrer deutschen Landsleute so empfindlich sind, muss verwundern. Jedenfalls werden die düsseldorfer Komödianten mit Drohungen und Beleidigungen überschüttet. Das geht so weit, dass die Anonymen damit drohen, die Kinder der Kabarettisten zu ermorden. Natürlich, die Polizei hat auch noch niemanden gefunden, der droht, beleidigt, stört, belästigt, und das in der gewöhnlichsten, niedrigsten Art. In dem Sketch wird davon gesprochen, was eigentlich geschehen würde, wenn man die Sudetendeutschen zurückkommen lassen würde. Auch wenn man es ihnen befehlen würde, sie blieben lieber bei den fetten Pfründen, die sie heute in der Bundesrepublik haben, als in das Ungewisse zurückzugehen. Das ist der Sinn des Sketches, der einen solchen Wahrheitsgehalt zu haben scheint, dass er die Sudetendeutsehen wild gemacht hat. Wirklich die Sudetendeutschen?, oder nur diejenigen, die immer und überall den Hass schüren, die zurückzukehren verlangen, ohne wirklich hierzu bereit zu sein. Aber das mag Sache der Sudetsndeutschen sein. Was bedenklich stimmen muss, ist die Tatsache, dass man dieses Treiben duldet. — Noch bedenklicher dürfte der Hintergrund einer Verhandlung sein, die im Augenblick vor dem Dritten Strafsenat des Bundesgerichtshofes geführt wird. Dort hat sich ein Angestellter des Bundesamtes für Verfassungsschutz zu verteidigen. Wie der Angeklagte erklärt, sei die Mehrheit der in dieser Amtsstelle beschäftigten. Beamten ehemalige Gestapo-Leute, viele von ihnen waren im Reichssicherheitshauptamt, eine der schlimmsten Gestapo-Institutionen, beschäftigt gewesen. Das seien diejenigen, die das heutige Bundesamt für Verfassungsschutz beherrschen. Das ist an sich nichts Neues. Da wurde der frühere Chef des Angeklagten gehört, der Regierungsrat Eirich Wenger, seit 1933 Mitglied der SS, bis vor kurzem nunmehr Leiter einer Abteilung 4 des Verfassungsschutzes. Uebrigens will es der Zufall, dass dieser Herr einst Leiter der Abt. 4 des Sicherheitshauptamtes war... Dass die Behauptungen des Angeklagten zutreffen, ging aus der Aussage des Amtsleiters hervor, der zugab, dass allein aus der Abteilung, in welcher der jetzige Angeklagte tätig war, von sieben beschäftigten früheren SS-Leuten fünf aus „politisch-optischen” Gründen in andere Dienststellen versetzt worden sind. Man muss mit grosser Skepsis diese Zustände beobachten. gung jüdischer Gesellschaften Frankreichs beschlossen, als Protest gegen den von der Sowjetunion in den UN gestellten Antrag, in dem der Zionismus mit dem Antisemitismus und Nazismus verglichen werden sollte, eine Massenkundgebung einzuberufen. Beide Organisationen erklärten, sie wollten gegen den sowjetischen Vorschlag protestieren, obwohl er in dem betreffenden Comité der Vereinten Nationen nicht zur Annahme gelangte. Die französische kommunistische Zeitung bekundete tiefes Bedauern über die Haltung Moskaus, die sie als der sowjetischen Verfassung zuwiderlaufend bezeichnete. Rom. — Der Präsident der italienischen Zionistischen Föderation,, David Schauman, lenkte in einem Telegramm die Aufmerksamkeit des italienischen Aussenministers auf das sowjetische Bemühen, Zionismus und Nazismus gleichzusetzen. Im Namen der Föderation ersuchte er das Aussenministerium, sein Missfallen mit diesem Versuch zu erklären, der bezwecks habe, 20 Jahre nachdem das jüdische Volk durch die nazistischen Verbrechen die grösste Niederlage in seiner Geschichte zugefügt worfe zu stellen. GEGEN MORAL UND ETHIK Brüssel. — Die ständige Kommission der Konferenz europäischer Rabbiner verurteilte in einer Erklärung den Versuch der sowjetischen Delegaten vor den UN, den Zionismus mit dem Nazismus und Antisemitismus zu vergleichen. Sie gab auf ihrer halbjährigen Tagung ihrer „Enttäuschung“ über den sowjetischen Antrag Ausdruck, der „mit Moral und Ethik in Widerspruch steht“. Den Zionismus mit dem Antisemitismus und Nazismus in einem Atem zu nennen, deren teuflische Lehren für Millionen von Menschen Tod und Verderben bedeuteten, „ist eine Fälschung des Wesens des Zionismus und eine Beleidigung für jeden liberal denkenden Menschen”, erklärten die Rabbiner. Der Tagung, die unter dem Vorsitz des Oberrabbi riers von England, Israel Brodie, stattfand, wohnten der Grossrabbiner N. R. Dreyfuss von Belgien, Rabbiner H. Griinwald aus Westdeutschland, Rabbiner Jacob Kaplan aus Frankreich, Oberrabbiner A. Schuster aus Holland, Oberrabbiner Elio Toaff aus Rom und Grossrabbiner H. Chilli aus Paris bei. NACHRICHT AUS MOSKAU Tel Aviv. — Die israelische Zeitung „Kol Haam“ publizierte eine Kabelnachricht aus Moskau, in der es heisst, dass in der sowjetischen Presse mit keinem Wort über den sowjetischen Antrag bei den Vereinten Nationen berichtet wurde, der die Verurteilung des Zionismus zugleich mit dem Antisemitismus und Nazismus forderte. Der moskauer Korrespondent von ,,Kol Haam“ fügt hinzu, sowjetische Persönlichkeiten hätten dies damit erklärt, dass Moskau über den von seiner Delegation ln den UN gemachten Vorschlag „nicht glücklich“ sei. UEBERRASCHUNG UN© ERSTAUNEN London. — Der Board of Deputies“ richtete an die sowjetische Botschaft ein Schreiben, in dem es heisst, die Repräsentanten der englischen Judenheit hätten mit „Ueberraschung und Erstaunen“ von dem sowjetischen Vorschlag in den Vereinten Nationen gehört, den Zionismus gleichzeitig mit Rassenverbrechen zu verurteilen und diese Bewegung mit dem Nazismus und Neonazismus Boykott London. — Die Trans Jordanier haben der Firma, di« ln England die gesamte kommerzielle Television in Händen hält, den Boykott erklärt. Zu den anderen Firmen, die sie auf die Schwarze Liste setzten, gehöre«? auch die Unternehmen Ab« li&nce Building Society und Theatre Royal Stage Play« Co., deren Generaldirektor Lord Cohen of Broughton ist. (ITA) Statistik Tel Aviv. — Der telaviver Bürgermeister gab bekannt, dass etwa 12.000 bis 13.000, das sind 3 bis 4 Prozent der Einwohnerschaft der Stadt, Analphabeten sind. in Verbindung zu bringen. „Es ist unverständlich“, fährt das Schreiben fort, „dass Ihr grosses Land, Herr Botschafter, das einen so grossen Anteil an der Vernichtung des Nazismus trug, diesen in dem gleichen Satz wie den Zionismis nennt, welcher die Ideale und Hoffnungen von Millionen Juden widerspiegelt und zur Errichtung eines Staates und einer Heimstätte für Tausende und Abertausende von Opfern des Nazismus geführt hat.“ — Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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