Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2134 (17.9.1965)
- Date
- 1965-09-17
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — VJMroe«, 17 de Septiembre de 1965 LA semani israelita Ereignisse der Woche Regional - Konvention der DMA Die Wichtigkeit der behandelten Themen, die Anwesenheit bedeutender Delegationen und das hohe Niveau der Diskussionen gestalteten die 1. Regional- Konvention die die DAIA in Córdoba abhielt, zu einem würdigen Ereignis. Nicht nur die grosse Zahl von Vertretern der Filialen aus dieser Provinz sowie aus Catamarca und La Rioja, sondern auch der Verlauf der Sitzungen am 28. und 89. August bestätigte die Richtigkeit der auf der Nationalkonvention in Mar del Plata ergriffenen Initiativen. Etwa 60 Delegierte waren zur Eröffnungssitzung erschienen, die im Sitz des Centro Unión Israelita von Córdoba stattfand. Nachdem der Sekretär der dortigen DAIA-Filiale. Herr Jaime Pompas, die Anwesenden begrüsst hatte, ergriff Präsident Dr. Isaias Schpilfoiguel das Wort, um im Namen des cordobeser Jischuw dafür zu danken, dass diese Stadt zum Sitz der Konvention ausgewählt wurde. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Beratungen zu positiven Ergebnissen führen Naechste Woche ROSCH HA5CKANA- AUSGABE der Jüdischen Wochenschau _ Mt - - Bestellen Sie Ihre GLÜECKWUNSCH ANZEIGE auch telefonisch: 83 2613 würden, um neue regionale Zentren, der DAIA zu gründen, damit die bestehenden Aufgaben schneller und wirksamer ihre Lösung finden. Interessante Ausführungen von Dr. Salomón Roitman über die Lage im Lande im allgemeinen und im besonderen mit Beziehung auf iie jüdische Gemeinschaft führten zu einer wertvollen Aussprache, die mit der Feststellung endete, dass die Juden als Bürger logischerweise ihren eigenen Ideen folgen können, solange die Gemeinschaft als solche nicht durch politische oder parteiliche Stellungnahmen kompromittiert wird. Der Vizepräsident der zentralen DAIA, Dr. Sión Cohen Imach, umriss die essentiellen Aspekte der Aufgaben dar Dachorganisation des argentinischen Judentums. Eine angeregte Debatte beschloss die erste Etappe der Konvention, bei der sich folgende Redner zu vorher. festgelegten Themen äusserten: Dr. Kesteiman für die Bundeshauptstadt, Dr. Danon für La Rioja, der Provinz-Deputierte Dr. Firstater und andere Delegierte aus dem Landesinnern. Die Beratun gen währten bis 2 Uhr morgens. Referate Am folgenden Tage trat die Konvention erneut, diesmal unter dem Vorsitz von Ingro. Sulam, Präsident der DAIA in Santa Fé, zusammen, der als Mitglied der bonaerenser Delegation enter den Teilnehmern figurierte. Zur Beratung gelangten die Berichte, die die ein_ zelnen Filialen vor^elegt hatten und zwar das von den Doctores Alejandro Jassan und Santos Danón ausgearbeitete Exposé im Namen der Filiale in La Rioja, sowie der Bericht, den die Doctores Abraham Jejtman und Salomón Bolomo namens der Delegation von Catamarca unterbreiteten. Anschliessend behandelte Dr. Raúl Kirtchuk (Córdoba) die Frage der jüdischen Jugend, deren Heranziehung zu den Aktivitäten der DAIÀ eingehend besprochen wurde. Besonderes Interesse erweckte ein Bericht von Herrn Sflvio Epstein, Generalsekretär des Centro Universitario Sionista (Buenos Aires), der die Versammelten im einzelnen über die Agi- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfälle Nr. 67/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Eiuropas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr. 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: ELIA KAZAN: Amerika — Amerika, Roman Nr 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr. 66 GEORGES BERNANOS: Ein böser Traum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Män nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München tation gewisser rechtsextremistischer Gruppen in akademischen Kreisen unterrichtete und den Delegierten ein sehr anschauliches Bild vermittelte. Den Referaten folgte eine eingehende Debatte über die angeschnittenen Themen, die zu. interessanten Ergebnissen führte. Die Konvention schloss mit der Erörterung von Fragen im Zusammenhang mit der Gründung der Regional _ Konvention für diese Zone, die in Einzelheiten beschlossen wurde. Präsident und Sekretär werden aus Mitgliedern der cordobeser Zweigstelle,, die Beisitaer unter den Delegierten von Catamarca und La Rioja gewählt werden. Mit einer kurzen Zusammenfassung der von der Konvention geleisteten Arbeit erklärte Dr. Schpilfoiguel die Tagung für beendet. Empfang beim Au&senminister Der Minister für auswärtige Angelegenheiten und Kultus, Dr. Miguel Angel Zavaia Ortiz, hatte in der vergangenen Woche den Reprä sentanten Israels sowie geistliche und wejtliche Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft zu einem Bankett in dem ..Palacio San Martin“ eingeladen. Anwesend waren der Geschäftsträger der Israel-Botschatf, Dr. Aba Gefen; der Grossrabbiner der Congregación Israelita, Dr. Guillermo Schlesinger; der Direktor des lateinamerikanischen Rabbinerseminars, Rabbiner Marshall Meyeir; der Rabbiner der Sefardischen Gemeinde, Ahron Angel; der Rabbiner der Gemeinde Concordia Israelita, Dr. José Oppenheimer; der Präsident der DAIA, Dr. Isaac Goldenberg; der Präsident der AMIA, Herr Gregorio Fainguersch; der Kopräsident cLs Argentinisch-Israelischen Instituts für Kulturaustausch, Dr. León Dujovne, sowie eine grosse Zahl hoher Beamter des Aussenministeriums. Dr. Zavala Oritz verwies in soiner Ansprache auf die Mission der geistigen Führer, ihre Gemeinde zu einem lieben des Verständnisses und der Toleranz zu erziehen. Er unterstrich das Bemühen der argentinischen Regierung, getreu der demokratischen Tradition des Landes, die Atmosphäre des brüderlicher: Zusammenlebens zu erhalten, damit alle Argentinier ohne jedweden Unterschied dem konstruktiven Aufbau der Gemeinschfat, der sie alle angehören, dienen können. Hierauf nahmen die Rabbiner Schlesinger, Meyer und Angel sowie die Doctores Goldenberg und Dujovne das’ Wort. Die Redner dankten dem Aussenminister für die Einladung, die sie als Beweis der Freundschaft werteten. Im besonderen wurde hervorgehoben, dass zum ersten Mal in Argentinien, vielleicht sogar in der Welt, ein Aussenminister in seinem Ministerium ein koscheres Essen servieren lässt, bei dem die Ehrung für Silvano Santander Tel Aviv. — Der Botschafter Argentiniens in Mexiko, Dr. Silvano San. tander, wurde für seinen Kampf gegen den Antisemitismus und seine Verdienste um die Bekämpfung der nazistischen Umtriebe in Lateinameri. ka mit der Gedenkmedaille für den Aufstand des Warschauer Ghetto ausgezeichnet. Der Präsident des Jad Waschern überreichte Dr. Santander die Medaille. rituellen Tischgebete gesprochen wurden. Als letzter Redner dankte der israelische Geschäftsträger, Dr. Aba Gefen, dem Gastgeber für die Einladung die für den argentinischen traditionellen Geist der Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit zeugt. Dr. Gefen sprach Wünsche für den Frieden und das Wohlergehen des argentinischen Volkes aus. Gegen Ausnenseiter In einem Zirkular an die angeschlossenen Organisationen wandt« sich die DAIA an den Waad Hakehillot, weil ein Beamter dieser Organisation, der gleichzeitig ein bekannter Publizist in jiddischer Sprache ist, Ausführungen gemacht hat, wie sie sonst nur in antijüdischen Blättern und Publikationen zu lesen sind Der Beamte des Waad Hakehillot, den wir nur als einen ruhigen und vornehmen Menschen kennen, ist offensichtlich Opfer eines bedauerlichen Irrtums geworden und einer feindlichen Propaganda unterlegen, was selbstverständlich nicht entschuldbar ist. Gerade in einer kritischen Situation wie der unsrigen, in der man täglich das Anwachsen eines schleichenden Antisemitismus beobachten muss, ist es nicht angebracht, dass ein jüdischer Journalist die DAIA angreift und ihr vorwirft, dass sie von Antisemitismus spricht, auch wo es keinen Antisemitismus gäbe. Leider hat der sonst so besonnene Journalist Unrecht. Im übrigen sollte diese Form eines Angriffs unterbleiben, da es zahlreiche andere Möglichkeiten gibt, abweichende Auffassungen zur Kenntnis zu bringen. Zumindestens sollten Beamten einer anderen zentralen Organisation, solange sie ein solches Amt neben ihrer journalistischen Tätigkeit innehaben, schweigen. Ex-Praesident Meistens vergisst man sofort, sobald einer der Repräsentativen, der Jahre hindurch an führender Steile gestanden hat, seinen Posten aus irgendwelchen Gründen aufgibt. Wir haben uns immer darum bemüht, von dieser Methode abzuweichen und Leistungen anzuerkennen, bevor Nekrologe ge_ schrieben werden. Nach vieljähriger Arbeit ist Dr. Günter Ballin von seinem Amt als Präsident einer der grössten unserer Organisationen, der ACIBA, mwfc Die GRABSTEINSETZUNG für meine lieben Eltern Benno Birnbaum und Selma Birnbaum geb. Lewinsky findet s.G.w. am Sonntag, den 19. September, um 9 Uhr 30 in Tablada — Manzana 3, Tablón 24 statt. URSEL GOLDSTEIN Afio XXVI. — Nt 2134 Arthur Miller stark und jüdisch Arthur Miller hat mit sei_ nein Welterfolge „Der Tod des Handlungsreisenden“ ein eminent jüdisches Werk verfasst. Nicht nur das Drama des jüdischen Kleinbürgers, der am Ende eines arbeitsamen Lebens vor dem Nichts steht, sondern jüdisch auch im viel tieferne Sinne. Miller prangert, auch wenn er es nicht ausdrücklich beim Namen nennt, die Lebemslüge der Juden an, die sich bei denen anbiedern wollen, die von ihnen nichts oder, bestenfalls, sehr wenig wissen wollen. Sein Held, der Reisende Willy Loman, lebt von der trügerischen Illusion, dass er überall beliebt sei, dass alle Menschen, mit denen er zu tun hat, seine Freunde seien, die es gut mit ihm meinen und ihm helfen wollen. Er bemerkt gar nicht, dass er in seinem Wahn gerade die beiden Einzigen zurückstösst, die wirklich zu ihm halten und etws für ihn tun. Tausende von Juden haben mit ihrer Lebenslüge auf Sand gebaut, sie irren zerfahren und verträumt dahin und schweben weltanschaulich haltlos in der Luft. Das Werk ist sehr schwer auf die Bühne zu bringen, weil Gegenwart und Vergangenheit, Wahrheit und Gedankenflüge dauernd sich überschneiden. Millers Regieanweisung ist nutzlos, weil das Publikum nicht bemerkt, wenn ein Darsteifer durch eine nicht vorhandene Wand! in die Phantasie fliegt. Os- I car Perrigno hat das grosse Verdienst, diese Klippe weitgehend überwunden zu haben. seine Menschen wirken mitunter alt und mitunter viel jünger. José Maria Gutiérrez spielte und lebte den Träumer. Vor ihm haben hier Buloff und Ibañez Menta die Rolle gespelt, und Frédéric March im Film. Gutiérrez war diesen grossen Vorbildern eben» bürtig. Sem Wandel vom Pläne-spinnen zum Toben war grossartig, sein Innerer Kampf vor dem Freitod tief erschütternd. Maria Luisa Robledo war die schlichte Mutter mit Herz, die real dachte und den geliebten Mann und die Kinder vor ihren Hirngespinsten beschützon wollte. Ihre Totenklage griff ans Herz. Alfonso de Grazia, mit viel mehr Wucht, und Samuel Zaroimber gaben die Söhne, die gleich ihrem Vater von Träumen und Lebenslügen zehren. Almovici spielte fast gespenstisch den toten Bruder, Ignacio Finder einfach und herzlich den lebenden. Héctor Salemme war der kluge, gutmütige Neffe und Maria Lasio voll Temperament „die Frau‘‘, der Stein des Anstosses. Das Publikum bereitete der grossartigan Aufführung im IFT eine verdiente Ovation. Ein starkes und wertvolles Werk für besinnliche Menschen und ganz besonders für nachdenkliche Juden. Dr. Kar] Kost früher allgemein IKG, genannt, zurückgetreten, und an seine Stelle ist einer der ältesten Mitarbeiter des Vorstandes, Herr Manfred Anspach getreten. Dr. Ballin war schon lange vor seiner Wahl zur Prä_ sidentschaft der ACIBA mit dieser Organisation aufs engste verbunden, der er — in welcher Eigenschaft auch immer — seine grossen Fähigkeiten zur Verfügung gestellt hat. Jahre hindurch hat er sich als Präsident mit den vielfachen Sorgen einer Organisation abgegeben, die das alltägliche Leben betrafen und nichts oder wenig mit jenen grossen Ideen zu tun haben, über die man zu diskutieren pflegt. Ballin, an Debatten gewöhnt, hat auch den Mut zur Kleinarbeit gehabt, auch wenn sie ihn wenig interessierte. Immer aber war er bemüht, die Verbindung zur I grösseren Einheit, nicht nur des ehemals deutschen Judentums, sondern der neuen lateinamerikanischen Umwelt herzustellen. Dass viele Gerüchte herumgehen, ist jeder gewöhnt, der im öflf entliehen jüdischen Leben steht. Dass Ballin eine Berufung an eine deutsche oder gar ostdeutsche Universität habe, trifft nicht zu. Auch andere “rumores“ entbehren der wahren Grundlage, im übrigen kann man doch fragen und braucht sich nicht auf Gerüchte zu verlassen. Abgesehen von diesen mitunder nicht erfreulichem “Kaffeehausgeschwätz“ bleibt festzustellen, dass nicht nur ACIBA ihrem scheidenden Präsidenten, sondern alle Herrn prof. Ballin Dank für seine Arbeit schulden. Wir (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) LUDOVICO WOLF ALBERTO u. VALIA UgtbFr JAKOBI ISSAZADEH geben die VFRMAEHLUNG ihrer Kinder MARTIN MIGUEL WOLF und IRENE RAQUEL ISSAZADEH bekennt. Die Trauung findet s.G.w. Samstag, den 25. Septem oer, um 19 Uhr 30 im Tempel Libertad, Libertad 785 statt. Cuba 2263 I A LUACH - (KALENDER) Freitag, den 17. September 20. Elul Sonnabend, den 18. September 21. Elul Parschat KI-TAWO 5. B. M. XXVI 1 — XXIX 8 Haftara Yeschayabu LX 1—22 Sonntag, den 19. September 22. Elul 1. Tag Slichot Montag, den 20. September 23. Elul 2. Tag Slichot Dienstag, den 21, September 24. Elul 3 Tag Slichot Mittwoch, den 22. September 25. Elul 4. Tag Slichot Donnerstag, den 23. September 26. Elul 5. Tag Slichot Freitag, den 24. September 27. Elul 6. Tag Slichot Sonnabend, den 25. September 28. Elul Parschat NITZAWIM 5. B. M. XXIX 9 - - XXXI 30 Haftara Yeschuyahu LXI 10 — LXIII 9 Letzter Tag Slichot Sonntag, den 26. September 20. Elul EREW ROSCH HASCHANA I f°rt,eïf& - Jeten **>■ der als ' siuins ■A. SM Zahl dem R*1 i Folge grwartun um die ijrratohe j erfahre UGD jgindepr je kur» arstellur;n und ■ schilde spr» iiclte, interla: zur; un üt * Rabb Directoi «I calzad dein deine 8®rstunn STi