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Jüdische Wochenschau · 1965-10-08 · 2137 (8.10.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2137 (8.10.1965)
Date
1965-10-08
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O 03 FRANQUEO PAGADO 0 - Concesión 908 £ E L. V £ O 03 c O *2 4> TARIFA REDUCIDA < o Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 8 DE OCTUBRE DE 1965 N* £137 EL EJEMPLAR 1A en toda la República m PUEYRREDON 2190 1* ¡zq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Wie fest sitzt Nasser im Sattel? Blick in die Welt (FAZ>. — „Wann stürzt Nasser?' Öre Frage w.rd im Mittlerem Oöten ausserhalb der Grenzen Aegyptens in diesen Tagen häufig gestellt. De. n die Schwäche der Position Nassers ist offenkundig geworden. Wer aus Beirut oder Damaskus in Kairo eintrifft, ist überrascht, wie unverändert in der ägyptischem Hauptstadt das Leben weiter pulsiert. Die Cafés sind voller Menschen. Auf den Hauptstrassen tragen die junge*. Aegypterinnen ihre neuon Kleider zur Schau. Kairo und Alexandria sind allerdings besser versorgt als die Provinz, in der auch Grundnahrimgsmittel für d e Fellachen teurer und knapper geworden sind. Von der* 300.000 Tonnen Weizen, d'e die Russen Aegypten für diesen Sommer zugesagt haben, sind die ersten Lieferungen bereits verbraucht. Im Frühsommer hatte Nasser noch einmal einen grösseren Devisenbetrag von Kuweit erhalten. Begrenzte Devisenmittel fl essen auch aus den Einnahmen des Suezkanals in die Kassen. Dennoch ist es gerade für Landeskenner ein Rätsel, , worauf es beruht, da^s die Versorgung Aegyptens noch notdürftig für ktioniert, obgleich die Vereinigten Staa- ( fen ihre Hilfe nicht erneuert 'haben. Denn längst geben die Behörden nicht mehr verlässlich Statistiken über die Wirtschaftslage bekannt. Alles ist „geheim*- die Zahlungsbilanz, die Rohstoffversorgu* g der Industrie, die Kosten der Propaganda und des Yemen - Feldzuges. Wer hierüber ms Ausland berichtet. muss neuerdings mit Zuchthaus und Zwangsarbeit rechnen. Die Einschüchterungskampagne des Polizeistaates blieb nicht ohne Erfolg. Vertreter dar Auslandspresse und westliche firmen verkehren kaum mehr mit ihren ägyptischen Freunden. Auch die Botschaften und Konsulate sind weitgehend isoliert. Wer sich für die ägyptische Innenpolitik interessiert, wird in diesen Tagen dennoch reichlich mit Informationen versorgt. Sie rühren allerdings regelmässig von Kontaktmännern her, die im ägyptischen Staatsapparat feste Funktionen bekleiden und im Auftrag oder mit Duldung der Staatsführurg gezielte Indiskretionen verbreiten. Sehr seltsam ist es, dass jetzt auf diesen Kanälen zahlreiche | Nachrichten übsc „Verschwörungen“ und „Verhaftungswellen“ durchsickern So wurden Anfang August zwei grosse Verhaftungsaktionei. bekannt: Eine Gruppe ägypt scher „Muslimbrüder*', darunter der Aegypter Hussein Taufik, dem 1944 die Ermordung des Finanzministers Amin Osman zur Last gelegt worden war, und eine Gruppe ägyptischer Kommunisten prochinesischer Orientierung sollen sich hinter Schloss und Riegel befinden. Eine Quelle glaubte zu w ssen, dass „einhundertunddreissig“ Anhänger der Muslimbruderschaft und „einige Dutzend“ Kommun sten inhaftiert worden seien Nach einer weiteren Version wurde gleichze.tig eine Gruppe von Offizieren verhaftet. Die Muslimbrüder Kommunisten und Offiziere seien mit Handgranaten bewaffnet gewesen, die ihnen der ägyptische Geheimdienst zur Verfiigurg gestellt habe. Soweit die Orakel Anfang August. In unterrichteten ägyptischen Kreisen hatte man allerdings schon im Juli von Verhaftungen von Muslimbrüdern und Kommunisten gesprochen, als die Kontaktleute der Regierung noch schwiegen. Nur von der Beiruter Version eines gescheiterten Staatsstreichs, der am 16. Juli von der Polizei Nassers entlarvt worden sei, ist in Aegypten keine Tor zum Fernen Osten Elat steht im Zeichen der skandinavischen Touristen die dort die Sonne einzufangen versuchen — sie sind der Träger des “unsichlbaren Exports” für Israel. Inzwischen geht der offene Export *m Winter, im Sommer — während des ganzen Jahres über Elat weiter. Die Ausfuhr über Elat ist in deutlichem Wachsen begriffen. Während die Ausfuhr über den Südhafen Israels 1959 nur sechs Millionen Dollar erreichte, stieg sie 1960 auf 10,5 1961 auf 13,8, 1962 auf 16.2 und 1963 erreichte sie 9,5 Mill. Dollar. De Entwicklung der Ausfuhr über Elat war mit grossen Schwierigkeiten verbunden. ES ist nicht leicht, nach Elat zu kommen. Der Weg ist lang und unbequem, und die hohen Transportkosten verteuern die Waren. Die Regierung versucht zwar, den Verkehr zu normalisieren, in dem sie auch für Einfuhrgüter sorgt, und d'e gesamte Menge von Gummi und der Kaffee für Israel werden durch Elat importiert. Heber diesen Hafen kommen auch Transporte von Rohbaumwolle, Häuten, Getreide und Holz. Die Lastautos, ausgenommen die Autos der Rohstoff-Betriebe kehren nicht leer zurück. Sie werden mit Importgütern beladen, und »o werden die Transportkosten verbüi gt. Trotzdem verteuert dor Weg nach Elat die Ware. Die Kalkulationen für d o Waren sind völlig verschieden. und ihre Anteile aro Export ändern sieh 1959 hatte Zement 48.6U beim Blat-F,xp:rt ausgemacht, uis 1963 ging der Anteil von Zement auf 14,4% zurück dagegen stieg der Anteil der “allgemeinen Ladung*, In den Transportkosten gestehen Differenzen für die verschiedenen Waren, und die Regierung wird für diese Differenzbetriige jetzt etwa 1,3 Millionen IL zuzahlen. Die Tarife des Hafens Elat sind ebenso hoch wie die von Haifa. Dabei besteht natürlich ein grosser Unterschied in der Qualität der beiden Häfen, wenn auch grosse Investitionen in Elat unternommen wurden. Vor einigen Jahren hatte es in Elat nur einen kleinen Fischer-Steg gegeben heute dagegen bestehen zwei Kais von 172 m Länge, und der Hafen kann 150.000 Tonnen allgemeine Ladung und 70.000 Tonnen ungepackte Waren Umschlägen. Trotz aller Investitionen reichten die Verbss^uiigsn nicht aus, um d-sm schneiten Tar.po der Entwicklung des Handels nachzukommen. Die Folge war, dass viele Schiffe in der Reihe ausserhalb des Hafens auf Abfertigung warten mussten und dies kostete den Staat grosse Summen au Devisen. Auch jetzt noch wird der Ausbau des Hafens von EJ'.at fortgesetzt, 14,7 Millionen IL an Ausgaben sind vorgesehen. Noch 1957 hatte man einen Plan für den Bau eines neuen Hafens ausgearbeitet Im Rahmen der Neubauten wird nun der Kai für die Rohmaterialien und Bodenschätze fertig und sofort in Betrieb genommen werden. Auch wenn die Kais verlängert und die Speicher erweitert werden, bleibt das Problem der Arbeitskräfte noch ungelöst. Es ist nicht leicht, Menschen zum Wohnen in Elat zu veranlassen Kommen Kandidaten, so bewerben s ch die Hotels. Tirana und die Baufirmen um sie. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn der Halen von Elat Schwierigkeiten hat. Es gab Versuche, Arbeiter aus dem Norden zu bringen, und aus dem Hafen Jaffa kamen Arbeitskräfte. Aber diese Versuche stiessen auf den Widerstand der örtlichen Gewerkschaftsorganisation. Die Lösung muss mittels möglichst weitgehender Mechanisierung des Hafens gesucht werden die wiederum mit grossen Kosten verbunden ist. Dabei ist zweifelhaft, ob alle Probleme schon so gelöst werden können Neun Schiffe fahren auf den ständigen Routen von Elat nach Südasien und Japan nach dem Iran, nach Ost, und Süd-Afrika, nach den Inseln des Indischen Ozeans und nach Austral en Die Schiffe werden von der Gesellschaft ZIM betrieben, die die Regierung vertritt. Bis jetzt verursachen die Lirven geringe Verluste, die sich auf 3% des Wertes des Exports (auf etwa zwei Millionen IL) belaufen. Diese Ver'.uste trägt das Handelaninisterium. Nach Meinung von Sachverständigen hat der Export über Elat eine glänzende Zukunft. Elat ist das Tor zu den Entwicklungsländern in Afrika und Asien. Diese Länder bauen ihre Wirtschaft auf. sie versuchen den Lebensstandard zu heben, und sie müssen Interesse an Waren haben. Hat Israel, das ihnen geographisch verhältnismässig nahe 1 egt, hier nicht einen wichtigen Vorzug? Der Vorzug ist gering, werden manche sagen, aber es ist ein Vorzug, und er kann Bedeutung haben, wenn die Israelis ihn auszunutzen verstehen werden. von HAROLD SCHWARCZ NEUE SCHWERE ZWISCHENFAELLF. *verd«n *>uu der Dominikanischen Republik gemeldet. — ARGENTINIENS AUSSENMINISTER, Dr. Zavala Ortiz, hielt eine Viel beachtete Rede vor der Generalversammlung der UN. — BULGARIEN und Jugoslawien gaben nach einem Besuch Tetos ein Oommuniaue heraus, in dem sie eine internationale Konferenz verlangten, um die Aufrüstung der Bundesrepublik Deutschland mit Atomwaffen zu verhindern . — WEGEN ANTIBRITSCHER Demonstrationen wurden alle Höheren Schulen in Aden geschlossen — Dr, GERHARD SCHROEDER, Aussenminister der Bundesrepublik, erklärte, die Auf rahme diplomatischer Beiziehungen mit den osteuropäischen Nachbarn Disujaeiy* lands würde erwogen werden. — DIE SOWJETUNION drohte den westlichen Alliißrteit mit „adäquaten Mitteln“, falls Westdeutschland Atomwaffen erhalten würde. — JOAQUIN VALLEJO ARBELAEZ. Kolumb ens Fioanzmin:ster, verhandelte in den USA über einen Kredit von 350 Millionen Dollar. — SCHECKLICHES UNHEIL richtete der Vulkan Taal auf den Phillippinen an, dessen Ausbruch Millionen Menschen in Schrecken versetzte. — FIDEL CASTRO teilte mit, dass er seinen Gegnern frei en Abzug gewähren würde, so dass sie ungehindert Kuba verlassen können. — Das OEKUMENISCHE KONZIL diskutierte Fragen der Ehe und der Geburtenregelung. — DEAN RUSK, der nordamerikanische Aussenminister, hatte in New York eine lange Rücksprache mit seinem russischen Kollegen Andrei Gromyko. — IM KREML fanden Geheimberatungen des Obersten Sowjets statt, über deren Verlauf und Ergybisse nichts bekannt wurde. — DWIGHT D EISEN HO WER, der frühere USA-Präsident, nahm für die Johnsonsche Vietnam-Politik Stellung und wandte sich gegen isolationistische Tendenzen. — ALI S4.BRY, ägyptischer Ministerpräsident, trat mit seinem gesamten Kabinett zurück. Nasser beauftragte sofort den bisherigen Vizepräsidenten Zakaraia Mochiedden mit der Kabinettsbildung. — KEIN ATTENTAT soll gegen Sukarno, den Präsidenten Indonesieins, verübt worden sein, dagegen gelang es dem indonesischen Diktator, eine Rebellion zu unterdrücken — CASTROKOMMUNISTISCHE Elemente haben wiederum politische Morde begangen, w.e aus Caracas gemeldet wird. — Programme für die Feiertage Spur zu entdecken. Doch politisch si* d die Gerüchte ein Symptom. Offenbar will die Regierung den Eindruck erwecken, dass ihre Geheimpolizei in der Lage ist, jeden Widerstand im Keim zu eisticken. Es besteht vorläufig kein Anlass, das zu bezweifeln. Die amtlich bekanntgegebenen Verhaftungen und Schau - Prozesse verwirren demgegenüber eher das Bild, als dass sie klären Zur Verhaftung des ägyptischen Journal.sten Mustafa Amin, dem man in Kairo landesverräterische Beziehungen vorwarf, hatte die von Kairo gesteuerte pro - ägyptische Presse in Beirut die Meldung lanciert, man habe Amin wegen Devisen vergehen verhaftet. Der Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Militärattache in Beirut, Oberst Zaghlul Abdul Rahman. der im Juni „freiwillig“ von seinem schweizer Exil nach Kairo zurückgekehrt sein soll, lässt bisher vermuten, dass sich das Regime h'er von eine Einschüchterung potentieller Deserteure erhofft. Gerade in den letzten Wochen waren von der ägyptischen Yemen-Armee Offiziere nach Saudi Arabien desertiert. Der Spionageprozess gegen das deutsche Ehepaar Lotz und den deutschen Firmenvertreter Kiesow ist auch für die ägyptische Innenpolitik von Bedeutung, weil er zur Einschüchterung der Ausländer beiträgt, die bisher noch mit Aegypten verkehrten. Doch man bedarf keiner Bestätigung aus ägyptischem Mund, um zu erkennen, dass Nasser in seinem e’genen La cd heute unpopulär ist. An Glanz hat sein Regime längst auch bei den Massen verloren Dass Aegypten von den Vereinigten Staaten nicht mehr Weizen erhält, zeigt auch dem Mann auf der Strasse, dass in der „ungebundenen“ Politik Nassers etwas nicht stimmt. Die Phase, in der Aegypten vom Osten und Westen Milliardenkredite erhielt, war populär. Jetzt ist die Hilfe des Westens weitgehend versiegt. Auch auf den politisch geb ldeten Aegypter wirkt die Aussenpolitik Nassers zur Zeit zaghaft und farblos. Die Fühler, mit deinen er kürzlich das Terrain für einen Vermittlungsversuch im Vietnam-Konflikt abtasten wollte, fanden in Aegypten selbst kaum Beachtung. Auch der Personenkult, mit dem das Regime Nassers brutaler als in jedem kommunistischen Lard dem Volk täglich sein Staatsoberhaupt zeigt, wird mit abnehmender Wirkung betrieben. Zudem hat Abdel Nasser selbst seinen revolutionären Schwung eingebüsst. Im Suez-Krieg, während der Ur.ion Aegyptens mit Syrien, ja noch 1963 hatten seine Reden ein wahrhaft zündendes Feuer. Heute klingt die Stimme gelangweilt. Routiniert, berechnend, aber nicht „mehr überzeugend spricht der Präsident bei jeder Rede aufs reue von den Erfolgen seiner dreizehnjährigen Herrschaft. Die grosse Mehrheit der Aegypter lässt das zu oft wiederholte dema- New York. — Die Programme der Station „Radio Libertad“ wurden in diesem Jahr für Rosch Haschana, Jom Kippur und Sukot erweitert, wie mitgeteilt wurde. Diese private Rundfunkgesellschaft besitzt den stärksten Sender der Welt, der Sowjetrussland erreicht. Es wurde ferner ein zusätzliches Programm jüdischer rel giöser Musik ausgearbeitet, das während dieser Feiertage zu verschiedenen Tageszeiten übertragen werden sollte. Zwei Simultansendungen wurden geplant, um von Westdeutschlar d, Spanien und Formosa aus in 17 verschiedenen in der Sowjetgogische Meisterstück inzwischen längst kalt. Das Regime ist ebenso unpopulär wie die Regierungen in vielen kommunistischen Staaten. Doch auch unpopuläre Regime können sich halten, wenn der Polizeapparat funktioniert. In der arabischen Welt spielt neben oder vor der Polizei meist die Armee die entscheidende Rolle im Staat. In Algier stand hinter Boumedienne die Armee. Doch in Nassers Aegypten ist ein Boumedienne bisher nicht zu erkennen. (Harold Vocke in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung). Union gesprochenen Sprachen ausgestrahlt zu werden. Der musikalische Teil mit liturgischen Kompositionen w.e z. B. das Kaddisch sollte den russischen Jüdin in ihrer Unterdrückung Trost spenden. Dies erklärte Dr. Gene Sosin, der Direktor von „Radio Dbertad“. Er fügte hinzu, dass die Hoffnung, die die Jüdin in Moskau aus den Versprechen de6 Kreml schöpfen konnten, welche dieser, offensichtlich unter dem Druck der Proteste aus dir westlichen Welt, jüngst gemacht hat, als er die Erlaubnis zum Backen von Mazzot und zum Druck von 10.000 Sddurim in drei Bänden erteilte sowie die Ausbildung von 30 Schülern iii der moskauer Jeschiwa zu künftigen Rabbinern gestattete, kaum vor Ablauf einer gewissen Zeit in die Provinzen dringen wird. Dr. Sosin fügte hinzu, dass die Juden in kleineren Gemeinden weiter der Willkür der lokalen Partei - Beamten ausgesetzt sind und die in ganz Russland in den letzten Jahren geschlossenen Synagogen ihre Tore nicht geöffnet haben. Daher seien diese Programme geeignet, den Juden, die in keinem Gotteshaus beten können, Gelegenheit zu bieten, sich mit ihren Brüdern in der Welt an diesen Feiertagen verbunden zu fiih’en. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N9 826.20

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