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Jüdische Wochenschau · 1965-05-21 · 2117 (21.5.1965) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2117 (21.5.1965)
Date
1965-05-21
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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V O ta a o t. 3 < u FRANQUEO PAGADO Concesión 90S TARIFA REDUCIDA Concesfón 1629 Año XXVI. BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE MAYO DE 1%5 N* 2117 EL EJEMPLAR 1A en teda ti República |y^■ PITEYRREDON 2190 1« In«. T E. 83 2613 Buenos Aires Nasser und die USA Die Mangel - Situation in Aegypten hatte Nasser ver. anlasst, die USA um Liefe rung weiterer Lebensrnittel zu ersuchen. Aegypten wollte an liebsten einen mehrjährigen Geschenk-Verhag abschliessen, der das Regi. me eines Teiles seiner Sorgen enthoben hätte Doch die Amerikaner zögerten seit den Ueberfällen auf amerikanische Institutionen in Aegypten, und sie entsandten den Unter - Staatssekretär Philipps Talbot zu Verhandlungen mit Nasser nach Kai ro- Nach Beendigung der Besprechungen mit Talbot wurde keinerlei Erk'äiung veröffentlicht, und daraus zogen voreilige Journa isten den Schluss, dass die Unterhaltung ergebnislos gewesen sei. Diese Konsequenz ist jedoch keineswegs berechtigt. Die Vereinigten Staaten hatten Nasser vorher wissen lassen, dass weitere Lebensmittellieferungen nur möglich seien, wenn er gewissen amerikanischen Wünschen entgegenkomrren würde Sie übermittelten eine ganze Wunschliste; auf der figurierten: Einstel:ung der Hilfe fiii die Kongo-Rebehen. Abzug der Aegypfer aus dem Jemen und Zurückhaltung hei den Jo» dan ät beiten. Lasser erklärte sich bereit die Bedingungen der Amerikaner anzunehmen — aber die Er füllung ihrer Wünsche erfolgt auf ,.seine Weise“ unter Wahrung des Prestiges, an dem ihm so viel gelegen ist. Kairo liess z. B Meldungen nach dem Westen durchsik kern, dass die Waffenlieferungen für die Kongo-Rebellen eingestellt werden, da befürchtet werden muss. ciass sie bei der heutigen militä rischen Lage in diesem Staat der Tschombe-Armee in die Hände fallen. Zugleich liess Nasser Jedoch ein Treffen des Revolutionsrates der Kongo-RebsTen in Kairo zu. um so nicht den grundsätzli chen Anspruch auf .Befreiung vom Imperialismus“ aufzugeben. Im Jemen überliess Nasser mehr als bisher die Initiative den einheimischen Kräften, nachdem er hatte ein>ehen müssen dass Marschall Salal unfähig und un beliebt war. Im Jemen selbst drängte neben den Republikanern und den zum Imam haltenden Royalisten immer mehr eine „dritte Kraft“ vorwärts, die einen vermittelnden Weg suchte und die internen Probleme des Landes ohne Einmischung von aussen zu lösen versuchte. Der Repräsentant dieser „dritten Kraft“ der SOjährig« Ahmed Mohammed Nuo man, wurde zum Minister Präsidenten ernannt. Er machte die Uebernahme seines Amtes von der Bildung eines fünfköpfigen Staatsrates abhängig, in dem Salal nur einer unter fünf sein sollte, während er bisher allmächtiger Präsident gewesen war- Auch dieser Staatsrat ist nur als Uebergangslösung anzusehen, und die wirk i. ehe Macht ging auf Nouman und sein Kabinett über, das sich als Regierung der Ge mässigfen ansieht. Im Zeichen dieser Mässigung verzichtete Nouman auf das bisher übliche „Ministerium für Befreiung Südarabieus“. und er deutete da mit an, dass er die Kampf- Aktionen gegen das britische Aden einstellen wolle Ferner berief er eine Friedenskonferenz aller Stämme des Jemen ein. die den Weg zu einer Lösung „jenseits von Salal und Imam el Badr“ finden sollte. Die ägyptische Regierung tolerierte aile diese Aktionen, da auch die letzten Offensiven der Ae- ■ gypter gegen die Anhänger! ö"s Tmam keinen wirklichen F'folg gebracht hatten. Die Feste Harib. die die Aesryp ter schon mehrmals als erobert gemeldet hatten, blieb in den Händen der Royalisten. Die Aegypter sahen ein, dass sie mit dieser Kraft nicht fertig werden würden. Daher Hessen sie Nouman gewähren und würden ihre Truppen im Jemen zumindest fühlbar vermindern, wenn Nouman eine Lösung zustande bringen kann die irgendwie auf ihr Prestige Rücksicht nimmt In der Jordan-Frage hatte der Amerikaner Talbot nicht so gedrängt, da die Joroan- Arbeiten noch ganz am Anfang sind. Auch Nasser hatte ihn darauf hingewiesen, dass dieses Problem noch nicht aktuell sei. Talbot kehrte mti dem Plan nach Washington zurück, die Lebensmittel- Hilfe für Nasser fortzusetzen, um so wenigstens ein Minimum an Einfluss auf den ägyptischen Staatschef si ehern zu können Wenn auch ein mehrjähriger Vertrag angesichts des Widerstandes im USA-Kon- ■ gress nicht denkbar erschien. ■ so sollte das Parlament wenigstens für ein weiteres | Jahr Lebensmittel bewilli-! gen. Inzwischen brach jedoch der grosse Konf'ikt | zwischen Nasser, den zu ihm! stehenden arabischen Länj dem und dem tunesischen j Präsidenten Bourguiba aus. | der eine erneute Radikahsie-! rung Nassers zur Foige ha-; ben kann. Dieser Konflikt j kann das Abkommen Ta! j bot-Nasser, das bei den j Amerikanern viel Hoffnungen erweckte, erneut gefähr- 1 den. Bericht aus dem Kongo New York: _ Ein in Katanga geborener jüdischer Student, der seine Studien an der Jeschiwa-Universität in New York fortsetzt, erklärte. dass die Führer und das Volk von Kongo sehr freundschaftliche Beziehungen zu Juden pflegen. 200 jüdische Familien wohnen in Elisa bethville und etwa 50 in Leopoldville. Die meisten kamen von der Insel Rhodos. Sie sind Sefarden und sprechen Ladino. Im Jahre 1909 kam der erste jüdische Kaufmann. Sie waren besonders in der Gründung von Textilfabriken erfolgreich. Seit der Prok'amation der Unabhängigkeit des Landes wird auch Israel bevorzugt behandelt, weil die jüdischen Fachleute und Experten zur Entwicklung des Landes wichtige Beiträge leisten. Der geistige Führer ist Flucht vor Antisemitismus Berlin. — Wiadislaw Tikocinski, der jüdische Chef der polnischen MJitäimission in Westberlin, erklärte den no.-damerikanischer. Behörden, er habe hauptsächlich wegeides „wachsenden Antisemitismus in Polen“ um Asyl gebeten, wie aus informierten lokalen Quellen verlautete. Ein norde merikanisches Flugzeug brachte Tikocinski nach Westberlin, wo die USA-Beamten mitteilten, dass sein Gesuch um Asyl geprüft werde. Dies ist seit Jahien die erste Flucht eines hohen kommunistischen D:plomaten in Westberlin. Tikocinski bekleidete Ministerrang. Er war vorher polnischer Botschafter in Rom gewesen und früher Mitglied der inter nationalen Waffenstillslandskommission in Korea Seme Gattin legleitete ihn nicht, und ein 17 Monate altes Kind olieb bei der Mutter, wie ein USA-Sprecher bekanntgvb. GTAr Rabbi Moise Levy, der 1936 ins Land gekommen ist. Er ist auch ausserhalb der jüdischen Gemeinde sehr geschätzt und hält öfters in katholischen Institutionen und Seminaren Vorträge, Eine jüdische Tagesschule gibt es nicht, aber Rabbi Levy hält in den drei Staatsschulen zweimal wöchentlich Unterricht. In Elisabethvil e gibt es eine Zionistische Vereinigung, bei deren Veranstaltungen Ministerpräsident Tschombe zu sehen war, eine zionistische Jugendbewegung, den Sportklub ‘Maccabi und eine Wizo-Gruppe. Juden aus dem Kongo nahmen am Unabhängigkeitskrieg Israels teil. In den letzten zwei Jahren kamen pei den Unruhen vier Juden ums leben : es handelt sich aber um Zufälle, wie denn auch die Beschädigungen am Tempel und an jüdischen Geschäften den allgemeinen Wirren zuzuschreiben sind, die nichts mit Juden zu tun haben. Appell an USA- Regierung Washington. — Auf der 6. jährlichen Konferenz des Amerikanisch - Israelischen Comités für auswärtige Angelegenheiten forderte der Präsident dieser Organisation Rabbi Philip S Bernstein. amerikanische Waffen für Israel, um der arabischen Aggression zu begegnen. (ITA) . WM I II i ' ' ISRAELS HAWK-FLAKRAEETEN .. . und einsatzbereit gegen feindliche Flugzeuge Beim Europaeischen Parlament Dae sogenannte “Europäische Parlament’ empfing auf der letzten in Strassburg durchgeführten Sitzung eine israelische Delegation. Es handelte sich formell um die Erwiderung eines Besuchs europäischer Parlamentarier in Israel. Leiter der Delegation war Moshe Dajan, früherer Land wirWhaftsm minister und Generalstabschef der Israel-Armee. Das Plenum hielt eine Debatte über die Handelsbeziehungen zu Israel ab. und einige Kommissionen hatten eingehende Aussprachen. Aldo Moro. der Ministerpräsident Italiens, führte aus, Israel sei kulturell und politisch als europäische Nation zu betrachten, auch wenn das Land nicht in Europa liegt. In der Hauptsache geht es darum, dass Israel allgemein begünstigt werden soll. Hitler und Jesus Montreal. — Ein Bild Hitlers hing in einer Katholischen Schule in Montreal, und ein Geistlicher verglich Hitler mit Jesus als „grossen Führer“ Eine Untersuchung ist von den Erziehungsbefiör den eingeleitet worden. Anschliessend an den Besuch in Strassburg begab sich die Delegation zunächst nach Brüssel und schliesslich nach Luxemburg, wo Empfänge durch die Landesbehörden und durch die Organe der europäischen Organisationen sowie Besichtigungen in Zusammenarbeit mit dem dortigen israelischen Konsul. Dory Oppenheimer, vorbereitet worden waren. Jugend aus Spanien Madrid. — Den Beziehungen zwischen den jüdischen Gemeinden Spaniens und Portugals gehen die Verbindungen zwischen den Jugendlichen der beiden Länder voraus. Nachdem kürzlich in Madrid ein Treffen mit einem Seminar stattgefunden hatte, kam nun eine solche Zusammenkunft in Lissabon zustande. Das nächste gemeinsame Seminar wird in Barcelona stattfinden. Der Papst ist besorgt Washington. — Papst Paul VI. gab seiner Besorgnis über die fortgesetzte antisemitische Agitation in der Welt vor jüdischen und katholischen Führern der amerikanischen Kriegsvetcranen Ausdruck, die er in Audienz empfing. Wie hier enthüllt wurde, fand diese Audienz am 3- Mai statt. Zu der vom Papst empfangenen Delegation gehörten der Kommandant der jüdischen Kriegsveteranen Ralph Plofsky und Kommandant C aarles Sheliy von den katr.olischen Veteranen, die gemeinsam Rom besuchten. Der Papst betonte seinen Wunsch nach einem auf Gerechtigkeit gegründeten Frieden und äusserte, dass er von den unter der Menschheit herrschenden rassischen Vorurteilen una der Praxis der Diskrimination tief beunruhigt sei. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 jj¡ Registro de la Propiedad Intelectual N7 826.205

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