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Jüdische Wochenschau · 1965-07-08 · 2124 (8.7.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2124 (8.7.1965)
Date
1965-07-08
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO c 03 o £ 4) -i — ConcesiÓD 908 »- c * Cm '5 «í g TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVI. BUENOS AIRES, JUEVES 8 »E JULIO DE 1965 N* 2124 EL EJEMPLAR en toda la República 10 PUEYRREDON 2190 I« |sq. T. E. 83 2613 Buenos Airea Der El-Arisch-Gaza-Plan Die Aktion des tunesischen Präsidenten Habib Bourguiba, dessen Reden und Erklärungen als offizielle politische Linie Tunesiens anerkannt wurden, hat die bis vor kurzem noch geschlossene Front der Arabischen Liga gesprengt, die nur in der Vernichtung des Staates Israel eine Lösung der Palästinafrage sieht. Seit Monaten vertritt Bourguiba die Auffassung, dass sich die Möglichkeit einer Koexistenz zwischen den arabischen Staaten und Israel finden und das Problem ohne Krieg lösen liesse, — wenn Israel sich mit gewissen Bedingungen einverstanden erklären 'würde. Zwar führt Bourguiba solche Bedingungen an, die für Israel unakzeptabel sind, aber er lässt durchblikken, dass es ihm nicht gerade auf die von ihm genannten Bedingungen ankomme, sondern dass das Wesentliche seines Vorschlages in Verhandlungen um für beide Parteien annehmbare Bedingungen liege. Ministerpräsident Eshkol hat namens der Regierung Israels ln sehr vorsichtiger Weise zu diesen Vorschlägen Stellung genommen. Vorsicht ist zweifellos am Platze; ob aber eine völlige Ablehnung der Initiative des ersten arabischen Staatsmannes der einen neuen Ton angeschlagen hat. das politisch Richtige in diesem Augenblick Ist, muss bezweifelt werden. Nur weil Israel keinen Vorschlag machen konnte, der eine Aussicht auf Verhandlungsbereitschaft weiterer arabischer Kreise mit sich bringen würde, war die Reaktion ablehnend. Inzwischen verdichten sich die Gerüchte dass auch Abdel Nasser, obwohl er jn seinen öffentlichen Erklärungen an seiner feindseligen Einstellung festhält, in privaten Gesprächen die Grundeinstellung Bourgui-. von MEIR FAERRER bas als vernünftig bezeichne. Dazu mögen die militärischen Schwierigkeiten Aegyptens im Jemen und im Irak wesentlich beigetragen haben. Die Zeit scheint gekommen, auch seitens Israels mit einem Vorschlag aufzutreten, der von Faktoren, die guten Willens sind, das Palästiraproblem zu lösen, aufgegriffen werden könnte, um die Situation verhandlungsreif zu machen. Der Ei- Arisch - Gaza - Plan 'st sehen Rates und seines Führers, des Jerusalemer Mufti Amin el Husseini, das Land verlassen haben, um bald nach der Eroberung zurückzukehren die Juden hinauszuwerfen und sich an ihrem Vermögen zu bereichern. Jüdischerseits waren die Araber wiederholt ersucht worden, im Lande zu bleiben, — und die, die sich mit der Staatsgriindung abgefunden haben und in ihren Wohnorten geblieben sind, leben heute Jn Protest gegen Antisemitismus Düsseldorf. — Das Thema, dass die Apathie ind Gleichgültigkeit der Deutschen gegenüber den neuen vandalischen Vorfällen und dem Missbrauch der Pressefreiheit gewisser zum Antisemitismus aufreizender Publikationen zur Erschütterung der verfassungsmässigen Rechte führen können, wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland behandelt. In einer am Schluss seiner Jahreskonferenz angenommenen Resolution stellt der Zentralrat fest, dass die jüngsten antijüdischen Attentate als eine Unterbrechung des friedlichen Zusammenlebens zwischen Juden und Deutschen und gleichzeitig als ein Angriff gegen die Verfassung angesehen werden müssen. (ITA) ein solcher Vorschlag, der entweder offiziell von der Regierung Israels oder inoffiziell von Kreisen, die an der friedlichen Beilegung des Konfliktes aufrichtiges Interesse hegen, ventiliert werden und als Ausgangspunkt für Verhandlungen dienen kann. Israel wird von den Arabern in moralischer Hinsicht durch Entstellung der Entstehungsgeschichte des Flüchtlingsproblems in die Defensive gedrängt, da weniger informierte Leute dem Hinweis auf die Leiden hunderttausender arabischer Flüchtlinge nicht entgegenzuhalten verstehen, dass diese Araber im Jahre 1948 nicht auf Veranlassung der Juden, sondern im Aufträge des Obersten mohammedani- Wohlstand und auf einem sozialen und Zivilisations- Niveau, das in keinem einzigen unter allen arabischen jetzt vornehmlich Flüchtlinge ohne wirtschaftliche Existenzbasis meist von Unterstützungen leben, und der Nordstreifen der Sinaihalbinsel etwa von Raffa (Rafiach) über El-Arisch hinaus bis vor Kantara und südlich bis zur Breite von Abu Agejla. Es ist das Gebiet, das zur Römerzeit als Via maris. als Verbindungsweg zwischen Asien und Nordafrika am Meeresstrand bezeichnet wurde, ein Gebiet, das nach geographischen Begriffen nicht zum eigentlichen Aegypten gehört. Es handelt sich um die Pelusische Ebene, zu deren Besiedlung auf Initiative Herzls die El- Arisch-Kommission unter Teilnahme von Dr. S. E. Soskin s. A. im Jahre 1903 einen Experten - Vorschlag ausgearbeitet hat, der im wesentlichen positiv war. Heutzutage könnten bereits andere Bewässerungsmöglichkeiten in Betracht kommen, als die von Soskin vorgeschlagene Zuleitung von Nilwasser durch Bau eines Siphons, also einer Wasserhebeanlage, unter dem Suezkanal. Diese Pelusische Ebene und ihre Umgebung sind, ebenso wie das Gaza-Gebiet wirtschaftlich unausgenützt. Unter ägyptischer Verwal- Staaten für seine Bevölketung waren und sind die kli- - manschen Hindernisse wie Russland intervenierte vou HORST WINCKLER Dass die Russen ihren einstmaligen Alliierten eine Be- áchwerde vorlegen, ist nichts Ungewöhnliches Auch aass sich diese Protestnote mit den Westdeutschen oder mit Westberlin beschäftigt, ist beinahe eine alltägliche Erscheinung. Dieses Mal aber ist das russische Vorgehen dennoch bemerkenswert. Die Sowjetunion fühlte sich oemiissigt. gegen das Gesetz für Berlin Einspruch zu erheben durch welohes die Verjährungsfrist für Kriegsverbrecher verlängert wird. Dies sei eia illegales Vorgehen, weil formelle Gründe gegen diesen Beschluss sprechen würden. Man braucht nicht die Frage zu untersuchen, ob diese ^formalen“ Gesichtspunkte irgendeine Berechtigung haben Oder nicht. Vielmehr wird allgemein angenommen, dass es Sich nur um eine bei den Russen übliche Bemühung handelt, die bestehenden Schwierigkeiten in und um Berlin zu erhöhen. Sicherlich wird man auch den russischen Vorstellungen keine Bedeutung beimessen. Jedoch sollte die Tatsache als solche nicht übergangen werden. Im Rahmen des von Russen gegen den Westen geführten mehr oder weniger kalten Krieges wurden stets Argumente vorgetnagen, die einer ernsten Prüfung nicht standhalten konnten; es wurden viele Massnahmen ergriffen, die nicht legal und nicht sinnvoll waten, wohl aber ihrem Zweck dienen konnten, die Spannungen zu vergrössern und die Schwierigkeiten am erhöhen. Zu welchen Ergebnissen diese Politik des ständigen „contra“ führt, kann man an diesem Fall deutlich sehen. Die Russen traten als Beschirmer der Nazi-Verbrecher auf, die kaum einem Land grösseren Schaden zugefügt haben als der Sowjetunion. Dass sich Moskau mit diesem Schritt selbst ins Unrecht setzt, dürfte auch den Russen nicht entgangen sein. rung auch nur annähernd erreicht worden ist. Der nachweisbar« Wohlstand der arabischen Bevölkerung in Israel, die etwa eine Viertelmillion Seelen umfasst, ist eine der Prämissen, auf denen der El-Arisch-Gaza - Plan beruht. Bisher schwebte in der politischen Atmosphäre in Israel die Frage, ob die Regierungserklärung, dass kein Flüchtling zurückkehren könne, wörtlich und buchstäblich aufzufassen sei, oder ob in Friedensverhandlungen, wenn es zu solchen kommt, über die Zahl der Flüchtlinge, denen die Rückkehr gestattet werden kann, gesprochen werden könne. So oder so: das Nein auf die Frage der Rückkehr der Flüchtlinge, die von den arabischen Politikern als das Hauptproblem dargestellt werden, wodurch sie die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten beeinflussen, versetzt Israel in eine politisch ungünstige Lage. Der El- Arisch-Gaza-Plan ermöglicht, den Spiess völlig umzudrehen, denn er fusst auf der Erklärung: Israel ist imstande und bereit, alle Flüchtlinge, die gewillt sind, loyale Bürger des Staates Israel zu werden, aufzunehmen und anzusiedeln und für ihre Existenz und Sicherheit, für ihre bürgerlichen Rechte und ihren Wohlstand genau so zu sorgen, wie für die der anderen Bürger des Staates. Das ist selbstverständlich nicht ohne Vorbedingungen möglich. Die Ländereien für die Ansiedlung der arabischen Bevölkerung, besonders der jetzt ausserhalb des israelischen Territoriums befindlichen, müssten an das jetzt unter israelischer Verwaltung stehende Gebiet angeschlossen werden und zwar der Gaza-Streifen, in dem j Flugsand und Wassermangel nicht zu überwinden. In der Oase El Arisch leben etwas über zehntausend Menschen von Landwirtschaft und Handel. Ferner gibt es im nördlichen Gebiet der Sinaihalbinsel Bergbau (Kupfer, Türkise und Mangan), aber der Bergbau ist ebenso wie die Landwirtschaft und der Handel extensiv und unentwickelt. Für Aegypten haben die Gebiete El-Arisch und Gaza keine wirtschaftliche sondern nur politische Bedeutung. Das für die Ansiedlung aller Palästina- Flüchtlinge unter wirtschaftlich gesunden Verhältnissen bei einem wirklichen Kolonisationsregime notwendige Gebiet wäre, — abgesehen vom Gazastreifen, der ja von Aegypten widerrechtlich annektiert wurde, — weniger als ein Sechstel des Gesamtgebietes der Sinai-Halbinsel. In diesem Gebiet soll unter israelischer Staatsverwaltung, die für die Ansiedlung, Beschäftigung, Entwicklung und das Wohlergehen der Bevölkerung zu sorgen hat. jeder ehemals palästinensische Araber mit seinen Kindern volle bürgerliche und politische Rechte geniessen. Verwaltungstechnisch soll der “arabische Sharett gestorben Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die Nachricht, dass der frühere Ministerpräsident und langjährige Aussenminister Israels, D. Moshe Sharett, einem langen Leiden erlegen Ist. Wir werden in der nächsten Ausgabe der J. W. eine ausführliche Würdigung seiner Persönlichkeit bringen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ JOAQUIN BALAGUER, Expräsident von Santo Domingo, hat zur Beruhigung der Lage beigetragen, die jetzt von allen Beobachtern positiver betrachtet wird. — PAPST PAUL VI. wird voraussichtlich doch vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sprechen, um die Völker zum Frieden aufzurufen. — EDUARDO FREI, der Präsident Chiles, besucht einige europäische Länder, wo er sehr freundlich aufgenommen wurde, nachdem er auch mit Dr. IHia, dem Präsidenten Argentiniens auf der Durchreise gesprochen hatte — JUGOSLAWIENS Präsident Tito sprach nach seiner Moskau-Reise von der Notwendigkeit freundschaftlicher Gespräche aller kommunistischen Gruppen über die wichtigsten Probleme. — CARLOS LACBRDA, Gouverneur des brasilianischen Staates Guanabara, griff den Präsidenten Marschall Humberto Casiello Branco scharf an, den er als Konservativen und niohe als Revolutionär bezeichnete; die Regierung Branco sei schlim«ier als die Goularts. — WILLY BRANDT, Oberbürgermeister Westberlins, beklagte sior. darüber, dass die westlichen Alliierten nicht gegen die ostdeutschen Hubschrauber vorgingen, die Westberlin gegen jede Abmachung überfliegen. — In ECUADOR wurde eine Militär-Revolte niedergeschlagen. — Die MACHTHABER IM KREML sehen, wie man erfährt, nur geringe Möglichkeiten einer Verständigung mit Peking und geben in dieser Frage dem von ihnen abgesetaten Krutschew Recht, der die Situation zutreffend beurteilt habe. — HINDUST AN TIMES berichtet von einer erneuten Rebellion der Tibetaner gegen die rotchinesische Besetzung ihres Landes. — GERETTETE GEISTLICHE aus dem Kongo berichten von entsetzlichen Grausamkeiten, die von den Rebellen begangen worden seien. — DEM FRIEDEN dienen sollte die Eirinnerungsfeier der UN in San Francisco, auf der sich Russen und Amerikaner Gegenseitig der Bedrohung des Weltfriedens besohuldigten. RUSSLAND erklärte offen seine Bereitschaft, weitere Waffenlieferungen für Nordvietnam vorzunehmen. — ADMIRAL SIR DUNBARNASMITH, dessen U-Boot 1915 in den Dardanellen 96 türkische Schiffe versenkt hatte, starb 82 Jahre alt. — NACH DEM RUECKTRITT von Janos Kadar in Ungern soll dort ein Kurs gesteuert werden, der eine Annaherung an den Westen nicht ausschliesst. — JOSEPH KASSABUVU, Präsident des Kongo, versicherte erneut, den Ministerpräsidenten Moise Tsehombe entlassen und eine gemässigtere Regierung einsetzen zu wollen.— Kanton’’ oder der ‘‘arabische Wohndistrikt’’ unter voller Mitarbeit der Repräsentanten seiner Bevölkerung in seinen lokalen Angelegenheiten von den Munizipalitäten, in den zentralen Angelegenheiten von der Regierung Israels geführt werden und sich in letzteren durch nichts von den sonstigen Gebieten des Staates Israel unterscheiden. Die Investitionsmittel für die Ansiedlung der Flüchtlinge könnte Israel durch einen UN-Fonds und durch eine langfristige internationale Anleihe aufbringen, als deren Garantie die Produktionsmittel und das Wirtr schaftsprodukt des El * Arisch - Gaza - Distriktes dienen könnten. Bisher werden die Mittel der UN Sozialhilfeagentur einfach vergeudet und konsumiert, ohne dass mit ihnen eine produktive Basis für die Befiirsorgten geschaffen würde. Für eine wirklich produktive Lösung des Problems wären die Mittel unschwer aufzubringen. Die arabischen Flüchtlinge haben im Laufe von 17 Jahren gesehen, dass sie von den Politikern der araoischen Staaten nur als politisches Druckmittel missbraucht wurden. Die Flüchtlinge selbst wären reif, einen positiven Plan zu erwägen, wenn erst für eine Zeitlang eine Unterbrechung 1er ständigen israelfeindlichen Hasspropaganda eintreten würde. Die arabischen Staatsmänner können heute eher als noch vor einem halben Jahr dazu gebracht werden, einen Plan zu einer positiven Lößung des Problems zu prüfen, und niemand kann Vorhersagen, ob nicht in einem weiteren halben Jahre die Zeit dafür reif seih wird. Es ist daher notwendig, ein Programm vorzubexeiten, und der El-Arisch- Gaza-Plan kann als israelischer Vorschlag, als Verhandlungsbasis dienen. Abkommen mit Washington Washington. — Staatssekretär Dean Rusk und Ißrael-Bot-se.mfter At>raham Harman unterfertigten einen Vertrag zwischen ihren beiden Regierungen, der die doppelte Besteuerung vermeiden, den Handel beleben und die Investitionen unter beiden Ländern fördern soll Die feierliche Unterzeichnung fand in einem Raum des State Department statt. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la, Propiedad Intelectual N» 826.205 tóWSfcr:* . ¡LÍÍ..Í ■Ib+Li. . »A. I. , /.Á u. n ,i t. 4 4 _ i i Le i .-Ti t 4 i >! i* . t 1. ■ i i

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