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Jüdische Wochenschau · 1965-05-28 · 2118 (28.5.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2118 (28.5.1965)
Date
1965-05-28
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o as #S, £ï« z_ *■ *■* w a e U <o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXVI. BUENOS AIRES. VIERNES 28 DE MAYO DE 1985 N? 2118 EL EJEMPLAR en toda ta República 10.- PUEYRREDON 2190 1? (xq. T E. 83 2613 j Buenos Airea ' Mit der Grenze leben Die Grenze in Israel ist nicht nur ein geographischer Faktor; sie ist eine Mentalität. “Achtung, Grenze“ war- : nen Schilder den Spazier-! ganger von Norden nach Süden. Kinder spielen, ein Eall fällt ins Feindesland. Touristen machen versehentlich ein paar falsche Schritte im Galil oder in Elat — und sind im Ausland. Die Grenze teilt Jerusalem in zwei Teile. Wo man auch steht — die schmale, langgestreckte Form des Landes bringt es mit sich, dass die Berge, die den Blick verschliessen, bereits Teile vom Libanon, von Syrien. von Transjordanien sind. Entlang der 350 km langen Grenze liegen Dörfern; die Grenze ist zu einem natürlichen Bestandteil ihres Lebens geworden. In isolierten Gegenden, weit entfernt von Nachbarn oder gar von einem städtischen Zentrum ist es nicht immer leicht, sich dem Rhythmus eines Grenzdorfes anzupassen, am Tage Arbeit und nachts Wache. Es ist ein Unterschied, vom komfortablen Kiig David Hotel auf das ein paar hundert Meter entfe1 nte transjordanische Hoheitsgebiet zu schauen oder in der Einsamkeit auf nächtlichem Posten den Spannungen des Unbekannten ausgesetzt zu sein. Kein Wunder, dass in einigen Grenzdörfern die Bevölkerung mehrmals wechselte; oder dass manche von ihnen sogar einige Zeit leer oder halbleer standen. Es ist notwendig die Oedstrecken an der Grenze zu bevölkern. die Lücken durch die Errichtung neuer Dörfer zu schliessen. Aber unter den Neueinwanderern der letzten Jahre befanden sich viele in einem Alter, in dem sie sich nach Ruhe und Sicherneit sehnten; so waren Kaum genügend Menschen bereit, die Pflichten von Grenzdörflern auf sich zu nehmen. Die landwirtschaftliche Arbeit mit sodatischen Pflichten an Grenzpunkten zu verbinden. ist bekanntlich die Auigabe der Nachaleinheiten der israelischen Armee (Pionierkorps). Während es auf der einen Seite nicht genügend Siedler für die zivilen Grenzdörfer gibt, machte sich andererseits vor einiger Zeit ein Mangel an Grenzsiedlungen für die Nachalgruppen spürbar. Aus diesem Grunde wurde vor sechs Jahren ein Uebereinkommen zwischen dem KKL und den von HERBERT FREEDEN Militärbehörden geschlossen, nach dem der KKL an besonders empfindlichen Punkten Grenzsiedlungen errichtet, die erst zwei bis drei Jahren von Nachaljugetid bewirtschaftet und dann, wenn der Platz fest basiert ist. zivilen Siedlergruppen übergeben werden so len. Bisher sind fünf solcher Grenzposten errichtet worden. Der erste in einem Gebiet, das bis damals überhaupt nicht auf der Landkarte Israels erschien, die einstmalige Basaltwüste von Korasim. Wenn man auf der Strasse von Tiberias nach Safad ungefähr auf dem ersten von den Syrern beschossen. Vor über einem Jahr mussten zwei seiner jungen Menschen, diese Arbeit mit dem Leben bezahlen. j Almagor ist inzwischen von i der Nachal an die Moschawj Bewegung übergeben worden und entwickelt sich langsam 1 zu einem Moschaw Schitufi. \ halbwegs zwischen Kibbuz und Moschaw. Der Boden von 12.000 Dunam, der unter der Basaltschicht vom KKL! freigelegt wurde, ist schwer j und fruchtbar, und seine frühreifenden Tomaten komj men bereits als Spezialität auf den Markt. j Die Ruinen einer Synago-! <*< N*? «ft. . 7^* ~ * NACHAL-SIEDLUNG Drittel des Weges nach Osten abbiegt, kommt man nach Almagor. dem ersten Siedlungspunkt in Korasim. Almagor erscheint heute mehr in den Schlagzeilen der Presse als es den Siedlern lieb ist, denn es liegt gegenüber den syrischen Stel'ungen im Jordandelta. Nur zu oft werden die Traktoren von Almagor, wenn sie die Felder bearbeiten, die sich bis auf den See hinziehen, Die Vorschlaege Bourguibas Tel Aviv. —• Die Kürzlichen Vorschläge des tunesischen Präsidenten zur Anerkennung Israels zeugen von einem wachsenden Realismus in der arabischen Welt, erklärte der Stellvertretende Premierminister Abba Eban auf der dreitägigen Konvention der Bne Berith. Er verwies auf die Erschütterung der Doktrin Nassers. dass Israel verschwincen müsse, gegen die sich „neue Stimmen“ erheben. Dies führte er auf die siebzehn Jahre der Existenz des Landes zurück, in denen es den Arabern ebenso wenig gelungen sei, das israelische Ge biet durch die erzwungene Rückkehr der arabischen Flüchtlinge zu schmälern wie zu verhindern, dass Is rael mit fast allen Ländern der Welt Beziehungen unterhält, noch die Durchführung des israelischen Bewässerungsprogramms zu vereiteln. (ITA) ge aus dem dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung erinnern daran, dass es schon einmal möglich war, in dieser Gegend erfolgreich zu siedeln. Denn das alte Ko- : rasim. das hier stand, war - eine blühende Schwestersladt : des nicht weit entfernten Kapernaum.! Der zweite Grenzposten ■ wurde von KKL auf den Hö- I hen von Irron errichtet, an der transjordanischen Grenze. Das Irrontal oder, wie es noch in der üblichen arabii sehen Bezeichnung heisst, ■ Wadi Ara ist der Durchgang von der Küstenebene zum i Emek Jezreel. eine alte Stras- I se, über die schon die römischen Legionen marschierten und später Karawanen trab- I ten. Die Irronhügel blieben i auch nach der Staats-! gründung mit reichen arabischen Dörfern geschmückt, die Tabak und Oliven anbauen. und obwohl die transjordanische Grenze parallel der grossen Chaussee läuft, gab es bis vor kurzem hier nicht einen einzigen jüdischen Siedlungspunkt. Frst i im Jahr« 1962 begann der KKL mit dem Bau der Zugangsstrasse zum neuen Grenzposten, Mei Ami. Der Name hat eine doppelte Bedeutung, er heisst .Wasser meines Volkes”, denn Wasser ist in jenem Landstrich teuer, aber er erinnert auch an Miami in Florida, dessen Judenheit die Gelder für die Errichtung dieser Siedlung zur Verfügung stellte. Der KKL hat bisher 8.000 Dunam von Steinen und Fels gesäubert, die vou den jungen Nachalleuten bearbeitet werden. Die dritte Grenzsiedlung , liegt hoch oben auf dem Gil- I boa, der mit der jüdischen ' Geschichte zutiefst verbunj den ist. Auf diesen Bergen fielen Saul und Jonathan im Kampf gegen die Philister. „Kein Tau und kein Regen sollen auf dich kommen, Berg Gilboa“, lamentierte David. Aber der Kampf um den Berg Gilboa hörte nicht auf bis in die jüngste Zeit Im israelischen Unabhängigkeitskrieg war er eine heiss umstrittene Stellung, und zehn junge Menschen mussten ihr Leben lassen, um diesen Berg zu halten. Er blieb in Israels Terrain, aber praktisch war es bis zum Jahre 1963 unzugäng. lieh. Erst dann wurde er wirklich befreit — durch eine Strasse, die hinaufgelegt wurde, durch Bewaldung von j zweieinhalb Millionen Bäu- | men und schliesslich durch die Errichtung der Siedlung Maale Gilboa. Als dieser Grenzposten vom KKL der j Nachal übergeben wurde, sandte der damalige Pre- : mierminister David Ben Gu- : rion eine Botschaft, in der I er König Davids Klage eine neue Version gab. „Verkündet es in Galiläa, und lasst es in den Strassen von Aschkelon wissen, dass jüdische Jugend den Gilboaberg besiedelt hat.“ Zwei weitere Nachalgrenzposten sind im vergangenen Winter entstanden, davon eine in Galiläa, an der iiba- Auch die Gegend von Biranit Auch die Gegen von Biranit hat Kämpfe gesehen Hier; stand einmal eine Festung ’ des Hasmonäerkönigs Alex, i ander Janai, und hier war! die Stätte entscheidender! Kämpfe um die Befreiung ■ Galiläas in Israels Unabhängigkeitskrieg. Nach dem Plan i soll Biranit das Zentrum für! den ganzen Distrikt werden. 4.000 Dunam sind bereits uri bar gemacht, und die jungen : Siedler werden die ersten zwei Jahre voll zu tun haben. um den Boden produktiv zu gestalten. Zugangsstrassen und Wälder tun weiterhin das ihre um hier ein blühendes landwirtschaftliches Zentrum zu schaffen. Die fünfte Nachalsiedlung liegt im Land der Hasmonäer, im Modiin.Gebiet. Terrassen, tausende Jahre alt, zeugen davon, dass dieser Boden einmal bewirtschaftet worden ist und Früchte trug Heute ist er mit Steinen besät. und es gibt nicht genügend Quellen. Ein Staudamm für Regenwasser soll Bewässerung ermöglichen. Vorläufig sind 1.000 Dunam Boden urbar gemacht worden, genug um dem Grenzposten Mevo Modiin die eri ste Grundlage zn geben. Mehrheit im Bundestag Bonn. — Der Bundestag nahm mit grosser Mehrheit einen Zusatz zum Entschädigungsgesetz an, der den Sonderfonds für die Ansprüche von Naziopfern beträchtlich erhöht, die 1953 in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang lebten. Dies war das Stichdatum für die Anmeldung von W:edergutmachungsansprüctien gegen Westdeutschland. Obwohl die Mitglieder der Freien Demokratischen Partei gegen diese Massnahme stimmten, durch weiche dieser Fonds von 175 Mio auf 300 Mio Dollar erhöht wird, erzielte Bundeskanzler Ludwig Erhard mit seinen Christlichen Demokraten und den Sozialdemokraten eine grosse Mehrheit. Der Zusatz wird jetzt dem Bundesrat augeleitet, dessen Zustimmung zu erwarten steht. (ITA) Aber wie in allen Grenzsied- | lungen können ökonomische Erwägungen allein nicht entj scheidend sein. Das Bestreben, jede Ecke des Landes : zu nutzen, geht Hand in I Hand mit der Planung für I Sicherheit. Die Nachalgrup.! pe in Mevo Modiin besteht | aus Mitgliedern der orthodoxen Kara-Jugendbewegung. Zuerst war es, im Gegensatz zu anderen Nachalsiedlungen nicht erlaubt, Mädchen aufzunehmen, aber einige der Siedler sind verheiratet und durften jetzt ihre Frauen nachkommen lassen. Das vom KKL gelegte Strassennetz, das auch zu den an der Grenze liegen, den Makkabäer - Gräbern führt, hat diese Gebiete erschlossen. Nach dem Plan, den der KKL. dem 26. Zionistenkongress vorgelegt hat, werden bis zum Jahre 1969 fünf weitere solcher Grenzposten errichtet werden, einer an der libanesischen Grenze, einer an der syrischen und drei an der Grenze mit Transjordanien. Wie bisher werden auch diese Grenz. siedlungen von Nachalgruppen übernommen, bis sie auf eigenen Füssen stehen können Darüber hinaus wird der KKL das Land für drei Grenzpunkte im Negew urbar machen, einen an der ägyptischen Grenze, und zwei in der Arawa, an der transjordanischen Grenze. Dieses Programm macht die Vorbereitung von 20.000 j Dunam notwendig, die Anlai ge von 130 km Strassen, die I Legung von Wasserleitung^, j röhren und natürlich den : Bau von Häusern. Von Ani fang an ist daran gedacht, j den Siedlern einen angemes- : senen Lebensstandard zu geben und die Bedingungen zu schaffen, dass diese Vorposten nach wenigen Jahren permanente Dörfer werden. Die Juden in England London. — Presse berienten zufolge heisst es, dass in England heute 400.000 Juden leben. In England stehen den Juden im öffentlichen Leben alle Posten offen Im Unterhaus gibt es 35 jüdische Ab. geordnete, von denen 33 der Labourpatry angehören. Nur etwa die Hälfte aller Juden Englands gehört jüdischen Gemeinden an. Von den 5.000 jüdischen Studenten in Oxford, Cambridge, London, Glasgow, Manchester, Leeds und Cardiff sind nur etwa 2.000 Mitglieder einer jüdischen Vereinigung. Lettische Naziopfer London. — Nachrichten aus Riga besagen, dass 200 überlebende Juden aus Dwinsk, wo vor dem Kriege 15.000 Juden lebten, zusammen mit Juden aus der ganzen Sowjetrepublik Lettland nach dem Orte pilgerten, an dem rund 20.000 jüdische Naziopfer begraben liegen. Die Wallfahrt fand an dem Tage statt, an dem vor zwanzig Jahren der Krieg sein Ende fand. (ITA) Dementi aus Sde Bokor Sde Boker. — Im Kibbuz Sde Boker, in dem Ben Gurion lebt, wird nach Mitteilung des Kibbuz-Sekretära kein Zentrum „für westdeutsch-israelische Freundschaft“ gegründet werden. Diese Ankündigung widerlegt eine in der hamburger Zeitschrift. „Der Spiegel“ vor kurzem erschienene Nachricht, dass Ben Gurion ein solches Kulturzentrum begriissen würde, das von einer Gruppe junger deutscher Protestanten geplant sei. — Resolution gegen Rassenhass Montreal. — Ueber 800 Delegierte beteiligten sich an der 14. Plenarsitzung des Kanadischen Jüdischen Kongresses, der eine Reihe von Beschlüssen über den Rassenhass in Kanada die Unterstützung der Alija nach Israel und die Lage der russischen Juden annahm. Der Kongress ersuchte die Regierung, ein Gesetz zu erlassen, das „wirksame Massnahmen gegen die Verbreitung des Rassenhasses“ verfügt. Ferner wurden die Behörden aufgefordert, in den drei Provinzen Alberta, Terranova und Isla de! Príncipe Eduardo um die Verkündung von Gesetzen bemüht zu bleiben, die die Diskriminierung aus Gr r.den der Religion verbieten. Der Kongress übte auch an der Canadian Broadcasting Corporation Kritik, die Interviews mit nordame. rikanischen und kanadischen Neonazis veranstaltet hat. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N’ 826.205

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