Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2139 (22.10.1965)
- Date
- 1965-10-22
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o m FRANQUEO PAGADO o ,c Concesión 908 c F o 5' TARIFA REDUCIDA < o Concesión 1629 ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República 10.- PUEYRREDON 2190 ¡zq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Año XXVI. BUENOS AIRES. VIERNES 22 DE OCTUBRE DE 1965 N« 2139 Oer Vorstess m:r': París Blick in die Welt von B. B. SAMUEL von HAROLD SCHWARCZ FRANCISCO BELAUNDE TERRY, Präsident Perus, gab eine scharfe Erklärung gegen die Kommunisten ab. — Die REGIERUNG IN BONN wandte sich in einer energischen Note dagegen, dass Westdeutschland bei einem Abkommen in Atomfragen nicht gehört werden solle. — RHODESIEN gab erneut bekannt, mit den britischen Vorschlägen nicht einverstanden zu sein. — MICHAEL SHOLOKOW erhielt den Nobelpreis für Literatur; er ist der dritte Sowjetrusse, der mit dieser Ehrung ausgezeichnet wurde. — IN URUGUAY halten die Spannungen an. — AUS SAIGON, der Hauptstadt Südvietnams, wird gemeldet, dass ein von Kcaimui isten angezettelter Streik gescheitert ist. — PAPST PAUL VI. forderte dazu auf, ein für alle Mal die Hungersgefahr zu bannen. — EXPRAESIDENT KUBITSCHEK wurde in Rio de Janeiro von der Militärpolizei einem politischen Verhör uni erzogen. — IN YAKARTA, der Hauptstadt Indonesiens, zündeteo 500 antikommunistisiohe Muselmanen die von Chinesen geleitete Universität an. — ROBERTO SANCHEZ VILLELA, offizieller Sprecher der Regierung von Puerto Rico, lehnte die kubanische Intervention ab und erklärte, Puerto Rico wolle seinen augenblicklichen Status behalten. — NIKITA KRUTSCHEW wurde am 1. Jahrestag setmer .,Bntthronung‘‘ von der Prawda scharf angegriffen. — FLOTTENCHEF Konteradmiral Norton Demaria Boitau x richtete ein Schreiben an den brasilianischen Staatspräsidenten Castelo Branco, in welchem er gegen die Bevormundung der Militärs protestierte. — MARSCHALL ABDEL Hakim Amer, Vizepräsident der VAR, führte Unterhandlungen mit de Gaulle, um die Beziehungen Aegyptens zu Frankreich zu verbessern. — DRIEI FRANZOESISCHE Wissenschaftler erhielten den diesjährigen Nobelpreis für Medizin. — MOISES TSCHOMBE wurde vom Kongo-Präsidenten Josef Kasavubu seines Amtes als Ministerpräsident enthoben, an seiner Stelle wurde Evariste Kimba mit der Regierungsbildung beauftragt. — GENERAL DWIGHT EISENHOWER wurde 75 Jahre ÍXl't/ — ALBERT SCHWEITZER wurde posthum mit dem Leife Ericson-Preis ausgezeichnet. — DEAN RUSK, USA-Aussenminister, verglich das Rote China mit dem Dritten Reich. — PER BORTEN ist der neue norwegische Ministerpräsident, dessen bürgerliche Regierung die Sozialdemokraten nach 30jähriger Herrschaft ablöst. — Die Wege vieler Politiker führen seit einigen Jahren erneut nach Paris. General de Gaulle hat es ohne Zweifel verstanden, seinem Lande wieder Prestige im internationalen Leben zu verschaffen. Nach einem verlorenen Fernostasienkrieg und nach den schweren Verlusten der nordafrikanischen Gebiete fand die grande nation wieder die Kraft, sicn auf sich selbst zu konzentrieren, und konnte unter einer sicheren Regierung erneut zu einer Weltmacht emporsteigen. Dieses Frankreich ist der grosse Verbündete Israels, auch der treueste. Seit den Tagen des- Suezkrieges, der durch die englische Intervention und durch die unglückselige Politik des damaligen USA-Staatssekretärs Dulles keinen zufriedenstellenden Verlauf nahm, hält Frankreich auch in schwierigen Situationen zu Israel. Dass sich diese beiden Länder durch mannigfache Gedanken und Vorstellungen verbunden fühlen, ist bekannt. Die grosse Idee der Freiheit, deren Verteidiger Frankreich immer war, ist vielleicht von keinem Volk mit der gleichen Kraft und Inbrunst gedacht, herbeigesehnt und verwirklicht worden wie von Israel. Seit den Tagen des Suezkrieges, um dessen Früchte das damals siegreiche Israel als Opfer der ‘höheren’ amerikanisahen Interessen gebracht worden war, lebten Frankreich und Aegypten m gespannten Verhältnissen. Nasser versuchte damals als der Triumphator über die* Westmächte seiner militärischen Niederlage zu entweichen, indem er seine ohnehin verlorenen Positionen gegenüber Frankreich aufgab und den Anschein erwecken wollte, als sei er es gewesen, der sich von Frankreich distanzieren würde — und nicht umgekehrt. Die Kette der militärischen Niederlagen (man denke an Yemen) und diplomatischen Misserfolge (es sei auf die innerarabischen Spannungen, die Beseitigung Boa Bellas und die Differenzen mit Burguiba hingewiesem sowie die wachsenden Schwierigkeiten im eigenen Lande (Verschwörungen in Aegypten, Versuche einer Rebellion u. ä.) zwingen Nasser offensichtlich, neue Beziehungen mit dem Westen anzuknüpfen. Er hat sich de Gaulle ausgewählt, um zunächst einma’ einen Anker auszuwerfen. Man soll durchaus nicht annehmen, dass Nasser ohne einen für ihn zwingenden Grund diesen Schritt nach Paris unternommen habe. Nasser ist ein ausserordentlich schlauer. geschickter und erfahrener Politiker Man soll nur nicht den Fehler begehen, seine Gegner zu unterschätzen. Was veranlasste also Nasser dazu, seinen Vizepräsidenten und Marschall Amer, ein ägytischer Göring, zum französischen Präsidenten zu schicken und damit eine Art Gang nach Ca nossa anzu treten? Dass Nasser darauf spekuliert, einen Keil zwischen Frankreich und Israel zu treiben, ist sicher. Ob dies gelingt, hängt von sehr realen, nüchternen Faktoren ab, denn nur diese gelten in der Politik. Dass Aegypten wie manche anderen Ländern schon aus wirtschaftlichen und sonstigen objektiven Gründen „mehr bieten” kann als Israel, ist auch unzweifelhaft. Für de Gaulle würde eine Bindung Aegyptens an Frankreich eine Verstärkung seiner eige- Vereinte Nationen — Sowjetrussiand forderte iormell von den UN, zugleich mit dem Antisemitismus, Nazismus und Neonazismus den Zionismus zu verurteilen, weil er eine Politik des Kolonialismus und Rassenhasses sei. Der Vorschlag wurde in der Kommission für Menschlichkeit und Kultur der Generalversammlung eingehracht, in der ein Projekt iür eine Konvention zur De. batte stand, das cie Ausschaltung aller Arten rassischer Diskrinimterung verlangt. Die Sowjetun.vn präsentierte eine weitere Berichtigung des Zusatzes zu diesem Projekt der vtn den USA mit Unterstützung Brasiliens vorgelegt wu/de und besagt, dass alle Staaten, die sich der Konvent cn ansc hl’essen len Antisemitismus verurt-ei’en und geeignete Schritte urb-rrehmen werden, um ihn in den unter ihrer Jurisdiktion stehenden Territorien auszurotten. Statt dieser Fassung proonierte Sowjetrussland folgende Formulierung; ‘Die Mitglieder verdammen den Antisemitismus, Zionismus, Neonazismus und alle übrigen Formen der Politik und Ideologie des nationalen Kolonialismus und Rassenhasses, und sie werden die geeigneten Massnahmen ergreifen um diese menschenfeindnen Position gegenüber seinen Verbündeten wie gegenüber seinen Gegnern bedeuten. Ob de Gaulle den Aegyptern die erhofften Kredite gibt, dürfte nicht entscheidend sein, denn auch hierdurch wird sich die Lage Aegyptens nicht ändern. Soweit bekannt wurde, ist das nächste Ziel eine Begegnung zwischen de Gaulle und Nasser. Dies würde im Prinzip eine Beseitigung der bisherigen Spannungen bedeuten. Ob sich daraus irgendwelche praktischen Konsequenzen ergeben, muss allerdings abgewartet werden. Eine Annäherung Frankreichs an Aegypten muss nicht unbedingt eine Verschlchterun g der französischen Beziehungen zu Israel nach sich ziehen, selbst wenn die ägyptischen Staatsleute dies wünschten. So einfach wird es nicht sein, einen starken und bewussten, harten Politiker wie Charles de Gaulle umzustimmen. Die Möglichkeit kann durchaus nicht geleugnet werden, dass de Gaulle versucht, einen Kontakt zwischen dem Israel-Feind Nr. 1 und Israel selbst herzustellen. Eine solche Möglichkeit, an die von den Aegyptern sicherlich jetzt nicht gedacht wird, und die sie auch gewiss ablehnen, ist dennoch nicht und niemals ausgeschlossen. Wie lautet eines der Gesetze der Boyscout-Bewegung?: Ein Pfadfinder kennt das Wort ‘unmöglich’ nicht. Die® allerdings dürfte noch stärker auf die Politik zutreffen, in deren Rahmen es Unmöglichkeiten nicht gibt. liehen Ideen und ihre Praktiken auszumerken.“ Die Kommission hatte die Diskussion über das Projekt gegen den Rassenhass eröffnet, die als Deklaration der UN von der Generalversammlung im Jahre 1933 angenommen wurde und später von dem Wirtschafts¬ und Sozialrat approbiert worden ist. Seinerzeit hatten die USA allerdings einen Zusatz beantragt, welcher aber niemals hinzugefügt wurde und in dem zur Verdammung des Antisemitismus aufgefordert worden war. Im Oktober 1964 hatte Präsident Johnson sich namens seiner Regierung öffentlich verpflichtet, diesen Zusatz zu befürworten. Die arabischen Repräsentanten in der Kommission, an ihrer Spitze Transjordanien, hatten gedroht, den von den USA und Brasilien vorgeschlagenen Zusatz zu ändern, um den Zionismus in die zu verurteilenden Ideologien einzuschliessen. Inzwischen brachte Polen einen weiteren Zusatz ein, der in der Präambel zur Konvention “die nazistischen Methoden gleichzeitig mit allen Formen der rassischen Diskrimination verdammt”. Die arabischen Repräsentanten luden die Vertreter anderer 20 Delegationen zu einer vertraulichen Sitzung, ein, in der sie diese davon in Kenntnis setzten, dass sie eine Klausel gegen den Zionismus zu beantragen beabsichtigen, falls die USA, Brasilien und polen ihre Anträge nicht zurückziehen würden. Diese Drohung führten sie aus, doch kein arabischer Staat, sondern Sowjetrussland stellte den betreffenden Antrag. Ein Sprecher der USA-Delegation erklärte der ITA: "Wir sind gegen den russischen Zusatz. Wir betrachten es als eine Beleidigung, den Zionismus mit Antisemitismus gleichzusetzen. Es ist dies ein Manöver, das keinen Erfolg haben wird. ’ Michael Comay, der Chef der israelischen Delegation vor den UN, erklärte: “Zionismus und Antisemitismus in einem Satz zu nennen, halte ich für unter jeder Würde Anscheinend handelt es sich um ein taktisches Manöver gegen den von den USA und Brasilien eingebraehten Zusatz über den Antisemitismus. ES ist eine Ironie, daran zu denken, dass im Jahre 1947 Sowjetrussland die Gründung des jüdischen Staates unterstützt hat, der aus der zionistischen Bewegung geboren wurde.” (ITA) DEBATTE VERTAGT Die UN-Kommission für Menschlichkeit und Kultur beschloss, die Debatte über den vom den USA und Brasilien beantragten Zusatz zur Konvention über die Bekämpfung der rassischen Diskriminierung zu vertagen. Dies geschah auf Ersuchen der nordamerikanischen Delegation. Hiermit wurde auch die Erörterung des sowjetischen Verlangens nach Verurteilung des „Antisemitismus, Zionismus, Nazismus und Neonazismus” verschoben. James Roosevelt, USA-Botschafter vor dem Wirtschafts- und Sozialrat der UN, und Michael Comay, ständiger israelischer Repräsentat vor den UN, sollten zu den von den Vereinigten Staaten und Brasilien und von Sowjetrussland gemachten Vorschlägen Stellung nehmen. Als jedoch die USA die Vertagung beantragten, erhoben verschiedene arabische, muselmanische und afrikanische Staaten Einwände. Schliesslich wurde die Vertagung' der Debatte auf den folgenden Tag mit 44 gegen 33 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen angenommen. Zu gleicher Zeit wurde an alle 117 UN-Mitglieder von der Internationalen Konföderation der freien Gewerkschaften ein Schreiben gerichtet, in dem der von den USA und Brasilien gemeinsam gestellte Antrag entschieden unterstützt und der von der Sowjetunion vor geschlagene weitere Zusatz abgelebtst wird, der, wie es darin heisst, „eine Aufreizung zu einer Polemik darstellt, die mit der Spannung zwischen Israel und den Araberstaaten in Beziehung steht.” (ITA) Kolonialismus und die UN von ARIE ASCHKENAS In diesen Tagen werden auch diejenigen Probleme von den UN behandelt, die für Israel von besot derem Interesse sind. Deswegen dürfte es angezeigt sein, auf einen Strukturwandel in den UN hinzuweisen, der sich in den 'etzten Jahre»., vollzogen hat. Die Ausdehnung des afrikanisch-asiatischen Blocks in den Un hat deren Aufbau und Mechanik verändert. In vielen Fragen, besonders in allen denen, die den „Kolo.: iaiismus” betreffen und die vor al- -em im Vordergrund des Interesses der jungen afrikanischen Staaten stehen, kann der Block auf eine sichere Zweidrittelmehrheit rechnen, zumal ihm hierbei die Stimmen des Sowjetblocks zur Verfügung stehen. Antikolonia- Jismus ist auch der Schlüssel zu ihrer Haltung bei allgemeinem UN-Fragen. Die Apartheid in Südafrika, die völlige Rechtlosigkeit Südwestafrikas, dem von Südafrika sogar der Status einer UN-Treuhandschaft versagt und das naher in einer rechtlich völlig undefinierbaren Abhängigkeit gehalten wird, u< d in den letzten Jahren Südrhodesier das in bezug auf Rassenpolitik nach der Meinung der Afrikaner ein zweites Südafrika zu werden droht, stehen immer mehr im Vordergrund der Besorgnis der afrikanischen und bis zu einem gewissen Grade auch der asiatischen Delegationen. Die Versuche der westlichen Mächte, die Anwendung der von den Afrikanern gewünschten Sanktionen gegen Südafrika zu verhi» dern, haben zweifellos die Enttäuschung der Afrikaner über die Vereinten Nationen und übe* die Haltung der Amerikaner verstärkt. Auf der anderen Seite haben die Sowjets keine Hemmung, in allen Fragen, in denen sie das afrikanische Ressentiment gegen die „Kolonialisten“ und die „Neo-Kolonialisten“ verstärken können, die radikalsten afrikanisenen Forderungen bedingungslos zu unterstützen. Dies hat die afrikanischen Delegationen in eine immer stärkere taktische Abhängigkeit von der Sowjetunion und dem Ostblock gebracht, die noch dazu durch ideologische Entwicklungen in manchen radikalen afrikanischen Ländern verstärkt wurde. Dabei darf auch nicht übersehen werden, dass in ideologischer Beziehung eine Reihe afrikanischer Länder von dem grossen Streit zwischen Moskau und Peking erfasst wurde. Diese Entwicklung spielt sich zum grossen Teil ausserhalb der Vereinten Nationen ab. denn die chinesische Propaganda und der Einfluss ihrer Wirtschaftshilfe and Ideologischen Anziehungskraft vollzieht sich in Afrika selbst und ist für die Sowjetunion eine schärfere machtpolirische Bedrohung als für die USA und den übrigen Westen. Die Entwicklung im Kongo (Brazzaville), in Burundi, vor allem aber der immer stärker werdende prochinesische Kurs in Algerien und Mali habe»:, zu einer gewissen Radikalisierung innerhalb der afrikanischen Gruppe -n den Vereinten Nationen geführt und damit die taktische Bewegungsfreiheit der Sowjetunion in der UN eingeschränkt. Diese Entwicklungen, die langsam deutlichere Formen arnehmen, werden sich vielleicht auf dieser Generalversammlung noch nicht auswirken, zeigen aber bereits ihre EimTussmöglichkeiten voraus. Israel wird auch weiterhin versuchen, trotz der vielen entgegengesetzten Strömungen, die vor allem von den arabischen Ländern ausgehen seine Position innerhalb dieses grossen Blocks zu festigen, ohne seine westlichen Bindungen aufzugeben. — Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 826.205 Angriff gegen den Zionismus