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Jüdische Wochenschau · 1965-09-17 · 2134 (17.9.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2134 (17.9.1965)
Date
1965-09-17
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Correo Argentino Central B FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concestón 1629 Año XXVL BUENOS AIRES, VIERNES 17 BE SEPTIEMBRE BE 1935 N* 2134 ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República 10 PUEVRREBON 2190 IV la«. T. E. 83 2613 Buenos Airea Arabische Oel-Interessen Mit einer scharfen TadeisreSolution gegen das Oelfürstentum Kurweit beendeten die Vertreter der staa. ten Aegypten, Irak, Syrien und Trans jordanien eine Tagung in Kairo, die den Fragen ihres “Gemeinsamen Marktes“ gewidmet war. Nach langen Debatten im Schosse der Arabischen Li. ga hatten sich die genannten Länder und ausser ihnen auoh Kuweit der geplanten Marktorganisation angeschlossen Trotz des Beitritts zum ‘‘Markt“ fehlte Kuweit bei der letzten Konferenz, und die übrigen Teilnehmer waren über das Ausbleiben dieses Landes (es hatte Beteiligung ausdrücklich abge_ lehnt) sehr empört. Die übri" gen Staaten waren sich nämlich darüber im klaren, dass ihre Marktorganisation nur mit Hilfe des sehr vermögenden Staates Kuweit, der als ‘reicher Onkel“ auftreten sollte, funktionieren könne. Ohne Kuwait waren sie praktisch hilflos. Der ägyptische Präsident Nasser hat sioh für die Schaffung dieser Miarktorga_ nisation in Verfolgung der Idee eingesetzt, dass die ara. bischen Länder ihren Reichtum an Erdöl zu politischen Zwecken gegenüber der Aus_ ] senwelt benutzen sollten. Kuweit sollte innerhalb der Marktassoziation seinen Bei. I trag zur Verwirklichung dieser Idee liefern. Nasser hatte noch vor dieser Tagung di» Regierung von Kuweit mit radikalen Vorschlägen be_ drängt. Nach einem seiner Pläne sollte der Scheioh von Kuweit, der bis jetzt in erster Linie mit England wirtschaftlich verbunden ist, seine Investitionen in Grossbritannien einstellen und bestehende Anlagen kündigen. Auf diese Weise sollte ein Schlag gegen das britische Pfund geführt werden, und Nasser wollte mittels dieser wirtschaftlichen Sanktion die Engländer zu beschleunigter Räumung der Basis von Aden und zur Aufgabe ihrer umstrittenen Positionen in Südarabien veranlassen. Der Scheich von Kuweit, der zuerst zuzustimmen schien, schreckte jedoch später zurück und lehnte weitere Zusammenarbeit mit Aegypten ab. Die in Kuweit arbeitenden Aegypter wurden scharfer Fremdenkontrolle unterstellt, und der ägyptische Redakteur einer in Kuweit erscheinenden Zeitung wurde aus diesem Lande aus_ gewiesen und darf nicht mehr zurückkehren. Das Parlament von Kuweit bestätigte mit Mehrheit (gegen | die Stimmen der nationalistischen, pronasserischen Ab_ geordneten) diese Massnahmen der Regierung und Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ AMERIKANISCHE WISSENSCHAFTLER versuchten einen tropischen Sturm durch Anwendung neuer Methoden zu „bekämpfen“ und zu „entwirbeln“. — DAS BRITISCHE Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Russen ihr Rüstungspotential heimlich erhöht hätten. — GUILLERMO LEON VALENCIA, Präsident Kolumbiens, ernannte neun neue Minister seines Kabinetts, das aus 13 Ministern besteht. — SEMYON K. TSARAPKIN, sowjetischer Vertreter auf der Genfer Abrüstungskonferenz, verlangte erneut, dass die Westmächte ihre Pläne über Nuklear-Bewaffnung der Atlantikstaaten aufgeben. — Y. B. CHAVAN, pakistanischer Verteidigungsminister, teilte dem Parlament mit, dass die indischen Truppen sich zurückziehen mussten. — Die SOWJETUNION verlangte die Fortsetzung der Abrüstungskonferenz in Genf. — JACK HOOD VAUGHN, beigeordneter Staatssekretär der USA für lateinamerikan'sche Fragen, erklärte die Unterstützungsbereitschaft für alle Initiativen zur Hebung der Wirtschaft der siid- und mittelamerikanischen Länder. — LEONID I. BREZHEW, der Präsident der kommunistischen Partei der Sowjetunion, forderte Indien und Pakistan auf, ihre Truppen auf ihre Territorien zurückzuziehen und einen Waffenstillstand abzuschliessen. Russland bot seine Dienste als Vermittler an. — DEN HINTERGRUND der Kämpfe zwischen Indien und Pakistan um Kaschmir soll die russisch-chinesische Rivalität bilden, wie gut untarrichtete Kreise behaupten. DIE WESTLICHE ALLIANZ ist erforderlich, erklärte de Gaulle in Paris, liess aber dennoch durohblicken, dass sich Frankreich 1969 (?) vom Atlantikpakt zurückziehen werde. — PAPST PAUL VI. wird voraussichtlich die UN besuchen, um von dieser höchsten Tribüne der Völker für den Frieden auf Erden einzutreten. — GEORGE PAPANDREOU, der frühere griechische Ministerpräsident, hat bisher alle Vermittlungsvorschläge abgelehnt, ganz offenscihtlich zu da.n Zweck, selbst wie. der die Regierung zu übernehmen.” — ADENAUER, der erste deutsche Bundeskanzler, soll die wahrnaft populäre Figur bei den kommenden Wahlen sein, nicht etwa Erhard oder Brand, wie Beobachter feststellen zu müssen glaubten. — NICHT NASSER, sondern der amerikanische Botschafter sollte das Opfer des jetzt aufgedeckten Komplotts in Kairo sein, wie die ägyptische Propaganda nunmehr behauptet. — i nahm ausserdem noch ausdrücklich einen Antrag an, der sioh gegen die Beteiligung am “Gemeinsamen Markt” richtete. Auf diese Weise hatte der Scheich von Kuweit in “demokratischer Weise“ Rückendeckung für diese Politik erhalten. Soweit es sich um Kuweit handelt, war Nassers Versuch gescheitert, das Erdöl für politische Zwecke einzusetzten. Kuweit nahm statt dessen Verbindungen mit Saudi-Arabien auf, dass sich immer gegen solche Pläne gewehrt hatte. Inzwischen zeigte sich, dass die yon Kairo ausgehende Oelideologie auch im Irak auf Widerstand atiese.. Irak ist zwar Mitglied'der Markt.' Organisation, aber er hat sich noch nicht verpflichtet, Mittel aus seinen Oeleinnahmen für diese Gruppierung zur Verfügung zu stellen. Seine Oelpolitik wich vielmehr in der letzten Zeit noch erheblich von den Ideen ab, die in Kairo vertreten werden. Die irakische Regierung hatte lange Zeit mit der führenden Oelgesellschaft, der Irak Petroleum Co., über Aenderung der Konzessionsbedingung verhandelt. Schliesslich wurde ein Abkommen erzielt, das für Bagdad wichtige finanzielle Aufbesserungen bot. Der Präsident Marschall Aref und ein Teil seiner Minister waren für Annahme des neuen Vertrages, während von den radikalen pronasserischen Kabinettsmitgliedern, viele gegen den Vertrag stimmten. Aus Kairo wurde bekannt, dass Nasser selbst entschieden gegen diesen Vertrag war. Nach seiner Meinung hätte der Irak das Eigentum der Irak Petroleum Co. nationalisieren und das Oel “als Kampfmittel der arabischen Politik“ benutzen sollen. Die Meinungsverschiedenheiten im irakischen Kabinett führten bald eine innere Krise herbei. Der pronasserische Informationsminister Farhan demissionierte und ging nach Kairo, der Luftwaffen-Chef General Rasek verschwand aus der Regierung, und angeblich soll er in Hausarrest sitzen. Marschall Aref, der lange Zeit Anhänger einer auf Kairo orientierten Vereinigungs- Politik war, änderte plötzlich seine Haltung und setzte sich für Abschwächung der Unionstendenzen ein. Die antiägyptischen Tendenzen im Irak wurden so bedrohlich, dass Nasser seinen wichtigsten Vertrauensmann und ersten Stellvertreter, den Marschall Abdel Ha_ kim Amr, zu einem fGeheimbesuch nach Bagdad schikte, um nach dem Rechten zu sehen. Viel konnte Amr nicht erreichen — er musste sich mit einer Vereinbarung begnügen, dass Bagdad zwar weiter an Zusammenarbeit mit Aegypten interessiert sei, dass jedoch in der Praxis die Bemühungen um eine Union beider Länder wesentlich verlangsamt werden würden. Daraufhin wurde in Bagdad, das offiziell geschwiegen hatte und wochenlang voller Gerüchte gewesen war, schliesslich die Ausweehse- Was andere sagen Unter der Uebersohrift „Die Schwierigkeiten Nassers schrieb der Leitartikler der bonaerenser Tageszeitung La Prensa“ folgendes: Die Reise, die General Nasser, bis heute Präsident „auf Lebenszeit“ von Aegypten oder der falsch genannten Vereinigten Arabischem Republik (VAR), in die Sowjetunion und die Tschechoslawakei mit dem Vorhaben unternommen hat, im vietnamesischen Krieg zu vermitteln, gestattet die Mutmassung, dass dieser „Caudillo“ einen die ganze Welt umfassenden Einfluss hat, um die ernsten asiatischen Probleme zu lösen, Dureh seine, ebenfalls diskutierbare Haltung als nicht „Linientreuer“, der gleichzeit g freundschaftliche Beziehungen mit Moskau und Peking, sowie, wenn auch nicht immer, mit Washington pflegt, scheint er einen grösseren Erfolg zu erhoffen, als General de Gaulle mit der kürzliehen Mission des Ministers Malraux. Aber am erstaunlichsten ist es, dass General Nasser sich diese Art von Initiativen anmßsst, wo in seinem eigenen Lande sfeb ihm so viele Schwierigkeiten entgegenstellen, ebenso Wfe in dein Ländern seiner Nachbarn in der arabischen . Welt,; die er erobern und nach seinem Gutdünken regiereifeiwill. ’fc>ie politisejÜp und wirtschaftliche Lage Aegyptens ist weit davon entfernt, vielversprechend für seine Bewohner zu sein. Politisch) existiert die Freiheit nicht. Die Presse ist geknebelt, die1 Gegner des Regimes, die es zu kritisieren wagen, sind eingesperrt oder werden rücksichtslos verfolgt. Es ist ein Verbrechern, sei es selbst leise, die Armut des ägyptischen Volkes infolge der sozialistischen Politik, die der Diktator treibt, als „wirtschaftliche Katastrohpe“ zu bezeichnen. Wenn d*as sowjetische Regime, das sich marxistisch-leninistisch nennt, den westlichen Nationen Gold verkaufen muss, um wegen der geringen Produktion der Landwirte Maschinen und Getreide zu kaufen, ist es unbegreiflich, dass Nasser, ohne ähnl che Mittel, die Bedürfnisse seiner Untertanen befriedigend verbessern könnte. Wenn die Innenpolitik eines"Landes schlecht ist, pflegt es auch seine Aussenpolitik zu sein. Dies zeigt die Isolierung, in die Nasser sein Volk geführt hat. Die viel gerühmte „Politik des persönlichen und nationalen Prestiges“ hat sich in das Gegenteil verwandelt. Die Araber vertrauen schon nicht mehr dem, der seit dem ersten Tag mit Anmessungen als Beschützer und Organisator grosser zerstreuter Kräfte auftrat'. Zuerst entfernten sich Marokko und Tunis. Der Einfluss in Algerien ging mit dem Sturz von Ben Bella verloren, den Nasser als „brüderlichen Freund“ hatte. Mit der gestürzten Regierung im Irak verlor Nasser einen anderen der „Flügel“ seiner arab’schen sozialistischen Revolution. In Kuwait werden die ägyptischen Teohniker entlassen, und der VAR wird die finanzielle Unterstüziing entzogen. Libyen weigerte sich, seine Beziehungen mit der Deutschen Bundesrepublik abzubrechen, wie Nasser ihm riet, als Bonn einen Botschafter in Israel bestellte. Libyen ersetzt die ägyptischen Lehrer durch libanesische und lehnt es ab, die Evakuierung der anglo-nordamerikanischen Stützpunkte zu fordern. Weiter worden die Führer der nasserschen Demokratischen Volkspartei kn Sudan eingekerkert. Chartum, die Hauptstadt des Sudan, erkennt Mairo nicht das Recht zu, dass Flugzeuge mit für die Rebellen im Kongo bestimmten Waffen das Land überfliegen. Die Regierung Syriens setzt ihre Kampagne der Schmähungen gegen Nasser fort, den sie als „Genossen des Zionismus“ anklagt, weil er Israel nicht angegriffen hat. Die Baathisten kritisieren ihn ebenfalls bitter, weil er mit König Feisal von Saudi Arabien zu einem Uebereinkommen gelangt ist, um dem Bürgerkriegim Yemen ein Ende zu setzen, aus dem die ägyptischen Truppen zurückgezogen werden müssen. So grob ist die Opposition Syriens, dass Nasser droht, nicht auf der Konferenz in Casablanca zu verbleiben, wenn Syrien ihn weiter attackiert und sioh mit seinem Parnarabertum zusammenzuarbeiten weigert. Ohne über die Zukunft, die General Nasser erwartet, Voraussagen machen zu wollen, ist es nicht gewagt zu behaupten, dass die Diktatoren, die mit der grössten Omnipotenz und dem grössten Prestige bei ihren leichtgläubigen Völkern beginnen, im beste Falle im Schatten zu enden pflegen. ZWISCHENFAELLE Tel Aviv. — Transjordalische Schützen beschossen einen Passagierzug, der von Jerusalem nach Haifa fuhr. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe von Bet Sefafa. Ein 14jähriges Mädchen wurde von den Splittern eines Fensters, das eine Kugel durchschlug, leicht verletzt. Israel erhob Beschwerde vor der gemischten trans jordanischisraelischen Waffenstillstands-Kommission. Bei Bet Gowrin wurde eine israelische Patrouille von transjordanischen Positionen aus beschossen. Die Israelis erwiderten das Feuer. An der gleichen Stelle .fand einigen ’ Stunden später eit?* nochmaliger FeuerwectG sel statt. (ITA). ~ Aus der Haft entlassen Hamburg: — Der Bundesminister für wissenschaftliche Forschung hatte der Staatsanwaltschaft ein Kautionsangebot für die Entlassung des früheren Kriminalkommissars und SS-F .irers Gerhard May mal d aus der Untersuchungshaft gemacht. Das bereits vor einiger Zeit schriftlich unterbreitete Angebot wurde jedoch licht berücksichtigt. Maywald, der an Erschiessungen von Juden im Oste während des Krieges verdächtigt wird, ist inzwischen aus anderen Gründen in Hamburg entlassen worden. (AWZ) Hakenkreuze verboten Bonn: — Ein Antiquar ln Köiln wurde bestraft, weil er SS-Mützen mit Nazi-Abzeichen in seinem Fenster zum Verkauf feilbot. Aehnlich ging es einem anderen Händler in Düsseldorf, der militärische Auszeichnungen und Uniformen aus der Nazizeit verkaufte, die alle das Hakenkreuz trugen. In Westdeutschland sind der öffentliche Verkauf oder die Ausstellung solcher Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus verboten. Ein reuiger Nazi Toronto: — David Stanley, der sich selbst “Führer” der Nazijugend genannt hatte, erklärte in einer Pressekonferenz, dass er den für ihn nicht leichten Entschluss gefasst habe, seinen Ideen abzuschwören und für seine Hasskampagne gegen die Juden um Verzeihung bitte. (ITA) lung von sechs Ministern bekanntgegeben, sämtliche ausgoschiedenen Minister waren Nasser - Anhänger gewesen, und vier von ihnen hatten sogar dem gemeinsamen politischen Dachausschuss angehört, den Aegypten und Irak auf Betreiben von Marschall Aref gebildet hatten. Der irakische Prä— sident hatte eine politische Kehrtwendung vollzogen, deren Ursachen bis zum heutigen Tage nicht völlig geklärt sind, wenn er auch in einer Rede ein erneutes Bekenntnis zur Union ablegte. Nasser hatte einen schweren Rückschlag erlitten, und von seinem Ziel, das Erdöl politisch einzusetzen, ist er heute weiter denn je entfernt Westdeutsche Nazis Berlin: — In Ostberlin wurde von Prof. Albert Norden, dem Leiter des Propagandabüros, auf einer Pressekonferenz die Publikation einer Broschüre von 34 Seiten mit 1800 Namen von westdeutschen Nazis bekanntgegeben. Er behauptete dass sich darunter zahlreiche Kriegsverbrecher befinden, cfie jetzt in hohen amtlichen Stellungen in Bonn tätig sind. Noch eine Synagoge weniger New York: — Die sowjetischen Behörden haben die Juden in dem estnischen Städtchen Talin mitgeteilt, dass die Synagoge abgerissen werden wird, um einem städtischen Gebäude Platz zu machen. Ein jüdisches Gesuch um Anweisung eines Terrains für ein neues Gotteshaus wurde abgelehnt, (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 826.205 í

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