Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2135 (24.9.1965)
- Date
- 1965-09-24
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
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Viernes, 24 tfe Septiembre Se 1965 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. — N* 213# — 3 JUDEN IN RUSSLAND Ein Geheimdokument, das unter Sowjet-Juden etwa zwei Jahre schon in Umlauf war, ist kürzlich in den Westen gelangt Es handelt sich dabei um einen anonymen Brief der an Krutschew gerichtet wurde, nachdem dieser den Dichter Jewtuschenko angegriffen hatte wegen dessen Gedicht “Babi Yar”, in deal er gegen Antisemitismus und über das Martyrium der Juden schrieb. Nach seiner Tonart stammt dieser Brief vermutlich von. einem der Sowjet-Mitglieder das Stalins Verfolgung am; eigenen leib zu spüren bekam. Den Inhalt bildet eine bittere, leidenschaftliche Analyse über das Wieder au (kommen des Antisemitismus in der Sowjet-Union seit der Mitte der 30er Jahre. Da es sich um den Protest eines Opfers handelt, hat dieser eine trostlose, neu rotische Betontheit; aber er bildet eine Mahnung-, die nottut, daran, wie tief viele Sowjetjuden ihrer Umwelt durch die Reihenfolge tragischer Ereignisse der letzten 25 Jahre entfremdet worden sind. Unterströmungen von An tisemitismus überlebten in der Sowjet-Union nach der Revolution, und es wäre unrealistisch gewesen, anderes zu erwarten. Während der Nazi-Besetzung haben russische, ukrainische, weissrussische und baltische Bewohner zuweilen an der Ermordung von Juden mitgewirkt, und auch das liess sich erwarten Aber die 5 Jahre eines von der Sowjet-Regierung selbst angefachten Antisemitismus, bis zu Stalins Tod 1953, riefen in den Sowjetjuden eine psychische Verletzung m von EMANUEL LITYINOFF einem Ausmass hervor, das nur gegenüber der Ausrottungspolitik der Nazis hitinsteht; sie hatten die Transporte in Viehwa.ggors, die KZ-Lager, Gaskammern und Massenerschiessungen überlebt. Jedoch, statt einer Nachkriegserholung, fanden sie sich gegenüber einem systematischen, offiziellen Angrff, der darauf abzielte, ihre Gruppenidentität auszutilgen und dies ganz besonders seat der Gründung des Staates Israel. Ueber Nacht geradezu hörten die Juden auf, eine Sowjet-Nationalität zu bilden und verblieben mit einem nur fragwürdigen religiösen „Status“. Jiddisch verschwand aus dem Druckwesen als ob es nie bestanden hätte, mit Ausnahme nur eines Blättchens im fernen, sibirischen Birobidschan. Jiddisch konnte nicht mehr in Theatern gesungen oder gesprochen werden; seine Gelehrten und Künstler vermehrten die riesige Gefangenenwelt der Sowjetunion oder wurden erschossen. Juden wurden verhetzt als „wurzellose Kosmopoliten“, gleichviel welchen Sprachkreises, ohne Rücksicht auf fortgeschrittene Assimilierung oder darauf, ob sie Kommunisten oder Nicht- Kommunisten waren. Juden wurden weitgehend porträtiert als Agenten einer internationalen, westlichen, imperialistischen Verschwörung gegen die komimustische Welt. tung als „zionistische Spione“ verfielen. Die „Verschwörung der Aerzte“, bei der die Angeklagten als eine „terroristische Gruppe jüdischer Aerzte“ bezeichnet wurden, zeigte, dass keine Beschuldigung zu phantastisch war, wenn es sich um Juden handelte. Aus diesem Erlebnis gingen sie gewandelt hervor. Sie verschwanden aus dem politischen Leben und wurden akademischer Stellungen enthoben. Der Slansky-Prozess erwies, dass selbst höchst prominente jüdische Kommunisten der Hinrich- Entsalzung des Meerwassers Jerusalem. — Das israelische Finanzministerium genehmigte die Teilnahme der Regierung an dem Bau einer Entsalzungs- Anlage für 2 Millionen Dollar im nördlichen Nege*w. Der Spezialfonds der Vereinten Nationen wird 40 Prozent des Kapitals bereitstellen. Die Anlage wird in Tseli»m, etwa 23 km von Beer gchewa entfernt, errichtet werden. Sie wird nach einem elektrolytischen Verfahren arbeiten und täglich 5 Millionen Liter Süsswasser produzierein. (ITA) Ihr ISRAEL- Spezialist Juan J. Holler pspipf BRIEFMARKEN Av. L. N. ALEM 336 (gegenüber der Hauptpost) iiiSSj J 852 Organization Riegner Versicherungen Bmé. MITRE 430. 3er. p T. E. 33-5278 46-1037 461115 3 m FABRICA ROPA DE CUERO GAMUZADO CABRA y NAPA SACOS 7/8 - TRAJES K. Zimmerspiiz JUNIN 322 T E. 47-3762 — Bs. As. J 112 HELVETIA Cía. Suiza de Seguros contra Incendios AGENTES GENERALES PARA LA REPUBLICA ARGENTINA SIMMONDS & Cía. S.R.L RECONQUISTA 350/65 — T. E. 46-0176 46-0865 J 194 Der Prozess der Assumilierung kam jetzt zu einem Stillstand. Diese Verfolgung hatte ihr Nationalgefühl entflammt. Es ist unwahrscheinlich, dass viele unter ihnen weiter die alten Ideale internationaler Verbrüderung hegen oder jemals wieder den belebenden Optimismus der frühen Nach-Revolutionsjahre spüren würden. Ihre Hoffnung war €6, die Wiedereinsetzung in ihre Rechte als „Nationalität“’ zu erleben; sie wünschten sich ihre Theater, ihre Veröffentlichungen und Vereinigungen, und das Recht, ihren Kindern Kenntnis von jüdischer Geschichte, Ueberlieferung und Kultur zu übermitteln. Sie erwarteten, dass die i Regierung wieder die Gesetze in Kraft setzen werde, die Antisemitismus verbieten. Ferner wünschten sie irgendeine Form von Anerkennung des jüdischen Beitrags zu Sowjet-Grosstaten und im Krieg gegen Nazi-Deutschland. Von unbedeutenden Ausnahmen abgesehen, blieben diese Erwartungen unerfüllt. Krutschew befand sich im Einklang mit den Stalinisten, wonach Jude<n aufhören müssen, als Nationalität zu bestehen, und er tat alles Erdenkliche, um das zu erreichen, ohne sich äusserster Zwangsmasnahrr.en zu bedienen. Die Verwendung von Juden als Sündenböcke in Prozessen wegen Devisenvergehen wurde unter Krutschew begonnen. Auch er war bemerkenswert nachsichtig gegenüber Verfassern antisemitischer Bücher und Aufsätze; er hatte eine verachtende Haltung, wenn die öffentliche Meinung gegen derlei protestierte. Die neuen Leiter scheinen weniger ungefeit gegenüber ausländischer Kritik zu sein Seitdem sie zur Macht kamen, haben sie bemerkenswerte Energien der Aufgabe gewidmet, die Weltmeinung zu überzeugen, dass Juden in Russland nicht Opfer einer Zurücksetzung seien. Es gab da einige mit Nachdruck verbreitete Konzessionen als Beweiss: einige Bücher werden in jiddischer Sprache gedruckt, dem Moskauer Oberrabbiner wurde versprochen, dass oin neues Gebetbuch gdruckt, das Backen von Mazzot gestattet und das Wirken des Rabbiner-Seminars erlaubt wird. Man kann daher annehmen, dass die neuen Leiter willfähriger sind; aber das ist ganz gewiss nicht hinreichend, um Berufungen auf einen „New Deal“ für Sowjet-Juden zu rechtfertigen, deren Schwierigkeiten nicht in erster Linie religiöse sind. Kenerle grundlegende Besserung ist zu erwarten, ohne eine offene Anerkennung der Sowjet-Regierung, dass die Drohung der AusJöschung der „Nationalität“ der Juden beseitigt werden muss. Eben das ist — kürzlich — für die Sowjet-Deutschen geschehen. Es erging ein Dekret des Höchsten Sowjet, das sie von denn Vorwurf des Zusammenwirkens mit den Nazis — im Kriege — befreit. Dieses Dekret reiht die Deutschen wieder ein in die Sowjet-Familie von Nationalitäten. Ortsbehörden wurden damit betraut, ihnen beim Wiederaufbau deutscher Kultur zu helfen. Dasselbe könnte der Höchste Sowjet für Juden erzielen, indem er von Stalins Vorsatz totaler Liqu'dation jüdischer Kultur 1948 ab- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2613 24. September 1965 27. Blul 5725 Anfrage an den Irak London. — Die „Internationale Liga für die Menschenrechte“ richtete an die Regierung des Irak eine Anfrage über die Behandlung der Juden. Roger Baldwin, dar Ehrenvorsitzende der Liga, erklärte: „Wir haben aus glaubwürdigen Quellen Nachrichten über die Diskrimination gegenüber jüdischen Bürgern Iraks erhalten, besonders bezüglich der Bürgerrechte, der Reisebeschränkungen und des Eigentums. Es werden auch die Gesetze bezeichnet, welche einzig und allein gegen Bürger jüdischer Religion gerichtet sind. Die Juden Iraks haben Anspruch auf die gleiche Behandlung wie die Bürger aus anderen nationalen Gruppen.“ Insbesondere wird das Gesetz vom Jahre 1963 genannt, taut dem alle Juden neue Pässe erhallen; im Ausland Ansässige, die nicht zur festgesetzten Zeit zuriickkommem konnten, verlieren ihr Bürgerrecht und ihr Vermögen wird gesperrt. Die Liga für die Menschenrechte ist zwar eine private Organisation, aber doch bei den UN in der Kategorie als niohtgouvernementale Organisation anerkannt. el rückt. Das könnte durchaus einen tauglichen Anfang für einen Feldzug gegen Antisemitismus bilden. Der Druck dieser Frage auf die Sowjet-Gesellschaft würde auch gemindert werden durch eine liberale Haltung in dem schwärenden Problem der „Familien - Zusammenführung“. Andere osteuropäische kommunistische Staaten haben gestattet, dass jüdische Kriegsopfer sich mit ihren Verwandten im Ausland vereinen; allein die Sowjet-Union hat es abgelehnt. Aber sie hat sich blind gestellt gegenüber der Tatsache, dass sehr viele Juden, die nach Polen repatriiert wurden, Warschau als Ausreise-Punkt für ihre Fahrt zu Verwandten in Israel oder ' Su viaje a TEL AVIV n a g a i o por Lufthansa tfia Zurich, con conexiones inmediatas. Consulte a su agencia de viajes. Lufthansa C00PERATIVA IITXI/^ Aï«., „ .. „ DE CREDITO ,,JUNCAL Ltda.(E.F.) ERSTE COOPERATIVE DES ZENTRALEUROPAEISCHEN SEKTORS WECHSEL-DISKONT. SPARKONTEN. DARLEHEN Fuer Festanlagen besonders guenstiger Zinssatz. FUER SAEMTLICHE FINANZ. OPERATIONEN STEHEN WIR IHNEN ZUR VERFUEGUNG. — WIR ERWARTEN SIE! 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