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Jüdische Wochenschau · 1965-11-05 · 2141 (5.11.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2141 (5.11.1965)
Date
1965-11-05
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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■w' •..“s: FRANQUEO PAGADO Concesión 903 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE NOVIEMBRE DE 1965 Nv 2141 EL EJEMPLAR |A en toda la República PUEYRREDON 2190 1* izq. T.E. 83-2613 Buenos Aires Schüsse an der Grenze Nach einigen Wochen einer relativen Ruhe waren wiederum Zwischenfälle an Israels Grenzen zu verzeichnen, die daran erinnern, dass der vor vielen Jahren geschlossene Waffenstillstand eben noch keinen Frieden bedeutet. Vor einigen Tagen musste eine Nachricht auffallen, die von einem Ueberfall israelischer Kommandos auf libanesische Wasserstationen in einer Form berichtete, als wäre diese Aktion in vollem Einvernehmen mit den lokalen «libanesischen Stellen vorgenommen worden. Das Haus eines libanesischen Beamten und drei Wasseranlagen seien zerstört worden. Der israelische Sprecher habe hinzugefügt. heisst es in dieser UP-Nachricht: „Die Bevölkerung und die Polizei des Libanon verhinderten nicht diese Sabotagehandlungen“. Im übrigen habe es sich um eine Repressalie gehandelt, die ergriffen worden sei, nachdem die Libanesen einen ähnlichen Angriff auf israelischem Gebiet durchgeführt hätten. Die israelischen Soldaten seien wohlbehalten zurückgekehrt; es sei kein Schuss gefallen. Wenige Tage später wurde von einer ,,Schlacht“ bericht von B. B. SAMUEL tet, die an der transjordanischen Grenze 90 Minuten gedauert habe. Der Kampf ging um einen Streifen im Niemandsland in der Nähe von Latrun. Erst die UN-Vermittler, die in der Nähe stationiert sind, hätten die Ruhe wiederhergestellt und die kämpfenden Parteien getrennt. Die Transjordanier meldeten, wie immer einen Sieg; 15 israelische Soldaten seien gefallen; sie selbst haben keine Verluste erlitten. Natürlich hätten die Israelis angegriffen. Demgegenüber erklärten die israelischen Stellen, die Transjordanier hätten das Feuer auf einen Bauern eröffnet, der sein Feld bestellte. Ein israelischer Soldat sei bei diesem Ueberfall der Transjordanier verletzt worden. Die abweichenden Darstellungen bilden nicht den Gegenstand von Diskussionen. Die Tatsache, dass es nicht gelingen will, die Ruhe an den Grenzen Israels herzustellen, ist bedenklich. Dabei fallen zwei Tatsachen auf, die einer näheren Untersuchung durch die UN würdig sind, falls es die internationale Kontroll - Organisation Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ LUIS DE LA PUENTE UCEJDA, oberster Chef der castro-kommunistischen Banden, wurde vom peruanischen Heer zusammen mit 7 anderen Aufrührern getötet — DIE BEATLES erhielten von der englischen Königin die Medaille des bekannten britischen Empire-Ordens (!).— ENTGEGEN allen besänftigenden Gerüchten erklärte Peking, der ideologische Kampf gegen die Sowjets werde fortgeführt. — GENERAL ARTUR da öosta e Silva, Kriegsminister Brasiliens, hielt in Gegenwart seines Präsidenten Marschall Castello Branco eine säbelrasselnde Rede, die auf schwere innere Spannungjen schliessem lässt. — PAUL TILLICH, berühmter protestantischer Theologe, früher Professor deutscher Universitäten, Emigrant aus eigenem Willen und in Abscheu vor den Nazis, verstarb im Alter von 79 Jahren. — HAROLD WILSON, Englands Premier, führte lange Verhandlungen mit dem südrhodesischen Ministerpräsidenten Ian Smith. — COUVE DE MURVILLE, Aussenminister Frankreichs, besuchte Moskau, wo er mit den führenden russischen Staatsmännern lange Besprechungen abgehalten hat. — UNZUFRIEDENHEIT auf allen Seiten kennzeichnet die Lage in der Dominikanischen Republik, in der es zu Demonstrationen gegen die USA gekommen ist. — ITALIENS Ministerpräsident Aldo Moro erhielt ein Vertrauensvotum mit einer überraschend grossen Stimmenmehrheit. — DER NOBELPREIS für den Frieden wurde der UNI¬ CEF, der UN-Organisation für den Schutz des Kindes, verliehen. — PAPST PAUL VI. beabsichtigt, einen Besuch in Polen abzustatten. — Die neue BUNDESREGIERUNG in Bonn wurde vereidigt. — ERSTMALIG in den 700 Jahren des Bestehens des britischen Parlaments wurde ein Mitglied der Labour- Partei zum Präsidenten des Unterhauses gewählt. — IN ENGLAND wurde die Todesstrafe abgeschafft. — CASTELLO BRANCO Präsident Brasiliens sagte die Wahlen ab und verbot die politischen Parteien. — SULEYMAN DEMIREL, der türkische Ministerpräsident, stellt« sein neues Kabinett vor. — EIN VORSCHLAG, die Regierung aufzufordsrn, für die Verlegung der interamerikanischen Konferenz von Rio in eine andere Stadt mit Rücksicht auf die letzten Vorgänge in Brasilien zu sorgen, wurde in der argentinischen Kammer gemacht. — MEHR ODER WENIGER turbulente Zustände herrschen zur Zeit in: Venezuela, Kolumbien, Brasilien. Dominikanische Republik, Perü, Kuba, Vietnam, Indien, Pakistan, Indonesien, Rhodesien, Kongo, Korea. Die Liste erhebt’keinen Anspruch auf Vollständigkeit... GEGEN Diosdado MACAPAGAL, den Präsidenten der Philippinen, wurde ein Attentatsversuch gerichtet. wirklich ernst mit ihrer Aufgabe meint. Hierzu muss ergänzend hinzugefiigt werden, dass die eingesetzten Sicherheitsorgane der UN ihre Pflicht zu erfüllen bestrebt sind. Die Frage ist nur die, wie weit man deren Intervention gestattet, denn die grossen Gegensätze auf dem Gebiet der internationalen Politik hemmen alle Aktionen der Vereinten Nationen. Sonst hätte es schon längst möglich sein müssen, wenigstens die Sicherheit an den Grenzen zu garantieren. Eis ist eindeutig und wird auch nicht bestritten, dass die gesamte „Wasser-Aktion“ gegen Israel von den Aegyptern, genauer gesagt, vom Präsidenten dieses Landes dirigiert wird. Ursprünglich wollte man die arabischen Heere schon füher in Bewe gung satzen, um die Bewässerung des Negew durch das Kraftwerk im Norden Israels zu verhindern. Aus den bekannten Gründen der ägyptischen Yemen-Politik und wegen anderer Rückschläge die Nasser bei seinen hochfahrenden Plänen ständig hinnehmen musste, hatte er die anti-israelischen Massnahmen .vertagt“. Offen sichtlich will er nun aber die sich aus diesem Stillegen seiner Angriffspläne ergebende Ruhe dem Lande Israel nicht gönnen und gab seinen .Verbündeten' ein Zeichen, wieder mit den bekannten Störungsmanövern, Grenzüberfällen und Sabotage-Aktionen zu beginnen. Dass Israel solche Verletzungen seiner Grenzen, seines Territoriums und des Waffenstillstandes nicht einfach hinnehmen werde, hat Nasser bestimmt nicht angenommen . Wenn die Araber bei ihren | Ueberfällen „Erfolge“ erzielen und israelische Bauern aus dem Hinterhalt erschiessen — und das nennen sie „Elrfolge“ —. so ist dies keine militärische Aktion, sondern ein Verbrechen, gegen das die UN ganz anders als bisher einschreiten müssten. Aber sie tun es nicht, weil man bekanntlich die Araber mit ihren mindestens elf Stimmen in der Vollversammlung der Vereinten Nationen nicht verärgern will. Noch ein anderer Faktor ist zu beachten. Einige Tage vor dem feigen Angriff der Transjordanier nielt deren König Hussein eine seiner üblichen Reden. Offensichtlich hat man ihm jetzt die Aufgabe zugeschoben, Israel zu bedrohen. Hussein rasselte mit seinen englischen Säbeln; denn er ist Grossbritanniens Schützling immer gewesen und ist es auch heute noch. Es muss als eine Merkwürdigkeit registriert werden, dass sich König Hussein nach Einstellung des Feuers in .Felduniform'“ zum Tatort begeben hat, wie man aus Amman, seiner Haupt stadt. meldete. Damit war für ihn die Theatervorstellung auf ihrem Höhepunkt angelangt. Der König be trachtete also den Schauplatz, der die ersten Ergeb nisse seiner auf hetzen den Reden gezeigt hatte. Für Israel sind das aber keine Theater-Vorstellungen, sondern feindliche Uebergriffe. die den friedlichen Aufbau des Landes stören. Hier liegt auch ein Zündstoff, der zu Folgen führen könnte, die niemand im Augenblick zu tibersehen vermag. Deswegen wäre es an der Zeit, dass die UN energisch eingreifen und gegen Hetzredner Vorgehen, wer dies auch immer sei. Der gefährdete Weltfrieden, der heute überhaupt nur noch eine Hypothese und ein Wunsehtraum ist, sollte rechtzeitig gesichert werden, j Kardinal bei Freimaurern von SEM FRANKEN ST Ei Nach einer Zeitungsmeldung aus Boston (USA) ha- Kardinal Richard Cushing, ein Mann, dessen liberale Gesinnung bekannt ist, den Freimaurern einen Besuch ai>- gestattet. Das ist ein einmaliges und gewiss bemerkenswertes Ereignis ohne Parallele. Der Kardinal war der Hauptredner auf einem Bankett, das von den Freimaurern organisiert war. Wie die Zeitungen berichtet haben, war die Mehrheit der Anwesenden Juden. Es wurde auf’ dem Bankett hervorgehoben, dass es überhaupt das erst» Mal sei, dass ein Kirchenfürst in einer Freimaurerloge erscheint. Kardinal Cushing führte u. a. aus, dass die Erklärung des Oekumenischen Konzils in Rom über die Juden das Beste sei, was „wir erreichen konnten“. Man wandte ein, dass das Konzil die Juden nicht vom Gottesmord freigesprochen habe. Hierauf entgegn«te Kardinal Cushing, das „Wort .Gottesmord“ müsse aus dem Sprachschatz gestrichen werden, denn keine Kreatur könne Gott töten“. Diese Auffassung, dass ein Mensch nicht imstande ist, Gott zu töten, entspricht dem sehr alten, ständig wiederholten Einwand der Juden (und nicht nur der Juden), der gegen diese seit beinahe zweitausend Jahren vertretene kirchliche Doktrin erhoben worden ist. Dass der Kardinal in dieser Offenheit die eigentlich selbstverständliche Feststellung trifft, ein Mensch könne nicht Gott töten, muss anerkannt werden. Damit ist allerdings noch nicht die Frage beantwortet, aus welchen Gründen das Konzil diesen lapidaren Satz nicht gesprochen hat. Damit wäre der Begriff des „Gottesmordes““ erledigt und als absurd unmöglich gemacht worden. Dies aber ist nicht geschehen. Im Gegenteil, die Konzilsväler haben sich geweigert, eine Formulierung zu wählen, die jeden durch Juden begangenen Gottesmord klar und unzweideutig ausschliesst. Damit ist trotz aller Logik, die nicht allen manschen Wesen zugänglioh ist oder zumindest nicht von allen praktiziert wird, keine klare Entscheidung auf diesem Konzil getroffen worden. Wie der Oberrabbiner von Rom sagte, kann^ es unk Juden nicht auf Formulierungen ankommen, sondern auf die Taten, die Haltung der kleineren und grösseren Priester, der Kirche und ihrer Institutionen, welche nunmehr den Beschlüssen des Konzils und den uns angenehmen Erklärungen des liberalen Flügels, der Kardinäle Bea und Cushing sowie ihrer Gleichgesinnten, folgen werden. Das Entscheidende wird bleiben, welche Linie der Religionsunterricht der Jugend erhalten wird, welche Stellung der niedere Klerus einnimmt, der mit dem Volk in ständ-'ger Verbindung ist. Man dürfte sich darüber heute im Klaren sein, dass eine der Quellen des Judenhasses zu allen Zeiten die Blutanklage gegen das jüdische Volk gewesen ist, das nach dieser Theorie die Verantwortung und die Schuld am Tode Jesu“ habe. Wird der Einfluss von Männern wie Kardinal Richard Cushing stark und dauerhaft genug sein, diese alte Quelle des Hasses zu beseitigen? Das ist heute und in Zukunft die Frage, die uns interessieren muss. — Wahlen in Israel Obwohl das genaue Wahlergebnis bei Drucklegung noch nicht feststeht, brachten die Wahlen zur Knesset in Israel einen beachtlichen Sieg der Mapai, der Partei des Ministerpräsidenten Levl Eshkol. Bekanntlich hat sich Ben Gurion, einer der Gründer der Partei, in die Opposition begeben und eine eigene Partei gebildet, Rafi, weil er mit der Politik seines Nachfolgers E-dikol nicht einverstanden war. immerhin konnte Ben Gurion zehn Sitze in der Knesset erringen, jedoch bei weitem nicht so viele, wie die meisten Experten vorausgesagt haben. Die Mitglieder der Mapai blieben der alten Linie der Bewegung treu. Auch die Voraussagen, es würde einen starken „Ruck'“ nach Rechts geben und der wahre Gewinner der Auseinandersetzung innerhalb der Mapai werde Begin sein, der Führer der Cherut, die sich mit den Allgemeinen Zionisten (Bürgerliche) vereinige haben, hat sich ebenfalls nicht bewahrheitet. Die bürgerliche Rechte konnte ihre Stimmenzahl halten. Mit dem Wahlergebnis hat die Bevölkerung Israels ihren Willen zum Ausdruck gebracht, die bisherige politische Linie fortzusetzen. Man darf davon sprechen, dass die Wahl einen Sieg Levi Eshkol« bedeutet der das Vertrauern Israels geniesst. (Dar. genaue .Stimmenergebnis werden wir mit allen Einzelheiten in der nächsten Nummer veröffentlichen.) Israels Weizenproduktion Tel Aviv: — Eis ist Israel gelungen, seine Weizenproduktion in zwei Jahren zu vervierfachen. Noch 1964 produzierte das Land zwischen 30.000 und 40.000 Tonnen Weizen im Jahr, während die Ernte sich in diesem Jahr auf 123.000 t beläuft. Eis bestehen gute Aus. sichten, dass Israel in naher Zukunft bis zu 50% des für seinen Brotverbrauch nötigen Getreides produzieren wird. Die israelische Bevölkerung konsumiert jährlich 320.00Ö t, die die Regierung zum grössten Teil von anderen Ländern bezieht. Todesstrafe Warschau. — Das Woiwodschaftsgericht hat den 50jährigen Marian Hagemajer wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Hagemajer, dessen Nationalität nicht angegeben wird, wurde u.a. beschuldigt, als Mitglied der von den Deutschen gebildeten weissrussischen Polizei auch an der Liquidation des Ghetto in Smolewicze mitgewirkt zu haben, in dem 2.000 Juden ermordet worden sind Bubenhaende München; — Auf den Friedhöfen von Lampen, Weissenthurm, Ingelheim und Neuss wurden neue Friedhofschändungen festgestellt. In München wurden Mauern und Strassen mit Hakenkreuzen und Aufschriften „Juden raus“ beschmiert. In Heilbronn wur. den Ebenster und Mauern mci Hakenkreuzen versehen, in Stuttgart wurde ein 38 Jahre alter Lehrer zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nazistische und antisemitisWhe Literatur verteilte. Auf der Autobahn Frankfurt - Nürnberg stellte man Hakenkreuze mit Aufschriften ‘“Tod den Juden” fest. Arabische Spione Tel Aviv: — Beamte der Regierung gaben die Verhaftung von 3 israelischen Arabern bekannt, die der Spionage für Transjordanien und Aegypten angeklagt wurden. Einer der Araber, der ln Bet Ze-far wohnt, hatte bei einem Fotografen in Jerusalem so viele Bilder von der Unabhängigkeits- Parade bestellt, dass der Fotograf die Polizei benachrichtigte, die den Araber festn^hm. Dieser gab an, ein Araber aus Abu Gosch habe ihn ersucht, die Bilder zu beschaffen. Daraufhin schritt die Polizei zur Verhaftung des Arabers aus Abu Gosch, der gestand, schon seit einiger Zeit zugunsten Transjordaniens spioniert zu haben. Der dritte Araber, aus Lud, hatte unlängst die Grenze bei Gaza überschritten. Elr war von dem ägyptischen Spionagedienst beauftragt, verschiedene Exemplare der Zeitung der Israel-Armee und ein neues Buch über den Sinai-Feldzug von General Mosche Dajan zu kaufen. Bei seiner Rückkehr nach Israel wurde er in der Nähe von Aschkelon verhaftet, (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 826.203 ni •'jairmaur- ■.

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