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Jüdische Wochenschau · 1965-05-21 · 2117 (21.5.1965) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
26 (1965)
Issue
2117 (21.5.1965)
Date
1965-05-21
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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i — Viertle«. ZI de May« de IMS LA SEMANA ISRAELITA Año XA\ 1 — DAS NEUE ISRAEL -MUSEAUM Jerusalem. — Unter dem Strahlenden israelischen Himmel fand die feierliche Er. Öffnung des Israel Museums statt, das auf dem Gipfel eines stillen, Neve Schaanan genannten Hügels des judäi- Bchen Berglands erbaut wurde. Ueber 2.000 Menscaen, Gäste aus dem In. und Ausland, waren bei der Zeremonie zugegen, bei der Staatspräsident Salman Shazar den riesigen Komplex einweihte, der das Israel-Muse, um bildet. USA Botschafter Walworth Barbour war erschienen und verlas eine Botschaft des Präsidenten Johnson, der Israel zur Errichtung dieses Museums beglückwünschte. Aehnhche BegTiissungen sandten Marc Chagall. Pablo Picasso, Jacques Lipshitz und andere berühmte Künstler aus aller Welt. Unter den offiziellen Gä ste» befanden sich Ministerpräsident Levi Eshkol, sein Vorgänger David Ben Gurion, Vize . Premierminister Abba Eban, Erziehungsminister Zalman Aranne., Jerusalems Bürgermeister Mordesfiiai Isch-Shalom, viele der hauptsächlichsten Spender Jür die einzelnen Abteilun. gen des Museums, die übrigen Kabinettsmitgiieder die Abgeordneten der Knesset, das Diplomatische Korps und der von allen als treibende Kraft hinter dem Museum gerühmte Teddy Kollek. Präsident des DireKto. ren-Ausschusses des Museums. Unter den namhaftesten Spendern war Billy Rosen aus Nordamerika der iine reichhaltige Sammlung von Skulpturen für einen Garten schenkte, der nach ihm benannt wurde der japanisch-amerikanische Planer des Gartens Isamv Noguchi, Samuel Brean aus Kanada, dessen Nameii einem der Museumsbauten gegeben wurde in dem biblische und archäologische Gegenstände Dien Platz fanden, und der nordamerikanische Grossindustrielle Samuel Gottesman, dessen Familie 600.000 Dollar für ein Gebäude spendete, das die Rollen vom Toten Meer beherbergt. Zu den besonders Geladenen gehörte der argentinische Minister für Erziehung und Justiz Dt. Carlos Alconada Aramburü. Dem USA-Botsehafter und seiner Regierung wurde in den Reden der Dank für die erste bedeutende Geldspende ausgesprochen, die in Form einer Zuwendung von 835 000 Dollar aus dem USA-Programm für Tnformationszwecke geleistet wurde Der vierte Bestandteil des Museums, ausser der Bronfman- Schau. dem Bil’.v Rosen.Garten und dem Gebäude in dem die Toten Meer Rol’en bewahrt werden, ist das Be- 7alel-Museum mit seinen 100 Bildern der ständ’gpn Sammlung, vielen berühmten Gemälden, die leihweise zur Verfügung gesteht wurden, und den Bronze Statuetten von Andrea Ricci, sow ie Werken von Degas und Rodin. Nachdem Präsident Shazar das biau-weisse Band durch schnitten hatte, bestiegen die Hauptspender die Tribüne und Shazar erklärte das Museum für eröffnet. Zu den ausgestellten Gemälden gehören Schöpfungen von Rembrandt. Var. Dyke, Picasso Van Gogh, Renoir und Soutine Man sah 26 Bilder aus dem 16. 17. und 18. Jahrhundert. 14 Werke aus dem 19. und 52 Gemälde aus unserem Jahrhundert. Auch Beispiele moderner israelischer Kunst boten sich dem Blick der Beschauer. Ferner konnten Schätze religiöser jüdischer Kunst aus der deutschen und italienischen Barockzeit be wundert werden, und eine Holztür der alten kairoer Synagoge, in der Mr.imonides eebetet hatte war aufgestellt worden. Am Abend des Tages fanden ein Bankett und ein Galakonzert statt, die den Auftakt zu e:ner zweitägigen archäologischen Konferenz bildeten. Das Judesein Einsteins (Zum 10. Todestage des Weitweisen) Am 18. April waren zehn Jahre vergangen, seit Prot Dr. A bert Einstein, der weltberühmte Physiker, wenige Tage vor seiner geplanten Rede in der Television verstarb, die er anlässlich des 7 Jahrestages des Bestehens des Staate« Israel halten sollte. Das Manuskript ist erhalter geblieben un<j wurde später veröffentlicht. Seine Worte oildeten ein klares und inniges Bekenntnis zu Medinath JIsrael und zur Zukunft des jüdischen Volkes in der Welt. Ueter das Judentum Einsteins ist viel gesagt und OLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Grossoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 30.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH; Edition „OLAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen ln deutscher Sprache Die Preise sind in U$A-Dollar angegeben. R&ibiner K. Wilhelm gestorben Stockholm — OberrabfcSner Dr. Kurt Wilhelm starb in Stockholm im Alter von 65 Jahren an den Fo'gen eines Herzschlages. Dr. Wilhelm wurde in Magdeburg geboren. Vor 1933 war er Rabbinei in verschiedenen deutschen Städten. Im Jahre 1935 wanderte er nach Palästina aus. Seit 1948 wirkte er in Stockholm. (ITA) FAUST II MODERu geschrieben worden; man hat erinnert, dass der Gelehrte während seiner Prager Epoche 0911-13) als Lehrer an cjer deutschen Karls-Universität, der jüdischen Gemeinschaft völlig uninteresiert gegenüberstand. Diese Haltung hat er später bedauert und dann eine völlig andersgeartete Einstellung zum jüdischen Volke, seiner alten Kultur und zum Lande der Väter gefunden. Vom Ende des ersten Weltkrieges an standen ihm die jüdischen Inhalte und Ziele klar vor Augen. Zeitlebens war Einstein um Erkenntnis bemüht, und gleich Goethe rb ickte er in der “ewig - waltenden Natur’ die Schöpferkraft des ewigen Gottes. Vor der jüdisch-religiösen Idee des einen, einzigen sittlichen Gottes als dem Ursprung alles Sittlichen, beugte sich der weltweise Einstein in Ehrfurcht. Doch jener andere Teil jüdisch-religiösen Denkens, der Glaube und das Vertrauen in den “persönlichen Gott” lag dem Gelehrten fern. Dass der das Weltall umfassende Gott, dass der Weltenlenker zugleich der persönliche Gott eines jeden Menschenkindes ist, das fhn sucht, der liebende und sich Seiner Geschöpfe erbarmende Vater, diesem Bilde vermochte sich Einstein wohl nicht zu nähern. Interessant sind seine Ausführungen, die er 1939 in Princeton über diese Fragen gemacht hatte: “Die höchsten Grundsätze für unser Streben und unsere Urteile sind uns in der jüdisch-religiösen Tradition geschenkt worden. Sie stellen ein sehr hohes Ziel auf, das wir mit unseren schwachen Kräften nur sehr unvollkommen erreichen können, das uns aber eine feste Grundlage für unsere Bestrebungen un^ Werturteile gibt- Nur dem Individuum ist eine Seele gegeben, und die höchste Bestimmung des Einzelmenschen ist, mehr zu dienen denn zu herrschen.” Fs ist letztlich jüdischer Geist, das Erbe von Pro- Dheten und Weisen gewesen, las unermeßlich reiche jüdische Schrifttum, das ihn zum leidenschaftlichen Pazifisten. zum unerschrockenen Kämpfer für Recht, Flieden und Fortschritt werden liess. Die jüdische Lehre von der Nächstenliebe war in Albert Einstein lebendig. Es war kein Zufall, dass die Epoche von 1919 bis 1922 derjenige Zeitabschnitt wurde. durch den der Gelehrte in eine sehr enge Beziehung zum deutschen Judentum, zur zionistischen Bewegung und der gesamt jüdischen Führung trat. Männer wie Martin Buber und Leo \ Baeck. Kurt Blumenfeld und Richard Lichtheim machten ihn mit den jüdischen Problemen dei Zeit näher vertraut, sein starkes Interesse am Aufbau von Erez Israel ist damals ausserordentlich gefördert worden. Die engere Fühlungnahme mit jüdischen Staatsmännern, welche die nichtjüdische Welt respektierte, Männern, die ganz in der nationalen Sache ihres Volkes aufgingen und zugleich Weltbürger waren. Weizmann, Sokolow, Schmarjahu Levin, Steven j Wise u. a. zog Einstein in; den Bannkieis der neuen jiii dischen Aufgaben die sich ' darboteii. Einsteins Werbe- , reise nach Amerika, Frühjahr 1921, zu Gunsten der kommenden Hebräischen Universilät, die er gemeinsam mit Chaim Weizmann auf dessen Einladung unternahm, liess ihn zu einem enthusiastischen Befürworter jenes geistigen Zentrums werden. Als organisierter Zionist, trat Einstein fortan für die Idee des Zusammenwirkens zwischen Zionisten und nichtzionistischen Palästinafreunden ein. Seine Rede bei der 1. COuiicil-Tagung war ein einziges Bekenntnis zu Theodor Herzl und der Judenstaatsidee. An diesen Staat, der einmal kommen müsse, glaubte er mit ganzer Seele. Deshalb trat er der wortbrüchigen Latour-Regierung Grossbritanniens von 1945—48 heftig entgegen und tadelte mit den schärfsten Worten deren unverantwortliches Verhalten. Vielleicht kann man dieses knappe Gedenkblatt nicht besser abschliessen als mit den Worten, die Mosche Sharett, damals Premierminister von Israel, durch das Radio sprach, als die Todesnachricht bekannt wurde: “Das gewaltige Feuer des menschlichen Geistes, das mit seinen Strahlen die Finsternis des Unbekannten durchdrang, ist erloschen. Die Welt hat eines ihrer grössten Genies verloren und das jüdische Volk den berühmtesten Sohn dieser Generation. Israel zollt dem Gedächtnis Einsteins in tiefer Trauer und mit ewigem Stolz seinen Tribut.“ C. W. Faust II, Goethes Lebens¬ und Alterswerk, das erhaw-nste Geistesgut deutscher Sprache, ist kaum iarstell bar. wegen seiner Länge der Vielzahl von Personen und Bildern und weil oft zu hohe Ansprüche an den Zuschauer gestellt werden Es auf eine Bühne ohne eigenes Theaterhaus und ohne festes Ensemble zu bringen, wie es die Kammerspiele taten ist ein wahrer Griff nach den Sternen. Mut und Können ist nötig, um eine Aufführung zustandezubringen, die dem unvorbereiteten Publikum gefällt. Das ist Reinhold Olszewski überraschend gut gelungen. Das festlich gestimmte Publikum ging von Anfang bis zu Ende mit, gepackt und oft ergriffen, und spendete reichen Beifall Das Hauptverdienst gebührt dem Regisseur Prof- Uirich Erfurth, der schon „drüben“ an dieser Gründgens’schen Bearbeitung mitgewirkt hatte. Sie haben 12.100 Goethesche Verse (den sechsfachen Umfang der abendfüllenden „Iphigenie“) auf gut 214 Stunden Spielzeit zusammengestrichen, und so perfekt gestrichen, dass bis auf die drei rauhen Gesellen gar nichts verloren ging, was man gern gesehen hätte, und dass uns alle bekannten Worte erreichven Faust trat wie fast alle im modernen Strassenanzug auf. Das Bühnenbild von Karl Gröning gab ein abgeschrägtes Podium vor wechselnden, ortsbezeichnenden Bildern, von denen die Wal. purgisnacht herrrlich frech war, sodass Szenenwechsel ohne Pausen erfolgte. Die Darsteller, die bis zu neun Rollen spielen mussten wurden bis zum letzten benutzt, um Massenszenen gut und klar zu ersetzen. Der einzige Fehler einer hervorragenden Regieleistung: Faust blieb stets so jung, wie er anfangs war. Faust starb auch jugendlich in Sprache und Aussehen. Damit wurden seine Schlussworte, vollendetster Ausdruck Goethescher Alters- und Lebensweisheit, zu einer blossen schönen Deklamation Erfurths Haupthelfer war Peter Janssens, der die Begleitmusik komponiert hatte und spielte (doch weshalb in schneeweisser Maske?). Untermalungen und Chansons zu Goethes Text lockerten die strarre Strenge erfreulich auf. Nur das herrliche „Zum Sehen geboren“ und „die Mütter“ dürfen nicht gesungen werden mindestens nicht auf diese moderne Art Rolf Morell gab den Paust, ein guter Sprecher besonders im Lyrischen Hans Gerd Kübel in starrer weisser Clown . Maske gab einen volkstümlichen Mephisto. Ihm liegen die mit viel Können gebrachten Chansons, die einschlugen. Schau„pie, lerisch am besten waren seine an der Rampe mit frechem satanischem Grinsen ins Publikum hineingeschmetterten Sentenzen. Doch einte Kübel seine grossartigen Einze’gänge zu keiner einheitlichen Linie. Die Quintessenz seines Mephisto ,ässt sich nicht mit fünf Worten ausdriicken. Die bildschöne Hanita Hallan gab die Helena- Nach ihren Worten „bewundert viel und viel gescholten“ Von mir nur bewundert. Sie war stets eine Augenweide; doch auch ihr sprachlicher Ausdruck hat sich gegen früher sehr gebessert. Rosemarie Wohlbauer in einem attraktiven Kostüm wirkte mehr im Gesang und Sprechgesang. Hingegen verfügt Christa Oenicke über eine sanfte, innige Stimme von gar lieblichem Klang, die besonders sich zur Verkörperung der überirdischen Wesen eignete. Maria Weeting war eine gute Baucis. Von den vie’en Männerrollen gefielen mir am besten der Herold von Bert Oberdörfer und sein unverschämter. doch nie übertreibender Bakkalaureus- Sodann die piepsende Stimme von Fritz Kost als Homunculus und Toni Herberts mit gutem Appetit für die Kirche gesegneter Erzbischof Auch Peter Mönch, Klaus Zimmermann und Dietrich Kerky machten, für mich, ihre Sache gut; denn für die Frauen genügte ihr brillantes Aussehen schon. Reinhold Olszewski hatte sich nur die kleine Rolle des Phi’emon Vorbehalten, die er eindringlich gab. Olszewski hat sich ein weit grösseres Verdienst errungen, indem er. endlich, eine alte Dankesschuld erfüllte und Max Wächter, der sich mensch lieh und künstlerisch wie kein zweiter um das deutsche Theater am La Plata verdient gemacht hat. zum Ehrenmitglied der Deutschen Kammerspiele im Schauspielhaus Buenos Aires ernannte Dr. Karl Kost ISRAEL - BRIEFMARKEN Aü* WIEBEBVERKAEUFEH — ALLE NEUAUBCA- BER ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Füatelica efici»! dei Betado de Israel, VIAMORTE SM, I/B — Bum«« Amm, Rap Arpeatfaa JUAN JULIUSBURG MALIRARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 LUACH — (KALENDER) Freitag, den 21. Mai 19. Ijar 34. Tag i«i Omer Sonnabend, den 22. Mai 20. Ijar Parschat BEHAR SINAI 3. B. M. XXV I — XXVI 2 Haftara Yermiahu XXXII 6—27 35. Tag im Omer Sonntag, den 28 Mai 36 Tag im Omer Montag, den 24. Mai 37. Tag im Omer Dienstag, den 25. Mai 38. Tag im Omer Mittwoch, den 26. Mai?ö- Tag im Omer Donnerstag, den 27 Mai 40. Tag im Omer Freitag, den 28. Mai 41. Tag im Omer Sonnabend, den 29. Mai Parschat BECHUKOTAI 3. B.M. XXVI 3 Haftara Yirmiyahu XVI 19 — XVII 14 Neumondankündigung Siwan — 42. Tag im Omer Sonntag, den 30. Mai 28- Ijar 43. Tag im Omer 24. Ijar 2ß. Ijar X. Ijar M Ijar X. Ijar X. Ijar 27 Ijar XXVII 34

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