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Jüdische Wochenschau · 1965-06-11 · 2120 (11.6.1965) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2120 (11.6.1965)
Date
1965-06-11
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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k._ . ■ _ # — Vier»««. 11 de Junio de 1965 LA 8EMANA ISRAELITA Año XXVI. — N*?120 Fortschritt durch Arbeit ' H. Sw.: — Unter schweren politischen und wirt- «chaftlichen Bedingungen vollzieht sich das Leben im ßtaat Israel. Aber schon demjenigen, der auf dem Flughafen Lud ins Land kommt, fällt das ungewöhnliche Treiben auf, das dort herrscht. Man hat sofort den Eindruck, als wäre man •uf einem der grössten und bedeutendsten Flughäfen der Erde. Hunderte, vielleicht lausende Menschen drängen »ich zu allen Tages- und Nachtzeiten, kommen an, »eisen ab oder erwarten und begleiten die vielen Touristen, die ins Land strömen, «m Israel kennen zu lernen und dort einige'Zeit zu verbringen. ' Jeder, der den Boden Israels betritt, fühlt gleicheam, dass sich mit ihm und in ihm eine Wandlung volljnetot- Man kann diesen eigenartigen, geheimnisvollen Vorgang nicht exakt beschreiben. Aber niemand Wird bestreiten, dass auch er (solche Metamorphose em ofinrie Ohne dass es dem einzelnen so recht zum Bewusstsein gelange, gewinnt er ein ungewohntes Gefühl der ßioherheit, der Geborgenheit, des Zu-Hau6e-Seins. Rach wenigen Tagen hat man alle Bedenken abgestreift, die sich gegen die politische Sicherheit des lAnrias irgendwo im verborgenen Winkel des Herzens eines Galutjuden befinden könnten. Man merkt nichts von den häufigen Zwischenfällen an der Grenze, man •chenkt ihnen im allgemeinen keine Bedeutung, man reagiert nicht oder ganz natürlich, man wird vom Strudel eines aussergewöhnlich intensiven und konstruktiven Lebens einfach mitgerissen. Wenn man die Gelegenheit hat, durch häufigere Besuche die Entwicklung des Landes zu beobachten, dann wird man immer wieder darüber erstaunt sein, mit welchem Tempo der Aufbau vor sich geht. Es wäre natürlich falsch, alle Erscheinungen, denen man in Israel begegnet, nun in den schönsten Farben zu zeichnen Das entspricht nicht der Wirklichkeit, aber auch nicht der Würde Israels. Israel ist kein Propaganda-Objekt. Es ist uns viel zu heilig. um zum Gegenstand einseitiger Schönfärberei degradiert zu werden. Israel bedeutet für uns alle den Normalisierungsprozess des jüdischen Lebens, des jüdischen Volkes und der einzelnen Juden. Schon Herzl hat auf unser Recht als Volk hingewiesen, nient nur Genies und Heilige hervorzubringen. Wenn wir diesen Gedanken au." die heutige Realität übertragen, dann bedeutet das, dass es selbstverständlich neben den Lichtauch Schattenseiten der Entwicklung gibt. Dass überall gebaut wird, ist kein besonderes Charakteristikum Israels. In vielen Ländern der Ekde kann man heute eine beinahe als wütend zu bezeichnende Bautätigkeit beobachten. Aber in Israel werden nicht nur Häuser und neue Stadtviertel errichtet, sondern ständig neue Städte und Dörfer. Das Wesentliche aber ist. das6 »n allen anderen Ländern für die Menschen gebaut wird, __ _ _ Bmé. Mitre 14- TEATRO ARGENTINO t. e. 37 9324 Gastspiel des Jüdischen Theaters aus Polen Direktion: IDA KAMINSKI Freitag um 22 Uhr. Sonnabend und Sonntag zwei Vorstellungen: nachmittags um 18 Uhr und abends um 22 Uhr DIE TRAEUMER AUS KABZANSK Regie: CHEWEL BUZGAN Dramatisiert nach Mendele Moijer Sforim DIENSTAG ABEND DIE ZWEITE PREMIERE MIRELE EFROS Kindler-T aschenbächer IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 50/51: RUMER GODDEN: Immer und einen lag, Roman. Nt. 52/53: ARNOLD ZWEIG: Erziehung vor Verdun Roman. Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfälle Nr. 67/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. BRIEFE DER WELTLITERATUR AUS DEM TRECENTO DANTE — PETRARCA — BOCCACCIO Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München die dort leben. Israel plant auch für die, welche erst ins Land kommen werden. Auch hierin darf man eine Besonderheit des israelischen Aufbauwillens erblicken. Und dies ist wirklich eine Besonderheit! In New York erkundigte sich einmal eine kluge Frau, ob ich die Freiheitsstatue kenne, die im Eingang zum New Yorker Hafen alle Ankommenden grüsse. Als ich dies bejahte, fragte sie mich, ob ich gesehen habe, dass sie ihre Hand ausstrecke und unsichtbar in dieser Hand ein Stück Papier halte, auf dem die Worte stünden: Auch auf Dich hat hier keiner gewartet ... Dieses “auch auf Dich hat hier keiner gewartet” haben wir alle bei unserer Ein- und Auswanderung in sämtlichen Gastländern am eigenen Leibe verspürt- Wer sich selbst gegenüber ehrlich war, wusste es schon vorher; aber es gibt Dinge, die man nicht gern wahrhaben möchte, obwohl keiner fremden Belehrung bedarf, dass sie wahr sind. Wir wollen hier nicht; Nordamerika und seine Frei- ' heitsstatue kritisieren. Hierzu besteht kein Grund und vielleicht gibt es hierfür j auch kein Recht. Aber in Israel gibt es keine Frei- | heitsstatue, dafür aber volle Freiheit für alle, die sich in den Rhythmus des Lebens dieses Landes einordnen. Israel kennt keine Restriktionen, auch nicht für Fremde und nicht für Nichtjuden. Und diese lebend'ge spürbare Freiheit atmet man ein, man wächst mit ihr, die Verantwortung, die der einzelne für die Gesamtheit empfindet, wird grösser. Die gegen den Staat gerichteten Delikte sind in Israel viel seltener als anderswo, weil der einzelne eben sich weitgehend mit dem Staat identifiziert. Vor allem aber Ist Israel as einzige Land in der Welt, rohin ein Jude gelangen enn und das Bewusstsein awie die Sicherheit haben arf, dass man auf ihn gewartet habe! Dass diese Erwartung unter der Vorausetzung geschieht, dass sich üeser Neue einordnen were, ist selbstverständlichiber man hat auf ihn geiartet, man wartet auf jeen. Und man bereitet das and darauf vor, dass neue Menschen kommen, um auf Iter Erde zu leben. Natürlich ist es auch in arael trotz aller positiver ’oraussetzungen für Neuein- .'anderer schwer, sich zur ei- | enen Zufriedenheit einzuirdnen. Obwohl man auf >ich gewartet hat, musst Du i latürlich selbst nun auch I «ginnen, das Deinige zur; Dingliederung beizutragen. | las bedeutet mitunter eine j echt weitgehende Umstelung, auch wenn man eine \ Vohnung und sonstige ‘erste 1 Ulfe’ bei der Einordnung irhält. Das Klima ist meist 'on dem des Ausgangslanles verschieden. Es gibt sehr leisse Gegenden im Lande,;inen langen Sommer- So dein Israel ist, so verschielene Klimata sind in den verschiedenen Zonen anzu-;reffen. In Jerusalem ist Schneefall keine Seltenheit, im Jordantal herrscht zur gleichen Stunde subtropisches Klima. In Tel Aviv können Sie schon im März ein Gartenfest für April oder Mai bis September oder Oktober arrangieren, ohne befürchten ziu müssen, dass es regnet. Selbstverständlich gibt es nicht nur klimatische Unterschiede zu anderen Ländern. Israel liegt im Orient, es liegt am äussersten Zipfel Asiens. Hiervon müssen auch die europäischen Juden, die dorthin kamen und noch immer nach Israel gelangen. allmählich Kenntnis nehmen. Schon äusserlich tritt dies durch die wachsende Anzahl der ins Land strömenden orientalischen Juden in Erscheinung. Die nächste Generation der europäischen Einwanderer sieht, kennt oder empfindet dieses Problem kaum. Und wo ~.ie es bemerken, ist dies eine Erbschaft, die ihnen von den Eltern oder von deren kritischen Bemerkungen gegen die Orientalen übermittelt worden ist. Ma.i kann aber auch umgekehrt sagen, dass wahrscheinlich Israel das europäischste Land ausserhalb Europa« ist, das es überhaupt gibt. Man sagt mit Recht von Buenos Aires, es sei die europäischste Stadt Lateinamsrikas, vielleicht Amerikas überhaupt. Aber das Land ist nicht europäisch, es ist lateinamerikanisch; es war sogar — wie alle Länder der drei Amerikas — darum bemüht, sich von Europa zu emanzipieren. Im übrigen dürfte feen Gurion der einzige Staatsmann auf der Erde sein, der die griechische Philosophie nicht nur studiert, sondern in sein Weltbild einzubauen bemüht war. Hiermit soll nur das allgemeine Bestreben der Israelis angedeutet werden, neben der eigenen Kultur auch die Europas zu bewahren, ohne dadurch den lebendigen Anschluss an Asien zu verlieren, der in vieler Beziehung — jedenfalls von der älteren Generation — erst eigentlich hergestellt werden muss- In Israel wird viel gearbeitet. Es st kein leichtes Leben. Aber der gewaltige Edwin Halle 70 Jahre Am 31. Mai feierte der bekannte Sportlehrer und Journalist Edwin Halle den 70. Geburtstag. Der Jubilar stammt aus Saarbrücken und war von 1925—1935 als Sport- und Gymnastiklehrer in Wiesbaden tätig; seit 1933 leitete er die „Freie Jüdische Sportgruppe“ dieser Stadt. Im Ok tober 1938 kam Halle nach Argentinien, wo er sich bald sowohl im eigentlichen Beruf als auch journalistisch betätigte. Auch in der „Jü. dischen Wochenschau“ veröffentlichte er in früheren Jahren häufig Beiträge Eine seiner grösseren Arbei ten beschäftigt sich mit der „Leibeserziehung bei den Juden“. Edwin Halle erfreut sich in weitesten Kreisen allgemeiner Beliebtheit und dürfte zu seinem Jubiläumsgeburtstage Gegenstand vieler Ehrungen gewesen sein. C. W. ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS. AUSGABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550.1. B — Bs. Aires. Rep. Argentina Das Warschauer Jüdische Theater Dos jüdische Staatliche Theater in Warschau, genannt nach seiner Begründe rin E. R. Kaminska und forfgeführt von deren Enkelin Ida Kaminska. geniess* Weltruf. Auf einer Südamerika-Tournee gaben sie im Teatro Argentino vor voll bis zum letzten Platze besetzten Hause ihr erstes Gastspiel. Man wollte zeigen, was diese Bühne für das jüdische Theater bedeutet. Deshalb wählte man die „Träumer von Kapzanzk“ nach der berühmten, schon klassischen Novelle von Medele Moijer Sforim. Der Text wurde im klassischen literarischen Jiddisch gesprochen, ohne Kon Zessionen an einen Jargon und ohne Mauscheln. Die Aufführung — sehr gute Regie von Chewel Buzgan und Enrique Zeisel — stellte vor ungewöhnlich schöne Bühnenbilder die. meist bettelarmen, Menschen aus dem kleinen jüdischen Städtele, führte sie vor in ihren sehr irdi sehen Gedanken und ihren himmelfliegenden Träumen Sie sind zu arm um aus ihrem elenden Dasein Genuss zu ziehen, und einige zu irdisch. um dauernd zu beten und zu „lernen*. Also gaukeln sie sich Luftschlösser vor, die grotesk abstechen von ihrer elenden Erscheinung, sie sehen sich in ihren Hirngespinsten als reiche Männer, die später doch zu ihrem so unfreundlichen Fortschritt des Landes, den man Jahr zu Jahr beobachten kann, muss jeden Kritiker und-selb6t den Skeptiker überwältigen. Dabei gibt es eine einfache Erklärung für diesen Aufbau, für diese Entwicklung, für diesen Fortschritt: Arbeit. Israel stand und steht unter diesem Motto: Fortschritt durch Arbeit. (Weitere Berichte folgen. In der nächsten Woche lesen Sie: “Die grosse Parade”)- Heim zurückfinden müssen. Alles streng naturalistisch dargestellt und dennoch poetisch verklärt. Zuschauer, die noch da6 jüdische Leben in Polen kannten, fühlten sich in ihre Jugend zurückversetzt. Chewel Buzgan, den wir noch vom „Teatro Soleil“ kennen, und Michael Szwejlich gaben ergreifend menschlich die beiden her u nstromernden Träumer die soviel Sinn für Humo: haben. Ruth Turkow Kaminska die Tochter eines der ganz grossen Schauspieler des Jüdischen Theaters, Riwa Schiler die auch früher in Buenos Aires gespielt hatte, and Maria Fridman, spielten und sangen die Frauen, eine blind, eine als herrschsüchtige Klafte und die dritte als resignierte gute Seele, jede in ihrer Art charakteristisch und sehr gut. Von den vielen uns unbekannten Schauspielern sei Marian Rudenski hervorgehoben als eindrucksvoll singender Hirt der Traumerzählung; doch als Typ war jeder einzelne vollendet. Alles leibt« und lebte Menedel Moijer Sforim« Kapzanzk wurde wieder lebendig. Es gab viel Blumen und Beifall, für den ausser den Darstellern auch die Direktorin Ida Kaminska dankte. Dr. Kati Kost Israels Fiissbaffer Tel Aviv: — Die israelische Auewahl-Fussballmannschaft ist eigenartigerweise die' einzige in der Welt, deren Mitglieder nicht in dem Land geboren sind, dessen Farben sie verteidigen, obwohl sie alle israelische Bürger sind. Die Mannschaft besteht aus vier in Polen gebürtigen Israelis, drei ■ aus Sowjetrussland, zwei aus Bulgarien, einem aus Deutschland und einem Juden aus Syrien. Die Geburt ihrer Tochter MARIANA INES zeigen hocherfreut an: HORACIO WEIL ÄLICIA WEIL. geb. AZUBEI. Olivos, im Juni 1965 San Lorenzc 1192 JUAN MIGUEL SOMMER GABRIELA M. ZL0TNITZKI DE SOMMER zeigen ihre VERMAEHLUNG an. Plaza 2658, Buenos Aires. Trauung: Sonnabend, den 19. jani 1965, 20 Uhr im Tempel Lamroth Hakol, Caseros 1450, Florida LU»CH - (KALENDER) Freitagg, den 11. Juni H Siwan Sonnabend, den 12. Juni 12 Siwan Parschat NASSO 4. B.M. IV 21 — VII 89 Haftara S-,hoftim XIII 2 — 25 Sonntag, den 13. Juni Montag, den 14. Juni Dienstag, den 15. Juni Mittwoch, den 16. Juni Donnerstag, den 17- Juni Freitag, den 18. Juni Sonnabend, den 19. Juni Parschat BEHA’ALOTCBA 4. B M. VIII 1 - Haftara Secharya II 14 — IV 7 Sonntag, den 20. Juni Montag, den 21. Juni Dienstag, den 22. Juni Mittwoch, den 23- Juni Donnerstag, den 24- Juni Freitag, den 25. Juni Sonnabend, den 26. Juni Parschat SCHLACH LECHA 4. B.M. XIII 1 Haitara Yehoschua II 1—24 Neumondankündigung Tamus 13. Siwan 14. Siwan 15. Siwan 16. Siwan 17. Siwan 18. Siwan 19. Siwan - XXII 16 20. siwan 21. Siwan 22. Siwan 23. Siwan 24. Siwan 25. Siwan 26. Siwan — XV 41 Ar guter Freu in kalten Tage CARLT MAN h moderner und klassisch AQUATJTE, dinMantel Ansprüche, wechselbarem Und wenn kleidunq erst recht CAET0N Faehgesch Herrenkl €a\| ernst Haipú 982 Meter v< Martín mit v •tarçen und mai departai ®nverbtr»dlic] adr

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