Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2136 (1.10.1965)
- Date
- 1965-10-01
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 1’ de Octubre de 1965 S E M A N 4 ISRAELITA Año XXVI. . — N® 2136 — 5 Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) Kreise £nden und Mitkämpfer gegen jede Form des Rassenhasses und der Verfolgung gewinnen. U. a. werden auch Begrüssungen des Vizepräsidenten der Nation, Dr. Carlos Perette, und Erklärungen des früheren Vizepräsidenten Admiral Isaac F. Rojas publiziert. In der letzten Ausgabe der "Comunión democrática’* wird Material über 32 SS- Leute und Kriegsverbrecher veröffentlicht, die sich im Dienste Nassers befinden. Zeitschrift Scopus In einer Sondernummer der Zeitschrift Scopus, die von der Hebräischen Universität in Jerusalem, auch m spanischer Sprache herausgegeben wird, wurde in einer Männer, 41,1% Frauen). Unter den insgesamt 1964 verstorbenen 2.208 Zugehörigen zur AMIA befanden sich nach Ursprungsländern (hier genannt Nationalitäten) auf geteilt: 655 Russen und 613 Polen. Das bedeutet, worauf im AMIA-Bericht natürlich nicht hingewieseu wird, eine gewaltige Majorität, die selbstverständlich nicht nur im Sterben, sondern auch im Leben vorhanden ist, obwohl ganz sicher eine nicht unerhebliche Verlagerung in dieser Hinsient zugunsten der argentinischen Nationalität vor sich geht. Immerhin waren in diesem Zeitabschnitt auch nicht weniger als 385 geborene und 254 naturalisierte Argentinier unter den Bestatteten. Dann folgt nach den Rumänen mit 119 Toten die Gruppe ‘‘Deutsche”, wie sie achtern, den Sozialarbeitern, den ehrenamtlichen Mitarbeitern aller Gemeinden und Organisationen die Möglicnkeit einer Orientierung vermittelt, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen das soziale Leben der jüdischen Gem'.inschaft abläuft. Derartige Studien und Berichte reichen in ihrer Bedeutung weit über den jüdischen Kreis hinaus und geben auch den Sozialarbeitern und Fachleuten ausserhalb der jüdischen Gemeinschaft die Möglichkeit, sich ein entsprechend objektives Bild über das jüdische Leben zu formieren. Kulturseminar der Osfa Grossen Anklang unter dem zahrleich erschienenen Publikum, unter dem sich Mitgl eder-Delegationen aus der Bundeshauptstadt und den Provinzen sowie Vertreter aller zionistischen Vereinigungen und jüdischen Frauen - Organisationen befanden, erzielte das diesjährige Kulturseminar der OS- FA, das vom 15.—17. September durchgefiihrt wurde. Im Einklang mit den Resolutionen des letzten Zionistenkongresses, wonach der jüdischen Erziehung in der Diaspora das grösste Augenmerk geschenkt werden müsse, hat das Kulturdepartement der OSFA unter Leitung von Frau Frida Gurevich unter dem Motto „Das jüdische Heim“ ein Programm zusammengestellt, das durch die Auswahl der Redner unter den hevorragendsten Figuren des jüdischen Geisteslebens eine Beleuchtung der Themen unter den verschiedensten Gesichtspunkten gestattete. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand die Rolle die der jüdischen Frau und Mutter in der Diaspora als Erhalterin unseres Kulturerbes im Kampf gegen Assimilation und Auflösung zusteht. Frau Frida Gurevich erklärte Ziel und Zweck des Seminars worauf die Präsidentin der Osfa. Frau Dr. Hadassa Grinberg, die Rolle der Wizo im Kampf um Gleichberechtigung der Frau und Berufseinordnung durch Berufsschulung hervorhob. Dr. Arieh Bustan, Kulturattache und Erster Sekretär der Israel-Botschaft, erzählte in lebhaften Bildern von der Teilnahme anonymer kluger Frauen am öffentlichen Loben der biblischen Zeit. Der jugendliche Dr. Bernardo Klisberg stellte die aus eigener Erfahrung gesammelten Probleme des jüdischen Jugendlichen im Strom der um ihn werbenden Bewegungen dar. Mark Turkow stellte die Bedeutung der geplanten Reformen des ökumenischen Konzils für die Juden in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Rabbiner M. Ed ¿rey gab eine leichtverständliche Unterweisung über die Ge schichte der Synagoge und ihre Bedeutung für das jüdische Volk, wobei zutagetrat, dass so manche Reformen, die von verschiedenen Seiten gefordert werden, garnicht notwendig wären, weil Bibel und Talmud der Frau vielfach gleichberechtigte Stellung einräumten, die erst in der Folgezeit unter dem Einfluss der Umwelt gemindert wurde. Der Soziologe Prof. Abraham Monk gab ein auf Statistiken basierendes Bild von der Haltung der heutigen jüdischen Jugend Argentiniens und Brasiliens zu brennenden jüdischen Tagesfragen. Der Psychiater Dr. Leon Pérez hob die Wichtigkeit hervor, die Vorbild, ¿Ziehung und Haltung der jüdischen Eltern für die Identifizierung des jüdischen Kindes mit Vater, Mutter und Reihe interessanter Abhandlungen des 40. Jubiläums der Universität gedacht. Die Hebräische Universität, Traum vieler junger jüdischer Wissenschaftler schon vor der Jahrhundertwende, ist im Jahre 1918 geschaffen worden, als Chaim Weizmann noch unter dem fernen Kanonendonner an der Palästinafront den Grundstein für das Gebäude legte. 1925, also vor 40 Jahren, wurde die Universität eröffnet, für die Männer wie und viele andere energisch gekämpft haben. Heute umfasst die Universität sechs Fakultäten (Humanistische Wissenschaften, Soziale Wissenschaften (mit Zweigstelle in Tel Aviv), Rechtswissenschaften (ebenfalls mit einer Zweigstelle in Tel Aviv). Naturwissenschaften, Medizin und Landwirtschaftskunde), fünf Schulen (für Zahnheilkunde, Farmazeutik, Pädagogik, Sozialarbeit, Bibliothekswesen), die National- und Universitätsbibliothek mit ihren mehr als einer und einer halben Million (1.500.000) Bänden(l) sowie andere Lehrinstitute. Im Lehrjahr 1964/65 hatten sich mehr als 10.200 Studenten in der Universität eingeschrieben. Besonderes Interesse dürften die Fotograpphien aus den ersten Jahren und Jahrzehnten der Universität erwecken. Es ist kaum zu verstehen, welche Entwicklung in doch nur 40 Jahren vor sich gegangen ist. Ganz gewiss gehört die Universität zu den Glanzleistungen unseres Volkes und Israels. Forschungen der AMIA Einen neuen Bericht über soziale Untersuchungen legt das Statistische Departament der AMIA für den Monat März dieses Jahres vor. Die statistischen Darstellungen sind sehr interessant. So können wir den diversen Tabslein und ihren Erläuterungen entnehmen, dass in den Jahren 1963/64 mehr Männer als Frauen starben. 59,6% Männer standen im Jahre 1963 den 40,4% Frauen auf der Todesliste gegenüber. Für das Jahr 1964 variiert der Prozentsatz kaum. (58,9% dort genannt wird, mit 91 Toten. Die nächste, die diesen 6 Gruppen folgt, ist die ungarische, aber nur noch mit 15 Todesfällen, denen dann weitere 12 Nationalitäten mit geringeren Fällen folgen. Uebrigens sieht die Tabelle noch ganz anders zugunsten der Russen und Polen aus, wenn man die Nationalität der Eltern der Verstorbenen berücksichtigt: 33.7% der Väter und 32% der Mütter der Verstorbenen waren Russen, 22,7% bzw. 20,8% Polen, Ziffern 743 und 706 Russen, 500 und 460 bei den Polen. Auch die anderen Uebersichten z. B. über die Todesursachen, und die Vergleicne zwischen der allgemeinen und der jüdischen Bevölkerung dieser Stadt erwecken Interesse und Aufmerksamkeit. Eine weitere Untersuchung Die Abteilung der AMIA zur Untersuchung der sozialen Bedingungen und der Verhältnisse der Juden, Institute de Investigaciories Sociales, Departament» de Estadistica,, legt eine weitere interessante Arbeit über die Eheschliessungen vor, soweit sie von der AMIA erfasst und bei anderen jüdischen Organisationen (insbesondere der sefardischen Juden) registriert worden sind. Untersucht wurde das Jahr 1963. Die umfangreiche Untersuchung kann hier natürlich nicht in ihren Einzelheiten wiedergegeben werden. Dass keine Ehe von Personen über 65 Jahre abgeschlossen wurde, mag nicht sonderlich bemerkenswert sein. Zwischen 15 und 19 Jahren waren 8 Paare oder 0,7% der Eheschliessungen von Personen zwischen 25 und 29 Jahren, was wohl auf vollkommen normale Bedingungen schliessen lässt, zumal 31,3% der jungen Brautleute zwischen 20 und 24 Jahren gewesen ist. Die auf statistischem Gebiet geleistete Arbeit der AMIA ist nützlich und anerkennenswert, zumal sie allen aufmerksamen Beob¬ DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMP.S CENTER 94 Allenby Hd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Die Dokumente in A rolsen Bau von Wasserbecken Jerusalem. — Ein erfolg- Als Karl Baum, London, ehemaliger Leitar des Suchdienstes des Jüdischen Weltkongresses, vor kurzem an die zwanzigste Wiederkehr der Gründung dieser damals überaus wichtigen und hilfreichen Einrichtung erinnerte — er tat das im hebräischen Programm der British Broadcasting Corporation (BBC) —, kam er auch auf Arolsen, den Internationalen Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzss. zu sprechen. Das lag nahe; denn 1956 p. r das Weltkongress- Material auf den Arolsen- Suchdienst übergegangen. Nach nie vor, so hob Baum hervor, empfängt Arolsen zehntausende Anfragen, von Juden wie von Nichtjuden, die die Hoffnung nicht aufgeben, Näheres über das Schicksal ihrer vermissten Angehörigen zu erfahren. Umso dringlicher ble’bt für Arolsen die Aufgabe, das gewaltige Unterlagen-Volumen ständig zu ergänzen. Dass das geschieht, zeigt der inzwischen erschienene Tätigkeitsbericht über das zweite Halbjahr 1964, der dreissigste dieser Art. Die darin verzeichneten Zugänge an KZjüdischer Gruppe haben, um ihm das seelische Gleichgewicht in seiner Umwelt zu sichern. Prof. Leon Dujovne erklärte;an Beispielen unserer Umwelt die Wichtigkeit, die Jugend mit den Kulturwerten unserer Bibel bekanntzumachen. Zum Schluss führten jugendliche Vertreterinnen der Regional Rosario ein Theaterstück über die Geschichte der Wizo auf. Bin traditionelles „Lichtbenschen“ beim Sabbateingang mit Bewirtung der Teilnehmer gab dem Seminar einen feierlichen Ausklang. Synagogenweihe in Belgrano C. W.: — Am Freuag- Abend vor Rösch, haschana fand auf dem Gelände der calle Freire (altura 1700) die feierliche Einweihung des dort von der Gemeinde „Bet El“ errichteten hellen, freundlichen, grossen Saales für etwa 1000 Personen statt, der durchaus keinen provisorischen Charakter hat, sondern eine festliche Stimmung hervorrufen kann. Eine solche war vorhanden, als, nach den Sabbat-Eingangsgebeten, die Thorarollen von Jugendlichen hereingebracht und dem Präsidium der Gemeinde unter Ohorgesang und Harmoniumbegleitung übergeben wurden. Die neue Synagoge, die so lange stehen und benutzt werden soll, bis das geplante Gemeindehaus in Conde y Sucre geschaffen worden ist, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Ehrengästen bemerkte man den Direktor im Kulturministerium für nichtkatholische i Dokumenten stammen grüss- | tentens aus den Beständen des Bundesarchivs in Koblenz: allgemeine Verwaltungskorrespondenz, Schriftverkehr über medizinische Versuche an Häftlingne über deren Beh ndlung im allgemeinen, Statistiken. Belege, Berichte, die sich z. B. auf! die Krankenreviere beziehen, ferner Angaben über die Lager, Stärk emeldungen, Namenslisten u. a. m. Diesmal handelt es sich vorwiegend um die Lager Natzweiler und Buchenwald, auch um Dachau und Auschwitz, we :iger dagegen um Mauthausen, Gross-Rosen, Sachsenh. usan. Manche der neuerworben 3n Dokumente erinnern an Massnahmen, die in die Vorkriegszeit fallen. Im Gesamtjahr 1964 waren beim Internalionalen Suchdienst in Arolsen über 10 000 Einzelsuchanträge und mehr als 7.000 Anträge auf Ausstellung von Todeserklärungen eingegangen, während die Zahl der Anträge „für Bescheinigungen in Verbindung mit Wiedergutmachungsverfahren u.ä.“ 166.000 ü berstieg. E. G. L. Angaelgenheiten, Dr. Roberto R- Bravo sowie den israelischen Kulturattache Bustan. Rabb. Marshall T. Meyer hielt, sichtlich ergriffen, eine eindrucksvolle Festpredigt, die auf in der Bibel erwähnte Altareinweihungen Bezug nahm und die grosse Aufgabe umriss, welche Bet El“ zu erfüllen gedenke. Seine Worte klangen aus in herzlichen Wünschen für Argentinien, das jüdische Volk in der Welt sowie den Staat Israel. Die Anwesenden waren in der Mehrheit jüngere Menschen, welche dem nahezu zweistündigen Gottesdienst mit innerer Anteilnahme folgten. Der am folgenden Vormittag als Barmitzwa Aufzurufende führte selbst die gesamte Freitagabend- Liturgie durch, vom Gemeindegesang unterstützt Sehr erfreulich war die Neuherausgabe eines Siddur (Gebetbuch für das ganze Jahr), der sich auf jedem Platz ’ befand. Dieses Buch, vom Consejo Mundial de Synagogas geschaffen, ist geschmackvoll aufgemacht und enthält eine neue spanische Uebersetzung mit Kommentaren und Fussnoten, die Rabb. Prof. Edery besorgt hatte. Die Gesamtveranstaltung für den absolut-traditionellen Siddur trägt Rabb. Marshall T. Meyer, und man darf ihn und seine Gemeinde reiches Experiment, das bis zu 80 Prozent d:s Grundwassers, das in das Mittelmeer abfickärt, auffangen soll, hat zum Bau eines Netzes von Backen längs der israelischen Kiist 3 geführt. Ingen eure der staatlichen Wass;rgesells3haft haben in geringer Tiefe in je 100 Metar Abstand voneinander und 130 m von der Meeresküste entfernt, Becken eingelassen, um dieses Süsswasser zu sammeln. Es gelang;hnen auch, das Eindringen von Salzwasser aus dem Meer aufzuhalten. Bisher sind 40 solcher Becken vorhanden, deren Wasserstand ständig kontrolliert wird. Sie liefern jährlich 4 Millionen Liter Wasser. Der Sonderfonds der UN hat 350.000 Dollar für dieses Projekt bewilligt. Die israelische Regierung ist bereit, über eine Million Dollar zur Verfügung zu stellen, sobald der Plan von dem internationalen Stab der FAO- Experten gutgeheisseu wird. (ITA) schon allein für dieses würdige Gebetbuch beglückwünschen, das sich als ein segensreiches Werk für unsere Jugend erweisen wird. Teerbomben gegen Kinderheim Gegen das Kinderheim der Asociación Filantrcpca Israelita (Hilfsverein) in der Strasse Vidal im Stadtteil Belgrano wurden in dieser Woche Teerbomben geworfen. 75. Geburtstag In diesen Tagen beging Herr Dr. Ludwig Meyer seinen 75. Geburtstag. Viele Jahre hindurch hat Ludwig Mayer für eine ganze Reihe von Organisationen unseres Kreises wertvolle Arbeit geleistet. Unermüdlich hat er sich für die Ziele der Vereinigten Kampagne eingesetzt. Wir wünschen dem Jubilar, der zur Zeit nicht in Argentinien weilt, weiter alles Gute. JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALESSIM. MACHSO¬ RIM (span Uebersetzg., LUACH 5726. Neujahrs- Glückwunschkarten G. KAPLANSKY Pueyrredón 451 T. E. 89 3431 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 1LANC0 ENCALADA 1646 1950- 15 JAHRE - 1965 CONFITERIA CONFITERIA PA M PA 402 5 SERVICIO PARA FIESTAS ————i» ,