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Jüdische Wochenschau · 1965-09-24 · 2135 (24.9.1965) · p. [Seite 24]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2135 (24.9.1965)
Date
1965-09-24
Page
[Seite 24] (sequence 24)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Ano XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 24 DE SEPTIEMBRE DE 1965 N» 2135 EL EJEMPLAR 10en toda la República * U ■ PUEYRREDON 2190 1’ izq. T.E. 83 - 2613 Buenos Aires Konspiration an ¿er Riviera Knapp zwei Wochen vor den deutschen Bundestagswahlen fand auf der Corniche, die ron Nizza nach Villefrance sur Mer führt in einer der Villen, die hier über dem Meer nisten , eine ‘'Lagebesprechung-” diverser faschistischer und neonazistischer international orga nisierter Gruppen im Hause eines Mitglieds der “O. P. N O. E.“ Organisation für eine neue europäische Ord nung) statt, die in Frankreich ihren Sitz hat und nicht mehr als 530 Mitglieder zählt. Vertreten waren unter anderen die englischen Nationalsozialisten, die amerikanische Nationalsozialistische Partei, die nach den Erklärungen ihres Repräsentanten George Smith (höchstwahrscheinlich ein Deckname) einen gewissen Rückgang ihrer Mitgliederzahl hinnehmen musste und im Augenblick “leider nur ca. 1,000 Mitglieder ln den Staaten zählt, aber zahlreiche Sympathisierende habe. Diese würden es nicht wagen, sich zu ihren Sympathien zu bekennen, weil die Wallstreet und das Grossjudentum die junge nationalsozialistische Bewegung mit einem unerbittlichen alttestamen tauschen Hass verfolgen”. Ver. treten waren auch die ‘Tai sohlst ische Interrationalei ■von Malmoe“, sowie eine i Abordnung der in Kairo in- | stallierten und vor einigen j Monaten ins Leben gerufe-1 nen “Hilfsgemeinschaft ver j folgter ehemaliger grossdeut-! von KÜRT KAISER-BLUETH scher Freiheitskämpfer1. (H. E. G. F.“). Die Berichte der Vertrauensleute aus den einzelnen Ländern waren im allgemeinen pessimistisch. Brunner (?) aus Oesterreich erklärte dass die antisemitisch - völkische Bewegung im Land, trotz sporadischer kräftiger Ansätze (völkische Studentenschaft in Wien) im allgemeinen nisation; man komme nicht weiter und über gelegentl) che Versammlungsprügeleien nicht hinaus. Uebrigens habe “der Verräter Mosley" wertvolle Elemente der Bewegung “gekidnappt” Jüngst habe eine Dissidentengruppe durch Synagogenattentate eine atmosphärische Besserung erzielen wollen, aber die Methode sei ein psychologl- Moskau haell Anklage aufrecht London. — Die sowjetische Regierung hat Erwin Schule, den Direktor der Zentralstalle für die Untersuchung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg beschuldigt, selbst ein Kriegsverbrecher zu sein und kn Zweitan Weltkrieg während der deutschen Besetzung im westlichen Teil Russlands an nazistischen Greueln teilgenommen zu haben, wie aus Moskau verlautete. Dias ist die zweite Anklage aus kommunistischer Quelle gegen Dr. Schüle. Im vergangenen Februar beschuldigten ihn hohe Beamte aus Ostdeutschland, dass er ein „treuer Gefolgsmann“ Hitlers, Mitglied der NSDAP und Richter am Volksgerichtshof gewesen sei. Dr. Schule gab zu, dass er der SA angehörte, bestritt jedoch, jemals Parteimitglied gewesen zu sein und auch nicht als Nazirichter fungiert zu haben. Damals sprach die deutsche Regierung Schule ihr volles Vertrauen aus. (ITA) stagniere, weil der öde Merkantilismus Wiens auch die Provinz anstecke. Immerhin gäbe es gute Ansätae in Steiermark und in Tirol. Der Engländer Brighton (?) klagte über den Mange’ an Geld. Man habe eine nicht schlecht geölte, aber zu wenig ausgedehnte Orga¬ Blick in die Welt vsfl HAROLD SCHWARCZ DAS ROTE CHINA stellte den Indern ein Ultimatim, die Grenzbefestigungen abzumontieren, sonst die Konsequenzen tragen zu müssen. — PRAESIDENT JOHNSON verkündete seinen grossen Erziehungsplan. — SAMUEL KING ALLISON, nordamerikanischer Atomforscher, ist im Alter von 64 Jahren gestorben — Die ARABISCHE KONFERENZ plädierte für den Frieden zwischen Indien und Pakistan, hetzte aber gleichzeitig zum Krieg gegen Israel. — SCHAH MOHAMED REZA PAHLEVI, Herrscher übe' Persien (Iran), konnte auf eine 25jährige Regierungszeit eurückblicken. — RENEE BARRIENTOS, Präsident Boliviens, teilte die Aufdeckung eines neuen, gegen die Regierung gerichteten Komplotts mit. — UN-GENERALSEKRETAER U Thant vermittelte im Konflikt zwischen Indien und Pakistan. — SILVANO SANTANDER, der argentinische Botschafter in Mexiko, wurde von der israelischen Regierung füi seinen Kampf gegen den Nazismus und Antisemitismus in Lateinamexika ausgezeichnet. — DANIEL BECERRA DE LA FLOR ist der neue peruanische Ministerpräsident, der anstelle von Fernando Schwalb durch den Präsidenten Belaunde Teirry zu diesem Amt berufen wurde. — Der russische PARTEICHEF BREZHNEW erklärte, die Sowjetunion werde nicht gestatten, dass Westdeutschland die führende Rolle in Europa spielen werde. — NACH 30 JAHREN Regierungszeit verloren die norwegischen Sozialdemokraten die Wahlen. — ABDEL NASSER erklärte auf der Araberkonferenz in Casablanca die „Befreiung Palästinas“ als Nahziel seiner Politik. — WILLIAM C- FOSTER, amerikanischer Delegierter auf der Genfer Abrüstungskonferenz, stellte einen erheblichen Fortschritt bei den Verhandlungen fest... — PAPST PAUL VI. griff in seiner Rede zur Eröffnung der 4. Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils das kommunistische Regime an, unter dem auch heute noch viele Gläubige schwer verfolgt würden. — AREF ABDEL RAZZAK, Iraks Premierminister, versuchte einen pronasseristischen Putsch in Bagdad, der durch dem Bruder des Präsidenten Aref vereitelt wurde. — scher Fehlsohlag gewesen. In den nordischen Ländern gibt es ebenfalls “wenig Fortschritte" und in Norwegen sogar “einen fühlbaren Rückgang”. (Malvoe - Grieg” (?), Norwegen. Die “Malmoer Internationale” fühlt sich an ihrem Stammsitz “isoliert und durch permanente Ueberwachung seitens der Staatsorgane beträchtlich gehemmt." Die der “Internationale der nationalsozialistischen Weltbewegung" (der Titel ist erfreulicherweise weit pompöser als die “Bewegung) angeschlossenen’’ französischen Sozialnationalisten” und die “O. P. N. O. E.‘‘ haben zusammen knapp 85o Mitglieder — verfügen über Geld. Zwei Industrielle der Banlieue von Lyon zählen zu ihren Sympathisierenden. Aber sie haben keine Kontakte und selbst die extreme französische Rechte wahrt Distanz und will sich nicht mit ihnen kompromittieren. Einige Aktivität wird aus Belgien gemeldet, wo ehemalige Waffen - SS - Freiwillige aus Flandern sich organisieren und ernsthafter zu arbeiten beginnen. In der Schweiz herrscht platteste Ruhe aber die Versammelten erwarteten mit grosser Spannung den Test der deutschen Bundestagswahlen, nachdem die neue neonazistische Sammlungspartei “Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) durch ihre griffige und zielsichere Propaganda lm Wahlkampf Aufsehen erregt. In der Debatte über die N. P. D. und ihre Möglichkeiten nahmen neben anderen Berger, Stollen und Skorzeny das Wort. Der letzte trat in der Versammlung unter dem Namen Hergenthaler auf. Die Namen Berger und Stollen waren wahrscheinlich Pseudonyme. Alle Redner zu diesem Thema betonten, dass hier zum ersten Mal ln der Bundesrepublik ein wirklich ernsthafter Versuch unternommen worden sei, “die alten Kameraden für die noch immer lebendigen Ziele her Bewegung aufs Neue zu sammeln.” Wenn es der “N. P. D.” gelingen werde, einen Durohbruch zu erzielen — auf den alle gegebener. Sympthome hinweisen würden — so werde das ein Fanal sein, das völlig neue Bedingungen schaffen und die Periode der Stagnation beenden könnte. Völlig unabhängig davon, ob es der “N.P.D.” möglich werde, die 5 Prozent - Hürde zu nehmen, könne man mit geradezu spektakulären Erfolgen der neuen Partei in gewissen Bezirken rechnen. Finanziell stände die Partei ausgezeichnet da und ihre Propaganda sei von einer psychologischen Zielsicherheit, “die an beste Traditionen anknüpfe." Elvström (?), Vertreter der Malmoeer faschistischen Internationale, erklärte, dass es Malmoe nicht möglich gewesen sei, die Finanzierung der “N. p. D ” selbst durchzuführen, aber sie habe wertvollste Kontakte zu finanzstarken Freunden, vor allem in den U.S.A., in Kanada und in der Bundesrepublik hersteilen können, Kontakte, deren praktischer Wert jetzt sichtbar werde. Je nach Bedarf Washington; — Der indische Botschafter, B. K. Nehru, erklärte im staatlichen Fresseklub, er sehe keinen Widerspruch in Indiens Unterstützung der arabischen Forderungen nach Rückkehr zu den israelischen Grenzen aufgrund des Teilungsplans aus dem Jahre 1947 und der Weigerung seines Landes, die Grenze in Kaschmir zu berichtigen. Nehru äusserte, es sei die Politik Indiens, den Status quo der Grenzen oder seine Abwandlung je nach dem gegebenen Fall zu befürworten, wobei er energisch gegen eine Grenzänderung in Kaschmir protestierte. Diese Ausführungen machte er auf die Frage eines Journalisten INTERVIEW MIT ADENAUER Bonn. — Der frühere Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer erklärte in einem Interview mit der Deutschen Nachrichtenagentur auf die Frage, ob er im November Israel zu besuchen plane: „Ja, ich wurde von der Regierung Israels herzlich eingeleden, und dies geschah, bevor wir einen Botschafter dort hatten. Inzwischen kam es dort zu diesen unangenehmen Demonstrationen. Allerdings wird meine Reise völlig von der politischen Atmosphäre abhängen. Ich persönlich würde gern nach Israel reisen. Eh ist eine Angelegenheit, die mir am Herzen liegt und in der ioh sehr aktiv gewesen bin. loh möchte sehr, sehr gern Israel besuchen.“ Eine eigenartige Polemik London. — Der alte anglische Faschistenfühler Sir Oswald Mosley hat neuerlich erklärt, er sei kein Antisemit. Aber in einem , .auf klär enden“ Schreiben an eine Zeitung hat er gleichzeitig die Juden angegriffen. Das Informationsbüro des Jüdischen Weltkongresses berichtet über den kürzlich im londoner ..Observer“ abgedruckten Briefwechsel zwischen Mosley und C. C. Aronsfeld. Das erste Schreiben stammt von Mosley, der in einem .Brief an die Redaktion“ öffentlich behauptet, niemals ein Antisemit gewesen zu sein und niemals jemanden wegen seiner Rasse oder Religion attckierfc zu haben. Dieser Zuschrift widersprach Aronsfeld mit der Berufung auf Colin Cross, den Autor des Buches „Die Faschisten in England“, um zu beweisen, dass Mosley „hinter einer Hasskampagne gegen die englische Judenheit stand und der Antisemitismus in den dreissiger Jahren an erster Stelle zu den Lehren der Mosley-Bewegung gehörte“. In seiner in der gleichen Rubrik des „Observer“ publizierten Entgegnung an Aronsfeld schreibt Mosley, dass er vor dem Kriege „die jüdischen Interessen“ bekämpft haba, veil sie England in den Krieg, nicht in einen englisch.- i sondern in einen jüdischen Konflikt, verwickeln ’ rden“. Hierauf behauptet er, dass der Krieg gegen Nvzideutschland ein „jüdischer Krieg“ war. weil Hitler di*- Juden in Deutschland verfolgte. Am Schluss heisst *.«: in dieser Situation war ich der Ansicht, dass englische Leben nur für die Rettung Englands geopfert werden dürfen.“ (OJI) Wahlen der Histadrut Tel Aviv. — Die bisher veröffentlichten Teilresultate der Histadrut-Wahlen haben einen merklichen Rückgang der Einheits-Liste Mapai- Achdut Awoda ergeben, die nach den weitreichenden politischen Wandlungen der letzten Monate 50.5 der Stimmen erhielt. Die Endresultate dieser Wahlen, an der sich 70 Prozent der Mitglieder der Arbeitergewerkschaft beteiligten, waren noch nicht bekannt. Die Liste RAFT des Expremierministers David Ben Gurion erhielt nur 13 Prozent der Stimmen, somit etwas weniger als das von dieser Partei erwartete Ergebnis. Bei den letzten Wahlen vom Jahre 1959 bekamen die beiden Linksparteien, die sich getrennt präsentierten, nämlich Mapai zusammen mit der heutigen Rafi und Achdut Awoda 72 Prozent der Stimmen im Vergleich mit jetzt 63,5 Prozent. Die gemeinsame Liste Cherut-Liberale (Gachal), bei der zum ersten Mal die Cherut in Erscheinung tritt, ging als zweite politische Partei mit 17,5 Prozent der Stimmen hervor. Die Unabhängigen Liberalen hatten 4,7 Prozent. Die Proportion der Mapam ging auf 13 Prozent von den im Jahre 1959 erzielten 14 Prozent zurück. Einen noch grösseren Rückgang zeigt die Kommunistische Partei, die weniger als 2 Prozent erhielt. Man glaubt, dass diese Resultate den Charakter der Wahlkampagnen für die im November stattfindenden Wahlen zur Knesset erheto- Weissbuch über Bonn London: — Die arabischen Staaten sollen ein weissbuch über die Stellung der Bundesrepublik Deutschland zur arabischen Frage vorbereiten, wie aus politischen Kreise« in Damaskus verlautete. (AWZ) lieh ändern dürften. Vermutlich wird die Liste Gachal als hauptsächlichster Konkurrent bei der Wahlkampagne auf treten. Die Beobachter sagen ferner voraus, dass die innerhalb der Histadrut geplanten Reformen infolge des heutigen Standes der einzelnen Parteien eine Beschleunigung erfahren werden. Zu den vorläuifgen Resultaten äusserte sich Reuben Barkatt, Sekretär der Mapai, und Israel Galili, Sekretär der Achdut Awoda, dass es „Rafi nicht gelungen ist, die Einheitsliste zu durchbrechen und diese weiterhin als zentrale Kraft innerhalb der Histadrut bestehen bleibt.“ Beide waren sich einig, dass das „Eindringen der Gachal alle Arbeiter beunruhigt“. Menachem Begin, der Führer der Cherut, erklärte, dass „die Resultate für uns einen Auftakt bilden und wir jetzt Anstrengungen machen können, um einen Wandel in den Knesset-Wahlen zu erreichen“. Schimon Peres und Josef Almogi, Führer der Rafi, sprachen von einem „Erfolg“ für ihre Partei, wenn man bedenke, dass diese erst vor zwei Monaten ihre Kampagne begonnen hat. Sie gaben dar Hoffnung Ausdruck, dass ihre Partei bei den nächsten Wahlen ihre Kräfte verdoppeln werde. Aus den Resultaten ist ersichtlich, dass die Kommunisten ihre Hauptanhänger unter der arabischen Bevölkerung haben. Gilda Mair vor den UN Tel Aviv. — Israels Aussenminister Golda Meir flog nach Paris, der ersten Etappe ihrer Reise nach New York, wo sie an der Generalversammlung der UN als Leiterin der israelischen Delegation teilnehmen wird. Impreso eg 1* Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia Registro de Ifl Propiedad Intelectual N? 836,20# ti:-.Ss£afsaa-

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