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Jüdische Wochenschau · 1965-07-23 · 2126 (23.7.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2126 (23.7.1965)
Date
1965-07-23
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Correo Argentino Central B FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Ano XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 23 I>E JULIO DE 1965 N? 2126 EL EJEMPLAR jO m en toda la República PUEXRREDON 2190 19 tcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires E V0 Die wiederholten Nazi- Schm ierer-". :n, Z wiso'oer'f äf\ le und. Drohungen *n Bamberg, die von Unbekannten vorgenommen wurden, -sind ein allgemeines Gesprächs- und Diskussions thema Wahrend es noch nicht gelungen ist, trotz hoher PräVnien die von Stadt und Polizei ausgesetzt wurden, auch nur die Spur der Täter zu entdecken, laufen die merkwürdigsten Versionen. Zweifellos ist die Ceffentlichkeit erregt. Die Häupter der Stadt Bamberg sind nicht nur über diese Vorgänge entsetzt, sie zeigen sich auch hilflos. Die Empörung ist allgemein. Damit werden allerdings die Fragen nicht gelöst, die im Zusammenhang mit diesen und ähnlichen Vor. kcsnmnissen immer wieder gestellt werden. Auch jüdische Kreise in Deutschland die sich über die periodisch auftreten? en nazistischen Ere;gnisse enttäuscht ■ zeigen, sind nicht gewillt, in dieser und den früheren Aktionen einen systematischen Feldzug unbelehrbarer Antisemiten zu erblicken Man d.rf davon ausgehen, dass selbst die überwiegende Zahl der?! U .a Ur ,£ wU;U' - zurückgezogen leben, solche Begebenheiten nicht billigen, da sie nur Unruhe schaffen und die Lage erschweren können. Deswegen hat man allgemein die Vermutung aufgegriffen, dass es sich bei dem Bamberger Täter um einen Geistesgestörten handeln müsse. Da man den Täter nicht von SEM FRANKENS TEES kennt, ist es schwer, zu dieser Vermutung eine abschliessende Stellungnahme zu beziehen. Immerhin sprechen verschiedene Umstände dafür, dass es sich durchaus nicht nur um einen Täter handeln dürfte, sondern um eine Gruppe, die aus verschiedenen verbrecherischen Elementen besteht. Da hier mit grosser Vorsicht und systematisch vorgegangen wur de, deuten auch alle Zeichen Émeu wm& i ÜÜ % /1 iffiSi mm mm darauf hin, dass die Uebeltäter nicht geisteskrank sind, wenn man nicht schlechthin jeden, der solches tut, für geisteskrank ansprechen muss Eine weitere Version die sogar an Boden gewinnt, ist die, dass es sich tiier um kommunistische Terrorakte handeln würde, die lurcnge führt werden, um bestehende Schwierigkeiten in der Bundesrepublik zu erhönen. Dass in früheren, ähnlich gelagerten Fällen kommunistische Drahtzieher am Werke gewesen seien ist bisher nicht behauptet worden. Warum sollte es eigentlich dieses Mal der Fall sein? Tatsache ist, dass im kom munistisch beherrschten Ost deutschland derartige Fälle nicht registriert worden sind. Ob man vor einem Rätsel steht, wie manche erklären, dürfte von der Einstellung des Urteilenden abhängen. Auch wenn man nicht gewillt ist, aus dem Fal; Bamberg verallgemeinernde Rück Schlüsse auf die Haltung und Gesinnung breiter Bevöikerungsteile in Deutschland zu ziehen, sollte man sich davor hüten, diese Begebenheiten zu bagatellisieren. Vor wenigen Jahrzehnten waren allzu viele bereit, gewisse Dekadenzerscheinungen im politischen und öffentlichen Leben auf das Konto eines oder vieler .Verrückter“ zu bringen. Die Folgen hat die ganze Welt getragen. Deswegen dürfte es klüger sein, mit Besorgnis und höchster Aufmerksamkeit diese Vorgänge zu betrachten, zu kontrollieren und zu bekämpfen. KRIEG IN DER WUESTE Vor einiger Zeit hatten die Aegypter gehofft, mit ihren eigenen Truppen und mit der Unterstützung republikanischer Soldaten dps Jemen endlich den Widerstand der Royalisten überwinden zu können. Sie hatten die Pläne auf Ausrottung der Widerstandsnester im Inneren des Landes zurückgestellt, und sie hatten eine grosse Offensive an den Grenzen eingeleitet, um den Jemen endgültig von Saudi Arabien abzuriegeln und damit den Monarchisten den Nachschub von dorther abschneiden zu können. Die Aegypter hofften, dass die Kämpfer in den inneren Widerstandszentren das Ringen aufgeben würden, wenn sie den ägyptischen Erfolg an den Grenzen sehen würden. Aus dem Jemen dringen nicht so schnell zuverlässige Nachrichten in die grosse Welt, aber nach den bisher vorliegenden Informationen scheint es ziemlich sicher zu sein, dass die Offensive der Aegypter erfolglos blieb und die Truppen Nassers und ihre jemenitischen Hilfs- Formationen schwere Verluste davontrugen. Von einem „entscheidenden Sieg“ ist keine Rede mehr, und Kairo ist heute eher bereit, einer politischen Lösung zuzustimmen, wenn diese einigermassen ehrenvoll ist. Von der Notwendigkeit einer solchen politischen Lösung ist vor allem der neue Ministerpräsident Mahmud Nouman überzeugt. Nouman erklärte sofort nach Amtsantritt, dass er eine allgemeine Friedenskonferenz einberufen wolle, um endlich dem "lutvergiessen in seinem Lande ein Er ^e zu machen. Anfänglich suchte Nounu.n einen Weg, um auch die Royalisten an der Konferenz zu beteiligen, aber hier legte Kairo ein Veto ein. Stämme, die unsicher waren und die ihren Standpunkt einige Male geändert hatten, konnten zur Friedenskonferenz eingeladen werden, aber zu offiziellen Verhandlungen dem Imam und seinen Leuten hat sich Aegypten noch nicht herbeigelassen. Nouman gelang es, mehrere unsichere Stammes-Führer an der Friedenskonfe-enz zu beteiligen, und die Tagung endete mit der Annahme eines Programmes für die konstitutionelle Entwicklung des Landes in den nächsten Jahren. Die Stammesvertreter sollen sich an einem Beirat beteiligen und so Einfluss auf die Geschikke des Landes erhalten. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass die Verbreiterung der Basis des republikanischen Regimes allein nicht genügte. Ein Frieden im Jemen ist ohne Einigung mit den Monarchisten nicht möglich. Den Weg zu Verhandlungen mit ihnen kann der von Aegypten abhängige Ministerpräsident Nouman nicht gehen, und deswegen bemüht er sich jetzt um „Internationalisierung“ des Jemen-Problems. Er sandte an fast alle arabischen Regierungen Telegramme, in denen er sie um Hilfe bat, um dem Krieg i seinem Lande ein Ende zu machen. Zuerst wandte er sich an Syrien, wo sein Appell bei General Hafez und der Baath-Führung bald ein Echo fand. Die Syrer hoffen nämlich, durch Hilfe für Nouman den Aegyptern im Jemen Schwierigkeiten machen zu können. Sie v rllen Kairo vor allem vorwerfen, dass es sinnlos den Krieg im Jemen verlängert und dadurch die Aktionsfähigkeit der Araber gegenüber Israel schwächt. Ministerpräsident Nouman wandte sich u. a. auch an den König Hussein und bat ihn um Vermittlung; ein weiteres Telegramm ging an den sauditischen König Feisal. Letzterer antwro: tete, dass sein Land gern bereit sei, dem Jemen zu helfen, „wenn alle beteiligten Par- Grabsteine umgestürzt Wiesbaden: — Durch einen offenen Brief des SPD-Stadtverordneten Max Lippmann an die Wiesbadener Bevölkerung ist bekannt geworden, dass auf einem jüdischen Friedhof in Wiesbaden vor kurzem von Unbekannten etwa 60 Grabsteine umgestürzt wurden. (AWZ) teien sich einigen würden“. Das war ein recht deutli-her Hinweis darauf, dass Nouman auch mit den Monarchisten Verhandlungen aufnehmen solle. Der Ministerpräsident des Jemen antwortete auf diese Andeutung mit einem Appell an das Sekretariat der Arabischen Liga und verlangte Erörterung des Jemen-Problems auf einer Liga-Tagung. Ausserdem beklagte sich Nouman in Noten an andere Staaten bitter über die Hilfe, die Saudi Arabien den Monarchisten angedeihen lässt. Nun musste man damit rechnen, dass auf der Tagung der Ministerpräsidenten oder auf der nächsten ordentlichen Ratssitzung der Liga der Komplex Jemen auf gerollt werden wird. Heftige Zusammenstösse zwischen Aegypten und Saudi Arabien werden unvermeidlich sein, aber sicher werden mehrere arabische Staaten einen Druck ausüben, um den Weg zu Verhandlungen mit den Monarchisten zu bahnen Der arabische Boykott London. — Der diplomatische Korrespondent des „Guardian“ berichtet ,iass die israelische Regierung ihre -rfolgreiche Kampagne gegen den arabischen Boykott last beendet hat, um die Drohunen gegen Firmen zu unterbinden, welche mit Israel Handel treiben. Zu diesen Firmen gehören rund ein Dutzend wichtiger Unnehmen in England Westdeutschland und Holland, die in letzter Zeit ihre Geschäfte mit Israel „halt,ge heim“ machen. Die israelische Regierung hat diesen und anderen Firmen, die sich den arabischen Drohungen beugten, überzeugend erklärt dass sie gegen einen Handel dieser Geschäftshäuser mit arabischen Ländern nichts einzuwenden hat und keinen „Gegenboykott“ ‘plant. Dagegen wehrt sich Israel dagegen, dass diese Firmen de.n arabischen Boykott nachgeben und dann versuchen. mit Israel „schwarz“ zu handeln.. Zu den wichtigsten Unternehmen, die unter arabisenem Druck ihren Handel mit Israel abgebrochen haben, gehören Goodyear Rubber aus USA, Philipps aus Holland und die drei deutschen Elektrizitätsgesellschafien AEG, Siemens und Telefunken- Man erwartet, dass diese Firmen ihre normalen Handelsbeziehungen mit Israel wieder auf nehmen werden. (ITA) USA-Botschafter vor den UN Washington, — Präsident Johnson hat den Richter des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, Arthur J. Goldberg, zum neuen USA-Botschafter vor den UN als Nachfolger von Adlai Stevenson ernannt, , Es Ist das erste Mal, dass ein Jude auf einen so hohen diplomatischen Posten berufen wird. Arthur Goldberg nahm die Ernennung an und wird sein Amt als Oberrichter niederlegen. Fr geniesst von nun an den Status eines Kabinettmitgliedes. Präsident Johnson erklärte, dass Goldberg stets direkten Zugang zum Weissen Haus haben wird und „volle Achtung und volles Vertrauen des Präsidenten und Staatssekretärs geniesst“. Die Zustimmung des Senats wird als gewiss betrachtet. Senator J. W. Fulbright Präsident der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, bezeichnete die Ernennung Goldbergs als „ausgezeichnete 'Wahl“. Goldberg hat sich höchst aktiv an den kürzlichen Bemühungen zur Erleichterung der antijüdischen Diskrimination in Russland eingesetzt. Im vergangenen Mai besuchte er Israel, um auf der Internationalen Konvention der Bne Brit zu sprechen, der er als Mitglied angehört. Bei dieser Gelegenheit hob er hervor, wie wichtig die Unterstützung Israels durch die Judenheit Nordamerikas sei, um die Unabhängigkeit und Sicherheit des jüdischen Staates zu befestigen. REAKTION AEGYPTENS Die ägyptische Botschaft beeilte sich, ihrem Unwillen über die Ernennung Goldbergs Ausdruck zu verleihen und darauf hinzuweisen, dass diese die nordamerikani sehen Beziehungen in den UN mit der Arabischen Liga zu unterhöhlen angetan sei, da Goldberg von den Arabern eher als „fanatischer Anhänger Israels denn als ein objektiver Staatsmann“ betrachtet wird. Es lag allerdings kein formeller Protest vor dem State Depmtment vor, doch man nahm an, dass die ägyptischen Diplomaten telegrafisch Instruktionen von Präsident Nasser erbeten haben. WER IST GOLDBERG? Arthur Goldberg ist Jurist und ein Liberaler. Er ist 57 Jahre alt. Er war ein auf Arbeiterfragen spezialisierter Anwalt, als der ermordete Präsident John F. Kennedy ihn im Januar 1961 zum ersten Arbeitsministei der „Neuen Front“ ernannte Vorher war er juristischer Berater der beiden grossen nordamerikanischen Arbeitergewerkschaften und hatte in dieser Eigenschaft mit dem State Department über den arabischen Boykott und die Blockade gegen USA Schiffe die Verhandlungen geführt. Goldbergs Ruf als Liberaler ist fest gergründet, und sein unermüdlicher Arbeitseifer ist allgemein aner kannt. Er besitzt praktisch keine diplomatische Eirfah. rung, doch jene, die ihn kennen, sind davon über, zeugt, dass seine Eigenschaften als Jurist und sein gesundes politisches Urteil ebenso wertvoll oder vielleicht sogar noch wichtiger für die Ausübung seiner neuen diplomatischen Pflichten sein werden. Der neue Botschafter vor den Vereinten Nationen wurde in Chikago geboren. Englands arabische Freunde London. — Die englische Regierung hat nicht die Absicht, „ihre traditionellen Freunde im Mittelosten zu verlassen oder ihre Beziehungen zu den Arabern wegen der arabisch-israelischen Spannung abzuändern“, so er-,, klärte Premierminister Harold Wilson im Unterhaus. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de là Propiedad Intelectual N1? 826.205

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