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Jüdische Wochenschau · 1965-07-30 · 2127 (30.7.1965) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2127 (30.7.1965)
Date
1965-07-30
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Wlt und KUNST Musik in Buenos Aires Die Vereidigung Goldbergs * Freispruch helfen? (Jot,, ^IllOWIG BATO rück, wo er 1915 einsam ui; mm«« «f>n aus dem irdische Vota öei ite Kitdie. isieheaä <wi. ■el* Bile: xm WIRD SCHOf ar im Beamte 1®, stetekhhtV* tarnt Gtaí Ttóit am einet Sitamj i® ctiischen Rektales s ihm sein Stata •ingenóes Telegrama ihi*. Er grití mediamch der Depete, vum hatte et in». , áa w et ml wie elektrisiert. Das mm kam ans dem mit öer km im te Papst mhetm Dt. Ttate aum FürstenteM miite emannt ha- Fama eräüt, Grat lätte das Telegramm vlinisterkollegen mit r Bemerkung wei-;n: „Hoifentiich & minera seht» gen nächsten Tag & die damala als! Sensatim galt, « heute, da wir dere Sensationen >d, kaum vor- «n. des neueraann. fürsten stammarisch-Brod, eifrommen catähren. Er war * Vetter meines ¡Johann Hohn, einer in meiner ifbewahrten, im; mit Kreuzstiien Jahrzeitta- 1843 rersehiess «r den Abgels der Faminr erlebt hat. verliess Ungaing gute Land, Streit mit der jüdischen Ge* idenburg und ¡sslich die Taus Bauer, und als re 1845 ein Sohn, geboren arurde, — wie sagt nur jüdisches Spricha man Chaur einem beim Bart inen“ — IUB1 ziehen. Def Junge mac'),e riere in der Erwurden ü® & Tteilt, ein Jaht . er schon Profe^-;irch«ireohts, Aufeinanderteif* Kanzler des W d Domhen. e 1882 kamen« k der Diözese ® um öm Papst und von der Xrreichischen R^ierung Sfel werden musste, ervjes sich indes als überaus gierig. Es gab namhch wei Kandidaten, die «ch l0nkto Anhängerschaft so ¿mlich die Wage hielten, S keiner der Domherren rächte es über sich, seine Jmrne dem gegnerischen Kandidaten zuzuwendem »ndlich schrieb jeder auf Stimzettel den Namen ¡es Domherrn auf. der we-!en seiner jüdischen Atofammung und seines produziert jüdischen Namens time dies nicht in Betracht &. Das Schicksal wolhe « aber anders, und Theodor Kohn wurde Fursterzbi. ^Allein der neugebackene Kirchenfih'st hatte ni ht tiel Freude an seiner glanzvollen Position. Er führte (in strenges Regiment, was . TCr^isi* der Geisthm im greise . n ichkeit wenig Sympathien (intrug. Ausschlaggebend war jedoch seine jüdische Abstammung, die ihn im Vrtke geradezu verhasst mach te Die tschechische Oer ¡entlichkeit konnte sich mit dem Gedanken nicht befreunden, dass eine der tra zensten Stellungen der Geistlichkeit ihres Land«* mit einem Juden besetzt wurde. Und so begann - unter Misaohtung derma »n Disziplin der Kirche *n arges Keaeltreiben im Klerus selbst gegen den neu. m Erzbischof. » kam so weit, dass 1903 m der mng .TJozor“ anonym eine Artfkelserie mit heftigen Angriffen auf Dr. Kohn ersten, der sich hierauf ans Sht wandte und einen tschechischen namens Osaka der Urheberschaft beschuldigte. Der angeklagte Priester wurde tatsächlich schuldig befunden und verurteilt, worauf eine furchtbare Erregung im Volke entstand, und rine aüfgehetzte Menge irang mit Gewalt ins erzbischöfliehe Palais ein wo s»e dies kurz und klein schlug. Der Skandal wurde immer rrösser, und schliesslich geangte der Erzbischof selbst ai der Ueberzeugung, dass seine Lage umso unhaltbarer sei, als ihm weder der Vatikan noch die österreichi- Regierung zur Seite stand. Em. Gegenteil: er wurde lach Rom berufen, wo ihm ier Papst Leo XIII. naheegte zurückzu treten. In den Seitungs meldungen hiees es iass er „auf Wunsch des Papstes freiwillig Verricht leistete.1 Er zog sich verbittert, gerochenen Herzens auf sein lut in der Steiermark zu- i er 1915 einsam und Iprcessen aus deui irdischen STscMri. Wer «« gleicht dachte ec ™ JSr - E”Sd",smÄ iuefnemebSriSgenden Rekannt, jedeniaUs toelt U sein bedeutendes Vermogen zur Gründung einer tschechischen Hochschule m Brünn. Offenbar begehrte er keine Gegenliebe. Das war vor etwa siebzig Jahren. Ist das uns zugekehrte Antlitz mzwiscnen freundlicher geworden? AUCH TIROL MAG DIE JUDEN NICHT Der hochherzige Papst Johann XXIII. traf die Verfügung, dass alle Bilder und Bildwerke aus dem Bereich der Kirchen zu entfernen sind, die geeignet semn.den Hass gegen die Jude*\ j*u schüren oder gar zu entfachen Diese Anordnung trat das Städtchen Rmn bei Hall in Tiröl. in der Kirche von Rinn stand nämlich noch vor wenigen Jahren eine figürliche Rätualmord-Darstellung, che auf päpstlichen Befehl in den Abstellraum verbannt ■wurde. In Rinn soll nämhch ■vor 500 Jahren ein Kind, das später seligrgesprochene „Änderte von Rinn“, von Juden geschändet worden sein. So erzählt eine fromme legende die in Tirol freilich auch heute noch als historische Tatsache gewertet wird. Das Bild wurde nun aus der Kirche entfernt, aber die Erinnerung an den Ritualmord wird auch weiterhin wachgehalten. Die Legende genügt, um nach all deri Schrecken von Auschwitz und Treblinka und der Ermordung von sechs Millionen Juden — mit alljährlichen Prozessionen Und makabrem Devotionalieahandel Hass zu sähen, also genau das, was der verstorbene edle Papst vermieden haben wollte. Der Ritufclmord geistert nach wie vor in den Köpfen, in den Schulen dient er als Aufsatzthema. Da schreibt ein Schüler: „Einmal kamen Juden vorbei. Das Änderte gefiel ihnen so gut, dass sie es haben wollten... Sie holten ee nach einigen Tageri um einen Hut voll Geld Im nahen Birkenwald marterten sie es auf einem Stein, bis es tot war. Dann hängten sie ee auf eine Birke.* Der Kult um Änderte verlangt auch, dass man Kinder in Kostüme zwängt, die sie als kleine Märtyrer darstellen sollen, und erzählt ihnen Nur einen Streifzug in Stichworten wollen wir durch unsere Musikmetropole unternehmen. SKANDAL IM COLON In einer Tosea Reprise wur. de die Partie des Cavaradossi von Giuseppe Di Stefano gesungen, der hiermit vor den anspruchsvollen Bonaerensern debütierte, iter Tenor war nicht im Vollbesitz seiner Stimme, und hinter dem Vorhang Kam es zu heftigem Streit zwischen den Künstlern über Applaus-Prärogativen. Der für den folgenden „Maskenball“ verpflichtete Künstler packte umgehend seine Koffer und verliess nach scharfen Presseinterviews unsere .ungastlichen“ Gestade. „UN BALLO IN MASCHERA“ wurde dank Einspringen von Richard Tucker in der Partie des „Ricardo“ (er hätte bereits abreisen müssen) gerettet. Tucker war das überragende Zentrum der melodiösen unsterblichen Verdioper, „Renato“ (Cornell Mac- Neil) und „Amelia“ <Margherita Roberti) wurden prachtvoll gesungen — somit die drei Hauptdarsteller w-ie. der keine Italiener, sie stammen alle aus New York Oralia Dominguez (Ulrica) befriedigte weniger, dagegen war Norma Palacios Berenstein eine angenehme Ueberraschung als Page „Oscar". Regie (Ricoardo Moreseo) und Ausstattung (Dante Or tolano) traditionell, das Orchester gut unter Bruno Bartolettis unpersönlichem Taktstock; ein „Rausreisser“ wie schon so oft, Tullio Bonis herrlich singender Colön-Chor. ★ Die Galavorstellung des Staatsfeiertages 9 de Julio wurde mit der (für Buenos Aires Erstaufführung) Dar. bietung der 2, Symphonie von Gustav Mahler — „Auferstehungs - Symphonie" — festlich begangen. Aristöoulo Paita dirigierte die nach etwa 30 Proben durchaus annehmbare Version recht ordentlich, das gut spielende dazu eine unwahre und grausame Geschichte. So geschah es noch im Jahre 1962 und es besteht kein Grund anzunehmen, dass in der Zwischenzeit das Ritualmordfest in Rinn abgeschafft worden ist. Was Wunder, wenn dann eines Tages die so erzogenen Kinder, nachdem sie erwachseh sind antisemitische Parolen verbreiten und Untaten begehen. In ganz Tirol wohnen wohl kaum hundert jüdische Seelen, und Rinn ist nicht etwa ein verschlafenes kieines Dorf, sondern ein ansehnliches Städtchen mit 46 Telefonanschlüssen, und unter seinen Bewohnern befindet sich auch ein ordentlicher U ni versitä tsprofessor. Würde da ein positiver Beschluss des Oekumenischen Konzils viel nützen? Da wäre schon eine kontinuierliohe Erziehung von Jahrhunderten erforderlich. Orchester des Nationalen Rundfunks und der dank Boni prachtvoll singende Colön-Chor, sowie die Solistinnen. Im „Urlicht“ Malvina Parnas (Sopran) und Luisa Bartoletti (ausgezeich nete Altistin) rückten das wundervolle Werk ins rechte Licht. ★ RUGGIERO RICCI stand nach ’ mehrjähriger Abwesenheit wieder vor uns Unter Pedro L. Calderon und mit dem Nationalen Sy»n_ phonieorchester spielte er das 2. Paganini-Violinkonzert mit unerhörter Bravour, speziell das Rondo Ha Campaneila) geigte er mit aussergewöhnlicher Virtuosität. Rauscnender Beifall! narciso yepes ist ebenfalls ein gerngehörter Gast. Der spanische Gitarrist spielte diesmal auf seinem neuen zehnsaitigen Instrument und bot Origi. nalVersionen wie auch Transskriptionen aus der „alten“ Schule ¡Bach, A. Pranciscjue) und der Gegenwart (u. a. Poulenc, Oha na, C. Hallfter ’Usw.). Zugaben nannten Namen wie De Palla. Auch Yepes hatte langen, ehrlichen Applaus. ★ BERN ARD MICHELIN Nach längerer Zeit spielte wdeder der bekannte französische, im Schatten seines Kollegen Fournier stehende Violoncellist Bernard Mi che. lin. Der Künstler bot unter wissender Begleitung des ein wenig *u lauten Pianisten Alfredo Rossi einen heterogenen Durchschnitt durch die Oelloliteratur. Michel irr ist virtuoser Techniker, die Verinnerlichung kommt ‘reihe h infolge sichtlicher Nervosität oft etwas zu kurz. Er wurde vom Auditorium sehr beklatscht. MARTHA ARGERICH gehört zu den wenigen Künstlern, die gehalten haben, was sie als Wunderkinder versprachen. Die jetzt 23jährige Argentinierin liess bereits mit 5 Jahren aufhor. chen. Glücklicherweise konnte sie schon als Kind nach Europa zur Ausbildung* g^- hen, und dort arbeitete sich die unermüdliche Pianistin von kleinsten Anfängen bis zur Erreichung grosser Preise herauf. Nun kam sie im Triumph in ihre Heimat zuruck. Ein ausverkauftes Co- Ion bereitete ihr einen entbu- Sias tischen Empfang und nach ihrem Rentree-Programm (Bach, Beethoven) Ohopm und Prokofieff) nen riesigen, spontanen und 1hefech«M«»> * PRAGER STREICHQUARTETT Ihr erfreuliches argentinisches Debüt machte die tschechische Kammermusik- Vereinigung in einem Programm von Mozart, Beethoven und — selbstverstä nd- S ~ D',orak mit seinem »«rühmten „amerikanischen“ Quartett. Die voll aufeinan. der abgestimmten und einge- Washington. — Bei der im Weissen Haus erfolgten Vereidigung Arthur Goldbergs als Botschafter der Vereinig, ten Staaten vor den UN erklärte Goldberg, er übernehme seine neuen Pflichten rnit dem Gefühl, dass man diese Weltorganisation nicht init ungebührendem Pessimismus betrachten solle sondern ihre Verdienste um die Konflikte in Suez. Kcrea. im Iran, Kongo und Zypern anerkennen müsse. Präsident Lyndon B. Johnson würdigte Goldberg und hob hervor, dass er keinen Mann kenne, der „fähiger und berufener wäre, um die Politik der USA in oer vom Präsidenten und Kongress bestimmten Form auszudriikken, zu interpretieren und zu erläutern.“ Goldberg brachte seine Bereitschaft zum Ausdruck, der diplomatischen und finanziellen Krise, welche „die UN wie ein Geist überschattet" die Stirn zu bieten. In diesem Zusammenhang äußerte er, man dürfe in einer Zeit der Uneinigkeit in den Vereinten Nationen „kei_ nen unangebrachten Pessimismus empfinden sondern müsse vielmehr Anerkennung für die von diesem Forum vollbrachten Taten helfen . ei^u 5ld,WUrde 5n einer eindrucksvoHen Zeremonie ion Oberrichter Hugo Black abgenommen, der von der sprach, die Arthur Goldberg von alflnen Kollegen am Obersten Gerichtshof enteegengebracht wird. AEGYPTENS BOT. SCHAFTER BEI RUSK Staatssekretär Dean Rusk ersuchte den ägyptischen Botschafter Mustafa Kamel, mit seinem Urteil darüber zuruckzuhalten, dass ein Mann, der sich selbst einen Zionisten nennt, zur Vertretung der Interessen der USA vor den Vereinten Nationen ernannt worden ist. Nach seiner 45 Minuten währenden Unterhaltung mit dem ägyptischen Diplomaten verlautete, dass Rusk seinem •Besucher versicherte, Präsident Nasser dürfe sicher sein dass Goldberg der arabischen Sache in Fragen, die auch Israel betreffen peinlich bemüht sein werde, gerecht und objektiv zu urtei- TTnf ^a,mel die Unterhaltung als „nützlich« wLn* amerikanisoh-ägypti. sehen Beziehungen, denn wten nhÄbe JaUt »te die positive Seite gestärkt werden könne“. Er Fvf^hinZU' die Sucr* «ach und Stabilität im u eine recbt heikle und komplizierte ali- ITelegenheit. Er vermied je S h*n Goldüber den ihn die Journalisten befragte». spielten Künstler wussten ih- Landsmann mehr als oen Klassikern nahezukom „ ’ technisch waren sie 05 ba^te Curt B. M. Wefc«Krfein Israel ^cuenta con «na de tas compañías más avenadas de la aviación mundial. Usted, Que manifiesta solidaridad con ’ el joven Estado y es desarrollo económico, llegue a Israel en alas de su empresa nacional. SLAL UNEAS AEREAS OE ISRAEL OFICINA PARA SUD AMERICA: AVDA JULIO A. ROCA 550, Pi-9 T£L 30-8316/3757 BUENOS AIRES , Trotzdem sickerte durch, dass die Ernennung Goldbergs das Hauptthema bei dieser Zusammenkunft bildete. Botschafter Kamel verlieh auch seiner Besorgnis über die nordamerikanisohen Waffenlieferungen für Israel Ausdruck, die dazu eingetan seien, das Wettrüsten anzukurbeln. Wie man weiss, ist das State Department bemüht, entgegen der parlamentarischen Opposition neue Wege zu finden, um Aegypten Hilfe zu leisten. Senat bestaetigte Goldberg Washington. — Die Bestätigung des Richters des Obersten Gerichtshofes Arthur Goldberg zum USA-Botschafter vor den UN wurde vom Senat, der mit ungewohnter Schnelligkeit handelte, schon am vergangenen Wochenende einstimmig ausge. sprachen. Goldbergs Fähigkeiten wurden von allen bei der Sitzung anwesenden Senatoren lobend anerkannt. Goldberg erklärte, er sei sich der Notwendigkeit bewusst, mit allen Völkern ahne Rücksicht auf ihre rassischen oder religiösen Unterschiede zusammenzuarbeiten. -— (ITA) RiUsk erweckte ,n Dr. Kamel den Eindruck, dass das Aussenministerium weitere Hilfe und Anleihen in Betracht zieht, die über die 37,500 000 Dollar hinausgehen, welche kn vergangenen Monat .wegen der verbesserten Beziehungen zwischen beiden Ländern“ zugesagt worden sind. Da« State Department gab sich auch Mühe, die Bedeutung der vom Amt der Staatskontrolle gemachten Enthüllung zu verkleinern, dass Aegypten sich einer betrügerischen Handlung schuldig machte, indem die von Amerika unter falschen Vorspiegelungen erhaltenen Lebensmittel, die zur kostenlosen Verteilung unter die hungernde Bevölkerung bestimmt sein sollten, von ägyptischen Beamten mit Gewinn verkauft worden sind. (ITA) Ihr gut«r Freund an kalten Tagen der CARLTON- MANTEL m moderner und klaaeischer Form. AQUÄTITE, der Gobardin Mantel für höchste Ansprüche, mit aus' wechselbarem Mohair. Und wenn Sie Mass' kleidung wünschen, erst recht zu CARLTON. Grossauswahl in Fertig* kleidung — Stabiloiorm* Anzüge. Fackgeachaeft für Kerrenkleidung ERNST KOPPEL ú 982, TE 3 i 7845 50 Meter von Plaza San Martin mit vielen Verbindüngen und Parkplätzen.

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