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Jüdische Wochenschau · 1965-07-02 · 2123 (2.7.1965) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2123 (2.7.1965)
Date
1965-07-02
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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% .nd KUNST »0« SCIUlOH der So hat „ ub<* Kohefe!, wobei er JÜ,..Sesi% i|)erm ¡E1S CHORIIS ““glichen Predan o« tos den Sprüchen (Proverbia Wer MischlejL Nun, das ist nicht wenig. jüdisch . Er-M«gazm ‘ erhieJt «• “ndert Dollar”6" ** D'"»^Ce; Wugkarte », ~ ind zurück" Deutung von gn). tlärt denn ff cifon, pass *cn *» rivQärpf »_ nun» «w« o Zu*atzen fad die Fragen waren von .ose Arbeit & Ir. Juda Pilz und Dr Jeches- ’ ■ 11 ein ifl Cohen in New Yoik nicht thJecht gezielt: Woher weiss (an. dass die Juden zur Zeit Mi Mordechai und Esther irtwräiscih gesprochen haben? fatwort: Esther 8, 9: Der tenigliche Befehl zu Gun- Sen der Juden wurde den Aden nach ihrer Schrift und Sprache“- zugestellt Oder: Vas sind die fünf Objekte in in Visionen de« Ames? Antiort: 1.) Heuschrecken (Am. 11); 2-) Reifes Obst (Am. 8, 1; 3.) Der Knauf des Altars 9 1); 4.) Feuer (Am. 7, i): 5.) Ein Senkblei (Atu 7, 1). David schnurrt die Antworten und die Bibel stellen nur so herunter. Wo hat er seine Bibelkenntnisse, her? Aus eigenem Studium. Erziehungsdirektor Isidor Krakauer der konservativen Gemeinde „Bet El“ hat dem Jungen zwar allerlei Literatur an Hand gegeben, eigentliche Bibelkurse gibt es jedoch weder in der Schule noch in der Gemeinde, aber schon mit zwölf Jahren hat, David Haiperm von sich aus begonnen, sich mit der Lektüre der Bibel eingehend zu befassen, wobei er es nur beklagt, dass es nicht genug Kommentare gäbe, die seinem kritischen Geschmack entsprechen. Die Bibel — als Literatur: das ist seine „Entdeckung“, Weder in der Schule noch in der Gemeinde kennt man das, was uns hier viel mehr Selbstverständlichkeit geworden ist. Früher las man in der Schule täglich zehn Bibelverse, meist aus dem Alten Te-! *r Bibel’ TO, *re’ ail« Heimat. ,SKh stolz als!jf Jfbre“ urö «0 ri' Hffl dem Abitur J* °°rilel!-Universi. -ton, um Literatur osophie au studieren ntefe.ier zu werden. e des fangen Manklar und scharf umweiss, was er will elpriifung war kei- 'icht, wenn man bee jugendlich die r waren Hier einiaus den 15 schriitd 15 mündlichen ie den Knaben und vorgelegt wurden, Igende Bücher der jenstand der Prüaren: Exodus (das ch der Thora, das lg aus Aegypten Gesetzgebung am cwWtt, das Vtäe muel, also Geschichbereits sesshaften sodann der älteste ift-Propheten Arnos;;r nicht unproblema. ,ber durch das Pu- . stete populäre Buch die ersten sechs Kais Propheten Jesaja r sogenannte Zweite ,(Jes. 40—45L die hilft „Tröstet, tröstet /olk“: endlich fünfusgewählte stament, dann das „Vaterunser“ aus dem Neuen Testament, aber das ist jetzt — angesichts der radikalen Trennung von Kirche und Staat in den USA — nicht mehr statthaft.' Auch im EI- »nntesten. wie D&üi lemhaus, Wo man zwar ein id meint und sofort rarer Herr ist mein Hirer: „Ich erhebe m«1* zu den Bergen, von mir Hilfe kommt“ r Schluss einige _ faxt und im Wörterbuch *ch. Das kann er, und als wenig jüdische Tradition pflegt, erhielt' David Ha Iper in keine Anregun gien in bezug auf sein BibeTstudium; es drängt ihn selbst 'dazu. Wenn ihm in den diver- *n Uebersetzungen ein Wort nerkwürdig vorkommt, dann Sf**„„*r i einer so dichten R*a- UnSerf nidrt ^-eis meint .er lächelnd: erfüflt^sma fcättp.’tah Ihre Tejewird, immer bn Nummer im hebräischen ju greifen. leiefonbuch gar nicht ger über d«s geistige. imden.“ Aber meehwürdiin Israel sich »rienWerweise drängt es ihn ei-' ■rill und nicht nur ® entlieh nicht zur hebräiffizielleIsrael<tenki'* *Den Bibel, wiewohl man an seine verbotnnehmeh kann, dass ihn ® Mözlichkeiten, ® «ine weiteren Studien noch Ae verborgen W1 «rthin führen werden. atwm Buch greif«1 Ich habe eine Menge Fra- M die *n gestellt, und David hat reI v, an ßiiek rkttrt B a,ue klar und scharfsinnig 1 ■' Debersetzongeantwortet, und nun bat er! elf i« die & lieh, mir Fragen stellen zu W** ^uet. firfen. Ich war bereit. Ich n w*r 'ign Charakter ahm an, dass Fragen über!«n , Uislcbens Fnel, über das Verhältnis res jo nebener jungen Israelis zur Bibel den wege ' n werdenommen werden. Da hatte - aufgeno ¡h mich aber gründlich gewert ¡¡¡¡¡& » rt! Meinung®- „Was halten Sie von UFO m Gefolg« gaituM od gibt es UFO-Gesellschaf- Wil' *an Ttf# m in Israel?“, war seine er- Autors zü ¿jenen je Frage. er umreise11, wr«, Einen Moment blicke ich i am f*1. vehuda ®,vW Halperin etwas ratlos 3i«' dann fiel mir ein, was Fo ist... Fliegende Teller ¡ß Ihidentifizierbare Fliegende jd& tbjekte, wie die internatioale Bezeichnung lautet), fär k, ich habe davon gehört. il- David Halperin überreicht W® Pr ein Prospekt: New Jersey Association on lerlal Phenomena (NJAAP) »JfS’iflew Sch® des uifaen ,.lö,if ’’?&*** g iß*1“ Dave Halperin, Ddrector, 186 Lakeside Drive, Levittown, Pennsylvania 10954. So, da haben wir es: Bibelmeister und Direktor und das mit 16 Jahren! Der Herr Direktor hatte sofort Dr. Seitschick, den Leiter des jerusalemer Planetariums, angerufen und ihn nach TJFO gefragt; dabei musste er aber leider auf jerusalemer Felsgestein beissen. Das Planetarium befasst sich mit den Sternen, aber nicht mit Sternmenschen. Nichts zu machen. Dave Halperin gibt mir einen Fragebogen- ,Have your ever seen a UFO? (Haben Sie jemals fliegende Untertassen gesehen?) Bitte, nein: ich kann da nicht aufwarten. .. Ich kehrte von den mir unbekannten Fliegenden Untertassen nochmals zu der mir bekannteren Bibel zurück und fragte den Herrn Direktor, ob er denn nun ganz allein im Heiligen Lande herumgondle, oder ob die Bibelgesellschaft ihren Preis träger hier unter ihre Fittiche genommen habe Eigentlich nicht. Direktor Dr. Gewarjahu hatte zwar Direktor Dave Halperin empfangen. aber das war auch alles. Der Sechzehnjährige war sich hier völlig allein überlassen. Später erfuhr ich, dass die Jewish Agency den jugendlichen Preisträger eigentlich mit einer Jugendgruppe nach Israel senden wollte aber das lehnte der Individualist David Halperin ab. Nun fragt es sich nur, ob eine verantwortliche Organiastion diese Ablehnung hätte akzeptieren dürfen (von den Eltern ganz zu schweigen). Dave ist zwar „Direktor“, aber zugleich doch noch ein sehr unerfahrener Junge, der auf seiner rührenden Suche nach Personen aus dem Weltraum nur allzuleicht solchen aus dem Halbwelt-Raum in die Fänge gehen kann. E!r ist ja auch auf diesem Gebiet ein Experte merkwürdiger Art, befasst sich (wieviel Zeit er haben muss!) mit dem Hexenwesen und hat eine Studie über den Einfluss der Hexen auf das englische Königshaus verfasst. Wie reimt sich das alles zusammen? Nun, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ergeben sich wohl Berührungspunkte: der Hexenbesen, mit dem man im Mittelalter durch die Lüfte der Phantasie zum Blocksberg (pitt und die Fliegenden Un terfassen mit ihren Marsmenschen, die durch den Weif raum der Phantasie des 20. Jahrhunderts wirbeln, sind zweifellos miteinander verwandt.: aber in der Bibel kommen die Uexen gerade in dem Puch Fv<x)us. das mitpem-üft wirde. so überaus übel weg; ..Eine Hexe (Me ebaschenha) sollst du nicht le^en Isafen... Hier sebüecaf *feb ein R.’ng ein magischer Kr.°is jn Hem wnsier rektnr und Wunderknabe steht. Miss Israel 1965 Jerusalem. — Die 18jährige rothaarige Alisa Sadah wurde in Jerusalem zur Miss Israel 1965 gewählt. Alisa absolviert gegenwärtig in einem Militärlager bei Gaza ihre i Militärdienst und muss um einen Urlaub ersuchen, damit sie an der Schönheitskonkurrenz uim den Titel der Miss Welt in den Vereinigten Staaten teitoehmen kann. Funde in Aschdod und Das Archäologische Museum von Jerusalem zeigt eine grosse Anzahl von Funden aus den Ausgrabungen der antiken Stadt Aschdod, die im Laufe des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit dem Theologischen Seminar und dem Carnegie Museum von Pittsburgh durchgeführt wurden. Aus den vielen Schichten der Besiedlung, die Ende des Bronzezeitalters, also wahrscheinlich im 16. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, ihren Anfang nahm, stammen schöne Tcnwaren aus Zypern und Mykenae, die auf die einst engen Handelsbeziehungen zwischen der stolzen Hafenstadt Aschdod mit dem ägäischen Inselreich hinweisen Wir sehen auch einige Beispiele der berühmten Tongefässe der Philister, die durch Feinheit und schöne Zeichnungen auffallen. Aus der Eisenzeit, also dem 11. und 10. Jahrhundert v. u. Z. stammen eine weitere Reihe von Tongefässen und kleinere Kultbilder, die entweder menschliche Personen oder Tiere darstellen: einen Harfenspieler, einen Frauenkopf mit einem Kind und primitive Darstellungen der Göttin Asfarte und anderer heidnischer Stadtgötter. Mitunter sind sie mit Opferschalen verbunden. Von besonderem Wert ist wegen seiner feinen Künstlerischen Ausführung ein Nadelkopf aus Gold, der den Kopf einer Gazelle darstellt. Der Stil dieser Abbilder ist für diese Region ungewöhnlich, doch kennen wir ähnliche Funde aus Syrien und Zypern. Sie zeigen, dass sehr viele Elemente der heidnischen Glaubens Verehrung aus den Ländern des Mittelmeeres herübergelangt sein müssen. Ein anderer interessanter Pfand sind die drei Fragmente der Siegessäule, mit denen der assyrische König Sargon II seinen Sieg über Aschdod feierte. Eis handelt sich um einen quadratischen Basaltstein, der auf allen vier Seiten eine Inschrift in Keilschrift trägt. Der Gegenstand bildete wahrscheinlich den Sockel für einen Obelisken oder ein Standbild des Königs. Die Inschrift erinnert an den monumentalen Text, der im Palast von Khorsabad entdeckt wurde. Aus der gleichen Fpoche stammen auch zwei Ostraka, die mit hebräischen Buchstaben bedeckt sind. Es handelt sich hier vielleicht um Geschäftsschriften. Aus der hellenistischen Zeit sehen wir zwei kleine Hausaltäre aus Sandstein, eine kleine bleierne Plakette der Göt tin Atarga-tis und zwei aus Rhodos und Kos stammende Schalen aus dünnem Ton, dunkelrot gefärbt. Aus dieser Zeit stammen auch zwei Münzen; die eine aus der Regierungszeit Alexander Jannais, die andere aus der Zeit Antiochhs' VII. Kürzliche Ausgrabungen auf der Felsenspitze führten1 zu aufsehenerregenden Funden, die ein helles Licht auf die letzten Tage des jüdischen Reiches und der Festung Massada selbst war fen. Wie Prof. Jadin, der Lei ter der Ausgrabungen, berichtet, handelt es sich bei dem hier kürzlich entdeckten Fragment einer Schriftrolle um einen Teil des Buches der Psalmen, des 3. Buches Mose sowie Schriften der Sekte von Qumram. Dies beweist, dass die Sektenbrüder auch an der Verteidigung Massadas gegen die Römer teilnahmen. Ein weiteres mit paläohebräischen Schriftzügen bedecktes Manuskript, das keinen biblischen Charakter zu haben scheint, wird von der Hebräischen Universität geprüft. Im ganzen wurden bereits elf verschiedene Bauten ausgegTaben. Ein Fund ist ein mn nmmn fetor prächtiger Baderaum der berodianischen Epoche, in c'em die für den Warmwasserz.u- 16 uf bestimmten Röhren noch teilweise intakt sind. Von grosser Schönheit ist ein im westlichen Palast entdecktes vielfarbiges Mosaik, vielleicht das prächtigste, das bisher gefunden wurde Es zeigt in seiner Zeichnung Symbole wie Weinblütter, Paimsstämme, Olivenzweige In diesem Palast wurden auch weitere Räume treige legt, auch Zimmer der Festung, wo viele Reste von Kleidungsstücken zum Vorschein kamen, die wahrscheinlich der Besatzung von Zeloten gehörten. Wie fen er daraus heivorgeht, kämpiten die Zeloten gleichzeitig gegen die byzantinischen WüstensUi.rome, die Massada bedrohten und zu Zeiten sogar erobert hatten. Die Zahl der bisher entdeckten Münzen beträgt 1.040; sie stammen aus dem Ze'talter Alexander Tannais, und der zweiten, dritten und vierten AuiStandszeit. Von Wichtigkeit sind etwa 90 Inschriftenauf Tongefässen, einige mit den hebräischen Buchstaben Taf oder Tet bezeichnet. Nach Prof. Jadin weist diese Tatsache daiauf hin, dass die Zeloten nach den Lehren der Mischna lebten, denn laut der Mischna enthielten die mit „Tal“ bezeichneten Gefasstden Spendenanteil tür die Fitester, wählend in den mit ,.Tet“ bezeiebneten Nahrungsmittel waren, von denen das Piiesteranteil nicht abgesondert war. Andere der Gefösse tragen den griechischen Buchstaben Alpha, denn laut der Mischna wurden Wein, Oel und Mehl durch griechische Buchstaben bezeichnet. Andere Krüge tragen die Namen Akav a, Jo’eser und Joschajrbu die uns als Namen von Priesterfamilien bekannt sind. pim mm pi > : » «** .vigsíáfSr5: :■ ‘v " ** ♦ IIP Blick aus der Luit auf Massada, die alte Festung auf einem Berggipfel über dem Toten Meer, wo vier Jahre lang Juden den römischen Legionen Widerstand leisteten und schliesslich Selbstmord verübten, um nicht in die Gefangenschaft der Römer zu fallen. Seit zwei Jahren leitet ProL Jigal Jadin dort eine archäologische Expedition, die viele interessante Funde machte. Bücher- Heinrich Heine: Sämtliche Werke, herausgegeben von Hans Kaufmann im Kmdler Verlag, München 1965 — Jetzt liegt nunmehr der 14. Band dieser ausgezcichr net redigierten Gesamtausgabe der Heineschen Werke vor, in der die Kleinen Schriften, Aphorismen und Fragmente, Testamente zum Abdruck gelangten. Die Ausgabe, über die wir bereits ausführlich berichtet haben, ist sehr handlich und schön gedruckt. —:o:— Briefe der Weltliteratur, Deutsche Klassiker II, erschienen bei Kindler in München 1965. — Auch über diese Serie der Kindlerschen Taschenbücher „Briefe der Weltliteratur“ ist hier bereits berichtet worden. Der neue Band enthält Briefe von Bürger, Goethe, Schiller, Wilhelm von Humboldt, Jean Paul, Hölderlin ufad Kleist in einer äusserst interessanten Zusammensteiltmg. 1 ' —:o:— C. G. Jung: Welt der Psy che und Max Naobmansobn: Hauptströmungen der Psychotherapie der Gegenwart, beide Bände als Nr. 2010 und 2011 erschienen in der Serie „Geist und Psyche" im Kind ler-Ver lag, München 1965 — Jung ist ein bekannter Psychologe und Psychiater gewesen, dessen Werke, vor allem seine Gegherschaft zu Freud stark umstritten wurden. E5r gilt als einer der grossen Wegbereiter der Psychoanalyse. — Naehmansohn war eben, falls ein bekannter Psychiater, der die Werke von Ad ler, Freud und Jung in den Mittelpunkt seiner Untersu chungen stellt. Sein Werk ist in einer jedem verständlichen Form und Sprache Umschau abgefasst und verdient deswegen besondere Aufmerksamkeit. — Vorankündigung neuer Romane bei Kindler. — Louis Aragon: Die Giokken von Basel. — David Siorey: Leonard Radcliffe. —:o:— Schlomo Rülf: Ströme im dürren Land, Lebenserinnerungen, Veröffentlichung des Leo Baeck-Instituts, Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart, 1964. — Br. Rülf, Rabbiner und Arthur Miller Das Jiddische Theater aus Warschau brachte in einer sehr guten, völlig ausgeglichenen Aufführung ein modernes Werk heraus: Arthur Millers „Alle meine Söhne”, eines seiner ersten Theaterstücke. Pie Geschichte einer Familie! in USA, die einen Sohn im Kriege verlöten hat. Wie sich später, in Ibsen-artiger Aufhellung herausstellt, durch Schuld seines Vaters,. der schlechtes Kriegsmaterial geliefert hat. Mil'er hat mit schon reifer Psychologie lebendige Menschen auf die Bühne gestellt, mit einfar.heixi, normal menschlichen Fühlen und Handeln deren Schicksal interessiert und ergreift. Chewel B-uzgan hat das Werk ins Jiddische übersetzt, führte Regie und gab die Hauptrolle des schuldigen Vaters. Die Regie, endlich einmal bei stets voll ausgeleueheter Bühne, naturalistisch und von herrlicher Klarheit erlaubte keinem Darsteller sich in den Vordergrund zu spielen. Als Schauspieler gab Buzgan mit Lehrer, schrieb seine Lebenserinnerungen. Er schildert seinen eigenen Lebensweg, der zugleich ein Stück des Eirlebten einiger Generationen vor allem des einstigen deutschen Judentums ist. Le. send lebt man mit ihm mit, in deutschen Kleingemeinden, im politischen Geschehen der schrecklichen Jahre, bei der Umstellung, die er selbst mutig und vorbildlich vollzog, beim Aufbau Erez Jisraels bis in diese Zeit. Ueber manche, allzu persönlichen Stellen liest man hinweg, um dann wieder auf die grosse Linie zurückzufinden zwischen Verfall und Aufstieg, die: unser Volksschicksal in , diesem Jahrhundert kennzeichnet. — sprisamsten Mitteln einen grossartigen schmerzgebeugten, von seiner Schuld, deren Bedeutung er vorher nicht ahnte, erdrückten Vater. Riwa Schier gab die Mutter, die nicht glauben will, dass ihr Liebüngssohn gestorben ist. Sie wartet auf ihn und verlangt, dass die Braut und alle anderen auf ihn warten. Sie bekam verdienten Beifall auf offener Szene. Ruth Kaminska Turkow, die sehr gut aussah, gab die Braut, die von zwei Brüdern geliebt wurde. Tief verhalten in ihrem Schmerz, der sie gehindert hat, den Eltern die ihr bekannten Tatsachen mitzuteiien. Alle anderen ausnahmslos waren gut und spielten natürlich : Julius Beiger, Marian Rudenski, soweryn Dalecki, Zofia Skrzews ka, Herman Lercher und Ludmila Sirota, die als brillant eingespieltes Ensemble ein eindrückvolles Kammerspiel boten, das dem Publikum gut gefiel und die Zuschauer tief beeindruckte. Dr. Karl Kost

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