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Jüdische Wochenschau · 1965-08-27 · 2131 (27.8.1965) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2131 (27.8.1965)
Date
1965-08-27
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 27 de Agosto de 1965 LA SEMANA (SRAELllA Año XXVI. N? 2131 — 5 Ereignisse der Woche CFortsetzung der Ereignisse von Seite 4) geben, dass hinter bürokratischen’ Aktenbündeln diejenigen Gruppen unbestraft bleiben, die Unruhe ins Land bringen würden. Er sagte ferner, dass der Antisemitismus ¡¿ur Schaffung von Vorurteilen benutzt werde mit dem einzigen Ziel, totalitäre Gedanken . und Prinzipien zu fördern. In diesem Zusammenhang fiel seine Bemermacht hat, genügen aber die besten Vorsätze nicht, wenn nicht dahinter eine starke Executivgewalt in der Praxis des Alltags steht, um den guten Willen in die Tat umzusetzen und den demokratischen Grundsätzen des argentinischen wie lateinamerikanischen Lebens Geltung zu verschaffen. Erklaerung aus Montevideo Freiheit des Menschen und die Demokratie der Volker erklärt die DAIA im Namen der jüdischen Gemeinschaft, die einen untrennbaren Teil des argentinischen Vootes bildet, ihre Verbundenheit und gibt ihrer Ueberzeugung Ausdruck, dass das vorbildliche Leben des Generals San Martin über den Tod hinaus eine Quelle geistiger Energien bildet, welche die unauslöschbaren argentinischen Ideale nähren und nützen. KKL Feier Aus Anlass seines ^jährigen Bestehens veranstaltete das zentraleuropäische KKL Comité eine Feier, die ein zahlreiches Publikum vereinigte. Der Comite-Präsident, Herr Curt Wilk, würdigt-; die Bedeutung der Arbeit für den KKL in Vergangenheit und Zukunft. Anschliessend wurden e'nige Darbietungen gebracht Bemerkenswert war der Kavierspieler, der sich als ein ausgezeichneter Künstler erwies. Meyer-Keyt trug geistreich zum Gelingen der Veranstaltung bei. Ehrung Hellmanns s. A. Auf Einladung des ständigen Delegierten des Jüdischen Weltkongresses in Lateinamerika, des Herrn Mark Turkow, versammelten sich zahlreiche Repräsentanten der führenden Organis tionen, die Mitglieder der Executive des Jüdischen Weltkongresses in Südamerika und andere führende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, um an seinem 15. Todestag des unvergesslichen Dr. Jakob Hellmann zu gedenken, dessen starke Persönlichkeit der argen mischen Judenheit in schwerster Stunde Ziel, Richtung und Inhalt gegeben hat Bei vielen Anlässen wurde gerade in diesen Spalten die Persönlichkeit Hellmanns gewürdigt, dessen fanat'sche Liebe zu seinem Volk, dessen tiefes und umfassendes Wissen und dessen Einsatzbereitschaft noch jetzt vielen ein leuchtendes Beispiel ist Die Veranstaltung erhielt durch die Anwesenheit von Yehuda Hellmann, des Sohnes des Verewigten, eine besondere Note, der heute im Leben der nordamerikanischen Judenheit eine führende Rolle spielt. (Weitere Informationen über diese Feierstunde in unserer nächsten Ausgabe), — Nordamerikaner in Israel New York. — Ueber 2.000 Nordamerikaner aus USA und Kanada befinden sich gegenwärtig für einen Zeitraum von zwischen sieoen Wochen bis zu einem Jahr in Israel, wo sie an verschiedenen Aufbau- und Forschungs- Projekten der Jewish Agency Mitarbeiten. (ITA) Eine Statistik London. — Die Frage der relativ geringen Häufigkeit von Gebärmutterkrebs unter jüdischen Frauen gelangte im Unterhaus zur Sprache als der konservative Deputierte William Shephard vom Gesundheitsminister Kenneth Robinson wissen wollte, ob er über diese von einem Professor aus Newcastle gemachte Feststellung unterrichtet sei. Der Minister antwortete, dass endgültige Ergebnisse noch nicht verliegen, doch „Untersuchungen das bei weitem seltenere Auftreten dieser Krankheit bei jüdischen eis bei nicht jüdischen Frauen ergeben haben.“ Er fügte hinzu, dass anscheined kung, dass „die jüdische Kollektivität genau so wie andere Kollektivitäten ,Wirtschaftsdelinquenten‘ haben könne“- Offensichtlich wurde die Bemerkung gegen einen — aus den Berichten nicht ersichtlichen — Vorwurf gegen die Juden gemacht, unter ihnen würden sich zahlreiche Personen befinden, die gegen die Wirtschaftsgesetae verstossen würden. Sonst bleibt diese Bemerkung unverständlich. Ghioldi sprach dann davon, dass man die verschiedenen Extremisten nicht nur unter dem Aspekt der von ihnen begangenen Verstösse gegen die Gesetze betrachten und verstehen dürfe. Hier handelt es sich um irregeführte Elemente. Auch die 4.000 antisemitischen Nationalisten seien von einigen Fanatikern und mitunter ,von einem fanatischen Priester“ aufgehetzt worden. Man solle sich auch davor hüten, unter dem Vorwand, gegen den Kommunismus vorzugehen, die Chauvinisten auf der anderen Seite (die rechten Extremisten) zu schonen. — Aus der Debatte, insbesondere aus der Rede des Innenministers Dr. Palmero geht ohne Zweifel der Willen hervor, das Land vor extremen Bewegungen zu bewahren und den Kampf gegen diese Gruppen im Rahmen pol^ilicher und gesetzlicher Möglichkeiten aufzunehmen bzw weiterzuführen. Nach allen Erfahrungen, die man mit solchen Bewegungen überall in der Welt, auch hier ge Anlässlich des Besuches des sowjetischen jüdischen Schriftstellers Aharon Vergelts, Herausgeber des „Sowjetisch Heimland“ in Uruguay, gab das Jüdische Zentralcomité eine Erklärung ab, in der festgestellt wird, dass Vergelis ein Vertreter der sowjetischen Kreise ist, welche das Vorhandensein eines jüdischen Problems in Sowjetrussland ableugnen. Er könne daher nicht als Sprecher der russischen Juden angesehen werden, deren Interessen er nicht verteidigt. Das Comité erinnerte daran, dass Organisationen wie der Europarat, die Versammlung des Lateinamerikanischen Parlaments in Lima und ebenfalls die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses auf ihrer kürzlichen Konferenz in Strassburg in energischen Resolutionen auf das Dilemma der russischen Judenhedt hingewiesen haben. Aus diesem Grunde könnten Abgesandte wie Vergelis niemanden dazu veranlassen, von dem Kampf um die Rechte der russischen Juden abzulassen. Anschluss der DAIA Anlässlich des Nationalfeiertages zu Ehren San Martins erklärte die DAIA ihren Anschluss an die Feiern des 115. Todestages des grossen Freiheitshelden Amerikas. Nach einer ausführlichen Würdigung seiner zu einem Mythos gewordenen Persönlichkeit und seiner unvergänglichen Verdienste um die ZUM AUFBEWAHREN WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5726? Erew Rosch Haschana 1. T, g Rosch Haschana 2. Tag Roscha Haschana Zorn Gedaljia Kol Nidre Jom Hakipurim Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot Hoschana RaDba Schemini Azeret Simchat Tora Schabbat Bereschit Zerstörung der Synagogen in Deutschland Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2. Tag Chanuka 7. Tag Chanuka 8. Tag Chanuka Fastan Assara beTewet Chamischa Assar biSchwat Neujahr der Bäume Fasten Ester Purim Schauschan Purim Schabbat Hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto (27. Nissan) Yom Haatzma’ut Lag Be’Omer Erew Schawuot 1. Tag schawuot Fastan Schiva assar be’Tamus Erew Tischa beAw Fasten Tischa beAw Sonntag, den 26. September Montag, den 27. September Dienstag, den 28. September Mittwoch, den 29. September Dienstag, den 5. Oktober Mittwoch, den 6. Oktober Sonntag, den 10. Oktober Montag, den 11. Oktober Dienstag, den 12. Oktober Sonntag, den 17. Oktober Montag, den 18. Oktober Dienstag, den 19. Oktober Sonnabend, den 23. Oktober 16. Marcheschwan 5699 — 9. November 1938 Sonnabend, den 18. Dezember Sonntag, den 19. Dezember Montag, den 20. Dezember Sonnabend, den 25. Dezember Sonntag, den 26. Dezember Sonnabend, den 1. Januar 1966 Sonnabend, den 5. Februar Donnerstag, den 3. März Sonntag, dem 6. März Montag, den 7. März Sonnabend, den 2. April Montag, den 4. April Dienstag, den 5. April Mittwoch, den 6. April Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Sonntag, den 17. April Montag, den 25. April Sonntag, den 8. Mai Dienstag, den 24. Mai Mittwoch, den 25. Mai Dienstag, den 5. Juli Miontag, den 25. Juli Dienstai(, defi 26. Juli Elrew Rosch Haschana 5727 Mittwoch, 14. September 1966 Vom Auschwitz-Prozess Eine umfassende Information über das Urteil im Auschwitz-Prozess, dem grössten und längsten Prozess, der jemals vor deutschen Gerichten geführt worden ist, liegt noch nicht vor. Wie bekannt, wurden einige Angeklagte zur Höchststrafe, lebenslänglichem Zuchthaus, verurteilt, drei der Angeklagten wurden freigesprochen, die übrigen erhielten zeitlich verschieden lange Freiheitsstrafen. Die Staatsanwaltschaft teilte ihre Auffassung mit, dass nach ihrer Meinung mindestens acht Angeklagte, von denen die schrecklichsten Verbrechen begangen worden sind, sehr leichte Strafen erhalten hätten. Die Staatsanwaltschaft würde insoweit Berufung einlegen und härtere Strafen beantragen. Zu denen, die zu leichte Strafen bekommen hätten, gehören vor allen Dingen die beiden früheren Vizekommandanten des Todeslagers Auschwitz und einer der Aerzte, der freigesprochen wurde. Die Staatsanwaltschaft verlangt für weitere acht Angeklagte, unter ihnen die soeben genannten Vizekom- „DIE KROEiNUNG DER POFPEA“ IM COLON Eine der ersten Opern, die je komponiert wurden, stammt von Claudio Monteverdi. Seine „L’Incoronazione di Poppea“ ist nun über 300 Jahre alt; sie verschwand sporadisch von den Spielplänen, oft für Jahrzehnte, um besonders in unserer Zeit wieder entdeckt zu werden. Unter den vielen Bearbeitungen wählte man — leider — die sehr farblose von Ricardo Nielsen, wodurch die reichlich monotone Version des Dirigenten Bruno Bartoletti, unterstützt von der wenig glücklichen oder einfallsreichen Regie Virginio Puechers mit zu langen szenischen Untersuchungen, noch unnötig gezerrt wurde. In der Titelrolle, der Geliebten Neros, machte die chilenische Sopranistin Claudia Parada ein denkbar günstiges Debut. Der ehebrecherische Kaiser wurde von Carlos Cossutta hervorragend interpretiert. Die Kaiserin Octavia fand in Biserka Cvejic eine ideale Ausdeuterin, und Seneca wurde von Wiluam Wildermann erschütternd wiedergegeben; der Abschied von seinen Schülern vor dem Freitod war ergreifend. N:lda Hof mann, Ora lia Domínguez, Carmen Burello und Luisa Bartoletti gingen in ihren kleinen Partien auf; Noemi Souza befriedigte nur teiLveise, Renato Cesari (Otto) enttäuschte. Die dürftige szenographie Luciano Diamanis entsprach in keiner Weise der Hierarchie eines Teatro Colón; sie war das System eines Kasperletheaters mit kontrastlosen Farben. Wundervoll die kurzen Auftritte von Tullio Bon is Cölön-Chor. * Eines der transzendentalsten Ereignisse der Musüte saison 1965 können wir wegen Platzmangel nur ganz kurz würdigen. Unter den Auspizien des „Mozarteum" erneuerte das „New Philharmonia Orchester“ aus London (1963 kam es ohne „New“) die Beschneidung der jüdischen Männer einer der Gründe hierfür sei. Er beton- \ te auch, dass in Israel das Verhältnis dieser Todesursache bei Frauen nur 1 zu 100.000 beträgt, während in England von 100.000 Frauen 10,6 Prozent an Gebärmutterkrebs sterben. (ITA) mandanten und den Arzt, ebenfalls die Hüchststr fe von lebenslänglichem Zuchthaus. Auch seitens der Verteidigung soll gegen die Urteile, soweit Strafen verhängt worden sind, Berufung beim Höchsten Gerichtshof eingelegt werden. Der Bundesgerichtshof hat nur die Möglichkeit, entweder die Entscheidungen der Schwurgerichte zu bestätigen oder aber die Eröffnung eines neuen Verfahrens anzuordnen. Die Möglichkeit, die verhängten Strafen zu erhöhen, hat der Bundesgerichtshof nicht. Der Auschwitz-Prozess, der am letzten Donnerstag nach einer Verhandlung von zwanzig Monaten abgeschlossen wurde, endete damit, dass sechs Angeklagte zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurden, elf erhielten kleinere Freiheitsstrafen und drei wurden freigesprochen. Sämtliche zwanzig Angeklagte waren beschuldigt, beim Massenmord von vier Millionen Menschen in der schrecklichen Todesmaschine aktiv mitgewirkt zu haben, die von seinen Besuch- Damals unter der Leitung von John Barbirolli, wurde es hier von Paul Klecki dirigiert, den wir von seinen vielen Besuchen als ernsten, verantwortungsvollen Musik mit hohen künstlerischen Ideen kennen und varehren. In den drei — leider sehr konventionellen — Programmen wurden die Tschaikowskysche „Fünfte“ die Brahmssche „Vierte“ und die 7. Sympohnie von Beethoven geboten. Als Solist trat nur der ganz hervorragende Hornist Alan ivil in Erscheinung (Mozart, Hornkonzert Nr. 4, KV 495 und das grosse Solo im zweiten Satz von Tschaikowsky) Faures „Siciliana“ (Pelleas et Melisande) die „Feue.rvogel-Suite” von Strawinsky, die Haydn-Variationen von Brams. Schönbergs „Verklärte Nacht“ sowie Kompositionen von Delius und Benjamin Britten vervollständigten die drei wundervollen Konzerte, wundervoll durch den fast einmaligen disziplinierten, in Wohllaut gesenk ten Zusammenklang, die .ouverän — und bei Branms und Beethoven mit nicht, zu überhörenden Tempo2ii,enwilligkeiten — von Kletzki betreut winden. Der Beifall war jedesmal frenetisch, und die „Lcr.loner“ boten bereitwillig stets Zugaben.! den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz eingerichtet worden war. Gegen die folgenden Angeklagten wurde Berufung beim Obersten Gericht eingelegt: Gegen Robert Mulka und Karl Hoecker, die zu 14 bzw. 9 Jahren Zuchthaus verurteilt worden sind und die beide Vize-Kommandanten in Auschwitz w„ren. Gegen Viktor Capesius, den Lager-Apotheker, der zu 9 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Gegen den Zahnarzt Willi Schatz, der freigesprochen worden war. Gegen Klaus Dylewski, verurteilt zu 5 Jahren Zuchthaus, gegen Pery Broat, verurteilt zu 4 Jahren Zuchthaus, gegon Hans Stark, verurteilt zu 6 Jahren Zuchthaus. Alle diese Angeklagten waren Mitglieder der Gestapo, über die von ihnen begangenen Verbrechen und Grausamkeiten wurde in dem Prozess, der vorige Woche abgeschlossen worden ist, pinfassender Beweis erhoben. Monat des Jüdischen Bucheis In dieser Woche wurde im Hause der Kehilla der „Monat des Jüdischen Buches'4 als Zeichen der Bedeutung des jüdischen Buches und der Liebe des jüdischen Volkes zum Buche feierlich eröffnet. Mit der traditionellen jüdischen Buchausstellung setzt die Kehilla diese jüdische Tradition fort; in diesem Jahr ist die Buchausstellung besonders reichhaltig und zeigt viel interessantes Material neben einer Ausstellung von Gemälden jüdische Maler in Argentinien. Die Ausstellung ist täglich abends ausser Sonnabend und Sonntag geöffnet und gibt jedem die Möglichkeit, jüdische Bücher zu bis SO Prozent verbilligten Preisen zu kaufen. Jeder Besucher erhält einen Katalog und kann sich so über die Ausstellung, die auch einige Bücher in deutscher Sprache enthält, leicht informieren. J U E D I S C H E BUCHHANDLUNG TALESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Uebe/setzg., LUACH 5726, Neujahrs- Gliickwunschkarten G. KAPLANSKY Pueyrredon 451 T. E. 89 3431 Curt B. M. Weissstein JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS GEHTEIt M AH.nbr M. TEL AVIV P. OB. 4444 Musik in Buenos Aires

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