Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2136 (1.10.1965)
- Date
- 1965-10-01
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes. 1« de Octubre de 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N*?1J6 Besinnung auf sich selbst (Schluss von Seite 1) Dass wir vielleicht seHxst die Schuld an vielem tragen, was uns widerfährt, auf diesen Gedanken kommen die wenigsten. Die meisten wehren sich sogar gegen aufsteigende Zweifel der eigenen Schuld, während andere Wiederum von einem ins andere Extrem fallen und sich in Selbstvorwürfen, Selbsthass und Selhstzerfleifichung verlieren. Der Prophet lässt keine Deutung zu. Er ruft jeder jüdischen Generation zu: ... ‘‘denn du bist gefallen durch eigene Schuld ” Wir können nur dann von einer Schuld sprechen, wenn wir uns selbst entscheiden oder die von uns angetroffenen Bedingungen hätten wandeln können Schuld liegt ' nur dann vor, wenn der Willen des einzelnen Meneine Erleichterung der jüdischen Situation an dieser Front ist nicht eingetreten. Man braucht sich nicht auf Friedhofschändungen oder Hakenkreuz - Schmierereien in Westdeutschland zu beziehen; ernster sind die Vorkommnisse in solchen Länj dem zu betrachten, die nicht | als die "klassischen” Länder des Antisemitismus anzusej hen sind. Das es zu schweren Zwischenfällen in England und zu Demonstrationen gegen Juden in den USA gekommen ist, dürfte alarmierender sein. Die faschistische, nazistische und antisemitische Internationale hat sich geregt. Sie hat ihre Tätigkeiten mit ägyptischer Unterstützung verstärkt. Was haben Juden getan, um dieser bedauerlichen Entwicklung entgegenzutreten, die gewiss nicht mit der antij üdischen Besehen wie des Volkes zu anj Regung in der Zeit zwischen deren Entwicklungen oder Gegebenheiten hätte führen können als zu denjenigen, die eingetreten sind, weil wir es versäumten, gestaltend einzugreifen oder aber anders zu hai.deln und zu reagieren, wie wir es tatsächlich gemacht haben. den beiden Weltkriegen verglichen werden kann. Haben wir nicht selbst auch ein gerüttelt Mass Schuld daran, dass die Antisemiten wieder ihre giftige Sprache führen und antijüdische Massnahmen durchführen können? Liegt die Die Frage, die wir uns zu; Schuld wirklich nur bei den lichten haben, lautet: Haben wir wirklich alles getan, was in unseren Kräften und Möglichkeiten iag, um unser eigenes Leben wie die Zuanderen, etwa bei den Re gierungen, die nicht energisch einschreiten, um dem antisemitischen Treiben Einhalt zu gebieten, oder an kunft unseres Volkes und! der westdeutschen Polizei, die Entwicklung der ganzen die niemals die Uebeltäter Menschheit auf jenes sichere findet, oder an der Gleich- Fundament zu stellen, das! gültigkeit der übrigen Geuns Juden als Juden vorgei Seilschaft, die sich gegen die schrieben ist? Wo beginnt! antisemitische Gefahr nicht unsere eigene Schuld an den j gehörig wehrt, obwohl doen Enttäuschungen, an den sde gelernt haben sollten, Rückschlägen. an den Schwierigkeiten der Lage, in der wir uns heute und hier befinden? Das jüdische Volk sieht sich in vielen Ländern einem hartnäckigen Antisemitismus gegenüber. Irgend- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON ,tl9« I* izq. nachm. M—19 Uhr Ttlefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 dass hinter jeder antisemi tischen Bewegung unserer Zeit ein Machtanspruch auf die politische Herrschaft der faschistischen Gruppen steht, die stets die Träger i des Antisemitismus sind. Um Politik machen zu können, um politischen Gegnern entgegenzutreten und einen Kampf zu führen, gehören zunächst einmal zwei materielle Voraussetzungen: Einigkeit und Geld. Waren die Juden einig? Sind sie wirklich geschlossen aufgetreten, wie die Antisemiten, wo sie aktuieren, geschlossen auftreten? Haben die argentinischen Juden, um dieses naheliegende Beispiel zu wählen, die inneren Widerstände und Tendenzen überwunden, die auf die Bildung einer Gegen-DAIA hinausliefen? Haben sie die erforderliche Einheitsfront hergestellt und alle Zerklüftungen vermieden? Haben sie die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt, um den uns aufgezwungenen Kampf um unser Recht, unsere Freiheit, unsere Sicherheit und unsere Menschenwürde zu führen? Oder haben sie mit den Achseln ge- PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEÜSEBN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tahisbeutel Käppchen Mar zot-Taschen Hand- und Maschioenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RTVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-0155 Confitería NIZA Servicios de luneh de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE zuckt und die ‘‘ewigen Schnorrareien" belächelt’ Haben wir wirklich die sittliche, menschliche und politische Reife aufgebracht, um uns unserer Verantwortung und den Erfordernissen dieser Zeit gewachsen zu zeigen? Jeder einzelne möge ermessen, was er selbst hierzu beigesteuert hat, dann wird man am leichtesten zu der Erkenntnis kommen, ob wir frei von Schuld an den Schwierigkeiten sind, die uns tagtäglich begegnen. Manche meinen, es sei ein Zeichen ihrer eigenen fortschrittlichen Gesinnung, im Rahmen christlich-jüdischer Verbrüderung oder Annäherung tätig zu sein. Diese Bestrebungen sind vor allem im nordamerikanischen Judentum zu beobachten. Was aber geschieht in den gleichen Kreisen, um sich mit seinen jüdischen Brüdern zu verständigen, sich ihnen seelisch, geistig, menschlich zu nähern? Irgendetwas ist doch, an diesen Konzepten nicht in Ordnung, wenn man sich mit katholischen Geistlichen verbrüdern kann, nicht aber mit orthodoxen Rabbinern? Irgendwo geht diese Rechnung nicht, auf. Bevor die Menschen zum Mond reisen, sollten sie erst ihre eigenen Angelegenheiten auf der Erde in Ordnung bringen. Bevor wir uns mit anderen verbrüdem, sollten wir den Frieden bei uns selbst, im jüdischen Kreise, trotz aller gewordenen und gesunden Gegensätzlichkeiten hersteilen. Wenn wir das nicht tun, dann ist das unsere Schuld, denn es liegt nur bei uns, die These, dass alle Juden Brüder sind, in die Wirklichkeit umzusetzen. Abgesehen von der allgemeinen Forderung, die hierin liegt, ist es ein Gebot der Klugheit, der Solidarität, der Selbstverteidigung und des Selbstschutzes. Wenn die jüdische Situation in manchen Punkten noch immer ungesund und nicht normalisiert ist, dann liegt dies auch in dem Versagen unserer Verpflichtungen gegenüber Israel, dem Staat, der Zukunft und der Hoffnung des jüdischen Volkes. Worte allein genügen doch nicht. Sympathien brauchen wir niemandem auszudrücken, am wenigsten dem Staat, seinen Menschen und seiner Führung. Aber alle haben wohl nach dem, was wir erlebten, sahen und durchmachen mussten, zu verstehen gelernt, dass die jüdische Gegenwart, das jüdische Ansehen in der Welt, die menschliche Geltung und der Wert des Juden weitgehend vom Schicksal Israels abhängig ist. Das jüdische Prestige ist überall gestegen, seit Israel besteht 76-0286 79-1049 JACOB LAPIDUS dipt. Möbel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2U37 4» B. 46-1716 and 48 2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 271P T. E. 76-6784 a. 76-2312 Jüdisches Lehrerseminar Einst bestand in Köln eine weitbekannt Anstalt, das jüdische Lehrerseminar, das in Düsseldorf von Rabbiner Dr. Feilchenfeld gegründet und 1875 nach Köln transferiert wurde. Ihr erster Direktor war Rabbiner Dr. Plato, der Schwiegersohn von S. R. Hirsch. Als in späteren Jahren die nationalsozialistische Welle ihre Grundlage erschütterte, bildete die in eine Religionslehrer-Akademie umgewandelte Anstalt noch eine Anzahl aus anderen Berufen, die keine Erwerbsmöglichkeit-en boten, kommende Lehrer aus, bis sie nach der „Kristallnacht" einging. Der Gedanke der Wiederbelebung dieser Anstalt, die weit über 500 jüdische Lehrer dem jüdischen Volke spendete, die teils auch zu höheren Posten aufstiegen und in alle Welt den Ruhm des Kölner Lehrerseminars hinaustrugen, wurde kürzlich auf einer kulturellen Tagung im Grossen Saale der Kölner Synagogen-Gemeinde vor etwa 30 geladenen Gästen aus jüdischen Gemeinden Westdeutschlands diskutiert. Abgesehen von Rabbinat und Vorstand der Kölner Synagogen - Gemeinde hatten sich Rabbiner aus München, Heidelberg, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt/Mainz (Dr. Ernst Roth), Dr. H. G. van Dam vom Zentralrat der Juden Deutschlands, Kustos Dr. Brilling vom Delitzscbianum in Münster, Professor Graubard, München, u a eingefunden. Die auf der Ta- Aber nicht nur die angenehmen Seiten dieser Entwicklung können wir für uns in Anspruch nehmen. Auch die Verpflichtungen gilt es einzulösen. Wie ist es möglich, hiervon noch heute sprechen zu müssen? Wie ist es möglich, dass immer noch Juden dieser ersten und leichtesten Verpflichtung nicht nachkommen? Das ist auch unsere Schuld, die Schuld, die jeder trägt, ich und der Bruder neben mir, du und deine Freunde, ihi* und eure Kreise. Denn das ist ein altes Gesetz der uns umgebenden nichtjüdischen Gesellschaften: der Fehler und die Sund« des einzelnen Juden, wird — obwohl dies so ungeheuer ungerecht ist, — uns allen angekreidet. Die Schuld des einzelnen Juden lastet auf unserer ganzen Gemeinschaft Wir sind eine geschlossene Front immer dann, wenn es aufs Leiden ankommt, wenn Unglück über uns hereinbricht. Entwickeln wir doch endlich jene moralischen Kräfte, die uns auch in glücklicheren Stunden zu einer einheitlichen Gemeinschaft werden lassen Das bedeutet Umkehr zu Gott, Umkehr zu uns selbst, Umkehr zu unserem Volk und zu unseren Schicksal, zu unserer Gegenwart und einer besseren jüdischen Zukunft. Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 gesordnung stehende Frage wurde in drei Referaten von verschiedenen Gesichtspunkten dargelegt. Es besteht die Idee, die jüdischen Kandidaten, die den Lehrer beruf ergreifen wollen, an der Pädagogischen Akademie ausbilden zu lassen und ihnen den notwendigen jüdischen Wissensstoff an dem von der Kölner Synagogen-Gemeinde mithilfe des Zentralrats zu errichtenden Institut durch geeignete Lahrkräfte zu vermitteln. Soweit wäre die Idee em Platze. Woher aber, muss man fragen, sollen die Kandidaten bzw. die Lehrkräfte kommen? Köln hat zurzeit keinen Religionslehrer; der letzte ist nach Stuttgart abgewandert — und trotz eines verlockenden Gehalts hat sich bisher kein Anwärter gemeldet. In Frankfurt und anderen westdeutschen Gemeinden sind ebenfalls Stellen ausgeschrieben. Bei der jüdischen Gemeinde in Köln sind offiziell etwa 1.400 jüdische Seelen gemeldet; schätzungsweise leben dort aber rund 2.000 Juden. Aus bayerischen Lagern stammende DPs sind nach Köln gezogen, weil, wie sie angeben, Köln bessere wirtschaftliche Perspektiven eröffnet. Auf den Schulen sind etwa 140 jüdische Kinder, zum grossen Teil aus Israel registriert. U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 500.—• pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Einwanderer in USA New York. — Eine Gruppe von 114 jüdischen Flüchtlingen aus Osteuropa, die bisher grösste Zahl jüdischer Einwanderer mit irgendeinem Flug — trafen kürzlich im Kennedy-Flugplatz ein. Sie wurden vom Präsidenten des HIAS und dem Direktor der Institution empfangen, die ihnen die Ansiedlung in 12 Staaten der USA ermöglichen wird. In sein«- Begrüssung betonte der Repräsentant der HIAS, dass seine Organisation im ersten Halbjahr 1966 schon 5.936 Juden zur Einwanderung in die USA verholfen hat, während die Zahl der Immigranten im gleichen Zeitraum des Vorjahres nur 2.484 betragen hatte. — (ITA) ENFERMEDADES DE LOS HUESOS y ARTICULACIONES — RADIOGRAFIAS Prof. Dr. BLUMENFELD Protf. de la Facultad, Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita. Trasladó su consultorio a J. E. URIBURU 285 T. E. 47 5875 — 41-2331 y 41-2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. IOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. T. E. 44-9493 u. 44-1542 SANTA FE 1391