Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2138 (15.10.1965)
- Date
- 1965-10-15
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O DÛ o .E *>+*-=. t si O Q| _ o ír c ïr v < O FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 16 BE OCTUBRE DE 1965 N» 2138 el ejemplar f a en toda la República ||| » PUEYRREDON 2190 1* i*,. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Parlamentswahlen in Israel Blick in die Welt Mit Einreichung der Kandidatenlisten war die erste Phase des Entstehe, s der 6. Knesset überwunden, und Israel befindet sich seither mitten in der zweiten Phase, im hitzigen Wahlka>rpf. Soweit man aus der Zusammensetzung der Kandidatenlisten entnehmen tarn, scheint sich zwischen der 5. und der 6. Knesset betreffs der Personen, die das Parlament bilden werden, nicht viel mehr zu ändern als bei früheren Neuwahlen von K asset zu Knesset. Im Charakter des Parlamentes aber haben sich wesentliche Aenderunge*. schon in der letzten Zeit der abtretendan Knesset durch die Blockbildung zwischen Mapai und Achdut Awoda und Abspaltung der Bengurionisten (Rafii und zwischen Cherut und den Liberalen mit Abspaltung der „Unabhängigen Lib ralen“ ergeben. Diese Entwicklung vollzog sich zwar schon in der 5. Knesset. sie geht aber auf Ko to der Neuwahlen und der 6. Knesset. Am linken Flügel spaltete sich die Kommunistische Partei in dis vornehmlich arabische Extremistengruppe V/ilner - Tubi - Chawiwi und die weniger extremistische vornehmlich jüdische Gruppe Mikunis-Sneh-Wilenska. Letztere hofft, aus dem potentiellen Wähler-Reservoir der sozialistischen Mapam von ME1R FAERBER eine Ar zahl Stimmen an sich zu ziehen, für die eine ganz extreme Kommunistenpartei nicht in Betracht kam. Andererseits dürfte die Mapam eine Kompensation von den Wählern bekommen, die bisher Achdut Awoda unterstützten und i.'un zögern, ihre Stimmen dem „Maarach“ (Block Mapai-Achdut Awoda) zu geben, weil dieser mehr sozialdemokratisch als rein sozialistisch ist. Für die Wilner-Tubis - Extremisten- ■gruppe dürfte sich ungünstig auswirken, dass die El-Ard- Gruppa eine arabisch-sozialistische Liste eingebracht hat, die mit ihr konkurriert. Vor jeder Wahl wird viel von der Absicht gesprochen, das Durchschnittsalter der Abgeordneten herabzusetzan, i* dem die Nachwuchsgeneration in höherem Masse berücksichtigt wird; aber es sieht momentan nicht danach aus, dass sich das Durchschnittsalter der Mitglieder der 6. Knesset um mehr als die vier Jahre der Kadenz verringern werde. Auch wenn nun einige Veteranen aus der Knesset aussoheiden, wie Perez Bernstein, Dr. Nahum Nir Abraham Ilarzfeld, Beba Idelson Josef Ephrati und David Bar-Rav-Hai, so bleiben doch die meisten älteren Politiker im Hause. Nehmen wir beispielsweise an, dass vierzig neue Abgeordnete in die Knesset einziehen und achtzig bleiben — und das war auch in den bisherigen Neuwahlen ungefähr der Personenaustausch — so muss damit gerechnet wer den, dass seit den vorigen Wahlen alle die achtzig um vier Jahre älter geworden sind, so dass auch der Umstand, dass sich unter den vierzig Neuen viele relativ jüngere Leute befinden, die Differenz kaum ausgleichen dürfte. Nicht alle, die als neue Abgeordnete in die Knesset einziehen werden, gehören der jüngeren Generation an. und andererseits si> d auch unter den b^herigen Abgeordneten, die nicht mehr auf aussichtsreichen Plätzen ihrer Liste erscheinen oder die gänzlich ausgeschaltet sind, nicht wenige relativ jüngere Menschen. Die gänzlich neuen Liste*::, die sich nun um die Wählerstimmen bewerben, werden das Gesamtbild und auch die politische Linie kaum beeinflussen können, denn es besteht kern Anhaltspui kt, de die Annahme rechtfertigen könnte dass sie so Vvle Stimmen erringen werd'*n. eine einf ’.ussgewinneude Fraktion in die K* esset zu bringen. In der Vertretung der nicht aschkenasischen Bevölkerungshälfte in der 6. Knes sot wird sich durch die Neuwahlen sichtlich i. icht viel ändern. Zwar hat jede List» auch Sefarden und Angehörige orientalischer Gem?'nsohaften aufgestellt aber in den sicheren Plätzen kaum mehr als früher. Ein Sp.ung nach vorwärts ist in der In tegrierui g der nicht aschkenasischen Kräfte ebenso wenig sichtbar, wie auf der Linie der Verjüngung der Knesset - Mitgliedschaft. Ob diese Einstellung der traditione .len Parteien der neuen Kandidatenliste „Jung Isra el, Sefarden u> d Einwanderer aus orientalischen Ländern“ einen gewissen Auftrieb geben wird, ist nach bisherigen Erfahrungen zu bezweifeln, doch lässt sich noch nichts Gewisses Vorhersagen. Die Kandidatenliste der „Rafi“, der Beu - Gurion- Gruppe, scheint «lehr Aussichten zu haben, als anfangs angenommen worden war, aber einen durchschlagenden, entscheidenden Erfolg hat sie kaum zu erwarten. Trotz ihres gewaltigen Aufwandes im Wahlkar»Df wird es die Rafi mit dem ei* gespielten Parteiapparat von Mapai und Achdut Awoda, dem noch grössere Mittel zur Verfügung stehen, kaum aufnehmen können. Die Histadrut-Wahlen vom 19. September, dürften gewisse Rückschlüsse zulass m, wie sich die Kräfte zwischen Maarach und Rafi verteilen 99 Die Spinne“ an der Arbeit “Die Spinne”, eine bereits seit vielen Jahren bestehende Organisation ehemal ger Gestapo-Leute, NS-Sicherheitsdienst-Agenten und SS-Leute. die es sich zur Aufgabe setzt, gesuchte Kriegsverbrecher der drohenden Verhaftung zu entziehen und in sichere Gebiete zu transportieren, darüber hinaus aber auch zahlreiche Projekte zur Befreiung bereits verurte lter NS - Kriegsverbrecher studiert. hat in letzter Zeit ihre Aktivitäten beträchtlich gesteigert. Das Netz der “Spinne“ von KURT KAISER-BLUETH überzieht einen grossen Teil Europas; sie hat Agenten und Büros in Amerika, Asien und Afrika, wo sich ihre Zweigstellen unter den verschiedensten Namen tarnen In Frankreich hat sie mindestens zwölf Büros die in engstam Kontakt mit den französischen Naz's arbeiten. Zwei hiervon s nd in Paris, als Exportgeschäfte getarnt, andere in der Provinz und fünf in Marseille. Alle bieten nach aussen ein ganz harmloses Bild. Marseille ist für “Die Araber bitten um Geduld Jerusalem. — Die transjordanische Regierung betrachtet die israelischen Warnungen wegen dei fortgesetzten Infiltrationen von El Fatach-Terroristen von tra> sjordanischem Gebiet aus mit dem gebührenden Ernst, wie Oberst William Marsh, Stellvertretender Chef der UN-Kontrollkommission für den Waffenstillstand in Palästina im israelischen Aussenministerium berichtete. Oberst Marshall hat vor etwa einer Woche mit dem transjordanischen Ministerpräsidenten. Wasfi Tall gesproche*: und ihm die Schwere der israelischen Ansichten über die wiederholtem Grenzverletzungen auseinandergesetzt und ihn gebeten, die israelische Auffassung von der Lage König Hussein vorzustellen. Wie mitgeteilt wurde, ist sich König Hussein der möglichen iru eren Bedrohung seines Regimes bewusst, wenn die El Fatach-Organisation, welche hauptsächlich von Syrien kontrolliert und finanziert wird, ihre Umtriebe in Transjordarien fortsetzt. Den Meldungen zufolge überbrachte Oberst Marsh Israel die Versicherungen Transjordaniens, dass dieses Land bemüht sei, die Aktivitäten der El Fatach-Leute zu unterdrücken, und weiterhin die Bitte Transjordaniens an Israel, während der Verwirklichung dieser Bemühungen Geduld zu üben. (TTA) Spinne“ sehr wichtig, da der grosse Hafen viele Möglichkeiten der Flucht für de Kriegsverbrecher bietet. Ein besonders günstiger Stützpunkt für “Die Spinne“ ist Spanien, wo der SS-Mann Skorzeny und der Rexlst Leon Degrelle ihre wertvollem Mitarbeiter sind. Die Auslandsreisen dieser Männer die fünf verschiedene Namen benutzen, sind angeblich Geschäftsreisen, aber in Wahrheit arbeiten beide für aen internationalem Faschismus und nicht zuletzt für “Die Spinne“ die sie eine Zeitlang fest besoldet hatte. In Madrid, aut den Azoren, auf den Balearen und an der Küste in Süden von Barcelona befinden sich die Basen der “Spinne”, die die gefährdeten Elemente erst einmal nach Spanien überführen Digrelle hat in seinem Haus in der Nähe von Sevilla oft diese “Kameraden“ beherbergt, im Oktober 1964 acht auf einmal, die als hanrriose “Touristengruppe“ nach Spanien gekommen waren. Aber nur die wenigsten bleiben in Spanien Dieses Land liegt zu nahe am “Tatort” und wird zu sehr kontrolliert. Ein Teil dar “Ehemaligen” geht, mit vorzügl.chen falschen Pässen versehen, nach Aegypten zu Nasser, wo der berüchtigte ehemalige SS- Gruppenf(ihrer Bender (der „Skalpjäger Bender“. der zu sagen pflegte: “Wenn ich einen Juden sehe, so ist das schon ein toter Mann”) ihre | Unterbringung organisiert. | Neben Bender (Ali Achan) bemühen sich Wisnia.ck (ehemaliger Gestapoabteilungschef in Stettin), Schnurrer (früher Spezialinformator an Streichers “Stürmer“, über “jüdische Sexualverbrechen”) um die ankommenden Freunde. Andere Gruppen von Kriegsverbrechern landen in Brasilien und Argentinien. Sie kommen als Geschäftsleute, haben volle Brieftaschen, tadellose falsche Pässe und ähneln in keiner Weise den Steckbriefen, d e hinter ihnen herlaufen. Manche dieser eingeschleusten Kriegsverbrecher haben durch ästhetische Operationen ihre Gesichtszüge verändern lassen. In Argentinien, wo unterirdische antisemitische Gruppen sehr aktiv sind, d e fast sämtlich von NS-Emigranten entweder direkt geleitet oder ferngesteuert sind, werden sie schnell im Land verteilt. Die Parteigenossen Burger, Zimmerle, Stock und Dollmann, die unter den verschiedensten Pseudonymen auftreten, alles ehemalige Gestapoleute, die Menschenleben auf d.m Gewissen haben, sind in Argentinien die Vertrauensleute der “Spinne”, die für die Aufrechterhaltung der Verbindungen und für den Kontakt mit den Geldgebern Sorge tragen. Diese Geldgeber sitzen in zahlreichen Ländern, und es kann nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen werden, dass die Sp nne” über ausserordentlich hohe Geldmittel verfügt Sie hat auch eine Anzahl von HAROLB SCHWARC2 MICHAEL STEWART, dar britische Aussenminister, ’•eiste nach Moskau, um dort mit dem russischen Aussen - minister Gromyko über Friedensmöglichkeiten für Vietnam zu sprechet.:. — ERNESTO GUEVARA, ein Argentinier, der im Kabinett Fidel Castros Jahre hindurch gearbeitet hat, soll in Ungnade gefallen sein. — PRAESIDENT JOHNSON wurde operiert und kon nte seine Tätigkeit bereits wieder aufnehmen. DER URUGUAYISCHE Regierungsrat ordnete den Ausnahmezustand an. — Die LAGE IM FERNEN OSTEN erfuhr keine grundlegende Veränderungen: die Kämpfe in Südvietnam halten an; — die Grenzzwischenfälle in Kaschmir wurdet! ruoht weniger; — die Auseinandersetzungen auf Java nahmen blutige Formen an. — CASTELLO BRANCO, der provisorische Präsident Brasiliens, ist mit dem Ausgang der Wahlen höchst unzufrieden. — CARLOS LACERDA, Gouverneur des brasilianischen Staates Guanabara, erklärte seinen Rücktritt als Präsidentschaftskandidat. — KARDINAL OTTAVIANI beantragte, das Konzil sott den Krieg als solchen verdammen. — GENERAL DE GAULLE, 75 Jahre alt, stellt sich im Dezember erneut zur Wahl als Präsident Frankreichs. — FIDEL CASTRO hat den freien Abzug seiner Gegner in Aussicht gestellt, woraufhin n:aoh Meldungen der Prensa bereits 15 Personen Kuba verlassen haben sollen. — PAPST PAUL VI. sprach vor den Vereinten Nationen und rief alle Völker und deren Regierungen zum Frieden auf. — RADIO KARACHI meldete grosse Verluste der Inder der Zone von Chamb, während ... des Waffenstillstandes (?) — Ein RUSSISCHER VERSUCH, eine Rakete auf dem Mond landen zu lassen, scheiterte, so dass die Rakete zertrümmert wurde. — RHODESIEIN konnte sich mit Grossbritannien über i e Modalitäten seiner Seübständigkeitserklärung noch nicht verständigen. — UNRUHEN gegen die Engländer herrschten in Aden, die mit dem Anzünden... nicht der britischen Botschaft, sondern. .. der Synagoge endete*:...— ANKLAGEN wurden erhoben: u. a. von Moskau gegen Peking, weil die Chinesen nichts vor Verbesserung der Beziehungen tun würden, von Peking gegen die I>.'der, weil sie die Grenze verletzen würden usw. — 17 MINISTER des neuen griechischen Kabinetts wurden vereidigt. — Geldgeber in der deutschen Grossindustrie, die 6stellige Schecks ausschreiben. Ein Teil dieser Geldgeber handelt unter erpresserischem Druck, da die Eintreiber der “Sp nne“ mit Enthüllungen drohen, wenn die Angegangenen nicht willig sind. Es handelt sich hier um Leute, die im 3. Reich Dinge getan haben, von denen zwar die Alt-Nazis der “Sp nne” wissen, die aber der Oeffentlichkeit noch unbekannt sind. Andere handeln aus neonazistischer Gesinnung, aber sind vorsichtig genug, ihre Spenden auf nach aussen unverdächtig erscheinende Namen abzuschirmen, Einige Geldgeber sitzen in Argentinien. in England (London und Birmingham vor allem), in Holland, in Norwegen und mindestens zwei in den Vereinigten Staaten, davon einer in dar Eisenindustrie von Pittsburg. In Oesterreich schliesslich sitzen starke Förderer, in Niederösterreich und Nordtinol. Zwei perfekt ausgestattete Fälscherwerkstätten in Rom und in Südtirol stellen die Pässe für die Kriegsverbrecher her. Sie arbeiten so schnei! und fachmännisch geschickt, dass sie innerhalb von 48 Stunden den von der Zentrale geforderten Pass mit allen notwendigen Einzelheiten, so gefälschten Einreisegenehmigungen, stellen können. Einer der Manager der “Spinne“ hat bei einer kürzlichen Besprechung in Mailand zu einem Mitverschwo- Ueber 12.000 Auswanderer Wien. — Zum erstenmal wurde! in Oesterreich amtliche Zahlen über ctTe Auswanderung von Juden aus den Ostblockstaaten über Oesterreich nach Israel mitgeteilt. Nach einem Bericht des Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr 12.890 dieser Durchwanderer gezählt. Die grösste Gruppe kam mit 10.209 aus Rumänien. (AWZ) Befreiung Palaestinas Jerusalem. — Aus wohlinformierten Quellen stammt die Nachricht, dass die arabischen Staaten beschlossen haben, die finanzielle Hilfe für die von Achmed Shukeiry geleitete „Organisation der Arabischen Liga für die Befreiung Palästinas“ einzustellen, obwohl die Organisation auf dem Papier weiter bestehen bleibt. (ITA) renen gesagt: “Unsere Kassen -sind voll, die Verbindungswege durchgeölt. Wir werden den erhöhten Anforderungen der nächsten Monate gewachsen sein.“ "Die Spinne“ hat in den letzten 4 Jahren annähernd 1000 schwerbelastete Kriegsverbrecher aus den gefährdeter Zonen in sichere Schlupfwinkel innerhalb und ausserhalb Europas gebracht. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 i.